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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-07-01 · 7 (1.7.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Halle, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Stettin, Pommern und Tilsit) · p. Seite 4

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
7 (1.7.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Halle, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Stettin, Pommern und Tilsit)
Date
1936-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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schuß der jüdischen Jugend verbände vor der Aufgabe, diese Einbuße wettzumachen. Der Reichsausschuß richtete einen Appell an die jüdische Oeffentlichkeit, der ein starkes Echo fand. Aus allen Teilen Deutschlands kamen begeisterte Zuschriften, die jüdischen Jugendwanderern Freiquartier und mitunter sogar Gratisverpflegung anboten. In monatelanger intensiver Kleinarbeit konnten in neun verschiedenen Landesteilen in mittleren und kleineren Plätzen private Wanderunterkünfte geschaffen werden. Dadurch erlangt Jugendwandern auch für das jüdische Gemeindeleben Bedeutung. Die Jungen und Mädchen, die jüdische Familien an mittleren und kleineren Orten und auf dem Lande besuchen, bringen lebendige Schilderungen des jüdischen Lebens in der Stadt mit und stellen dadurch eine wichtige menschliche Brücke zu den verstreut lebenden Juden her. — Die von privater Seite zur Verfügung gestellten Wanderunterkünfte reichten jedoch bei weitem nicht aus. Für die Abhaltung längerer Jugendlager wurde die Schaffung ständiger Jugendheime dringend notwendig. Nach Erteilung der ministeriellen Erlaubnis ging der Reichsausschuß der jüdischen Jugend verbände daran, solche Jugendheime einzurichten. Diese Arbeit fand starke Förderung von verschieden jüdischen Organisationen. Besonderer Dank gebührt dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, der durch tatkräftige materielle Unterstützung den Ankauf des im letzten Monat eröffneten „Bröltalhauses“ ermöglicht hat. Bis jetzt konnten vier Heime für jüdische Jugendwanderer errichtet werden. In Zusammenarbeit mit dem Reichsausschuß der Jüdischen Jugend hat der Oberrat der Das ßröltalhaus fot. Sommerfold Israeliten Badens in W a-n gen ein direkt am Bodensee gelegenes Grundstück angekauft, das ein beliebtes Wanderziel der in Süddeutschland wohnenden jüdischen Jugendlichen geworden isL Für die in Norddeutschland ansässigen Jugendbünde ist das Landjugend- und Erholungsheim „W i 1 h e Imine n h ö h e" bei Hamburg zum unentbehrlichen Tagungs¬ und Lagerort geworden. Die Deutsch-Israelitische Gemeinde Hamburg hat gemeinsam mit dem Reichsausschuß und dem Preußischen Landesverband den Umbau dieses Heims ermöglicht. Große Schlafräume, zweckmäßig eingerichtete Dusch- und Waschräume, sowie ein geräumiger Speisesaal mit anschließender Glasveranda geben einen idealen Rahmen für Jugendveranstaltungen ab. In Wilhelminenhöhe ist ständig Betrieb; wochenlang vorher müssen sich die Bünde anmelden, um Plätze zu bekommen. Die Hamburger JugendbUnde wissen das Heim besonders zu schätzen, denn häufig enden ihre Wochenendfahrten auf dem schön gelegenen Waldgrundstück bei dem beliebten Hamburger Ausflugsort Blankenese. Für die Berliner Bünde ist seit zwei Jahren Gut Winkel in der Mark zum Jugendland geworden. Auf dem Lehrgut, das schon verschiedene Jahrgänge junger jüdischer Siedler für Palästina ausgebildet hat, ist von Herrn Schocken, dem Eigentümer von Gut Winkel, eine feste Holzbaracke errichtet worden. Die Inneneinrichtung entspricht den allgemeinen Jugendherbergen. Eiserne Feldbetten sind als Doppelbetten übereinander gestellt. Das „fließende Wasser“ kommt nicht aus einem Leitungshahn vor geschliffenem Spiegel, sondern aus einer Pumpe unweit der Baracke. So entsteht ein kleines Gedränge bei der Morgenwäsche. Auf dem Grundstück, zu dem noch ein Sportplatz gehört, finden auch von Zeit. zu Zeit Zeltlager statt In einer ganz anderen Landschaft liegt das erste Eigenheim des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände, Wo fließend Wasser und geschliffene Spiegel fehlen . . . fot. Sommerfeld das „Bröltalhau s“, von dem schon oben die Rede war. Von Köln aus gelangt man an lieblichen Nebentälern des Rheins entlang in das idyllische Waldbrölgebiet nach Schönenberg. Schon am Eingang des Ortes sieht man das auf einer einsamen Anhöhe gelegene Bröltalhaus. Während wir langsam den Pfad zur Anhöhe hinaufklettern, sehen wir den architektonisch reizvoll kombinierten Stein- und Fachwerkbau vor uns. Ein kleiner Park sowie ein Nutz- und Ziergarten, der von dem jungen Heimwart tadellos gepflegt wird, gehören zu dem Grundstück. Das Haus selbst befindet sich in bestem baulichen Zustand. Im Erdgeschoß befindet sich ein geräumiger Speisesaal mit einer angrenzenden Veranda, die einen malerischen Ausblick auf Schönenberg und das Bröltal gewährt. Die modern eingerichtete Wer arbeitet, darf auch essen foi. Sommerfeld Küche sowie ein großer Schlafraum liegen gleichfalls im Erdgeschoß. Im ersten und zweiten Stock sind die anderen Schlafräume sowie das Zimmer für das Verwalterehepaar eingerichtet. — Bei der Eröffnung des Heims, zu der die Vertreter der Nachbargemeinden und der jüdischen Jugendbünde des Rheinlands geladen waren, gab man allgemein 4

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