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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1931-06-30 · 5 (30.6.1931) · p. Seite 44

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
9 (1931)
Issue
5 (30.6.1931)
Date
1931-06-30
Page
Seite 44 (sequence 44)
Language
German
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Abg. RAnw. Dr. Epstein beantragt namentliche Abstimmung. Präs. Rolleuscher: E, wird abgeftimmt über de» Antrag auf Einsetzung eine» dritten. volkdpatteilichen Unttrricht»au»Ichusse». Hat der Antrag die erforderlich« Unterstütznng? 20 Stimmen müssen dafür sein. Die Unterstützung reicht au». Dann nehmen wtt namentliche Abstimmung vor. — ' Er haben ihre Stimmen abgegeben: 32 Abgeordnete für den Antrag und 68 gegen den Antrag bei 5 Stimmenthaltungen. Der Antrag ist abgelehnt. Präs. Stern: Meine Damen und Herren, da die Krag« der Befetzung der Ausschüsse noch nicht geklärt ist. Mächte ich erst mit dem Etat forfahren. Wir haben Titel 5 Ziffer 1 angenommen. Titel 2: „Fortbildungskurse für Lehrer und Rantoren" ist unverändert mit 2000 Mk.- «ein Widerspruch. Titel 3: ,Hilf»kantoren und Schächter." Abg. Wiener: E» handelt sich um eine schlicht« Position, sie hat aber doch ihre Wichtigkeit für da» jüdische Gemeindeleben im Lande. Gestern abend wurden wertvoll« Ausführungen »ach der Richtung hin gemacht, war noch Rot tut. Hier ist eine klein« Ergänzung dazu. Die Ausbildung von Hilfskantoren und Schächtern in kleinen Gemeinden ist «ine Angelegenheit, der wir un» annehmen mühten. 2m Etat sind 2500 äRl dafür ausgeworfen. Schon seit 7 Jahren ist dieser Posten vorgesehen, aber niemal» v«rau»gabt worden. Die Position ist eben ein Ladenhüter im Landesverband«. Dabei hätte sie eigentlich von besonderer Wichtigkeit sein känne«. Eben wird mir seitens des Büro» gesagt, e» wäre doch in dieser Beziehung schon etwa» geschehen. Ru», so sollte es so deutlich geschehen, dah man im Lande auch etwa» davon merkt. Wäre folgerichtig nach dem Etatsansatz verfahren worden, dann hätte man in den letzten 7 Jahren schon 35 bi» 40 Htlfskantore» und Schächter für kleine Gemeinden ausbilden kämen. Dam hätte an so md so vielen Orten, wo ein ständiger Beamter nicht grhalten werden kann, doch ein regelmähiger Gottesdienst aufgenommen «erde» kännen. Schon das Vorhandensein von Bale-Battim und jungen Leuten, die eine Ausbildung als Hilfskantor erfahren haben, könnten in der tleinen Gemeinde eine Anziehungskraft'md «in Antrieb sein, das Zustandekommen des Gottesdienste» zu schaffen. E» ist also ein nicht kehr kostspielige» und doch wirksames Mittel, um die religiäsen Faktoren im Lande zu kräftigen md zu stärken. Und darum, meine Damen und Herren, möchte ich mterftretchen, dah mehr auf diesem Felde geschehen sollte. 2n Oberschlesien sind «ine Anzahl junger Leute vorhanden, die sich danach sehnen, «ine Ausbildung als Hilfskantoren zu erfahren. Wem Sie die Etatssumme aus jährlich ö Stipendien verteilen, dam geben Sie die Möglichkeit, dah 5 jüdisch produktive Menschen neu erstehen, die «inen Mittelpunkt des religiösen Lebens in de« kleinen Gemeinden abgeben. Au» diesem Grunde md weil ich der Meimng bin, dah in der religiösen Erziehung Genügendes nicht geleistet wird, möchte ich bitten, dah der Rat in Zukunst Sichtbares in diesem Bezirke tut. Ratsnntglied Prof. Dr. Elbogen: Wir haben da» Geld nicht nur ausgegeben, sondern den Bettag sogar überschritten. Wir habendemtragt. den Beittag zu erhöhen, damtt wir mehr »ach dieser Richtung tun kämen. Wir sind im Prinzip mit Herrn Wiener einig. Der Rat ist bestrebt, in dieser Richtung möglichst viel z» leisten. E» handelt sich darum, dah. wenn in einer Gemeind«, kn der mr wentge Familien leben, zu den hohen Feiertag«« Gottesdienst ftattfinden soll. «» nicht notwendig ist, irgendeinen hergelaufenen Menschen kommen zu lassen, sondern dah «in Gemeindemttglied e» übernehmen kmn vorzubeten, dah e» dafür richtig ausgebildet wird md einen würdigen Gottesdienst abhält. Präsident Stern: 2ch nehme mnmehr an, dah der Titel „Ausbildmg von Lehrern und Ranloren" angenommen ist. — Dann tommt der liberal« Antrag bezügsich der pädagogischen Akademie: „Der Rat wttd aufgefordert, dafür zu sorgen, dah im Laufe des Etatsjahre» alle Borbereitmgen getroffen find, um die Ausbildmg von Lehrern liberaler Richtung zu ermögllchen. Jnsbesmdere soll er alle» tun. um l 1. die Errichtung «ine» Lehrstuhl» für jüdische Religi««»- wisienschast an einer zweiten pädagogischen Akademie und die Berufung eines Dozenten liberaler Richtmg zu betteiben. 2. eine jut Ausbildung von Religionslehrern liberaler Richtung erforderlich« Anstalt zu schaffen." Heb« diesen Antrag wttd abgeftimmt. er wird angenommen. Der Antrag: _ . " ' .l.uül.-r-.v „Die Liberale Fraktion kann der Positiv« nur zusttinme«. wen» »ach folgende» Richtlinien »erfahren »irdr, 1. Die Inspektion-de» Religionsunterrichte» wird grmd» sätzkich svwohst Rabbiner» wtt auch Sehr«» üde«tra«n md zwar, solchen, die sich im-Lehramt bewährt Hab«,. 2. Der Inspektion» bericht soll injedem Falke auchden Inspiziert«« mitgeteilt werden." wird angenommen. t Präs. Stern: Damtt kommen wir zu dem Titel ,Hür die Wissenschast der Judentum,". Geselkschast pw Förderung der Wissenschast des Judentums 3000RM., Jüdische Akademie 5000 RM-, Gesamtarchiv der deutsche» Juden 5000 RM.. Jeschlwa erhöht auf 4000 RM.. Tttel 5 ist gestrichen. Statt Pmttt «-sollen »ach der Ratsvorkage 3000 RM. für da, Gedenkbuch des 'Reichobmdes jüdisch« Frontsoldaten gegeben «erden. Ratsmttglied RAn«. Dr. Klee:- An dieser Stelle istdas bestimmt nicht beschlossen. ' Abg. Rareski: Sie kömen nicht da» Gefallenengedenkbuch mtt d« Etikette Wissenschaft der Judentum» versrhen. Ich bitte zu diesem. Pmtt um» Wort. , ' Präs. Stern : Ich nehme an. dah Tllel 1—5 angenommen sind. Abg. Rareski; Ich bin genötigt. mich «gen diele» Antrag zu wenden: ersten» au» formelle» Gründen, weil auch hi« wjed« sich etwa» gezeigt hat. «a» bisher in »*fa«x gotiM« Bestand»* geschäftsführung nicht vorgekommen ist<Auch hier, sind am. Freitag in den Beratungen de» Haushaltsausschusses bestimmte. Beschlüsse gefaht worden und gesteru abend ist prompt auf Befehl der liberalen Fraktion «ine völlige Umänderung der gefahten Beschlüsse vorgenommen worden. Da» ist nur da» Formal« und wärg nicht so wichtig Wir sind aber auch sachlich gezwungen. un» gegen dies« Foxdepmg zu wenden. Ich will üb« den Wert dttser Leistung nicht» lagen. (Zuruf) vielmehr ich darf darüb« nicht» sagen. Wtt sindgetzötigt. gegen die Form der Propaganda in diesem Fall.Ei»spx»ch zu erhebe«. weil ste mtt unseren Begriffen von der Wahrung jüdische» Würde nicht zu vereinbare» ist. (Sehr richtig! Hört, hört!) Wer sind nicht der Meinung, dah unser Anspruch auf staatsbürgerliche Gleichberechtigung damit begründet werden muh, dah.»» eine gewisse Anzahl von Tote» gewissermaßen zu liefern. haben. (Sehr ttchtigl) Und wenn Stt vielleicht gegen diese» Ausdruck ofnige.Bedenken haben —. ich Hab« sie auch — so habe ich' diese» Ausdruck mtt Bedacht gewählt, weil ich damtt die Veröffentlich««» geiheln wlll, die un» vorgelegt worden ist, in der da» geschmackvolle Wort steht, dah 12000 Gefallen« bereit» gesichert sind. Wtt Erheben Einspruch »egen da» System, und infolgedessen können wtt dle Mittel, die für eine derartige Arbeit verlangt werden,' ohne dah wir un» im gegenwärtigen Moment üb« ihren Wert LUhetn wollen, nicht bewilllgen. Wir beanttagen auch hierfür namentliche Abstimmung. Abg. RAnw. Dr. Elkele»: Meine Damen Und Kerreirl Seit üb« z«hn Jahre» steht der Reichsbund jüdischer Frosttso^aten in schärfstem Abwehrkampf. Er hat er sich imm« zur befandet«» Ehr« angerechnet, dah « bei dttsem Abwehrkampf sich auf alle Teile des Judentums ohne Unterschied der Richtung stütze» konnte.^und dah auch di« Rameraden, welche auf zionistischem Standpunkt standen. seine Abwehttätsgkttt nicht nur gebilligt, sondern tatkräftig unterstützt haben. (Lravol) Er hat ferner die Freude gehabt, zu sehen, dah auch von Seiten der jüdischen Und der nichtjüdischen veffentllchkeii seinen Bestrebungen «röhte» Wohlwollen entgegemkebrachi worden ist. Und da» bezieht sich besonder», auf da» Werk, für dessen Unterstützung der Reichebnnd jüdischer Frontsoldaten' diesen Antrag an da» hohe Hau» gerichtet hat. Meine Damen und Herren, «'wäre aufrichtig«, e» wäre ehrsicher, e» wäre anständig« gewettu, wenn Herr Rareski «rllärt hätte (lebhafte Unruh«)': Ich wM o«N Wert dieses Buche» nicht anerkennen. Dann hätte. sachlich widerlegt, was er gemeint hat. Ls ist ünt« alle« Umstände» pettverfsich zu sagen: Ich darf mich darüber nicht äußern. um hinten herum anzudeulen. dah man de» Wett einer AbwehkbewegUstg nicht anerkennt. Da, heiht. sich rnsammenzntun mit de« schärfste» Fttndea' VeS'Judentum». (Zuruf: Wieso?) Dtt R«lch»b»»d§ jüdischer Frontsdldaten ist an diese» Wett herangegangen, nachdem von'antisemitischer Sette die Behauptung ausgestellt worden ist. «, sei nicht wahr, dah 12 000 Juden gefallen fett», sondern höÄten» -4500. Wenn Herr Raresll meint, es vertrage sich nicht mtt brr Würde de» Judentums, diese Agttalion zu treiben, so darfich darauf Hinweisen, dah nicht nur der gröhte Teil d« Gemeinden und der jüdischen Organisationen, sondern auch nichtjüdischer Organisationen es wiederhott betont haben, wie wichtig im Interesse de» konfessionellen Frieden» die AuUellnng einer solchen Staffs» stt. Pü» ist mlr z. B. von dem Borfitzenden eine« Rrietzsbeschüdigirnverbastde»

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