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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1935-09-01 · 9 (1.9.1935) · p. Seite 10

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
13 (1935)
Issue
9 (1.9.1935)
Date
1935-09-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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sonstigen jfidischen Kulturbetätigung nach der Seite der bildenden Kunst hin empfunden wurde. Wieder haben Maler und Bildhauer aus vielen Ländern, mancher Name von Klang neben jungen, noch wenig bekannten Begabungen, hier gemeinsam mit bekannten Kunstschriftstellern und Dichtern ein Werk geschaffen, das die Kunde vom jüdischen Kunstschaffen unserer Tage auch in die kleinste Gemeinde tragen soll. Max Liebermann: »Silbstbcldnisz 0934) (Auj dem Kalender der Jüdisdien Künsllerhilfe) Du sehen wir Gemälde und Plastiken, die von tief gefühltem jüdischen Krlelren zeugen und sich oft an der Stimmung unserer Festwochen entzünden, neben Werken allgemeiner Landschafts- und Bildniskunst, unter welchen vor allem Max Liebermanns ergreifendes letztes Selbstbildnis hervorragt (s. unsere Abbildungen). Auch die in Palästina beheimateten Künstler sind heute in manchen der abgebildeten Arbeiten schon zu einer selbständigen Gestaltung der Menschen und der Landschaft von Erez .lisrael gelangt. Unmöglich, alle die einprägsamen Bilder aufzuzählen; nur von den markantesten sei hier noch genannt der „Clialuz“ von Hermann Struck, die Arbeiten von Jakob Steinhardt und Ben-Zwi, der „Rabbiner“ von Marc Chagall, Ludwig Meidners „Ezechiel“ und die aus dem Erleben unserer Tage schöpfenden Zeichungen von Ludwig Schwerin, Max Bielefeld und Leo Prochownik. Nicht vergessen sei die Erwähnung der knappen, aber aufschlußreichen Tex'te, die jeden Leser an sachkundiger Hand zum künstlerischen Sehen anleiten und den Erlebniskern der Darstellung herausschälen; nichts haftet von kunsthistoi ischer Fachsprache daran, sondern der flüssige, unterhaltsame Stil bietet auch dem nicht fachkundigen Leser eine willkommene Brücke zum Verständnis der gezeigten Kunstwerke. Der neue „Kalender der Jüdischen Künstlerhilfe“ rechtfertigt, das sei kurz gesagt, vollauf das an seinen ersten Jahrgang geknüpfte Kritikerwort: „Er gehört in das Haus eines jeden Juden, der etwas von sich und auf sich hält.“ Redaktionelle Notiz Aus Anlaß der Hohen Feiertage ersdieint die nächste Nummer unseres Blattes bereits am 25. September. Unsere Wanderbüdierei Eine Folge von Buchbesprechungen wichtiger neuer und älterer Bücher aus den Wanderkisten des Preußischen Landesverbandes. Fr auen Schicksale 1. Im Roman. Franzos, Karl Emil: Judith Trachtenberg. Erzählung. Stuttgart u. Berlin: Cotta (jetzt Brandus) 1930. 221 S. Wer diesen „altmodischen“ Roman wieder liest, in dem erzählt wird, wie die schöne Judith Trachtenberg die Grenzen ihres Standes und ihrer Konfession überschreitet und damit namenloses Unglück über sieb und die ihrigen bringt, der wird nicht nur feststellen müssen, was für ein glänzender, spannender , Erzähler doch Franzos war, sondern er wird auch bewundern, wie zeitgemäß viele der hier aufgeworfenen Fragen für uns wieder geworden sind. G—n. Bergelsohu, David: Das Ende vom Lied. Roman. Uebcrs. ♦ a. d. Jüd. von Alex. Eliasberg. Berlin: Jfid. Verl. 1923. 355 S. „Niemand weiß, wozu Mirel Hurwitsch durch die Welt irrt. — Sie wuchs als einzige Tochter Reb Gdalje Hurwitsch’ heran . . . Sie sehnte sich immer nach irgendetwas und verlobte sich, als sie siebzehn war, mit Welwel Burnes . . . Und sie schickte ihrem Bräutigam den Verlobungspakt zurück . . .“ Aus innerer Leere und Traurigkeit vermag sie, die schöne, anziehende Heldin des Romans, ihr Leben nicht zu gestalten, Unglück verbreitend und Unglück erleidend, weil sie fühlt, „daß eine andere ihren Frühling für sie gelebt hat, noch ehe sie geboren wurde.“ — Für ernste Leserinnen. G—n. Hermann, Georg: Jettcben Gebert. Roman. Berlin: Kiepenheuer 1932. 427 S. Henriette Jacoby. Roman. Ebenda 1932. 386 S. Mit diesen beiden längst berühmt gewordenen jüdischen Romanen hat Georg Hermann uns Kunstwerke, geschenkt, die in voller epischer Breite und in der vielfältigen Hingesponnenhcit der bunten Schicksale Ausschnitte einer vergangenen Zeit in aller Lebendigkeit vor dem Leser Wiedererstehen lassen. Mit liebevollem Interesse wird ein jüdischer Familienkreis gezeichnet, der im Berlin von 1830 — damals noch Mittelstadt mit Kutschen und Kremsern, ohne Autos und Eisenbahn — ein Leben ernster Kaufmannsarbeit, aber auch idyllischer Daseinsbehaglichkeit führt. Eine Art jüdischer „Buddenbrooks“, stellt der Romanzyklus Schichtungen und Mischungsentwicklungen einer altkultivierten Berliner Judenfamilie dar, die durch den Einschlag aus den gröberen östlichen Provinzen nivelliert wird. Nicht nur in einer Form „soziologischer jChemie“ ist Kalender für September Sonntag Sept. 1 Elul 3 Montag W 2 W 4 Dienstag 3 5 Mittwoch 4 6 Donnerstag * 5 99 7 Freitag Sonnabend 6 8 7 n 9 Kl Sseze Sonntag 8 99 10 Montag n 9 99 11 Dienstag Mittwoch 10 12 11 13 Donnerstag 12 14 Freitag ♦» 13 m 15 Sonnabend » 14 m 16 Ki Ssowau Sonntag 15 99 17 Montag m 16 18 Dienstag M 17 99 19 Mittwoch 18 20 Donnerstag n 19 21 Freitag 20 99 22 Sonnabend n 21 99 23 Nixsowim-Waijelech Sonntag 22 24 Montag - 99 23 99 25 Dienstag Mittwoch 99 24 25 » 26 27 Donnerstag 26 28 Freitag Sonnabend 27 29 Vorabd. d. Neujahrsfeste* n 28 Tisch ri ] K Tag Neujahr 5606 Sonntag 29 * 2 2. „ Montag 99 30 9t 3 io

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