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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-01-01 · 1 (1.1.1936) inkl. Mitteilungen der Synagogen-Gemeinde zu Stettin und Pommerns · p. Seite 4

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
1 (1.1.1936) inkl. Mitteilungen der Synagogen-Gemeinde zu Stettin und Pommerns
Date
1936-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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I W1‘ ist, Kleingenlei, sind, und kommen i Helfen! Selten Anfang an liehst lückefa bedürftigen der und ipden aus ihrer scheinbaren Lethargie erwacht ie in die Menschen plötzlich eine Bewegung geeine Bewegung zu dem wichtigsten Ziel: zum def st auch eine Organisation der Hilfsarbeit von so stark danach bestrebt gewesen, eine möglose Erfassung aller Spender und aller Hilfsvorzunehmen. Daß dabei der Kreis der Spen- Kreis der Hilfsbedürftigen sich häufig über¬ Hachschorah auf Gut Winkel iGemalde von Paulo Neufeld Fot. Abraham schneiden, gehört mit zu den schönsten Tatsachen dieser Arbeit, weil eben der Ruf. Hilfe zu leisten, auch von denen verstanden wird, die auf der anderen Seite selbst Hilfe erhalten sollen. Es besteht die berechtigte Hoffnung, daß die organisatorische .^rbeit, die zur Durchführung der Jüdischen Winterhilfe geleistet wird, auch für die Zukunft für unsere gesamte Hilfsarbeit nützlich sein wird. Die Erfassung der Spender durch die Steuerabteilungen der Gemeinden und durch die jüdischen Betriebsinhaber ergibt die erste vollständige Sp^nderkartei, die wir für unsere jüdische Arbeit seit langem schon nötig haben. Die Erfassung der Hilfsbedürftigen auf den einheitlichen Formularen, die von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden als der von dem Herrn Reichsbeauftragten für ßas Winterhilfswerk des Deutschen Volkes bestimmten Leitung der Jüdischen Winterhilfe in Deutschland geschaffen worden sind, ergibt einen genauen Ueberblick über die Zahl der Hilfsbedürftigen, deren Familienverhältnisse ' und wirtschaftliche Lage. Da auch die Leistungen Unter einheitlichen Gesichtspunkten und nach den ebenfalls von dem Herrn Reichsbeauftragten für das Winterhilfswfcrk des Deutschen Volkes genehmigten Richtlinien durcligeführt werden, erfährt auch die gesamte Hilfstätigkeil im Rahmen der Jüdischen Winterhilfe eine einheitliche Planung und Organisation. Zum ersten Male wird es daher auch im Rahmen der sogenannten offenen Wohlfahrtspflege erreicht werden, daß die Hilfsbedürftigen in den Kleingemeinden, die selbst leistungsschwach sind, dieselben Leistungen erhalten werden, wie die Hilfsliediirftigen in den noch günstiger gestellten Großgemeinden. Dafür sorgt u. a. auch ■der in den [Richtlinien für die Jüdische Winterhilfe angeordnete Ijastenausgleich, der von allen Gemeinden in Deutschland! begrüßt worden ist. Die Jüdische Winterhilfe brachte eine Erweiterung des von ihr erfaßten Kreises der Spender und der Hilfsbedürftigen [über den bisher von der jüdischen Winterhilfe erfaßten Kreis hinaus. Zum ersten Male werden Nichtarier, die der Abstammung nach Juden sind, von uns betreut und |zu Spenden herangezogen. Für die in Mischehen lebenden Personen ist noch keine völlig einheitliche Praxis gefunkten worden. In der Mehrzahl der Fälle richtet sich die Heranziehung und die Betreuung durch das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes oder durch die Jüdische Winterhilfe danach, ob der Familienvorstand arisch oder jüdisch ist. Der Umfang der Leistungen der Jüdischen Winterhilfe richtet sich nach den Leistungen des Winterhilfswerks des Deutschen Volkes. Im Gegensatz zum Winterhilfswerk besteht aber die Möglichkeit, daß zur Vereinfachung der Verwaltungsarbeit den Hilfsbedürftigen statt Sachleistungen auch Bargeld zur Verfügung gestellt wird. Wir hoffen, daß es gelingen wird, durch die Jüdische Winterhilfe eine zusätzliche Unterstützung von etwa 5 Mark monatlich für jeden einzelnen Hilfsbedürftigen zu gewähren. Die endgültige Höhe hängt natürlich von dem Ergebnis unserer Sammlungen ab. Es bedarf keiner besonderen Hervorhebung, daß es im Anfang unserer Arbeit notwendig ist, die Bemühungen für die Jüdische Winterhilfe von den bereits bestehenden Sammlungen abzugrenzen. Das wird dadurch wesentlich erleichtert, daß ja Opfer für die Winterhilfe für die jüdische Gemeinschaft nichts Neues sind, denn alle haben sich ja in den letzten beiden Jahren am Winterhilfswerk des Deutschen Volkes beteiligt, so daß die Leistungen für die Jüdische Winterhilfe nur an die Stelle der Leistungen für das Winterhilfswerk treten. Bei unseren Bemühungen dürfen wir aber die Tatsache nie außer acht lassen, daß die jüdische Gemeinschaft auch weiterhin darauf angewiesen ist. die konstruktiven Aufgaben hier und in Palästina zu erfüllen. Manchmal muß sogar dafür gesorgt werden, daß die Bewegung nicht übers Ziel schießt, daß „glühende Anhänger“ dieser Arbeit auf dem Felde jüdischer Gesamttätigkeit kein anderes Ziel mehr sehen, als die Vergrößerung der Einnahmen der Jüdischen Winterhilfe. Das könnte zulässig sein, wenn nicht unsere Sozialarbeit und unser gesamtjüdisches Bestreben immer auch auf die konstruktive Hilfe gerichtet sein müßte, die nicht nur die Not des Augenblicks lindern will, sondern nach einem vorausschauenden Plan die Neubegründung von Existenzen besonders auf dem Wege der Ausbildung und Auswanderung zum Ziele hat. Je mehr eine Gemeinschaft um ihre Existenz ringt, desto zahlreicher werden die Verpflichtungen, die jedes einzelne Glied dieser Gemeinschaft zu erfüllen hat. Neue jüdische Bilder Von Dr. Irmgard Schüler Mit der Neugestaltung unserer jüdischen Wirklichkeit werden auch der jüdischen Kunst neue Inhalte gegeben. Das zeigt sich in der Literatur —• man denke nur an den Unterschied zwischen den jüdischen Romanen und Novellen, wie sie heute erscheinen und wie sie früher geschrieben waren — und es gilt vor allem für die Malerei. Zu alten Stoffen fügen sich neue. Von Paula Neufeld z. B. wurde auf der Ausstellung jüdischer Künstler, die im Frühjahr 1935 im Berliner Jüdischen Museum stattfand, u. a. Flachskämmen Gemälde von Paula Neufeld Fol. Abraham ein Bild „Dies ist die Lehre!“ gezeigt, das inzwischen auch in diesen Blättern veröffentlicht wurde. Jetzt führt uns diese Künstlerin aus der Welt des innerlichen Judentums in das Gebiet praktischer jüdischer Aufbauarbeit ein, mit lebendigen Schilderungen von der Haehscharah auf dem 4

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