Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 13 (1935)
- Issue
- 7 (21.6.1935)
- Date
- 1935-06-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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die umfassendere, über reichere Mittel verfügende Zentrale das angestrebte Ziel noch wirkungsvoller erreicht werden würde. Wenn auch gerade auf dem Gebiet der Fürsorge weitgehende Zentralisierung u. a. die Gefahr in sich birgt, daß lokalen Verhältnissen nicht immer in wünschenswertem Grade ihr Recht wird, so darf darauf gerechnet werden, daß der maßgebende Einfluß, den sich der Landesverband durch seine Mitarbeit gesichert hat, ausgleichend wirken wird. Wer der größten Gemeinde einer Provinz angehört, einer Gemeinde, die sich einst zu den Großgemeinden rechnen durfte, durch der Zeiten Ungunst aber zwei Fünftel ihres früheren Bestandes verloren hat und in ausnehmend schwierige Finanzlage geraten ist, wer sieht, wie die vier anderen Rabbinatsgemeinden bis auf eine in schwerem Existenzkampf stehen und die Kleingemeinden zum erheblichen Teil nur noch durch die Hilfsmaßnahmen des Landesverbandes lebensfähig bleiben, der dürfte ein Urteil darüber halten, wie außerordentlich segensreich sich die Tätigkeit des Landesverbandes entwickelt hat und fortwirkt. Dem Landesverband und den ihn leitenden Persönlichkeiten ist nicht nur ein aufrichtiger Glückwunsch?u den erreichten Erfolgen darzubringen, sondern auch tiefempfundener Dank für die. mühevolle und zielbewußte Arbeit, durch die sie errungen sind. Möge der Landesverband nach weiteren zehn Jahren mit gleicher Befriedigung wie heute auf seine Tätigkeit zurückschauen können in dem erhebenden Bewußtsein, das Judentum erhalten und gefördert zu haben. Geheimer Medizinalrat Professor M. F a 1 k e n h e i in , Vorsitzender des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde Königsberg i. Pr. S(^ta^o^eH^etf%ei**de Düsseldorf In dankbarer Erinnerung an Gründung und Arbeiten des Preußischen Landesverbandes begrüße ich Sie zum zehnjährigen Bestehen mit den innigen Wünschen für ihre weitere erfolgreiche Tätigkeit. Erich Felsenthul, Vorsitzender des Vorstandes der Synagogengemeinde Düsseldorf pxäsidenl des {/ee^ahdsia^es Zusammenfassung aller Kräfte ist die Aufgabe der Gemeinde, erst recht die der Gemeindeverbände. Schwaches stützen, Notwendiges erhalten, Werdendes aufhuuen ist ihre Pflicht und ihr schönes Vorrecht. Wie der Preußische Landesverband stets bei seinem jüdischen Gemeinschaftswerk auf alle jüdischen Kräfte ztirückgriff, so sei ihm erst recht heut beschieden: der Schwung jugendfrischen Aufbauwollens, die Kraft und der Geist reicher Erfahrung und ein ehrerbietiges Achten unserer uralten Tradition. Rahmen und Inhalt, Form und Leben dem schwer ringend eil deutschen Judentum zu geben seien ihm Bestimmung und Ziel! Heinrich Stern. Unseren beiden Jubilaren! Von Rechtsanwalt Heinrich Stern, Präsident des Verbandstages. Kammergerichtsrat i. R. Leo Wolf f **> Son^r.id Der 21. Juni ist nicht nur ein Fest des Verbandes, sondern auch zweier seiner leitenden Männer: an dem Tage, als vor zehn Jahren der Verbandstag des Preußenverbandes zum ersten Male zusammentrat, konstituierte sich auch der Rat und wählte Leo W o 1 f f zum Präsidenten, Alfred Klee zu einem der Vizepräsidenten; sie beide sind in der Leitung des Rates verblieben, in welche nicht nur die Ereignisse der neuesten Zeit, sondern auch der Tod schwere Lücken gerissen hat. Wir denken heute insbesondere an Moritz Türk und Leo Lilienthal, die beide allzu früh uns entrissen wurden. Den beiden im Rat verbliebenen Präsidenten einige Worte des Dankes und der Würdigung zu sagen, mag sachlich für den, der die ganze Zeit in ihrer nächsten Nähe mitgearbeitet hat, leicht erscheinen; persönlich ist es mir, der beiden Männern seit Jahren nahe befreundet ist, dennoch nichts weniger als leicht; denn ich muß es mir ja zur mühevollen und nicht einmal dankbaren Aufgabe machen, die persönliche Freundschaft in die sachliche Würdigung nicht einfließen zu lassen. Der Preußenverband hat das Glück, in seinen beiden heutigen Jubilaren zwei Männer zu besitzen, die sich in Herkunft, Laufbahn und vor allem in der Wesensart glücklich ergänzen. Leo W o 1 f f , aus alter jüdischer Familie stammend, durchlief die vorgeschriebene Laufbahn des preußischen Juristen bis zum höchsten preußischen Gerichtshof. Ihm eignen 4