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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1932-03-01 · 2 (1.3.1932) · p. Seite 4

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
10 (1932)
Issue
2 (1.3.1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Vorteile bieten würbe, um ble Schwierigkeiten aufzuwiegen, bie jede Aenderung be£ Althergebrachten unb jede Hebet* gangszeit notwendig mit stch brächten. 4 Delegationen haben stch gegenteilig geäußert. Man hat zubem darauf hingewiesen» daß eine nur so geringe Aenderung an bem gegenwärtigen Kalender den kommenden Geschlechtern keinen merklichen Vorteil dringen würbe. Eine sehr große Anzahl von Delegationen hat stch endlich dahin ausgesprochen. baß jegliche Kalenderreform nur durchführbar wäre» wenn )ie gleichzeitig in der ganzen Welt oder wenigstens in einer sehr großen Mehrzahl der Staaten in Kraft gesetzt würbe. Aus diesen Gründen ist auch bas Studium dieser Frage unter die Auspizien des Völkerbundes gestellt worben. Die Konferenz hat die verschiedenen Vorzüge der stän- >igen Kalender von 12 und von 13 Monaten geprüft, wie ie in dem Bericht des vorbereitenden Komitees bargelegt ind. Im Laufe der Aussprache wurde auf der Konferenz »ervorgehoben, daß der 13-Monate-Kalender theoretisch vollkommener sei» besonders» wenn für die Uebergangszeit geeignete Maßnahmen zum Schutz bestehender Verträge vorgesehen werden könnten, der ständige 12-Monate- Kalender hingegen den Vorteil habe, weniger einschneidend mit überkommenen Gewohnheiten zu brechen. Die Einführung von Blankotagen ohne Wochentagsnamen, die bei allen ständigen Kalendern notwendig ist, hat bei gewissen Religionsgemeinschaften und sozialen Organisationen Widerspruch hervorgerufen. Vertreter dieser Richtungen sind von der Konferyiz gehört worden. Einige Delegationen haben sich in demselben Sinne ausgesprochen. Die meisten Delegationen auf der Konferenz sind der Ansicht gewesen, daß mangels einer lebhaften Stimmung für einen ständigen Kalender diese Gegnerschaft zum mindesten in gewissen Ländern seine Einführung außerordentlich erschweren, wenn nicht unmöglich machen würde. In diesem Zusammenhang ist auf der Konferenz die Frage erörtert worden, ob es nicht möglich sei, wenn diese Lage anhielte, durch die Annahme eines nicht ständigen 13-Monate-Kalenders ohne Blankotage den gegenwärtigen Kalender ohne die Einführung eines ständigen Kalenders erheblich zu verbessern. Ein solcher Kalender würde nicht so gut wie ein ständiger Kalchider den genauen Vergleich entsprechender Zeitabschnitte verschiedener Jahre ermöglichen; aber er würde immerhin nach Ansicht feiner Anhänger den Vorteil einer sachgemäßen Einteilung des Jahres bieten und einen enauen Vergleich zwischen Perioden innerhalb eines und esselden Jahres gestatten. Er würde zudem den Nachteil der ungleichmäßigen Wocheneinteilung zweier aufeinanderfolgender Monate ein und desselben Jahres beseitigen. In diesem Zusammenhang hat die Konferenz ihre Aufmerksamkeit besonders dem in den großen Handels- und Industrieunternehmungen einiger Staaten in wachsendem Maße üblich gewordenen Gebrauch eines Hilfskalenders zugewendet, der im allgemeinen auf einer Einteilung des Jahres in 13 Monate beruht. Es ist darauf hingewtesen worden, daß es erwünscht wäre, die Erfahrungen aut diesem Gebiete regelmäßig zu sammeln. Wenn stch der Gebrauch dieser Hilfskalender bei den Handels- und Indnftrieorganisationen sowie bei deir statistischen Einrichtungen eindürgern würde, besonders wenn die öffentlichen Körperschaften dazu übergingen, sie anzuwenden, dann würde die Oeffentlichkeit nach und nach die Bedeutung einer Vereinfachung des Kalenders klarer erkennen können. 2n liefern Falle könnte man auch mit der Möglichkeit rechnen, daß einige Staaten, in deren Gebiet diese Kalender allgemein zur Anwendung kämen, ihnen für gewisse öffentliche oder private wirtschaftliche Aufgaben einen offiziellen Charakter als anerkannte Hilfskalender geben würden, wenigstens für eine gewisse Zeit und neben dem allgemein gebrauchten Kalender. Rach Auffassung der Konferenz sind die Arbeiten des Beratenden Fachausschusses für Verkehrswesen, des Sonderausschusses für die Kalenderreform, der auf seinen Antrag aus Anlaß eines Beschlusses der Völkerbundsversammlung eingesetzten nationalen Komitees und des vorbereitenden Komitees der Konefrenz nicht vergeblich gewesen. Zum ersten Male hat die öffentliche Meinung in ihrer Gesamtheit Gelegenheit gehabt, die Vorteile und Schwierigkeiten der Vereinfachung des gregorianischen Kalenders ernsthaft zu erörtern. Zum ersten Male hat sie klar erkennen können, daß von ihr allein die Herbeiführung aller Entscheidungen über die etwa von ihr für nützlich befundene Vereinfachung abhängt. Zum ersten Male lernte auch die Gesamtheit der Regierungen in der Vereinfachung des Kalenders eine deutlich umrissene Frage erblicken, die Gegenstand amtlicher Verhandlungen zwischen ihnen bilden kann. Die oben erwähnten vorbereitenden Arbeiten, ebenso wie die Erörterungen in der Konferenz, die zweifellos die Beachtung der Regierungen finden werden, sollen den zuständigen Regierungsstellen die unentbehrlichen Grundlagen für eine wohl überlegte Entscheidung liefern. Im Hinblick auf die geschilderte Sachlage hat es die Konferenz nicht für richtig gehalten, zu dem Prinzip der Kalenderreform selbst Stellung zu nehmen; aber der Derkehrsausschuß wird sich weiterhin über die Bemühungen auf dem laufenden halten, die zweifellos fortgesetzt werden, um die öffentliche Meinung über die Vorteile und Rachteile einer Reform aufzuklären. Er wird auch nicht unterlassen, die Regierungen hierüber regelmäßig zu unterrichten. So wird er, getreu seinem stets befolgten Grundsatz, nicht irgend welcher Propaganda dienen, sondern unparteiisch die öffentliche Meinung über ein wirtschaftliches und soziales Problem aufklären, das nach den gemachten Erfahrungen — wie auch immer die für und gegen die Reform des Kalenders geäußerten Gedanken sein mögen — in einer großen Anzahl von Staaten der ganzen Welt lebhaft erörtert wird. Gebührensenkung. Preußischer Landesverband Berlin-Charl.» 1. März 1932. jüdischer Gemeinden Der Präsident. Sierdurch teile ich ergebenst mit, daß ich als Vertreter rbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände des Deutschen Reiches auf Einladung des Reichskommiffars für Preisüberwachung am 19. Februar 1932 an einer Besprechung zwischen diesem und den Vertretern der drei Religionsgesellschafien teilgenommen habe. Eine Abschrift der über die Besprechung von dem Preiskommiffar gelegten Notiz sowie seines Schreibens vom 24. Februar ' l932 ergebenst bei, indem ich anheimstelle, dem in dem Schreiben zum Ausdruck gebrachten Wunsche zu entsprechen. gez. Wolfs. An die jüdischen Landesverbände des Deutschen Reichs und die Vorstände der Synagogengemeinden. Berlin W9, den 24. Februar 1932. Potsdamer Str. 10/11. Der Reichskommissar für Preisüberwachung. Nachdem ich mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche sowie der jüdischen Gemeinde über die Frage der Senkung der von den Rellgionsgesellschasten erhobenen Gebühren verhandelt habe, spreche ich hierdurch den schon in der mündlichen Verhandlung dargetanen Wunsch aus, daß auch von seiten der Religionsgesellschafien durch die Senkung der von ihnen erhobenen Gebühren die von mir durchgefübrten Maßnahmen zur Senkung der Preise unterstützt werden möchten. Ich richte daher an Sie die Akte, soweit sich im Rahmen der 4. Notverordnung des Reichs-

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