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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1934-08-01 · 5 (1.8.1934) · p. Seite 7

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
12 (1934)
Issue
5 (1.8.1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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res weit Ober Vs Million Reichsmark unmittelbar für Gemeindezwecke verausgabt. Für den Teil der Beihilfen, der vornehmlich dem Lastenausgleich dient, die G e m e i eine detaillierte Znssmmi Schluß wiedergegeben werde: desubventionen, liegt e^stellung vor, die hier zum « soll. Tabelle 5 Beihilfen des Preußischen Landesverbandes jüdischer Germ linden zur Unterstützung leistungsschwacher Synagogengemeinden im Jahre 1933/34 Provinz unter Zahl Zahl de £0 Seelen Etatrag RM beda< 50<« Zahl rhten Gen* 9 Seelen Betrag RM Binden 100-5 Zahl und Gesa 90 Seelen Betrag RM mtbetra über Zahl 9 $00 Seel Betro RM »n 9 Ir Zahl sgesdmt Betrag RM v. H. der Gasamtsumme % Ostpreußen 14 3347.— 11 5070.70 5 3455.50 1 2700 _ 31 14573.20 106 Brandenburg 6 813.60 4 1 833 — 4 3085.— — — 14 5731.60 46 Pommern 5 850.— 3 3630.— 9 7 642.27 — — 17 1212227 8.9 Grenzmark 2 813.— 2 1 320.— 1 7 5592.47 ' — — 11 7725.47 5,7 Niedersdtlesien 8 1 181.— 4 1 376.15 — — — — 12 2557.15 1,9 Oberschlesien 2 1 940.— 1 85.- — — — . — 3 2025.— 16 Sachsen 5 937.60 — — -- — — — 5 937.60 0,7 Schleswig-Holstein 1 2440.— 2 2060.— 1 1 800.— ■ i 350 — 5 6650.— 43 Hannover 16 2700.30 9 5549.15 9 10544.15 2 3400 — 36 22193.60 16 2 Westfalen 1B 2252.50 7 4675.— 4 9350.— — — 24 1627760 11,9 Reg.-Bez. Kassel 13 1 113.40 12 4614.15 3 490.— 1 1 200 29 7417.55 5,4 . Reg.-Bez. Wiesbaden 5 205.— 11 10654.95 5 7550.— — — 21 18409.95 136 Rheinprovinz 14 1 30760 13 8229 — 11 8375.— 2 2029 95 40 19941 45 14,6 Insgesamt 104 19900.90 79 49097.10 58 57884.39 7 9679 95 248 13656264 100,0 v. H. der Gesamtsumme % 14,6 36,0 42,4 7,0 100,0 Durchschn.Beihilfe pro Gemeinde RM 191.35 62160 1000.— 1 382.85 550.65 Etwa die Hälfte der Beihilfen fließt an Gemeinden unter 100 Seelen. Die Zahl der bedachten Gemeinden ist allerdings hier nicht ganz zutreffend erfaßt, da die an die einzelne Gemeinde gegebene Subvention fast immer zur Erhaltung eines Lehrerbezirks dient, also in Wirklichkeit einer größeren Zahl von Zwerggemeinden zugutekommt. Man kann daher schätzungsweise sagen, daß mit Hilfe des Verbandes etwa 5 0 0 von insgesamt 650 Gemeinden unter 500 Seelen erhalten und die in ihnen tätigen Beamten und vorhandenen Einrichtungen gesichert werden. —- Bei Oberschlesien ist zu berücksichtigen, daß der preußische Staat die früheren Zuschußleistungen auf Grund des oberschlesischen Abkommens auch heute noch erfüllt, sodaß hier der Landesverband nur beschränkt cinzugreifen brauchte. Wer die Zahlen mit dem vergleicht, was besonders in den Tabellen 2 und 3 enthalten ist, der wird erkennen, wie der Landesverband die Notstandsgebiete, die Provinzen mit zahlreichen Kleingemeinden und niedriger Einkommensteuer-Richtzahl bevorzugt berücksichtigt hat, während die Mittelgemeinden, soweit sie sieh noch irgend selbst erhalten konnten, zurücktreten mußten. Allerdings bahnt sich gerade hier in allerjüngster Zeit immer mehr ein Wandel an, weil auch leistungsschwach werden, erhöhte Anforderungen an weil, wie sich aus Tabelle größere Gemeinden zusehends Dadurch werden wesentlich den Landesverband entstehen, 5 ergibt, die Höhe der durchschnittlichen Beihilfe mit der Größe der Gemeinde steigt. Der Landesverband hat dem bei den kürzlich stattgefundenen Etatberatungen dadurch Rechnung getragen, daß er die Mittel zur Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden auf 210.000 RM <1. h. um über 40*/« erhöht hat. Mitl Im Vergleich zu der dieser Betrag nicht hoch. Seiten der Klein- und Einsicht in die organisai nicht länger jeder Gemei^i ihrer Einrichtungen gesta der vielseitigen Erfahrung!;] gehofft werden, daß so wi und der Zusammenbruch Gemeinden im Lande verfu seiner zahlenmäßigen sondern darüber hinaus Lebens in Deutschland rüh Bec e Vorhandenen Not ist gewiß auch Bei wirklichem Opferwillen auf telgemeinden, bei vernünftiger dorischen Notwendigkeiten, die de die volle Unabhängigkeit Iten, bei sorgfältiger Beachtung in der letzten Jahre kann aber bisher die ärgste Not gebannt ^on Hunderten kleiner jüdischer ütet wird, der nicht nur nach utung eine Katastrophe wäre, an die Grundlagen jüdischen ren würde. j Neue biblische Dichtung Von Dr. Lutz Weltmann, Berlin II. Andrl Gide und Edmond Flcg Der französische Dichter Andrä Gide' ist in Deutschland am wenigsten als Dramatiker bekannt, obgleich kein Geringerer als Rainer Maria Rilke seinen „Verlorenen Sohn“ übersetzt hat. Er ist auch Verfasser eines „König Kandaules“, eines „Oedrpus“ und eines „S a u 1“ (Chronos- Verlag, Berlin). Im Gegensatz zu dem „Saul“ des italienischen Kiassizisten Alfieri hat das fünfaktige Drama Andrä Gides nichts von jener lateinischen Formensprache, die schon in den mittelalterlichen Bildern des wallonischen Malers Roger van der Weyden erkennbar ist und die den Tragödien Racines ihr Gepräge gibt. Es ist ein Vorläufer jener Richtung, die als Surrealismus bezeichnet wird und in Wahrheit eine neue Spielart des Barock ist. Wie bei Racine der Stil der gleiche bleibt, ob er eine biblische „Athalia“ oder eine antike „Phaedra“ dichtet, so teilt Gides „Saul“ mit dem „Oedipu! " die Eigenschaft, daß er griechischem Geist näher kc mmt als der einem Franzosen mehr gemäßen Latinität: er stößt zu Platons Forderung vor, daß es eines und desselben Mannes Sache sei, Tragödien und Komödien zu schreiben; mit gallischer Heiterkeit setzt Gide ein, uns diu Personen des biblischen Stoffes nahezubringen, mit üben tätigen Vermenschlichungen des Helden, aber er erspart ihnen nichts vom tragischen Schicksal, dessen Wucht dadurch nicht gemildert wird, daß die Menschen wacher geworden sind, als sie es in der Vorzeit waren. An platonische Dialoge gemahnen die Unterhaltungen der Dämonen, die Saul Überfällen, als das göttliche Königtum von ihm gewichen ist, Sauls Gespräche mit der Hexe von Endor und dem Schatten Samuels, Tragik dämmert auf, wenn Saul zusieht, Vie Jonathan im Spiel David.mit 7

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