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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1934-11-01 · 8 (1.11.1934) · p. Seite 8

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
12 (1934)
Issue
8 (1.11.1934)
Date
1934-11-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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In Berlin feierte i die Firma Gebr. Amhold, eine* der angesehensten Privatbbnkhöoser Deutschlands, ihr 70jähriges Bestehen. Die Gründer und Inhaber des Bankhauses haben sich stets im offentü<h-jüdisehen Leben betätigt. In Jerusalem fand die feierliche. Grundsteinlegung zur neuen Universitätsklinik _ statt. Das Krankenhaus soll eins der modernsten und besteingerichteten der Erde werden. 1 In Prag starb, 72jäh(ig, der berühmte Hygieniker und Bakteriologe, Universitatsprofessor Dr. G o 111 i e b S a I u s. Sein „Lehroudi der Epidemiologie" wurde bahnbrechend, seine „Bakteriologie des Trinkwassers" ist in alle Kultursprachen übersetzt. Zum Leiter des kriminologischen Instituts in Rom und zum Ordinarius für Kriminologie an der Universität Rom wurde der italienisch-jüdische Gelehrte Professor Fako von der Universität Neapel gewählt. Dem deutsch-jüdischen Arzt Dr. Ernst Hornberger, Frankfurt a. M., gelangen aufsehenerregende Entdeckungen in Bezug auf physikalische Behandlungsmethoden bei Nieren-, Herz- und Gefaßkrankheiten. In Taintrux in den Vogesen wurde von der französischen Regierung dem im Kriege unter erschütternden Umständen gefallenen Rabbiner von Lyon, Dr. Abraham Bloch, ein Denkmal errichtet; bei der Einweihung des Denkmals waren Vertreter aller drei Konfessionen zugegen. Am Toten Meer wurden bei archäologischen Ausgrabungsarbeiten durch den Archäologen Dr. Sukenik von der Jerusalemer Universität sehr interessante und historisch-wertvolle hebräische Inschriften aus der Hasmonäerzeit aufgefunden. Der südafrikanische Justizminister General Smuts hat einen flammenden Aufruf zugunsten des Judentums erlassen, in dem die Welt aufgefordert wird, dessen eingedenk zu sein, daß die Juden „den höchsten Beitrag zur Wohlfahrt der Welt geliefert haben. Die Bibel ist das bedeutendste Buch der Welt und das höchste Geschenk auf dem Gebiet der Kultur, des Denkens und der Religion der Menschheit. Kein anderes Werk der Weltliteratur kann mit ihr verglichen werden." Kalender für November Mardieschvan 23 Donnerstag Nov. Freitag Sonnabend „ Sonntag Montag Dienstag Mittwodi Donnerstag Freitag Sonnabend Rosdi diodesdi Kislew 1 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Amtseinführung des Bezirksrabbiners von Recklinghausen Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat die Aufrechterhaltung des konservativen westfälischen Bezirksrabbinats, das seinen Sitz bisher in Borken i. W. hatte und durch den Weggang des Rabbiners Dr. Köhler verwaist war, beschlossen, gleichzeitig aber den Sitz des Rabbinats nach Recklingkausen verlegt. Bestimmend hierfür war die Tatsache, daß die Synagogengemeinde Recklinghausen etwa die fünffache Seelenzahl Alt-Neusynagoge In Prag von Borken aufweist vind bisher eine rabbinische Betreuung entbehren mußte. Auch früher bereits hatte das konservative westfälische Bezirksrabbinat seinen Sitz in Recklinghausen. Die Betreuung der Gemeinden des bisherigen Rabbinatsbezirks wird grundsätzlich in der gleichen Weise wie von Borken aus erfolgen. Das Bezirksrabbinat ist dem neu gewählten Rabbiner der Synagogengemeinde Recklinghausen, Herrn Dr. Selig Auerbach aus Würzburg übertragen worden, dessen feierliche Amtseinführung am Sonntag, den 7. Oktober in Recklinghausen stattfand. Zu der Feier waren die Vertreter der Bezirksgemeinden, zahlreiche Angehörige der Gemeinde Recklinghausen und ihre jüdischen Vereine sowie die Herren Rabbiner aus Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, M.-Gladbach und Münster erschienen. Die Einführung des Herrn Rabbiners erfolgte durch den zuständigen Dezernenten des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Herrn Rabbiner Dr. Julius Galliner, Berlin. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden der Synagogengemeinde Recklinghausen, Herrn Hirsch, richtete Dr. Galliner das Wort an den neuen Bezirksrabbiner. Er wies ihn auf die in der heutigen Zeit besonders vielfältigen und besonders verantwortungsvollen Aufgaben des Rabbiners hin, auf die menschliche und seelische Fürsorge für alle ihm anvertrauten Mitglieder des Bezirks, auf dife Beratung und Unterstützung der um eine neue Existenz ringenden Menschen, auf die Probleme der Berufsum-

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