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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1935-05-01 · 5 (1.5.1935) · p. Seite 9

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
13 (1935)
Issue
5 (1.5.1935)
Date
1935-05-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Unsere Bücherei Eine Folge yon Buchbesprechungen wichtiger neuer und'Oberer Bacher aus den Wanderkisten des Preußischen Landesverbandes In dieser Abteilung unserer Zeitschrift sollen künftig in zwangloser Folge wertvolle jüdische Bücher besprochen werden, um damit einen Hinweis für die Leser unserer Wanderbücherei und eine Beratungshilfe für die ehrenamtlichen Verwalter der Büch'ersendungen zu geben. Dementsprechend werden wir stets eine bestimmte Folge von Büchern ins Auge fassen, die entweder durch eine gleichartige wissenschaftliche Richtung, durch einen aktuellen jüdischen Verlag oder Autor, oder durch andere feste Gesichtspunkte zusammengehören. Es handelt sich also hier in erster Linie um den „Dienst am Leser“ oder am Büchereiverwalter, nicht so sehr um das Kritisieren eines neuen Buches, denn unsere Besprechungen setzen voraus, daß ein -Buch bereits für gut befunden und deswegen in unsere Wanderbücherei aufgenommen ist, womit der eigentlichen Kritik schon die Spitze genommen wäre. Sinn und Aufgabe unserer Veröffentlichung ist also, den Leser so weit zu unterrichten, daß er sich ein Bild machen kann, wieweit ein Buch — gleichviel, ob es „soeben erschienen“ oder viel älteren Datums ist — seinem Wissens- oder Unterhaltungsbedürfnis entsprechen wird. Daneben glauben wir aber durch eine solche Vorauslese, an die man natürlich in absehbarer Zeit niemals die Forderung der Vollständigkeit stellen darf, den Büchereien der Einzelgemeinden wertvolle Hinweise für Buchanschaffungen zu gelten, schließlich auch den Eigenbesitz von Büchern jüdischen Inhalts und jüdischer Autoren zu fördern. Wir bringen zunächst drei kleine Bändchen der Schönen Literatur aus dem Philo-Verlag, ferner zwei wichtige Neuerscheinungen der Jüdischen Buchvereinigung und des Schocken-Verlages. Philo-Bücherei. Band 1-3. (Berlin: Philo-Verl.) 1. Sinsheimer, Hermann: Rabbi, Golem und Kaiser. 46 Seiten. Eine symbolische Anekdote aus dem mittelalterlichen Frag: der finstere, menschenscheue Kaiser Rudolf führt eine Begegnung mit dem sagenhaften „hohen Rabbi Löw“, dem' Schöpfer des Golem, herbei, um ihm Wissen von überirdischen Dingen zu entlocken. In dialektisch-fesselnder Weise wird der das Diesseits erobern wollende Materialismus des Staatsmannes der dem Jenseits zugewandten jüdischen Ethik des greisen Rabbiners gegenübergestellt. Einige hübsche kulturhistorische Lichter fallen auf-Menschen und Dinge des uralten Prager Ghetto. D. 2. Hirsch, Leo: Gespräch im Nebel. Leibniz besucht Spinoza. 47 S. Mit dieser, auf historischer Grundlage beruhenden Begegnung der beiden Philosophen wird ein lebendiges Stück Geistes- und politischer Geschichte wachgerufen, das vom Persönlichen in die großen Bewegungen der Zeit, vom Politischen ins Philosophische wächst. — Nebenher eine gute Anregung zur Beschäftigung mit Spinoza. G. 3. Samter, Max: Der Gast. Eine Erzählung. 62 S. Der Gegenstand dieser sehr hintergründigen und beziehungsreichen Erzählung, die Samter bereits auf einer reiferen Stufe seines Könnens zeigt, ist das Schicksal der Nachkommen eines Schiffbrüchigen auf einer Insel, die im Augenblick einer Krise plötzlich als Fremdlinge betrachtet und aufs Meer hinaus vertrieben werden. Die mitgenommene Fahne aber wird zum Symbol ihrer unzerstörbaren Tradition. — Schon für jugendliche Leser vom Barmizwah-Alter an. G. Zobel, Moritz: Der Sabbat. Sein Abbild im jüdischen Schrifttum, seine Geschichte and seine heutige Gestalt. . (Bücherei des Schockenverlages. Band 25. Doppelband) Berlin: Schockenverlag 1935. 199 Seiten. Bei aller großen wissenschaftlichen Gründlichkeit, mit welcher der Verfasser die Sabbatgesetze und -bräuche von der Gesetzgebung am Sinai über Maimonides und Jehuda Halevi bis in die neuere Zeit ausgewählt und zusammengestellt hat, ist dieses Büchlein wirklich eine kleine Festgabe für jedermann, die „der Sabbatkerzen feierliches Licht“ wunderbar auszustrahlen scheint. — Eine wichtige Erscheinung in der religiösen Erneuerung unserer Tage, geeignet für alle Leser. G. El bogen, Ismar: Geschichte der Juden in Deutschland. Berlin: Jüdische Buchvereinigung 1935. 319 Seiten.- Eine ganz knappe, anschauliche und gemeinverständliche Geschichte der Juden in Deutschland gab es bisher noch nicht. Der Berufenste für diese ebenso dringende wie schwierige Aufgabe war zweifellos der Berliner jüdische Historiker Prof. Ismar E 1 b o g e n , der sie jetzt im Aufträge der Jüdischen Buchvereinigung ausgezeichnet gelöst hat. In schlichter, unpathetischer — historisch vorbildlich fundierter — Art verfolgt der bedeutende Gelehrte das Schicksal der Juden in Deutschland durch mehr als ein Jahrtausend. Der Leser sieht sich zuletzt wieder in den heute geschlossenen Ring ernstester Ereignisse gestellt, und die Mahnung zum religiösen Heroismus des sittlichen Ueberwindens und Duldens wird zu einer Art „jüdisch-kategorischem Imperativ“. In diese Forderung klingt das Buch aus. (Eine eingehende Würdigung des Buches in unserem buchkritischen Teil behalten wir uns vor.) D. Kalender für Mai Mittwoch Mai l. Nissan 28 Donnerstag 2 ff 29 Freitag Sonnabend 3 30 Neumond I » 4 I))ar 1 Neumond II, K'dauschim Sonntag 5 ff 2 Mcntag 6 ff 3 Dienstag Mittwoch 7 - 4 8 » 5 Donnerstag 9 - ff 6 Freitag Sonnabend n 10 11 m 7 8 Emaur Sonntag 12 w 9 Montag 13 ff 10 Dienstag 14 11 Mittwoch 15 12 Donnerstag 9 16 ff 13 Freitag Sonnabend n 17 18 ff 14 15 B har Sinai Sonntag 19 ff 16 Montag * 20 ff 17 Dienstag Mittwoch 21 18 Lag b'Omer 22 19 Donnerstag 23 20 Freitag n 24 * 21 Sonnabend m 25 22 B'chukkiufitl Sonntag m 26 »9 23 Montag » 27 ff 24 Dienstag H 28 ff 25 Mittwoch 29 26 Donnerstag n 30 t» 27 Freitag n 31 ff 28

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