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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1934-11-01 · 8 (1.11.1934) · p. Seite 9

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
12 (1934)
Issue
8 (1.11.1934)
Date
1934-11-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Schichtung, Wirtschaftshilfe und Wohlfahrtspflege. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Bezirksrabbiner den Lehrern des Bezirks ein Freund und Kollege sein und sie in ihrer schweren Arbeit unterstützen werde. Als Prediger werde er Gottes Wort zu künden und für die drängenden Aufgaben der Gegenwart lebendig zu machen haben. Als Seelsorger werde er allen, die sich in seelischer Not befinden, mit Rnt und Tat zur Seite stehen. Dr. Galliner gab dem. Vertrauen Ausdruck, daß Herr Dr. Auerbach die Aufgaben seines Amts würdig erfüllen werde, zumal er aus einer Familie stamme, in der die Pflege der besten Güter des Judentums immer ihre Stätte gehabt habe. Er möge getreu den Ueberlieferungen seines Elternhauses und den Vorbildern seiner Familie seines hohen Amtes walten. Der neue Bezirksrabbiner gab in seiner Antwort einen Ueberblick über die Aufgaben des Rabbiners in der Gegenwart, wie er sie ansehe und versprach, alle ihm obliegenden Pflichten zu übernehmen und getreu auszuführen. Der neue Kollege wurde dann von den anwesenden Rabbinern in herzlichen Ansprachen willkommen geheißen. In einem an die Feier in der Synagoge sich anschließenden geselligen Beisammensein hatten auch die Vertreter der Bezirksgemeinden und der verschiedenen Vereine und Organisationen Gelegenheit, dem Bezirksrabbiner ihre Glückwünsche zu übermitteln. Abschiedsfeier für Rabbiner Dr. Emil Lcvy-ßerlin Am Schemini Azereth verabschiedete sich Rabbiner Dr. Emil Levy-Berlin von seiner Gemeinde Pestalozzistraße, in der er über 15 Jahre gewirkt hatte, um nach Palästina überzusiedeln. Nachdem »1er Präsident der Gemeinde, Herr Direktor Heinrich Stahl Herrn Dr. Levy die besten Wünsche des Gemeindevorstandes übermittelt hatte, sprach im Namen des Landesverbandes Dr. Alfred Klee, der an die verschiedenen Etappen des Lebensweges Dr. Levy’s erinnerte, die ihn von der Privatsynagoge in der Passauer Straße über das Straßburger Oberrabbinal an die Berliner Großgemeinde geführt hatten. Dr. Emil Levy war während der 1. Legislaturperiode des Landesverbandes Abgeordneter des Landesverbandes als Mitglied der Jüdischen Volkspartei und später Mitglied des Großen und Engeren Rates des Landesverbandes. Von jüdischen Bräuchen und jüdischem Gottesdienst Unter diesem Titel ist kürzlich im Verlag Kaufmann- Frankfurt a. M. die zweite Auflage des Werkes von S. Müller erschienen, auf das wir unsere Mitgliedsgemeinden und Leser auch an dieser Stelle hinweisen wollen *). Das Buch behandelt in seinem ersten Teil die Bräuche und Einrichtungen des jüdischen Hauses sowohl an den Festtagen, wie auch an den Feiertagen der Familie. So finden die Vorschriften der Brith-Milah, Bar-Mizwah, Hochzeit und Jahrzeit eingehende Würdigung und Erklärung. — Sich den Einrichtungen und Gebeten des Gotteshauses zuwendend bringt der Verfasser den Sinn unseres Gottesdienstes auch dem darin Unbewanderten nahe, indem er den religiösen und sozialen Gehalt lebendig werden läßt. Hierbei werden in dankenswerten Parallelen die Beziehungen zu modernen Gedanken aufgewiesen. So bietet z. B. die Verheißung des Landsegens im Sch’ma-Gebet Gelegenheit zu einer Betrachtung über den Umfang landwirtschaftlichen kolonisatorischen Aufbaus heutzutage, die Er- Raschi - Kapelle, Worms klärung des „Misrach“ leitet über zu einer kurzen Anmerkung über die neuzeitliche Palästinabewegung; an anderer Stelle finden die Ergebnisse der modernen archäologischen Forschung ihre Berücksichtigung. — Angenehm berührt es, daß bei der Erklärung des Kol-Nidre-Gebetes an Stelle der üblichen apologetischen Beteuerungen einige historische Hinweise getreten sind, die über den Sinn dieses Gebetes klare Vorstellungen vermitteln. Eine reichhaltige Berücksichtigung des Schrifttums und die Wiedergabe der wichtigsten Gebete in hebräischer Sprache und Uehersetzung machen das Buch zu einem wertvollen Hilfsmittel auch für den Religionsunterricht. Darüber hinaus glauben wir, daß im Zuge der Aktion unserer Gemeinden, durch die Erwachsene in großer Zahl zu einem jüdisch bewußten Leben geführt werden sollen, das Buch seine Bedeutung haben kann; vermittelt es doch einen wichtigen Teil des Wissens, das die Voransetzung jeder ernsthaften Beschäftigung mit jüdischer Lehre bildet. Dr. Hans Klee. *) Bezugspreis brosch. 2,85 HM., gebunden 4.— RM. Zu größeren Bestellungen ermäßigt auf: brosch. 1,85 RM., gebunden 2,60 RM. Amtlicher Teil IO. Änderung des Verzeichnisses der Verbandstagsabgeordneten Unter Hinweis auf die Bekanntmachung betr. das Ergebnis der Wahlen zum Verbandstag vom 15. Januar 1931 (Verwaltungsblatt 9. Jahrgang Nr. 1 vom 25. Januar 1931) wird bekanntgegeben: Der Abgeordnete Rabbiner Dr. Rosenzweig, Schneidemühl, hat sein Mandat als Abgeordneter des Verbandes niedergelegt. An seiner Stelle ist gemäß §§ 64 und 65 der Wahlordnung für die Wahlen zum Verbandstag Georg Lewinson, Berlin-Halensee, als Abgeordneter festgestellt worden. Berlin-Charlottenburg, den 24. August 1934 Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden W o 1 f f. Der Abgeordnete Dr. Hermann Stahl, Berlin, hat sein Mandat als Abgeordneter des Verbandes niedergelegt. Gemäß §§ 64 und 65 der Wahlordnung für die Wahlen zum Verbändstag ist Simon Ehrmann, Berlin, als Ersatzmann festgestellt worden. Berlin-Charlottenburg, den 27. August 1934. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden W o 1 f f. Der Abgeordnete Max Friedland, Berlin, hat sein Mandat als Abgeordneter des Verbandes niedergelegt. An seiner Steile ist gemäß den angeführten Bestimmungen der Wahlordnung Rabbiner Dr. Rösel* Tilsit, als Abgeordneter festgestelll worden. Berlin-Charlottenburg, den 2. September 1934. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden W o 1 f f. 9

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