Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 14 (1936)
- Issue
- 4 (1.4.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Amtlicher Teil Peßach-Aktion des Landesverbandes > * Kein jüdischer Mensch ohne Seder! Laßt alle Kinder ndtfeiernt. Einem nun schon Tradition gewordenen Brauche folgend ist — wie zu allen Feiertagen des jüdischen Kalenders — anläßlich des bevorstehenden Peßachfestes der Landesverband an alle jüdischen Gemeinden mit einer Anregung herangetreten, die darauf abzielt, keinen unserer Menschen außerhalb der Festesfreuden zu lassen und vor allem auch wieder Kinder aus den kleinsten Orten in größeren Gemeinden zu gemeinschaftlicher Feier an den Seder- Abenden und im Gottesdienst zusammenzuziehen. Das Rundschreiben, das Anfang März zum Versand gelangte, hat folgenden Wortlaut: An unsere Mitgliedsgemeinden! Wie in den letzten Jahren entbieten wir den uns angeschlossenen Gemeinden auch in diesem Jahre zum Peßachfeste unsere herzlichsten Grüsse und Wünsche. Wir haben verschiedentlich auf die besondere Bedeutung der Sederabende hingewiesen und möchten dies auch in diesem Jahre tun. Wir bitten unsere Herren Rabbiner und Lehrer, rechtzeitig vor dem Fest den Erwachsenen in besonderen Zirkeln Inhalt und Bedeutung der Peßach- Hagadah näher zu bringen; daß das den Kindern gegenüber im Unterricht geschieht, bedarf als selbstverständlich ja keiner Erwähnung. Wir bitten weiter, dafür Sorge zu tragen, daß diejenigen, die zwar gewisse Vorkenntnisse haben, denen aber die Fähigkeit, einen Seder zu geben, fehlt, dazu ausgebildet werden. Es soll möglichst kein jüdischer Mensch an diesem Peßach ohne Seder bleiben. Hiervon darf niemand ausgeschlossen sein. Wo wirtschaftliche Schwierigkeiten bestehen, bitten wir unsere Gemeinden und die in den Gemeinden bestehenden Organisationen, helfend einzugreifen. Wo in ganz kleinen Gemeinden sich die Feier des Peßachfestes wirklich nicht mehr ermöglichen läßt, wo kein Gottesdienst mehr stattfinden kann, bitten wir dafür bemüht zu sein, daß die dort Wohnenden in die nächsten geeigneten Gemeinden eingeladen werden, sodaß dort die Möglichkeit besteht, das Fest zu begehen. Darüber hinaus bitten wir, die schon zum letzten Sukkothfest von uns gegebene Anregung der Heranziehung von Kindern aus kleinen Orten zur Sukkothfeier sinngemäß auf das Peßachfest übertragen zu wollen. Unsere Anregung zum Sukkothfeste hatte ein sehr erfreuliches Ergebnis. Hunderten von Kindern und Jugendlichen ist zum ersten Male die Weihe der Sukkoh und 'des Feststraußes nahegebracht worden. Auch am Peßachfest sollten wir, werm je, so in dieser Zeit die Gelegenheit benutzen, unseren Kindern von jüdischem Leben erfüllte Jugendeindrücke zu vermitteln. Wir legen deshalb auf die Durchführung der ähnlich wie die Sukkoth- Aktion auszugestaltenden Kinderaktion ganz besonderen Wert und bitten Sie, sich mit den Gemeinden Ihres Bezirks freundlichst für die Durchführung in Verbindung zu setzen. Wir möchten keine allgemeinen Regeln aufstellen, sind aber selbstverständlich gern bereit, auf Anfragen Rat zu erteilen, wie uns auch ein kleiner Fonds zur Verfügung Kalender für April Mittwoch April 1 Hssa 9 Donnerstag * 2 n 10 Freitag H 3 X 11 Sonnabend » 4 X 12 Scbabbos Haggodaul (Zaw) Sonntag 5 » 13 Montag » 6 » 14 Erew Peßach Dienstag 7 » 15 1. Peßach Mtttwodi 8 »5 16 2. Peßach Donnerstag 49 9 X 17 Freitag X 10 >» 18 (Karfreitag) Sonnabend X 11 99 19 Scbabbos Chaul Hammaued Sonntag x 12 X 20 [Ostersonntag] Montag x 13 X 21 7. Peßach (Ostermontag) Dienstag » 14 *9 22 g. Peßach Mtttwodi 15 X 23 Donnetstag x 16 X 24 Freitag 17 25 Sonnabend 18 26 Sch'mini; Neumondweihe Sonntag 1» 19 X 27 Montag «» 20 X 28 Dienitag 21 29 Mittwoch 22 99 30 1. Rausch Chaudesch Donnerstag X 23 Ijjll 1 3. Rausch Cbaudesch Freitag 94 24 99 2 Sonnabend 1* 25 » 3 Ssasria M'zauro Sonntag 51 26 *1 4 Montag X 27 44 5 Dienstag 28 6 Mittwoch 29 55 7 Donnerstag » 30 X 8 steht, um in besonders gearteten Fällen kleine Zuschüsse zu der Aktion geben zu können. Wir bitten Sie, uns über Ihre Maßnahmen zu berichten, vor allen Dingen uns auch mitzuteilen, welche Erfahrungen Sie im Einzelnen gemacht haben. Wenn wir immer wieder an unsere Gemeinden herantreten mit der Bitte, jede Gelegenheit zu benutzen, jüdische Werte zu pflegen und zu vermitteln, so sind wir uns bewußt, daß bei aller Anerkennung des Guten, das geschieht, und bei aller Dankbarkeit für die Treue, die sich in den Leistungen unserer Gemeindevorstände und der Gemeindemitglieder bewährt, wir trotzdem mit der Erfüllung dieser Aufgaben nie an ein Ende gelangt sein können. So bitten wir,' auch dieses Mal alle Kraft und allen Idealismus der Durchführung unserer Anregung zu widmen. Seelsorge für die Mecklenburgischen Landgemeinden In Verfolg des Anschlusses der Israelitischen Landesgemeinde Mecklenburg und der Israelitischen Gemeinde Lübeck an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden ist nunmehr auf Anregung und mit finanzieller Unterstützung des Preußenverbandes eine Vereinbarung zwischen Lübeck und Mecklenburg zustandegekommen, auf Grund derer der Rabbiner der Gemeinde Lübeck, Herr Dr. Winter, die Geschäfte des Einladung ..DIE HUFE" Versicherungsverein a. G. für Mitglieder der Jüdischen Gemeinden des Deutschen Reiches. Berlin N24, Oro nienburger Strafte I, lodet zur ordentlichen Mitgliederversammlung zu Donnerstag, den 30. April 1936. mittags 2 Uhr. Berlin. Rosenstra6e 2-4. ein. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht Ober das abgelaufene Geschäftsjahr 2. Entlastung des Vorstondes u. Beirats 3. Beschlußfassung über Sotzungs- und Bedinguftgsdnaerengen 4. Verschiedenes. Berlin. den 18. Marz 1936 Der Vorstand I.A.t Wilhelm Marcus von FRIEDA MEHLER Zeichnungen von DODO RORGNER DcifQctcUcHlcfucVeßacU erschienen im BERTHOLD LEVY VERLAG lirlli C 3, Nm* Frlodrldmr. 41 Fernsprecher. Dl Nordon 04U Zu beziehen durch sämtl. Buchhandlungen I Frois RM 1.50 Inländische u. ausländisch« EHE-ARRANGEMENTS fcUMt: direkter Bezug von [lllJI-KiffeeGriBriitirci «i Mdha ata Jsfcttt Ja hau WHab. „eg Carl Max Josephs *** Bremen M. G. ■*** Vertreter werde» isedi eingestellt Kauft bei unseren Inserenten 1 10