Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 13 (1935)
- Issue
- 8 (1.8.1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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am 30. Mai dieses Jahres nicht nur seine Bezirksrabbiner, sondern auch die Vertreter der Provinzialverbände einzuladen. Die Tagung hat gerade in diesem Punkte noch nicht zu endgültigen Ergebnissen geführt. Eine der Hauptaufgaben der in Aussicht genommenen weiteren Arbeitstagungen wird es sein, eine feste organisatorische Basis für die Zusammenarbeit zwischen « den Provinzialverbänden und den Bezirksrabbinem zu finden, um auf diese Weise die Bezirksrabbiner in vollem Umfang für ihre eigensten Aufgaben der geistigseelischen Führung freizumachen. Provinzgemeinde — Bezirksrabbiner —. Provinzialverband — Landesverband: Mensch zwischen Organisationen! Mensch als Motor des Ganzen! Eine wahrhaft jüdische Aufgabe! Eine Aufgabe, die aber auch begnadete Menschen erfordert, Menschen, die nicht nur einen Auftrag erhalten, sondern Menschen, die eine Sendung haben, denen das Amt des Rabbiners nicht Beruf sondern Berufung bedeutet. Noch ist vieles unerfüllt, noch konnten nicht alle Bezirksrabbinate dem hier skizzierten Idealbilde entsprechend gestaltet werden. Der Landesverband sieht die Lücken; er ist bereit, sie zu schließen. An dem' rabbinischen Nachwuchs wird es liegen, ob er sein Ziel erreichen kann: das Ziel eines umfassenden, jeden Juden in dem entlegensten Ort einbeziehenden Netzes von Bezirksrabbinaten, die als lebendige Träger der Autorität des Landesverbandes eine neue Form jüdischer Organisation schaffen werden: eine Organisation mit unmittelbarem Kontakt zu dem einzelnen jüdischen Menschen, eine Organisation, die in ihrer weiteren Entwicklung vielleicht als Landes- oder Reichsgemeinde ganz neuen Aufgaben entgegenwachsen kann. Synagogenweihe in Hohenschönhausen Hohenschönhausen ist ein Vorort von Berlin; es fällt in die Kategorie derjenigen Orte, die formal zum Bereich der Berliner Jüdischen Gemeinde gehören, die indessen so sehr an der Peripherie der Riesenstadt liegen, daß sie in tatsächlicher Hinsicht den Charakter einer Kleingemeinde tragen. Früher lebten in diesen Außenbezirken nur wenige Juden:; sie konnten zu Gottesdiensten oder Gemeindeahendeii in die Stadt fahren. Heute sind nicht nur in fast allen Vororten die jüdischen Familien zahlreicher geworden. sondern auch die „jüdischen Bedürfnisse“ sind stärker, und die wirtschaftlichen Verhältnisse machen das Fahren immer schwieriger. So wurde es nötig, daß für diese „Vorortgemeinden“ die, wie gesagt, keine selbständigen Gemeinden sind — etwas geschah, und auf Grund eines Abkommens zwischen der Berliner Jüdischen Gemeinde und dem Landesverband hat dieser die „Betreuungsstelle für die Berliner Vororte“ eingerichtet, um seine Erfahrungen auf dem Gebiet der Kleingemeindearbeit für diese Außenbezirke nutzbar zu machen. Die wichtigste, aber gleichzeitig schwierigste Aufgabe besteht nahezu in allen in Betracht kommenden Ortschaften in der Beschaffung und Herrichtung eines räumlichen Zentrums. Ein solches zu schaffen, ist gerade heutzutage besonders schwierig, denn nicht jeder Raum ist so gelegen, daß er sich für Abhaltung von Gottesdiensten eignet. Und die Mittel, die zur Verfügung gestellt werden können, sind beschränkt. Um so erfreulicher ist es deshalb, wenn alle diese Schwierigkeiten überwunden werden. Das ist mit Links oben: Das Innere der Synagoge rechts oben: Außenansicht des Hauses; Betraum und Gemeinsdiaftsheim befinden sich im ersten Stod: Mitte unten: Mitglieder bei der Arbeit rechts unten: Zwei Schilder — eine ungewöhnliche, aber gute Nadibarsdtaft Fot. Sonnenfeld 13) HeHmann 0)