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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-05-01 · 5 (1.5.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern) · p. Seite 4

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
5 (1.5.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern)
Date
1936-05-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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meinden wurden gewisse Anregungen gegeben und Wünsche geäußert Herr Rabbiner Dr. Bteck, der in seiner Eigenschaft als Ratsmitglied des Preußischen Landesverbandes an der Tagung teilnahm, gab einen Bericht über die Arbeit der Reichsvertretung, insbesondere des jüdischen Schulwerks und der Berufsumschichtung. Er stellte die bisherigen Leistungen an der Hand des vom Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau kürzlich veröffentlichten Zahlenmaterials dar. Er wies auf die Notwendigkeit eines neunten, vielleicht auch zehnten Schuljahres hin, welches der Vorlehre, insbesondere auf dem Gebiete der Technik, zu dienen habe. Es sei eine Verbindung der jüdischen Schule mit den jetzt in Palästina, in Nord- und Südamerika entstehenden Handwerkerschulen nötig, denn während in früheren Jahrzehnten der Horizont der jüdischen Schule nur der der Provinz, bestenfalls des Landes gewesen sei, sei ihr jetziger Horizont der aller fünf Weltteile. Einer der wichtigsten Punkte der Tagesordnung war die Beratung des Haushaltsplans und die Festsetzung der Umlage für die Zeit vom 1. April bis zum 31. Dezember 1936. Die Tatsache, daß der diesmalige Haushaltsplan einen Zeitraum von nur neun Monaten umfaßt, ist auf einen Beschluß der Ratstagung zurückzuführen. demzufolge mit Wirkung vom 1. Januar 1937 das Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr zusammenfallen soll. Der vorgelegte Haushaltsplan, der nach kurzer Debatte einstimmig bewilligt wurd^ weist in Einnahmen und Ausgaben 707 000,— RM. aus. Davon entfallen auf der Ausgabenseite: für die Betreuung der Gemeinden und ihrer Beamten einschließlich der Pensionskasse 228 500,— RM., für Kulturarbeit (Lehrerbildung, Lehrerfortbildung, Kulturfahrten, Wanderbücherei, Gesamtarchiv, Verbandsblatt usw.) 52 250.— RM.; an die Reichsvertretung sollen 325 000,— RM. abgeführt werden. Die Höhe der Umlage für den Landesverband ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben; es werden erhoben 1,25 */• vom Reichseinkommensteuersoll bzw. 3 */• des Reichsvermögenssteuersolls. Für die Reichsvertretung wird erhoben 1 */« des Reichseinkommensteuersolls sowie ein Kopfgeld in Höhe von 0.30 RM. Die gesamten sich daraus ergebenden Beträge werden jedoch mit Rücksicht darauf, daß der neue Haushaltsplan nur 9 Monate umfaßt, auch nur in Höhe von drei Vierteln erhoben. Das Referat für den Etat erstattete der stellvertr. Schatzmeister, Rechtsanwalt Dr. Sulzberger, und in der Debatte wurde seitens verschiedener Redner dankbar unterstrichen, mit welch großer Sorgfalt und Sparsamkeit die Finanzabteilung des Landesverbandes arbeite, ohne daß lebenswichtige Aufgaben hintangesetzt worden seien; insbesondere wurde die geringe Höhe der Verwaltungskosten mehrfach als vorbildlich hervorgehoben. Als weitere Punkte der Tagesordnung wurden einige Formalien behandelt; die Verlängerung der Legislaturperioden der Verbandskörperschaften um zwei Jahre und die Ermächtigung der Dezernenten, darüber zu entscheiden, ob der Verbandstag während der Geschäftsjahre 1936 und 1937 einberufen werden soll. Ferner wurde der Rat ermächtigt, von einer Vorlage des Haushaltsplans an den Verbandstag in den Jahren 1936 und 1937 abzusehen. Schließlich beschäftigte sich der Rat mit einem Entwurf über die Regelung der Doppelbesteuerung. Referent zu diesem Punkt war Landgerichtsrat i. R. Dr. L i 1 i e n t h a 1. Es soll durch diese Regelung den Kleingemeinden beim Wegzug steuerzahlender Gemeindemitglieder für eine gewisse Uebergangszeit Erleichterung verschafft werden. Beim Fortzug eines Gemeindemitgliedes in eine andere Gemeinde soll der Fortzugsgemeinde bis zum Ende des laufenden Rechnungsjahres die Steuerleistung des fortgezogenen Gemeindemitglieds zufallen; der Entwurf sieht im einzelnen eine genaue auf die verschiedenen Möglichkeiten zugeschnittene Regelung vor. Die Versammlung beschloß die Annahme des vorgelegten Entwurfes. Als der Präsident des Rates, Herr Kammergerichtsrat i. R. Wolff, die Sitzung am Nachmittag schloß, konnte er mit Befriedigung darauf hinweisen, daß alle Beschlüsse einstimmig gefaßt worden seien. Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. F a 1 k e n h e i m (Königsberg i. Pr.) sprach als Alterspräsident der Versammlung in herzlichen Worten den Dank an den Präsidenten, die Dezernenten und die Beamtenschaft des Landesverbandes aus. Das Echo der Presse Die Tagung des Großen Rates und ebenso der Tätigkeitsbericht des Landesverbandes sind in der gesamten jüdischen Presse eingehend besprochen worden; einige der Blätter haben insbesondere den Arbeitsbericht zum Anlaß einer grundsätzlichen Würdigung des Landesverbandes und seiner Stellung im jüdischen Leben genommen. Raummangel nötigt uns bei der Wiedergabe des Presse- Echos zur Beschränkung. Wir können deshalb von all den Aufsätzen, die über den Landesverband, seine Ratstagung. und seinen Tätigkeitsbericht erschienen sind, an dieser Stelle nur den Artikel im Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin erwähnen. Der Aufsatz trägt die Überschrift „Von der* täglichen Arbeit“; er ist als Leitartikel erschienen, und wir können hier nur einige kurze Sätze aus ihm unseren Lesern zur Kenntnis bringen: . . Damit repräsentiert der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Preußen die überwiegende Mehrheit der in Deutschland lebenden Juden, in ihm besitzt die Judenschaft ein Organ, das aus Wahlen hervorgegangen ist, in dem die Gemeinden als die zentralen Körperschaften vereinigt sind, und diese Voraussetzungen berechtigen den Landesverband, sich als die legitimierte Vertretung von drei Viertel aller in Deutschland lebenden Juden anzusehen. . . . Wie ausschlaggebend und umfangreich die Arbeit des Verbandes im Jahre 1935 war, über die der Tätigkeitsbericht insbesondere informiert, ergibt sich aus der Mitteilung, daß in diesem einen Kalenderjahr 185 Gemeinden, die weniger als 50 jüdische Seelen zählten, und 115 Gemeinden, die zwischen 50 und jlOO Seelen aufweisen, unterstützt werden mußten. Es gibt also in Preußen allein 300 jüdische Gemeinden, von denen jede weniger als 100 Juden zählt, die ohne die Mitwirkung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ihre Existenz wahrscheinlich nicht hätten behaupten können. Diese Zahlen bedürfen keiner Unterstreichung, sie sprechen für sich selbst und sollten nicht vergessen werden, wenn davon gesprochen wird, welche jüdischen Organisationen für die Judenschaft in Deutschland die wichtigste Arbeit leisten. . . . Der Tätigkeitsbericht enthält keine blendenden grundsätzlichen Ausführungen, auf seinen Blättern wird von der nüchternen und täglichen jüdischen Arbeit erzählt. Gerade dies aber ist das beste Zeugnis für die zentrale Bedeutung des Landesverbandes, für die Schlüsselstellung der jüdischen Gemeinden im jüdischen Leben. Diese Schlüsselstellung, die entscheidende Bedeutung der jüdischen Gemeinden für die Existenz der Judenschaft in Deutschland, kann durch nichts gemindert werden. So wäe die Gemeinden die Träger der wirklichen Arbeit sind, so wie der Jude zu ihnen kommt, wenn er hilfs bedürftig ist, so s:nd sie auch die Organe der Verantwortung für die Existenz der Judenschaft, sind sie die Kristallisationspunktc, um die sich alle anderen jüdischen Organisationen gruppieren. Es kann keine Gestaltung jüdischer Arbeit geben ohne die ausschlaggebende Mitwirkung der jüdischen Gemeinde. Das von ihnen gesprochene Wort repräsentiert die Gesamtheit der jüdischen Menschen.“ Mit dem Landschulheim Florenz: Ferien an der italienischen Riviera 1. V||. bis 30 IX in Porte dei Marmi, breiter Sandstrand, nahes Gebirge, Pinienwälder, Wohngel^genheit für Eltern im Ort Tagespreis für Ferienkinder 4,75 RM inkl. wahlfreiem Unterricht und Sprachkursen. Auskunft durch das Landschulheim Florenz Plan dei Glullari, Villa PazzL 4

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