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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-04-01 · 4 (1.4.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern) · p. Seite 11

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
4 (1.4.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern)
Date
1936-04-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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seit dem Tode des Herrn Dr. Silberstein verwaisten Mecklenburger Landesrabbinats in der Weise wahrnehmen wird, daß er die Mecklenburger Gemeinden regelmäßig zur Veranstaltung von Gottesdiensten, Vortrigen, Schulinspektionen sowie «fr seelsorgerischen Betreuung aufsuchen wird. Die neue Regelung soll zu einer Vertiefung des jüdischreligiösen Lebens in den Mecklenburger Gemeinden führen und ihre Verbundenheit mit der jüdischen Gesamtheit in Deutschland stärken. Vor der gesetzlichen Neuregelung des jüdischen Schulwesens Die Schulabteilung der Reichsvertretung gibt bekannt: Gemäß dem Erlaß des Reichserziehungsministeriums vom September vorigen Jahres soll zum neuen Schuljahr die angekündigte gesetzliche Neuregelung des jüdischen Schulwesens in Deutschland eingeleitet werden. Die Schulabteilung der Reichsvertretung bat die mit der Neugestaltung des jüdischen Schulwerkes zusammenhängenden Fragen sorgfältig überprüft. Sie bereitet organisatorische und pädagogische Maßnahmen vor, um gegebenenfalls den jüdischen Schulen und jüdischen Gemeinden bzw. Gemeindeverbänden in jeder Weise mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können. Wir zweifeln nicht daran, daß es möglich sein wird, auch einen weiteren Ausbau des jüdischen Schulwerkes organisch, in planmäßiger Oberleitung ' durchzuführen. Wir richten an alle jüdischen Stellen die dringende Bitte, uns durch vertrauensvolle Zusammenarbeit zu unterstützen. Den Eltern versichern wir, daß in gemeinsamer Arbeit der berufenen Instanzen des deutschen Judentums alles geschehen wird, was von uns geschehen kann, um die unterrichtliche und erzieherische Betreuung ihrer Kinder zu gewährleisten. Jüdische Jugend aus Deutschland in der Toskana Zwischen sehönberankten italienischen Gartenmauern steigt man von der Haltestelle der roten Tram aufwirt*, immer umfassender wird der Blick über das herrliche Florentiner -Tal: das Ziel ist die „Villa Pani", inmitten ihrer Girten, ein schloßartiges Gebinde auf einem Hügel, mit flberwiltigendem Rundblick, einst im Besitz des Geschlechtes der Pazzi, der großen Nebenbuhler der Medici. An dieser Stitte der alten Kultur wichst eine neue Generation heran, wohl nirgends in der Weit kann sie in schönerer und geeigneterer Umgebung groß werden. Hier haben die Kinder den Auslauf, den ihr Bewegungsarang verlangt, hier können sie sich sammeln zu ernster Vorbereitung auf ihren Beruf, zur Besinnung auf ihre besondere jüdische Situation. Unten die schnell erreichbare Stadt, angefßilt mit historischer Bedeutsamkeit, — hier oben grüne Hügel, Gartenland und Bauernland dea Südens, mit Oelbaum and Weinstock, Blume und Frucht, Korn and Gemüse, Vieh und Hühnern, mit allem was das Wort Natumihe an Gesundheit, aber auch an Belehrangsmögliehkeiten, namentlich für die jüdische Jugend ans Deutschland in sich begreift. Das Landschulheim Florenz, höhere Schule und Internat, das seinen Knaben und Midehen von fl bis 18 Jahren diesen Rahmen bietet und ihn mit Leben erfüllt, besteht nun fast drei Jahre mit seinen bewahrten Pidagogen, Kennern der weiten Welt and seinen Kindern aas Deutschland, Oesterreich, Italien, U. S. A. und andern Lindern. Diese Schöpfung wurde unmittelbar aus der Forderung des Tages heraus geboren: jüdischen Kindern ans Deutschland besondere Ausbildung*-, Entwicklung»- und Zukunftsmöglichkeiten zu schaffen, und zwar auf einer für weite Kreise materiell tragbaren Grundlage. Auf der einen Seite bietet das Landschulheim Florenzseinen Kindern das geistige Rüstzeug, die Möglichkeit, das Abiturium zu machen und die Studienberechtigung an fast allen europäischen Universitäten zn erwerben,. —■ die besonders intensive Pflege der modernen Sprachen: englisch, französisch, neuhebriisch, spanisch, italienisch nsw. Auf der andern Seite steht die Lehre des handwerklich Begabten, die Ausbildung der Mädchen in allen Zweigen des Haushaltes und die landwirtschaftliche Vorbildung im Gartenbau. — Ueber aller Einzelarbeit, die Lehrer und Schüler in der „Villa Pazzi“ in lebendiger Gemeinschaft vereint, steht aber der Leitgedanke: jungen, jüdischen Menschen aus Deutschland, — viele aus dem hiesigen Bezirk, — in schöner und heiterer Umgebung das Rüstzeug zu geben, das ihnen in PaUstina ebenso wie in Südamerika oder Südafrika oder auch in Italien selbst weite Zukunftsmöglicbkeiten erschließt. R. K. MITTEILUNGEN DER JÜDISCHEN GEMEINDE DUISBURG Gottesdienstzeiten Peßach-Goltesdienst. 6. IV. Vorabend 19 Uhr 7. IV. morgens 9 Uhr Gottesdienst mit Ansprache abends 19,30 Uhr 8. IV. morgens 9 Uhr Gottesdienst mit Ansprache 10. IV. Freitagabend 19 Uhr 11. IV. morgens 9 Uhr, Ausgang 8,02 Uhr 12. IV. abends 19 Uhr 13. IV. morgens 9 Uhr Gottesdienst mit Ansprache abends 19,30 Uhr 14. IV. morgens 9 Uhr. Freitagabend Sabbatmorg. Woehenabaehn. Ausgang 17. /18. IV. 19 Uhr 9 Uhr Sch’mini 20,16 Uhr 24./2S. IV. 19,15 Uhr 9 Uhr Szasria m’zauroh 20,28 Uhr 1./2. V. 19,15 Uhr 9 Uhr Acharei K’dauschim 20,41 Uhr. Familien-Nadirichten Gebart: 31. 1. 36 Hermann Rechtschaffen, Sohn des Herrn Mendel Rechtschaffen, Knüppelgasse 1 Barmlswoh: 18. 4. 36 Max Berger, Sohn der Frau Wwe. Hermann Berger geh. Weintraub, Steinsche Gasse 2 Traoong: 8. 3. 36 Fräulein Ellen Kleinmann, Steinsche Gasse 14 mit Herrn Maurice Reiner, Hohestr. 10 SterbefUle: 18. 3. 36 Frau Ida Hamburger geh. Grünberg, Ernststr. 1 78 Jahre alt 21. 3. 36 Frau Gustav Hanauer, Hedwig geh. Hochheimer, Beekstr. 29, 66 Jahre alt. Synagogenchor Zu einem vollen Erfolg gestaltete sich auch diesmal der „Bunte Abend“, der zum Besten der jüdischen Winterhilfe am Purimabend stattfand. Ein reichhaltiges, abwechslungreiches Programm, das zu Ehren des Tages im Palast des Königs Ahasveros stattfand, bereitete den Teilnehmern und Zuschauern einige Standen heiterer Zerstreuung. — Die Wiederholung, des Abends gab Gelegenheit, allen Helfern bei dem Werk der jüdischen Winterhilfe, besonders seinem Organisator, Herrn Dr. Kaufmann, den Dank für die treu geleistete Arbeit abzustatten. Im Rahmen des Programms fand anläßlich seines 60. Geburtstages und seiner 30 jährigen Tätigkeit im Synagogenchor eine Ehrung für Herrn Ludwig Windmann statt. Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr Der Kulturbund brachte uns als erste Veranstaltung nach dem Wiederbeginn seiner Tätigkeit einen Violinabend des vierzehnjährigen Gerhard Kander. Das Programm war nicht auf die sonst meist übliche Effekt suchende technische Virtuosität berechnet, sondern überraschte durch seine gediegene Zusammenstellung: Brahms, Bruckner, Beethoven, Dvorak, Gluck. Dieser Eindruck wurde verstärkt von dem jeglichen Virtuosentum abholden, tief-innerlichen Spiel des jung-reifen Künstlers, das neben der sicheren technischen Beherrschung der Mittel von reifem, tiefem musikalischen Empfinden_zeugte. Dem jungen Künstler und seiner Begleiterin am Flügel, Suse Loeb, wurde herzlicher Beifall zuteil. _ Keren-Hajessod — Jubiläums-Veranstaltung Aus Anlaß des 15 jährigen Bestehens des Keren-Hajessod fand am 19. März in der festlich geschmückten Synagoge eine Jubiläums-Kundgebung statt. Für die Gemeinde begrüßte Dr. Kaufmann die Festversammlung, für das Ortskomitee der Jewish Agency sprach Erich Leeser Worte der Begrüßung. — Als Festredner sprach zunächst Dr. Eduard Strauß (Frankfurt a. M.) über „die Befreiungstat des Keren-Hajessod.“ Er schilderte, wie sehr es das Werk des Keren Hajessod ist, daß die Juden aus chaotischem Individualismus zu befreiender, aufbauender Gemeinschaftstat zurückgefunden haben. — Als zweiter Redner sprach Dr. Pomeranz-Frankfurt a.M. über das Thema „Juden bauen ihr Heim — Erez Israel“ und hob in seinen Ausführungen n. a. die unvergänglichen Verdienste des großen Wohltäters Baron Rothschild hervor, der die Vorbedingungen für die spätere Verwirklichung der nationaljüdischen Bewegung geschaffen habe. Auch heute stehe hinter der Palästina-Kolonisation kein Mutterland, das schützend und helfend eingreifen kann. An Stelle dieser nicht vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten muß der Wille des ganzen jüdischen Volkes Träger des Aufbauwerkes sein. Die Veranstaltung wurde durch musikalische Darbietungen des Synagogenchores (Palästinalieder) eingeleitet und mit dem Gesang der Hatikwah und der Techesaknah beschlossen._ MbImbüh M. Cywjer, Am Barocker 42

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