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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-07-01 · 7 (1.7.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Halle, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Stettin, Pommern und Tilsit) · p. Seite 8

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
7 (1.7.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Halle, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Stettin, Pommern und Tilsit)
Date
1936-07-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Bauern kauften so etwas nicht; es kam in die Stadt zu den Herren; und der Kürschner Böhni in Diessenhofen überm Rhein drüben, dem er es zugedacht hatte wie stets, wanderte nicht da heraus. Wenn die jüdischen Männer nicht dagewesen wären, hätten die anderen dieses kleine Einkommen aus der Jagd nie gehabt. Ja, der Pankraz brauchte Geld; es hatte nicht ausgereicht, was er in den letzten Wochen für die Saat nötig hatte, und so gab er schließlich, als Jonas noch einmal nach dem Preis fragte, die Antwort: „Für dich vier Kronentaler.“ Das war nicht zuviel, war aber gerade das, was ihm noch fehlte; es war höchste Zeit, daß er das letzte Saatgut beschaffte. Der andere schlug auch ein in die dargebotene Hand, wie es dazumal üblich war: „Abgemacht“ Er hatte schnell überlegt, daß er selbst mindestens einen Napoleon, ein schönes Goldstück, drüben in der Schweiz dafür erhalten werde ... 1 Als Jonas mit dem Fell, das er in ein Tuch eingeschlagen trug, heimkam, war nur der Vater da. Der roch das Wild. Doch fragte er gleichwohl den Sohn: „Hast’ was gemacht?“ Der, wohl seiner Fehlhandlung sich bewußt, wollte ausweichen, als auch der Alte schon das Tuch faßte, einen Zipfel davon hob und den Fuchs sah. * „Woher hast ihn?“ Nun gab es kein Entrinnen mehr für den Jungen: „Vom Salenhof“, sagte er. „Vom Salenhof? — Wie kommst d u dazu, beim Pankraz etwas zu kaufen, deinem Bruder etwas wegzunehmen?“ fragte er, mehr als laut. „Der hat ihn nicht geholt; der Bauer hat’s selbst gesagt.“ „Nicht geholt, nicht geholt! — Der Jikel wird wohl wissen, warum er ihn noch nicht geholt hat. Aber jetzt wird der Bauer sich auch denken, was ich für einen Sohn hab. Mein Sohn ist das. Masig gewul wUl er sein gegen den eigenen Bruder, will ihm ins Gehege gehn. Mein Sohn!“ Er war immer erregter geworden. Der Jonas wollte die Sache wieder gutmachen und erklärte: „Ich kann’s Fell ja dem Jikel geben. Der Preis ist nicht zu hoch.“ „Und der Bauer,“ meinte der Alte, „der Bauer? Was der von uns denkt, ist dir wohl gleich! Ihm bringst den Fuchs zurück und sagst: der Jikel wird ihn holen.“ „Er wird ihn nicht zurücknehmen und sein Geld behalten wollen“, meinte der Junge. „Dann laß ihm’s Geld; aber das Fell muß zurück, bis der Jikel es holt. Der Salenbauer ist gut dafür; er wird sich’s nicht zweimal zahlen lassen!“ Da trug der rote Jonas das Fell noch am selben Tag zurück; wiewohl er dadurch bis spät in die Nacht unterwegs sein mußte. Und so kam es, daß der Salenbauer Pankraz ein und dasselbe Fuchsfell zweimal hätte verkaufen können, wenn er es wollte, und daß der allzu geschäftstüchtige rote Jonas mit den Sommersprossen auf den Händen beschämt wurde vor ihm und auch einige Tage Angst auszustehen hatte um seine vier Kronentaler, weil sein Vater wollte, daß Friede im Hause bleibe und nicht Feindschaft wachse unter den Söhnen um Geldes willen, und vor allem, damit die Ehre der Gumpleute gewahrt blieb vor den Bauern und der ganzen Gegend. Denn Zucht mußte sein; und auf die fuchshafte Schläue allein kommt es nicht an. Amtlicher Teil Anschluß der Gemeinden in Oldenburg- Birkenfeld „ Die Verhandlungen zwischen dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden einerseits, der Landesgemeinde der Jüdischen Religionsgesellschaft im Landesteil Oldenburg-Birkenfeld und den zur Landesgemeinde gehörigen Synagogengemeinden andererseits haben nunmehr zu dem Anschluß auch dieser Gemeinden an den Preußischen Landesverband geführt. Damit ist diese oldenburgische Enklave, die an das Saargebiet grenzt, nunmehr gleichfalls in das Arbeitsgebiet des Preußenverbandes einbezogen. Steuerausgleich bei Fortzügen Der Preußische Landesverband hat am 12. Mai in einem Rundschreiben das nachstehende Abkommen über Steuerausgleich bei Fortzügen, durch das eine Uebergangsreglung für die Erhebung der Kultussteuern bei dem Fortzug eines Gemeindemitgliedes in eine andere Gemeinde getroffen wird, an sämtliche Mitgliedsgemeinden versandt. Eine große Anzahl der Mitgliedsgemeinden, unter ihnen insbesondere die sämtlichen Großgemeinden, haben ihren Beitritt zu diesem Abkommen bereits erklärt; wir bitten diejenigen Gemeinden, deren Beitritt bisher noch nicht erfolgt ist, die dem Rundschreiben beigefügte Beitrittserklärung uns bis zum 15. Juli unterzeichnet einzusenden. Der Beitritt zu dem Abkommen bedingt keine Satzungsänderung, da es sich lediglich um eine vertragliche Vereinbarung zwischen den beteiligten Gemeinden handelt. Rundschreiben betr. Abkommen über Steuerausgleidi bei Fortzügen Bei dem Fortzuge eines Gemeindemitgliedes in eine andere Gemeinde entsteht häufig die Schwierigkeit, daß die Gemeinde des alten Wohnsitzes satzungsgemäß ihre Kultussteuer noch für eine Zeit weiter erhebt, während deren der Fortziehende Kalender für Juli Mittwoch Juli 1 Tmmn 11 Donnerstag 1» 2 n 12 Freitag »1 3 13 Sonnabend 4 tt 14 ßolok Sonntag 5 15 Montag n 6 99 16 Dienstag 7 17 Schlw’o ofier b'Tammus Mittwoch 8 18 Donnerstag 99 9 5? 19 Freitag 10 i» 20 Sonnabend t» 11 » 21 Pinchos Sonntag n 12 w 22 Montag n 13 23 Dienstag 14 24 Mittwoch 15 25 Donnerstag 99 16 99 26 Freitag w 17 27 Sonnabend »* 18 w 28 MallausMa0*£; Xeumondweihe Sonntag »» 19 29 Montag 20 1* 1 Rausch Cliaudesch Dienstag ** 21 2 Mittwoch 22 3 Donnerstag * 23 99 4 Freitag *? 24 5 Sonnabend t» 25 m 6 D'worim (Schabbos Chosaun Sonntag 26 7 Montag * 27 0 8 Dienstag 28 9 Tisch a b’Aw Mittwoch 29 10 Donnerstag 30 11 Freitag » 31 0 12 MCäms (VWtu Man) 8

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