Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 14 (1936)
- Issue
- 3 (1.3.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Kamniergericlitsrat i. R. Leo W o 1 f f begrüßt wurde. Das Verhältnis der im Ausland lebenden polnischen Juden zu ihrem Mutterland ist durch diese Konferenz erneut als gut und herzlich dargetan worden, ebenso wie auch in Polen selbst der Ministerpräsident Koscialkowski im Sejm gegen den Antisemitismus in Polen eine Rede von bemerkenswerter Schärfe gehalten hat. Ueber die schwierige wirtschaftliche Lage der polnischen Juden ist in der „Chronik“ des vorigen Monats hier berichtet worden. Heute ist nachzutragen, daß durch das drohende Schächtverbot (das in der Provinz Posen schon eingeführf sein soll) auch die zahlreichen religiösen Juden Polens in schwere Sorge versetzt sind; der Erfolg der cingeleiteten jüdischen Gegenbestrebungen bleibt abzuwarten. — Auch in Oesterreich kommt das jüdische Leben nicht zur Ruhe. In der Wiener Kultusgemeinde hat die im vorigen Monat ausgebrochene Krisis zu Neuwahlen geführt, die durch den Rücktritt der Vertreter der „Union deutschö$terrei: chischer Juden“ hervorgerufen waren. Gewisse nichtjüdische Kreise haben diese Vorgänge zum Anlaß von Bestrebungen genommen, die auf die Beseitigung der jüdischen Gemeindeautonomie und auch sonst auf allerlei Beeinträchtigungen für die Stellung der Juden in Oesterreich hinauslaufcn. Auch die Judenmission regt sich, und selbst Kardinal Innitzer hat in einer Rede wohlwollend nur von denjenigen Juden gesprochen, die bereit sind, die Taufe zu nehmen, während aus anderen seiner Aeußerungen eine verhüllte Drohung gegen die Judenschaft herausgelesen wird. Andererseits hat der katholische Minister a. D. Prof. Dr. Czermak sich gegen die Judentaufen gewandt; die Schein- und Zwangstaufen hätten sich im Laufe der Geschichte immer auf Generationen hinaus für Christen und Juden gleich verhängnisvoll ausgewirkt. — In Ungarn hat der Tod des Reichstagsabgeordneten Paul Sandor die Juden einer Führerpersönlichkeit beraubt, die für das ganze Land unendlich viel getan hat; höchste Vertreter der Regierung, der Parlamente, des Militärs, der kirchlichen und der jüdischen Körperschaften nahmen an den Trauerfeierlichkeiten teil. In den Pressenachrufen wird hervorgehoben, daß der Verstorbene im vergangenen Jahre vom Ministerpräsidenten G ö m b ö s persönlich gebeten worden war, das Amt des Alterspräsidenten des Abgeordnetenhauses zu übernehmen. Man erinnert sich, welche Haltung einige Jahre zuvor der ungarische Ministerpräsident den Juden gegenüber eingenommen hat. — In Griechenland wird von der bis vor kurzem antisemitischen Partei der Venizelisten jetzt auch eine aktiv juden freundliche Stellung eingenommen. — In Rumänien hat die zunehmende antisemitische Bewegung dazu geführt, daß die bisher gegensätzlichen jüdischen Gruppen sich, etwa nach dem Vorbilde der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, zu einem „Zentralrat der Juden Rumäniens“ zusammengeschlossen haben, in denr die „Union rumänischer Juden (UER)“ und die „Jüdische Partei von Rumänien (Jüdische Reichspartei)“ gleichberechtigt vertreten sind. — In Palästina spricht man davon, daß die englische Regierung ihre bisherige Palästina-Politik einer Ueberprüfung unterziehen werde; bekanntlich sind im englischen Unterhaus an die Regierung einige Anfragen wegen des Legislative Council, sowie wegen der Einwanderungs- und Bodenerwerbs-Erschwerungen gerichtet worden. Doch läßt sich Endgültiges zu allen diesen Fragen aus den Regierungserklärungen noch nicht entnehmen. Was das religiöse Leben in Palästina anbelangt, so ist der deutsche Rabbiner Dr. Diene mann (Offenbach) von der „World Union for Progressive Judaism“ in London gebeten worden, eine Palästina-Reise zwecks Feststellung der Bedingungen für die Entwicklung moderner religiöser Formen in Palästina zu unternehmen; doch handelt es sich nicht darum, Formen des jüdisch-religiösen Liberalismus aus europäischen Ländern einfach nach Palästina zu übertragen. — Die Auswanderungsfrage beginnt, in ein neues Stadium zu treten. Sir Herbert Samuel, Lord Bcarsted und Simon Kalender für März Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend März 1 . 2 „ 3 . 4 „ 5 - 6 . 7 Uv *9 99 *9 ‘9 * » 7 8 9 10 11 Fasten Esther 12 13 fasse (Sä. Mmr) MskM Sonntag Montag Dienstag Mittwodi Donnerstag Freitag Sonnabend » w 99 >9 » n i* 8 9 10 11 12 13 14 99 9» >9 99 99 99 99 14 Pu Hb 15 16 17 18 19 20 Xi stßo (SA. Poroh) Sonntag Montag Dienst«; Mittwodi Donnerstag Freitag Sonnabend 99 n *9 »» » * 15 16 17 18 19 20 21 99 »9 * 99 99 9» 21 22 23 24 ” 25 26 27 «ijitH ru m.lrtnaia) lwa*4s. Sonntag 22 28 Montag 99 23 99 29 Dienstag 24 Xisui 1 Ratndi Chaudesdi Mittwoch 25 2 Donnerstag »9 26 99 3 Freitag. 27 9» 4 Sonnabend 99 28 99 5 Wajlkro Sonntag 99 29 9» [6 Montag 99 30 99 7 Dienstag 99 31 »9 8 Marks sind von ihrer viel beachteten Amerika-Reise nach London zurückgekehrt. Die Delegation ist mit den amerikanischen Juden ZU' voller Uebereinstimmung über die Ziele und Methoden des Planes gekommen, durch den im Laufe der nächsten Jahre hunderttausend Juden aus Deutschland in andere Länder überführt werden sollen. Ebenso hat auch der Völkerbund anstelle des zurückgetretenen James G. Macdonald nunmehr General Sir Neill Malcolm zum Oberkommissar für Auswanderer aus Deutschland ernannt, und dieser hat seine Arbeiten bereits aufgenommen. Wir kehren zum Ausgangspunkt unseres heutigen Rundganges durch das jüdische Leben zurück. Die Gegenwart ist vielfach hart und trübe, dennoch sind wir voll Hoffnung. Der Monat Adar mit seiner Purim-Erinnerung verwandelt Kummer in Freude und Trauer in Festlichkeit. Im Lichte solcher Vergangenheit, im Lichte der Geschichte Israels schauen wir unsere Zukunft. 2 Sonderreisen nach Palästina 24 000 To Luxusdampfer V U L C A N I A 2. IV. ab Neapel (Ftkrtimr3'/,Ti|i) Preise Neapel — Haifa; 1. Kl. Tour. KL III. KL 298.— 222.— 180.50 21 000 To Luxusdampfer FELIX ROUSSEL 2. IV. ab Marseille (MrMMf 4 Tlfi) Preise Marseille — Jaffa: I. KL 296.45 II. Kl. 187.55 IIB. KL 129.55 Auskünfte und Buchungen durch PALESTINE & ORIENT LLOYD Berlin W 15, Meinekestraße 2, J 1 Bismarck 7305 Brests*, (tarteastr. 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