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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-05-01 · 5 (1.5.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern) · p. Seite 11

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
5 (1.5.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern)
Date
1936-05-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Unsere Wanderbücherei Line Folge von Buchbesprechungen wichtiger neuer und älterer Bücher aus den Wanderkisten des Preußischen Landesverbandes. Abendgebete, Gebetbuch der „Liberalen Synagoge Berlin"; aus der Sammlung „Die Gemeinschaft, Hefte für die religiöse Erstarkung des Judentums“, Berlin 1935; 159 Seiten. Die „Liberale Synagoge Berlin“, eine Gründung des bekannten Seminaroberlehrers Hermann Falkenberg, hat es verstanden, sich einen Ruf in der jüdischen Welt zu erringen, der sie, trotz offen ausgesprochener und klar betätigter religiösliberaler Tendenz, doch außerhalb der eigentlichen „Partei-Einrichtungen“ gestellt hat; auch jüdisch Andersdenkende konnten das Positive und das Ins-Judcntum-Zurückwerbende dieser Schöpfung nie verkennen. Die von Falkenberg geschaffene Liturgie ist nun in zweiter bereicherter Auflage erschienen und darf weit über den Kreis der „Liberalen Synagoge“ hinaus Interesse beanspruchen. Abwendung von schematischer Festlegung, das ist der Grundsatz dieser Liturgie, durch den, neben .manche Kürzung, nun auch eine bisher ungekannte Vielfalt tritt. Wo immer also das Bedürfnis nach Abwechslung im Gottesdienst bestellt, da kann dies Buch wertvolle Anregungen vermitteln, zumal es stets an altjüdisches Traditionsgut anknüpft. Hinzu kommt, daß es das erste Gebetbuch ist, welches in einer geschichtlichen Einleitung eine Uebcrsieht über Entstehung und Inhalt der einzelnen Gebete sowie über die Entwicklung des Gottesdienstes gibt und damit ein gerade heute überall bestehendes Bedürfnis befriedigt. Ein weiterer Vorzug ist der Noten- Anhang, der alle Melodien für Freitag-Abend, Fest-Abend. Hallel, Thora-, Aus- und Einheben, Simchas-Thora, Chanuku und Purim enthält und überall da begrüßt werden wird, wo - man in Gemeinden oder Bünden um die musikalische Wiederherstellung der Gottesdienste und sonstigen Feiern sich müht. Trotz Rieses reichen Inhalts ist das Buch klein und handlich geblieben. Ueber Einzelheiten ließe sich natürlich viel sagen, und mancher wird auch manches einzuwenden haben, doch wird jeder es dankbar begrüßen, daß hier unsern Jungen und unser» Alten für Gottesdienste, für Feiern in Haus und Bund etwas in die Hand gegeben wird, was bislang fehlte. L. N. Schoeps, Hans Joachim: Gestalten an der Zeitwende. Burckhardt, Nietzsche, Kafka. Berlin; Vortrupp-Verl. 1936. 77 S. Für die Meinung, daß „wir an einer Zeitenwende leben, daß 2000 Jahre abendländischer Geschichte an ihr Ende gekommen sind“, läßt der junge Jude Hans Joachim Schoeps drei große Gestalten zeugen. Der Historiker Jakob Burckhardt, „auf den Spuren der verlorenen Zeit“, erkannte mit geschichtlich begründeter Gewißheit die Unmöglichkeit der Werte des neunzehnten Jahrhunderts. Der Philosoph Friedrich Nietzsche begann, die Werte der alten Welt vernichtend, mit sich selbst vernichtender Leidenschaft den Kampf um neue Werte. Und der jüdische Dichter Franz Kafka wußte in der tragischen Position dieser Epoche in mythischem Ahnen um die Zusammenhänge mit uralter Offenbarungswelt. — Ein kluges und kühnes Buch für reife Menschen. K. P. Gustav-Mabler-Llteratur. Mahler, Gustav: Briefe, 1879—1911. Hrsg, von Alma Maria Mahler. 111. Berlin, Wien, Leipzig: Zsolnay 1925. XIV, 494 S. — Specht, Richard: Gustav Mahler. Berlin: Schuster und Loeffler 1918. 295 S. — Bauer- Lechner, Natalie: Erinnerungen an Gustav Mahler. Eingel. von Paul Stefan. 111. Wien, Leipzig, Zürich: Tal 1923. IX, 187 S. Gustav Mahler (1860—1911), der größte jüdische Musiker der jüngeren Zeit, war eine Künstler- und menschliche Persönlichkeit, welche weit über die Grenzen ihres eigentlichen Faches liinausfagte und deshalb auch von musikalisch weniger erfahrenen Menschen studiert und gekannt werden sollte. Sein starkes Temperament, seine reine Menschenliebe und sein glühender Idealismus haben tiefste Eindrücke bei den Zeitgenossen hinterlasseh. Die romantische Musikantennatur des böhmischen Kleinstädters ergab im Zusammenklang mit seinem iüdischen Erbe Klänge von ergreifender, oft erschütternder Schönheit, die seinen Tönen wie seinen Worten und Versen in gleicher Weise einen unwiderstehlichen Zauber verliehen. - Die folgenden Werke, Selbstzcugnisse oder Berichte von Freunden und Zeitgenossen, sind in weitem Maße geeignet, auch dem musikalischen Laien diese starke Künstlerpersönlichkeit nahezubringen. Die „Brief e“, von der Witwe Gustav Mahlers in würdiger und zugleich übersichtlicher Form herausgegeben und mit Anmerkungen versehen, wirken in ihrer Unmittelbarkeit wohl am stärksten und sind hei oft großer Sprachschönheit. mit tiefgründigsten Bemerkungen über die Kunst durchsetzt, die beste Einführung in das Wesen seiner Persönlichkeit. Die Namen der Briefempfänger jedoch sind geradezu ein Stück Kulturgeschichte jener kaum vergangenen Zeit. Wenn Richard Specht in seinem Bliche über den Meister sagt, er wolle „in diesen Blättern nicht von Mahlers Leben, sondern von seinem Wesen und Schaffen sprechen“, so trifft dies allerdings in weitem Maße zu, denn der Inhalt dieser dreihundert Seiten ist im Grunde ein einziges begeistertes Werben, ein phnntasie- und geistsrhöpfendes Nachdichten eines musikalischen Werkes und einer Künstlererscheinung. Nicht Musikgeschichte und Wissenschaft, sondern das Herausstellen eines großen Bildes und Vorbildes, das Aufzeigen aller Pro blcme — auch des jüdischen — in dieser Persönlichkeit ist Spechts wohlgcstelltes und meist auch_erreiclites Ziel. Wer zu den Erinnerungen der Natalie B a u c r - L e c h n e r greift, die selbst Musikerin und eine von Mahler besonders ge schätzte und verehrte treue Freundin des Meisters war, muß mit seiner Lebensgeschichte und den Daten seines Schaffens einigermaßen vertraut sein. Dann allerdings ist gerade diese Sammlung von Schilderungen, Briefen und Gesprächen von besonderem Reiz und fast unerschöpflich aufschlußreich, besonders für den musikalisch Interessierten. E. G—n. Bildarchiv der Z.V.f. D. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat ein Bild- Archiv eingerichtet, das außer Palästina alle Vorgänge jüdischen Lebens umfassen soll. Wir bitten, vorhandenes Material (möglichst Negativ und einen Abzug) dem Bild-Archiv zuzuleitcn. Sorgfältige und ordnungsmäßige Behandlung wird zugesichert. Beschwerden über das Ausbleiben von Nummern oder unregelmäßige Zustellung beliebe man dem für den Bezieher zuständigen Ortsposramt zu übergeben. Htuüec und ÜUtd im cMMisckckt Schrifttum von Alexander Margolit/s Neu erschienen / Preis: RM 1.60 BERTHOLD LEVY VERLAG Berlin C 2, Neue Friedrichstr. 48 Sammel-Nr.: D 1, 0414 FAMILIEN - ANZEIGEN Am Mittwoch, den 1. April 1936 ist unser hochverehrter Vorstand, Herr Max Bieber nach schwerer Krankheit Im gesegneten Alter von fast 84 fahren gestorben. Wir beklagen den Verlust des Dahingegangenen, der über 40 Jahre seine ganze Kraft in den Dienst unserer Gemeinde gestellt hat. Sein schlichtes, bescheidenes Wesen, seine Hilfsbereitschaft, besonders für die Armen, sichern ihm die Dankbarkeit unserer Gemeindemrtglieder. tywogogewgemefwde Smuburg JftlliOdirekter Bezug von CJUtt|0*laifcMr«|rMcrci CarlHaijMCpltt. nrcmmi.«. Vertreter werde« noch efwgeetetft Ibfltt Cgftiiifrci Tn Um Dr.jeHambiirger’s irziL tdeflclcs Marians für IcnrtK» (rtetuNMUrtUN Strauber*. TCL: 43 ilnser1ereniiaSieJmJSemeindeblait! u 547673

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