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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1934-10-01 · 7 (1.10.1934) · p. Seite 4

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
12 (1934)
Issue
7 (1.10.1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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dige Geschöpf nicht iim seiner selbst willen existieren.“ Man wird sagen dürfen, daß hier von einem Künstler des Wortes selber das Entscheidende gesagt wurde. Wenn wir der Kunst eine religiöse Wirkung zuschreibe«, wenn wir Raum für sie auch bei uns verlangen, Raum vor allem für Amsterdamer Synagoge: Simchas Tora nodi einem Kupferstich aus dem 18. Jahrhundert die Religiösen, deren :Weg zu Gott, zur Religiosität, zum Göttlichen sie vor allein über die Kunst führt, Raum für sie und Berücksichtigking ihrer Art, Pflege ihrer religiöskünstlerischen Seele , durch jüdisch-künstlerische Mittel jeder Art vor allem. 4her dann auch durch religiös-künstlerische überhaupt —[wenn wir das tun, dann freilich nur deshalb, weil Kunst puch diesen gewaltigen Antrieb zur Ethik in sich birgt, den die Religion der Worte, der Gesetze in ihrer Weise vermittelt. Man mußhier bedenken, daß zur Kunst ein eigenes Ohr gehört, das der Unkünstlerische gar nicht besitzt, daß dieser also gar nicht berechtigt ist, die Behauptung der Künstlerischen anzuzweifeln. Das heißt natürlich nicht, daß man sie nur in Klänge einhüllen, nur von Bildern umgeben, jedes Buch und seine Lehren — auch wenn keine- Kunst daran beteiligt ist — ihnen fernhalten soll. Es heißt nur anerkennen und für möglich halten, was ein jüdischer Künstler der Tage, Boris Schatz, von sich bekannt: „Die Kunst war mir ein Heiligtum, der Künstler ein Hoherpriester und mein Traum, einmal im Heiligtum der Kunst Hoherpriester sein zu dürfen und die Menschen die Ideale der Schönheit zu lehren, damit sie das Gute lieben und das Böse hassen.“ Der so sprach, hat seine Kunstschule nach dem Erbauer des ersten Tempels genannt, Bezalel, und hat das jüdische Leben, die jüdischen Menschen gemalt, einen Jesaja mit einem Antlitz der Gegenwart, aber mit der Umschrift von einst: „Sie schmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen." Durch Religion zur Kunst, durch Kunst zur Religion. Einzelne Vorgänge der neuen Zeit beweisen, daß man diese Zusammenhänge auch bei uns immer deutlicher erkennt und ihnen gerecht zu werden bestrebt ist. So mögen auch bei uns die immer zahlreicher werden, die, was als Wort und Lied so oft aufklingt, wie ein Gellet erleben und hören: „Du holde Kunst, in wieviel grauen Stunden, wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt, hast du mein Herz zu warmer Lieb entzünden, hast mich in eine bessere Welt entrückt. Oft hat ein Seufzer, deiner llarf entflossen, ein süßer, heiliger Akkord von dir, den Himmel besserer Zeiten mir erschlossen. Du holde Kunst, ich danke dir dafür, du holde Kunst, ich danke dir." Aus derTätigkeit der Provinzial verbände III 1—2stündigen Unterricht ins Elternhaus kommen. Die hierdurch entstehenden besonderen Kosten wurden, soweit der Vater nicht freiwillig einen Zuschuß zahlte, auf den Provinzialverband übernommen, l'eber die Organisation Verband der Synagogen-Gemeinden der Provinz Niederschlesien für IQ33~1Q34 Der in der Beriphtszeit eingetretene politische Umschwung übte auf unsere Tätigkeit einen wesentlichen Einfluß aus. Hatte bis dahin die Schechitah in den zahlreichen kleinen Gemeinden, die über einen eigenen Beamten nicht verfügten, eine der Hauptaufgaben unseres Verbandes gebildet und einen erheblichen Teil dieser Mittel beansprucht, so mußte djese Tätigkeit njit dem Inkrafttreten des Reichsschlachtgesetzes vom 21. 4. 1933, dem an vielen Orten Gemeindeverbote vorangegangen waren, eingestellt werden. ' Der Fortfall der; Schechitah wirkte sich noch in anderer Weise nachteilig aus. 1932 war der Lehrerbezirk Fraustadt, Grünberg, j Neusalz, Freystadt und Guhrau gebildet worden. Er funktionierte bis zum Aufhören der Schechitah tadellos. Seit dieser Zeit wurde, er notleidend, weil die Schechitah in Fraustadt, wo große Geflügelschlachtereien waren,' die nach dem Verbot verzogen, den größten Teil der Kosten aufgebracht hatten. " Durch einen Zuschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, sowie dadurch, daß dem Bezirkslehrer Badler der Religionsunterricht in zwei weiteren Gemeinden Steinau und Winzig übertragen wurde, konnte die Auflösung des Verbandes aufgehalten werden. Nach dem Fortfall der Schechitah rückte die bisherige weitere Aufgabe des Verbandes, der Religionsunterricht, in den Mittelpunkt. Das Bestreben ging dahin, kein Kind, auch das, adas an einem. Orte für sich allein ohne andere Kinder lebte, ohne Religionsunterricht zu lassen. Kann das, Kind nicht in deh Nachbarart zum Unterrjpbl -fahren, so muß der Lehrer1 mindestens alle 14 Tage zu Einern mmm 'S. ’f« ■ Thielmann: lulof‘schütteln am Suklcoth - •' ' : - - 1 - : •! . * i .- JiL ■ ■. ■; ' .. ,,, bereits einiges gesagt.’ . Der. bisherige Bfczirkslehrer (.zollack, desseri vortreflliche ’ Leistungen 4

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