Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 13 (1935)
- Issue
- 7 (21.6.1935)
- Date
- 1935-06-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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In eben dieser Versammlung wurde ein Beschluß gefaßt und als Beilage zur Verfassung genommen, daß eine Reichsorganisation entstehen solle zur Wahrnehmung der gemeinsamen Angelegenheiten der jüdischen Gemeinschaft im Reiche. Dies zeigt, daß sich der Bayerische Verband schon bei seiner Entstehung als Glied des Ganzen betrachtete, und es hat sich daran eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der süddeutschen Verbinde mit dem Preußischen Landesverband zur wechselseitigen Pßfderung und Bildung eines Reichsverbandes angeschlossen. Aus diesen Bemühungen und der zielbewußten Arbeit der großen Organisationen ist die Reichsvertretung der deutschen Juden hervorgegangen. Während diese, in ihrer Wirksamkeit in besonderem Maße nach außen gerichtet ist und für uns den schweren Kampf der Zeit führt, sind die Aufgaben der Landesverbände wesentlich nach innen gekehrt. Sie bauen sich auf den Zellen der jüdischen Gemeinschaft, den Gemeinden, auf. Sie halten die religiösen Institutionen aufrecht, sie schaffen den wirtschaftlichen Ausgleich unter den Gemeinden, sie sorgen für ihre Beamten, Anstalten und Einrichtungen, sie schaffen mit den Gemeinden die geistigen und seelischen Voraussetzungen, die uns befähigen, standzuhalten und zu überwinden. Mit Bewunderung blicken wir in den kleineren Verbänden auf die organisatorischen und kulturellen Leistungen im Preußischen Landesverband und seinen führenden Gemeinden. Wir süddeutschen Verbände bringen die herzlichsten Wünsche zu dem Ehrentag des Preußenverbandes und das Gelöbnis treuer Mitarbeit zum Wohle unserer großen jüdischen Gemeinschaft im Reiche. Oberstlandesgerichtsrat i. R. Dr. Neumeyer, Präsident des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Landesverbände jüdischer Gemeinden. Jüdische gemeinde au Butin Wie ich erfahre, begeht der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden in den nächsten Tagen die Feier seines 10 jährigen Bestehens. Ich habe den Wunsch, Ihnen aus diesem Anlaß die herzlichsten Glückwünsche der Gemeinde Berlin auszusprechen und dem Landesverband eine lange, gesegnete Wirksamkeit zu wünschen. Der Landesverband hat von vornherein als vornehmste Aufgabe den Lastenausgleich innerhalb der preußischen Judenheit übernommen. Er hat neben seiner anderen segensreichen Tätigkeit diese zur Erhaltung der kleinen Gemeinden wichtigste Aufgabe mit Eifer, Sorgfalt und mit dem besten Erfolg, der sich nach den Umständen erreichen ließ, gefördert. Er hat insbesondere, als die Staatssubventionen, die früher gewährt wurden, wegfielen, sich bemüht, aus' eigenen Mitteln, den kleinen Gemeinden, ihren Rabbinern und Lehrern zu helfen. Die Gemeinde Berlin als größte Lastenträgerin des Landesverbandes hat hieran durch ihre Mittel und ihre Menschen stets tätigen Anteil genommen. Der Preußische Landesverband hat lange Zeit in der Stille gewirkt und insbesondere in den letzten Jahren große Tagungen vermieden. Sein Wirken ist deshalb nicht weniger segensreich. Seit dem Entstehen seines Monatsblattes ist seine Arbeit in der preußischen Judenheit auch noch bekannter und dadurch allgemein anerkannt worden. Die Gemeinde Berlin und ich selbst hoffe, daß dies auch in der Zukunft in immer größeren Maße der Fall sein möge. Heinrich Stahl, Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. luaetüiscUe (Juneihde ftankfud a. Hl, Mit einem großen Aufgabenkreis ist der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden vor zehn Jahren ins Leben getreten. Und dieser Kreis ist von Jahr zu Jahr immer gewachsen. Dank den Persönlichkeiten, die in ihm tätig gewesen, hat er sich der Arbeit voll gewachsen gezeigt, und er hat jederzeit das tätige Interesse namentlich der Großgemeinden wacherhalten. Daher gebührt ihm der heiße Dank des gesamten preußischen Judentums. Die Gemeinde Frankfurt ruft dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden anläßlich seines zehnjährigen Bestandes in aufrichtigem Dank ein herzliches „Chasak we’ emoz“ zu. i Justizrat Dr. Julius Blau, Vorsitzender des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. SynaQOQCnQOncindc Bcestau Zum zehnjährigen Jubiläum des Preußischen Landesverbandes beglückwünscht die Synagogengemeinde Breslau in treuer Verbundenheit den Landesverband, seinen Präsidenten, Herrn Kammergerichtsrat W o 1 f f, und seinen Vizepräsidenten Dr. Klee aufs herzlichste. Den beiden Jubilaren sei der Wunsch ausgesprochen, daß sie weiterhin an der Spitze das Landesverbandes zum Segen der Gemeinden und damit des Judentums wirken mögen; dem Landesverband sei gewünscht, daß er seine segenvolle und ganz unentbehrliche Tätigkeit für alle unsere Gemeinden, ungeschwächt an Einsatzkraft wie an Erfolg, auch fernerhin ausüben möge. Stadtrat a. D. Georg Less, — ' Vorsitzender des Vorstandes der Synagogengemeinde Breslau. SyHogoQCnQemeihdc Köln » Wenn ich an dieser Stelle des zehnjährigen Jubiläums des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden gedenke,-so bin ich mir bewußt, daß zum Jubilieren für uns kein Anlaß besteht. Wenn trotzdem der Tatsache des zehnjährigen Bestehens des Landesverbands gedacht werden soll, so veranlaßt hierzu die durch den Landesverband verkörperte Zusammengehörigkeit des größten Teils der deutschen Juden und das stolze Bewußtsein, daß der Landesverband in schwerer Zeit große Aufgaben erfüllt hat, besonders in der Betreuung kleiner und kleinster Gemeinden. Daß er auch den künftigen schweren Aufgaben, die seiner harren, in jüdischem Geiste, jüdischer Pflichterfüllung gerecht werden möge, das ist, neben dem Dank für die bisher geleistete Arbeit, der Wunsch, den ich namens der Synagogengemeinde Köln dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, seinem Rat und allen seinen Mitarbeitern darbringe. Albert Bendix, Vorsitzender des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde Köln. Sfnago^enguneihde KäntysUty L Vc. Das zehnjährige Bestehen des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden legt die Frage nahe, wem in allererster Reihe ein Glückwunsch^ gebührt. Unstreitig dürfte er den Gemeinden zukommen, die den Landesverband seinerzeit ins Leben gerufen haben. Es war mit ihm eine Organisation geschaffen, die als Zentrale die preußischen Gemeinden nach außen vertreten und ihnen bei der Regelung allgemeiner Angelegenheiten an Hand gehen konnte. Erwuchs somit auch den Synagogengemeinden selbst ein wesentlicher Nutzen durch ihre Schöpfung, den weitaus größten und wertvollsten Anteil hatte das deutsche Judentum. Durch die Zusammenfassung aller Kräfte wurde es möglich, seinem drohenden Niedergang durch die Erhaltung einer großen Zahl vor dem Zusammenbruch stehender Kleingemeinden, diesen unentbehrlichen Zellen des Judentums, vorzubeugen und ferner die Vernichtung der Existenz ihrer Beamten zu verhüten, ihre Zukunft durch eine Pensionskasse zu sichern. Die Ausgestaltung des Bildungswesens sei nicht vergessen. Einen wesentlichen Teil seiner so wichtigen fürsorgenden Tätigkeit hat der Landesverband jüngst an den Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau der Reichsvertretung abgegeben in der Erwartung, daß durch den Anschluß an