Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 14 (1936)
- Issue
- 4 (1.4.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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MITTEILUNGEN DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE BREMEN UND DER SYNAGOGEN-GEMEINDEN NORDWESTDEUTSCHLÄNDS Vortrag Henry Chassel Am 25. Februar 1936 veranstaltete die Auswanderer-Beratungsstelle Bremen des Hilfsvereins der Juden in Deutschland e. V. einen Informationsabend, auf welchem über die Arbeiten des Hilfsvereins und über die Auswanderungsmöglichkeiten vor einem aus Bremen und dem Zuständigkeitsbezirk der Auswanderer-Beratungsstelle Bremen zahlreich erschienenen Publikum Bericht erstattet wurde. Der Leiter der Auswanderer-Beratungsstelle Bremen, Herr Rechtsanwalt Dr. Rosenak, wies in seinen einleitenden Worten auf die Geschichte der jüdischen Wanderung überhaupt hin, und verband damit einen dringenden Appell an alle Kreise der Judenheit in Deutschland, also auch an diejenigen, die selbst keine Auswanderungspläne hegen, dem Hilfsverein der Juden e. V. beizutreten und so durch finanzielle Beitragsleistungen die ungeheuer verantwortungsvolle Arbeit, welche ihm als der vom Herrn Reichsminister des Innern durch Verfügung vom 31. Oktober 1934 als Gemeinnützige Auswanderer- Beratungsstelle für die Beratung jüdischer Auswanderer anerkannten Organisation obliegt, nach Kräften zu stärken. Die Arbeit des Hilfsvereins müsse getragen sein von dem GemeinschaftsbewuBtsein aller Juden ohne Ausnahme. Sodann ergriff der Leiter der Beratungsstelle Hamburg, Herr Henry Chassel, das Wort. In einem geschichtlichen Rückblick wies er zunächst darauf hin, daB die 3'/« Millionen Juden, die innerhalb der letzten 50 Jahre aus den Ländern des Ostens in. die Welt und insbesondere nach Ubersee gegangen sind, heute Wanderungsstützpunkte auch für die Juden in Deutschland bilden. Sodann schilderte er die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse fast aller Länder der Welt, die für eine Aufnahme von Einwanderern in Europa, Asien, Amerikt, Afrika und Australien in Frage kommen und führte die Zuhörer durch die Länder. Er zeigte an Hand von Beispielen, in wie überaus segensreicher Weise der Hilfsverein durch seine jahrzehntelangen großen Erfahrungen wirkt, und er gedachte in diesem Zusammenhänge auch der Tätigkeit des Palästina- Amtes. Schließlich beantwortete der Redner aus dem Kreise der Versammlung an ihn gerichtete Einzelfragen. Aus der Israelitischen Gemeinde Bremen Beiträge für den lokalen Teil sind an die Israelitische Gemeinde Bremen, Gartenstr. 7, zu senden. Feiertag-Gottesdienst Peßach 5696 Montag, 6. April: fasten der Erstgeborenen. Im Anschluß an den Morgen-Gottesdienst: S i j j u m auf Traktat Moed Katan. 19 Uhr: Festbeginn mit Ansprache des Gemeinderabbiners. —. Anschließend: 1. Sederabend. Dienstag, 7. April: (X. Tag Pefiaeh): Morgengebet-Beginn 8 Uhr. Predigt. — Abendgebet: 19,15 Uhr; anschließend 2. Sederabend. Mittwoch, 8. April: (2. Tag Peßaeh): Morgengebet: 8 Uhr. — Predigt. — Abendgebet: 19,56 Uhr. Donnerstag, 9. April, bis Sonntag, 12. April: Mittelfeiertage: 7 Uhr und 19 Uhr. Sonnabend, 11. April: 8 Uhr Sonntag, 12. April: Vorabend zum 7. Tag Peßaeh: 19,15 Uhr. Montag, 14. April: Morgengebet 8 Uhr, Abendgebet 19,30 Uhr. Dienstag, 14. April: 8. Tag Peßach: Morgengebet-Beginn: 8 Uhr. — Predigt und Seelenfeier. — Schluß des Peßachfestes: 20,07 Uhr. An PeSneh und den übrigen Feiertagen pflegt der- Besuch der Synagoge erheblich größer zu sein als am Sabbat. Es ist deshalb notwendig, Ordnung zn wahren und nur denjenigen Platz zn benutzen, der mit dem Kamen des betr. (iexneindemitgliedes bezeichnet bzw. als Ersatzplatz angewiesen worden ist. Es ist verboten, fremde Plötze zu benutzen. Dies gilt in gleicher Weise für die Frauenabteilung. Gottesdienst^in Bremen*/ Synagoge: Gartenstraße 6 Sabbat Vorabend Morgens Minehab Ausgang 4. A p r i 1 : Zaw (sabbath hagadol) 19,— 8 19,— 19,48 11. April: Sabbat chol hamoed Peßach 19,10 8 19,15 20,01 18. A p r i 1 : Schemini 19,20 8 19,30 20,15 Neumondsweihe 25. A p r i 1 : Tasria mzora 19,30 8 19,45 20,29 2. M a i : achre kedoschim 19,30 8 20,— 20,44 Neumondstage Ijar: Mittwoch, 22. und Donnerstag, 23. April. Beginn des Omer-Zählens: Mittwoch, 8. April. Wochentags-Gottesdienst: 7 Uhr und 19 Uhr. Eltern! Schickt Eure Kinder zum Gottesdienst! Vergeßt nicht, daß besonders auch an den Vorabenden von Sabbat und Feiertag die Beteiligung der jüdischen Jugend dringend erwünscht ist! Aufnahme von Sdiülem und Schülerinnen für das Schuljahr I93Ö-37 Zar Aufnahme in die Reüglonsachnle sind sämtliche Kinder anzumelden, die Im zweiten Schuljahr stehen. Anmeldeformulare werden kostenlos Im Gemeindebüro aasgegeben. Die Aufnahme der angemeldeten Kinder findet am Mittwoch, den 15. April 1936, 15.15 Uhr im Gemeindehaus, Gartenstralle 7 statt. Wegen Aufnahme der Personalien and Anerkennung der Schulordnung ist es erforderlich, daß der Vater oder die Mutter bei der Aufnahme zugegen ist. Bremen, den 1. April 1936. ’ Die Leitung der Rellglonssebnle. Schulgeld für die Religionsschule Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 15. Juli 1934 wird daran erinnert, daß das Sehnigeid RM. 1.50 monatlich für das Kind eines beitragzahlenden Gemeindemitglieds und RM. 4.50 monatlich für alle übrigen beträgt. Minderbemittelten kann die Gebühr auf begründeten Antrag hin ermäßigt werden. Die Eltern der schulpflichtigen Kinder werden ersucht, das Schulgeld für das am 1. April begonnene Scbulquartal spätestens bis zum 25. April 1936 aufs Konto der Israelitischen Gemeinde bei der Sparkasse (Nr. 6217) oder beim Postscheckamt Hamburg (Nr. 8083) einzuzahlen und hierbei die Bezeichnung „Schulgeld“ mit anzugeben. Bremen, den 1. April 1936. Der Vorstand. Die Gemeinde-Beiträge für das I. Vierteljahr I93Ö erbitten wir, soweit noch ausstehend, auf Postscheckkonto Hamburg 8083 oder an die Bremer Bank (Konto 3710) oder Sparkasse (Konto 6217) zu entrichten. Der Vorstand. Willkürliche Behandlung von Beitragsfestsetzungen Unter Hinweis auf die Bekanntmachung des Vorstands und Gemeinderats vom 24. Januar 1935 fordern wir hiermit öffentlich auf, den Verpflichtungen gegen die Gemeinde ohne Verzug zu entsprechen. Es muß leider festgestellt werden, daß sich auch nach Beendigung der Einschätzung für das laufende Rechnungsjahr wiederum mehrere Mitglieder nicht gescheut haben, Beitragsfestsetzungen nach eigenem Gntdünken zu ändern oder nach Ablehnung des Einspruchs mit Zahlung der fällig gewesenen Monatsraten zurückzuhalten. Wer auf solche Weise Sabotage am Gemeinde-Etat zu treiben versucht und jüdisches 12