Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Journal
- Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- 5 (30.6.1931)
- Date
- 1931-06-30
- Page
- Seite 47 (sequence 47)
- Language
- German
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47 — Iw Darlehnrkassen zu errichten. Der Preuhische Lmdmver. band ergreift di« Initiative für die Gründung Md kontrolliert die Auiführung. ^^^^cheLandmoerlmud jüdischer Gemeinden stellt zumZweckder Zd«»erbMigMg der von diesen Rassm ausgegebenen Darlehen für da» Jahr 1931 AM. 20000 zur DerfügMg." Ein ähnlicher Antrag der konservativen liegt vor. Empfiehlt es sich nicht» die Heid«« Anträge zur Berücksichtigung dem Aat bzw dem wohlfahrt»au,schuh zu überweisen? Abg. Berger: Mir f&imen so verfahren. Aber wir haben inzwischen bereit, beschIosKn. Zin»ruschüss« für Darkhnrkasim zu gewähren. Wir müsfen dt« Anträge dem Aat zur Durchführung übergeben. Präs. Stern: Ich schlage vor, dah wir im Prinzip annehmen, dah der Aat derartig« Darlehenskassen schafft. und dah wir die beiden Anträge 11f und 12«. de« konservativen und den volksparteilichen, dem Aate per Durchführung übergeben. «hg. »er,er: Ich glaub«, wir wnnen nicht sagen, das, der Rat Rasse« schaffen soll. Er soll Organisationen beauftragen, sie i» schaffen. Präs. Stern: Wir fdtmtn nur einen Antrag annehmen, das, der Aat alle» tun soll, um dem Gedanken der Darkehenskassnn! zur Durchführung zu verhelfen, und al» Material werden ihm dies, Anträge übergeben. Dann, meine Damen Md Herren, kommt der Antrag der libe. raken Traktion, den eigentlichen Wirtfchaft-aurschuh zu bilden. Da» ist wichtig. E» handelt sich hier um «inen neuen Au»fchuh gemäh Artikel 28 der Verfassung. Da, ist also ein richtiger Ausschuh, nicht dieser Versammlung. sondern ein Aurschuh wie Rultu». und Unterrichtraurfchuh. Abg. Berger: Ich Hab« der Rede des Antragstellers entnommen. dah es sich nicht darum handeln sollt«, dah ein Wirtschaft», aurschuh geschaffen wird, der genau so zusammengesetzt ist wie die anderen, also. 7 und 2..Vielmehr wollen wir doch wahrscheinlich all«, dah in diesen Wirtschaftsausschuh unabhängig von der Parteizugehörigkeit «in paar Menschen hineknkommen, die sich um diese Sache bemühen wollen. Ich glaub«, wir sollten «in besondere» Gremium schaffen, da» nicht mit den anderen Aurschüssen identisch zu sein braucht. Ich bin für einen allgemeinen Aurschuh, der di« Wirtfchastsfragen im ganzen behandeln soll. Präs. Stern: Wir können vielleicht zusetzen, dah ihm auch die übrigen Wirtschastrsragen überwiesen werden. Ich höre, dah in dem Antrag«: .Für di« Wirtschaftshilfe gemäh Art. 28 der Verfassung einen Sonderm»sihuh einzusetzen. welcher beauftragt wird, unter Zuziehung Sachverständiger die GründMg einer gemeinnützigen Rreditgenosienschaft jüdischer Gemeinden mit beschränkter Haftpfllcht p> erwägen Md mit den Beteiligten über ihre Wirkung,» verhandeln. Beteiligt «erden sollen: Der Preuhisch« LMde»verband, die grohen Md mittleren Gemeinden. Bezirkrverbänd«, Bezirtsdarlehenrlassen oder sonftig« jüdisch« Institutionen iLehranstalten) wie Privatpersonen und besondere Beamte." der Antragsteller die Worte „jüdischer Gemeinden" gestrichen hat. sodah K jetzt heiht: „edier gemeinnützigen". Ich glaub«, e» soll rin wirtschaftlicher Sonderaurschuh gegründet werden. Wie der zusammengesetzt wird, muh demnach dem Aat überlassen bleiben. »Gemth Artikel 28" wird gestrichen. Ich würde schreiben: Für di« Wirtschaftshilfe «ine» Sonderaurschuh". Also angenommen. Aatrmftglted Dr. Ale«: Ich versteh« da» so. dah di« Rttgli^er diese» Gremium», di« in den Wirtschaft»«urschuh ein» treten sollen, vom Ständigen Au»schuh bestimmt werden sollen. Präs. Stern: Vom Aat in Gemeinschaft mtt dem Ständig« «»»schuh. — Jetzt kommt der Antrag: »Mir beantragen, der Verband»tag wolle beschliehen. den Aat m ersuchen, mit tunlichster veschleunigMg emm Aurschuh emzusetzen. der die Frag« prüft, welche Berufe in Deutschland Mögllchkrften wachsender Betätigung für südliche «rbebkftäste aufweisen. Aufgabe dies«« Ausschüsse» soll «* auch sei», bk ®nt» wicklung»linien kn den auherbeuischev Ländern und bk «trtschastllche» «eugestaltMgeu innerha» Deutschland daraufhi» zu prüfen.inwieweit sk solche Mögllchketten aursicht-rncher wirtschaftlicher Betätigung bieten." Reine Damen Md Herren, da» kann derselbe Aurschuh machen. Ab,. Dr. «re,lauer: Ich beantrag, beide Sätze-dkk» Antrag« getrennt abzustimmen, well der pveite Satz unserer Auf- >MMg nach mihverftändlichen Mb gefährlichen AMkegMgen Raum Aach Zustimmung zu dem Antrag« Breslauer wirb der erst« Satz einstimmig angenommen. . Abg Dr. Breslauer: Den zweiten Satz bitte ich zu strejchen. Wem ein solcher Ausschuh zusammentritt. so ist e» klar' bah. w«m er seine Aufgabe erfüllt, er W— »licke nicht an den Grenzen «nl»«n läht. sondern dah er alle», wa, möglich ist. in seiner Forschnng umfahl. Insofern bestehen keine Bedenken. E» karm aber i» “«fotfabt werden, als ob damit gemeint ist. man überlegt sich Möglichkeiten in andern Ländern, und da» möchten wir vermeiden Deshalb bringen Sie e« doch nicht erst zur Abstimmung, lassen Sie den zweiten Satz fallen. Der erst« Satz genügl doch vollkomm«. Präsident Stern: E» versteht sich, bah die wissenschaftlich« Forschnng auch auherdeutsch« Verhältnisse beranzieht. Der Antrag ist im ersten Satz angenommen, im zweiten zurückgezogen. Dann liegt der Antrag vor. 500 AM. für die Förderung de, Genosseuschastsg«danken» unter den deutschen Juden zu bewilligen. Da» ist kein Etatrposten mehr. Aatrmitglied Dr. Rle«: Ich habe natürlich nicht bk Möglichkeit. Ihnen «inen Aat»beschlnh mitznteilen. aber ich darf «ach Renntni» der Stimmung im Aat sagen, dah für dkk Dinge «in« ganz au herordentlich warme Sympathie vorhanden ist Md dah au» dem Rapttel „Unvorhergesehen«»" dkse 500 AM. flüssig zu mache« sind. Abg. Dr. Br er lau « r: E, bestehen zunächst Bedenken. Ueberlasien Sk es dem Aat, Herr Rle«. Präsident Stern: Wir woflen es dem Rat zur Prüftmg. eventuell zur Berücksichtigung überweisen. Meine Damen und Herren! Jetzt muh ich bk beiden Anträge zur Abftinmmng bringen, von denen der ei« «in gemeinschaftlicher aller Fraftionen, der Mdere ei» solcher der Liberale» ist. bk sich mit der Abwehr de» Anttfemiflrmu» befassen. Ich bitte um Aufmerksamkeit. Ich verlese den gemeinschaftlichen Antrag der drei Fravione«: „Der Preuhisch« Landesverband jüdischer Gemeinden «r- Närt: Die mahlos« Hetze gegen Juden Md Judentum, di« in fteigen dem Mähe da» öflentliche Leben vergiftet, da» Leben der Juden Md dk Ehr« de, Judentums in unerträglicher Weis« bedroht. bereit» vielfach Menschenkben vernichtet hat Md nicht «inmal vor den Grabmälern auf jüdischen Friedhöfen Halt macht, erweckt in wetten Rreisen de» deutschen Bolle» den Eindruck, dah der Jude recht- Md schutzlos «ch kein Vollbürgrr fei. E» handelt sich nicht mehr um politische. mit geistigen Waffen ans« gefachten« Rümpfe, sondern um «in« »an Tag zu Tag zunehmende Verwilderung der politisch« Sitte« in Deutschland, die in allen Ländern der Welt aufmerksam beobachtet wird Mb da« Ansehen Deutschland, sichtlich schädigt. Der Preuhisch« Landesverband jüdischer Gemeinden glaubt, auf die Zustimmung weiter Streife de» deutschen Volke, rechnen zu können. wenn er zum Rampf gegen diese Barbarei aufrust. Er macht di« Reich»- und Staatsbehörden auf diese wachsend« Gefahr aufmerksam und fordert sie auf. wirksam« Ma^mhme« »um Schutze der jüdische« Bevölkerung zu ergreifen. Der Landesverband erwartet mm allen Jude« «ine stolz« und aufrechte Verteidigung ihrer Ehr« Md ihrer Rechte." Dieser Antrag ist untrrfchrieben von alle« drei Fraftionen. Ich glaub«. dah ich ihn nicht zur Abstimmung stellen muh, sondern annehinen km«, dah er einstimmig angenommen ist. Ich möchte nur erwarten nnd Höften« dah er nicht kn den Wänden dkse» Saale» verklingt, sondern all denen, dk noch belehrbar und guten Willen, find, unaufhörlich und dringend in dk Ohren und Herren Ningen möge. E» folgt nunmehr der Antrag der liberale« Fraktion: „Der Preuhisch« Landesverband jüdischer Gemeinden danft dm zu« Bekämpfung de» Antisemitirmu» berufenen Organisationm für ihr« tatkräftige Arbeit und fordert fk Md all« Fremd« der Vaterland«, auf. all« morallscheu und materielkn Rräfte aufzubieten, um den verbrecherisch« Anschlägen auf Ehre. Freiheit. Leben und Bürgerrecht« I» begegnm." «hg. Blumenfeld: Ich bitte Sk. nicht ungeduldig zu sei», well ich beauftragt worden hin. zu dieser Frag» noch einmal da» Wott zu nehmen. Wir hatten uns in gemeinsamer Besprechung dar-