Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Journal
- Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- 5 (30.6.1931)
- Date
- 1931-06-30
- Page
- Seite 39 (sequence 39)
- Language
- German
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all« Richtung« Hab«, die stch mit dem Paläftinawerk und dem ÄJMfiTiÄ bah «»« SK «SÄ £« «? »r-nistische Rabbiner w wirt«. 2ch «UI damit nicht die Bedeutung einer Weltanschauung vertleinern. 2ch gebe «. daß die »ioniftische EinfteNung einen Rab- »i-ur i* -<^N«.»ich«ng außerordentlich beflügeln kann, «der damit ist nicht gesagt, daß « «in« »ioniftischm Rabbiner al, sol. chm gibt. gibt nach der Scheidung, die ein Jahrhundert hier gebracht hat. konservative und liberale Rabbiner, und « gibt unter d« Zionisten konservativ gerichtet- und liberal gerichtet« Rabbiner. Wenn Sie so wettergehen »oll«, «erd« Sie bald ein» liberale Volkpartei Hab«. Und der Rabbiner wird konservativzionistisch oder liberal »loniftisch sein. (Zuruf Zareski: Da« dürtte für Ihre Fraktion kein Gegensatz fein). Wenn « w einer Kampflifte kommt, bei der di« volkrpartri. wie « «b« gefagt wurde, einen rioniftisch-konservativen und «inen rionistisch-liberal« Rabbiner aufftellen will, so nehmen wtt für uns in Anspruch, daß wtt dm ein« Lehrer allein bestimmen, und wenn für die sonstigen Kulturträger durchaus die Trennung sein muh. so schlag« wir Ihn« als unsere Vertreter Rabbiner Dr. Korootd-Frankfurt. Koffmann-Breslau und Hoffmann^Frankfurt vor. Als Vertreter bmennm wir Dr. Freund-Lannover. Rosenthal.Köln und Dr. Altmann-Trier, al, Lehrer die Herren I. B. Levq und al, Vertreter Mannheim-Osterod«. Nachdem ich nunmehr diese Ramm genannt Hab«, richte ich nochmal« an da» Ha», die Bitte, dabei mitruwirt«. daß «ine Lösung möglich ist. bei der eine Wahl nicht lm Kampf um Nam« ftattiufind« brauchst. Adg. RAnw. Dr. »r«, lau er: Es gehört schon ein starker Will« daru. unter all« Umftänd« Sttett mtt der liberal« Fraktion anMfang« und unter all« Umstand« in allem, was geschiebt, der liberalm Fraktion die Schuld ru geben, dah der Herr Redner der «olkrpartei ohue die mindeste Veranlassung bei einem rein intern« Strett »wisch« Konservativ« und Bolk-partei di« liberale Fraktion, die daran völlig unschuldig ist. angreift. Ich kann zunächst einmal nur sag«, dah ich mich dem Einigungs-Wunsche meine, Vorredner«, d« wir al« verantwortungsbewußte» Mttglied der Versammlung seit 6 Jahr« kennen, nur anschlleh« kann, und dah wtt kein« Anlah Hab«, dm Strett »wisch« den Konservativ« und der Volkpartei ,» schür«. Wem, sich die Konservativ«! und die Volkpartei einig« »erden, werden wtt dieser Einigung («mn nicht etwa besondere neue Umstände eintteten), unsererseits kein« Schwierigkeit« machen. Run sind wtt wegen unserer Stellungnahme apostrophiert ward«, und ich möchte nicht, dah uns gesagt wird, wtt sei« ausgewtch«. Wtt woll« di« Antwort auf di« uns gestellt« Frag« nicht schuldig bleib«. Es handelt sich hier um kein« Parteifrag«. sondern um eine Frage, bei der man in all« Partei« rweiseln kann, ob die Wahl derartiger Kulturträger »u erfolg« hat nach Grundsätzen der verhältniswcchttechte» oder unter ander« Prbqipi« unter Berücksichtigung der Persönlichkett«, der Stellung und anderer Momente. Wtt Ihn« nicht unbekannt ist. war unser« Fraktton gewillt, «tsprechend dem Prinrip. das Sie (die Volkspartei) hier aufgestellt Hab«, vier Mandate für di« Rabbiner ,u verlangen. Wenn Sie nach dem Berhältniswahlrecht rechnen, Hab« wtt vier Mandate »u beanspruchen, die Volkpartei »wei und die Konservattv« gar keine». Da» wäre keineswegs, wie es uns gesagt ward« ist. eine Betonung liberal« Machtwillens oder «in« Vergewaltigung gewesen, sondem die Anwmdung des von Ihn« proklamierten Prinrip». Es (ft wetter gesagt worb«, bah. wenn die Liberal« Gewalt gebrauchen wollt«, sie beide Lehrerfitz« verlang« könnt«. Wir hoch« nie daran gedacht, solche Gewalt »u ’ gebrauch«. Wenn Sie aber über die Berechtigung zur Besetzung der Lehrersitze nach dem Proporz sprechen, kommt es auf «in« Frage an. die mtt Herr Blummfeld nicht beantwort« konnte, nämlich, ob die beiden Herr« der Poale Zion Hohn» tant« der «olkpartei sind. Ist die» der Fall, dann Hab« Sie A Mandat«, all» «ehr ak die Hälfte unserer 73. und «, ist nach dem verhältninoabttecht ein Verhältnis von 1:1 gerechtfertigt: im andern Falle Hab« Sie aber nur 36, all» weniger als 732 36,5. In diesem Fall« hätt« wir «in« Anspruch auf beide Mandate. E, hat sich aber bei «n, die Ansicht durchgefetzt, bah. wenn derartig« „Kulturträger" gewählt «erd«, man unter Berücksichtiguug der »ahlemuähigen Stärke auch auf die Persönlich, keittn seh« und auf die Tradition acht« muh und nicht schematisch nach der Zahl »erfahr« kann. Wir Hab« uns in Anbetracht dieses Grundsatz«, Selbstbeschränkung auferlegt, und von d« vier Rabbiner-Mandat«. die wtt nach der Zahl nt beanspruchen Hab«, verlang« wir nur drei »ad zeig« damit am best«, wtt wenig e» uns Bjgt irgend jemanden tu vergewaltig«. Ak» wir »ur Rachmittagssthung lamm, war« wir der Meinung, dah berügllch der anderen drei Rabbinermandat« «in« Einigung »wischen Konservativen und Bolkpartei erfolgt sei. Wtt Hab« dann plötzlich gehört, dah diese Einigung nicht »uftande gekommen ist. Unstrittig war ein konservatives Mandat. Die Wahl ron Herrn Dr. Horovitz ist nie bestritten ward«. E« ist fernerhin kein Anlah. der Volkpartei »u bestreit«, dah fie auch geeignete Rabbiner in ihr« Kreis« hat. und so werd« wtt al» fünft« Herrn Dr. Warschauer wählen, lleber den sechft« Her« werd« unser« Freund« nach ihrem Gewiss« befind«, eine Stellungnahme von Fraktion» weg« ist nicht erfolgt. Run öleibt noch die Lehrertrage. Hier hat sich unsere Frattion schlüssig gemacht. Bei der Prüfung überwieg«, so mein« ich di« sachlich« Gesichtspuntt« gegenüber den rein rahlenmShig« so bed«t«nd, dah e» gar kein Schwank« geb« kann. Herr Levq ist ein Mann, der sich de» ollergröhtm Anseh«» erfreut. der fett Jahr« - Mttglied de» Rate» ist. Er ist auherdem »»gleich Vertreter de» Kantorentums. Ferner sind wtt der Meinung, dah di« konferoattve Richtung bei der Vertretung der Lehrerschaft im Rat« berückstchfigt werd« muh. Wtt werd« asio für Her« Levq stimmen. Da» ist unsere Stellungnahme. — Sie seh«. dah wtt hier keine Gewaltpolitik tteib« und unter Abwägung aller Billigkettsmoment« unsere Wahl vornehm« werd«. — wenn Sie sich nich noch einig« sollt«, wogeg« wir selbstverständlich nicht» esiquwend« Hab«. Abg. Blumen seid: E» wäre auherordentllch bedauerlich. w«n es in dies-r Frage »u unheilvoll« Konsegn«»« kommen sollte. Ich glaube, bei dieser Angelegenheit kommt e» darauf an, dah wir uns alle ausfchsiehllch vom Gesichtspuntt des formal« Rechts leiten lassen. Jeder kann einmal Minorität sein, und wtt können zusammen nur leben, wenn wtt in dieser Verletzung Klarheit schaff«. Ich würde, wenn wtt nicht die ganze Zeit Strettigttiim hier hätten, glaub«, dah ich au» dem Herz« vieler Liberaler und Konservativer red« könnt«. Auf die Dauer wird es sich nur bewähr«, wenn man solche Frag« ausschttehlich mit dem Rechenftift entscheidet. Da» Ergebnis kann einmal geg« den «in« sprechen, ei« ander«. Mal spricht e« gegen d« andern. Di« Verbindung von Rechtsanspruch und Sentiment ist ab« dar aIlerschiimmste. Bei uit» (cm Lage können wtt nur mit einem Proportionalrecht besteh«: ander» ist er nicht »u mach«. Wenn Sie etwa» andere« tun. kommen Sie »u der merkwürdig« Sachlage, dah Sie über die Güte der Gesinnungen and«« entscheid«. Da» kann man bei Wahl« nicht. Ich kann von keinem Liberal« v«langm. dah « ein«, Vertreter d« Vollrpartei od« einem Konservativ« gefällt. Deshalb tönn« Sie hier kein« Präreden»faN schaff«. Die Lib«al« Hab« erklärt. sie beanspruchen von den Rabbinern nur 3 statt 4 Sitze. Wenn da» richtig ist. so ist da, dankmmvert und begrüßenswert. aber er muh eins feftstehen, dah Sie wirtlich nur entscheidend bestimmen über Ihre Sitz«. Denn in Wahrheit hat bei dieser Lag«, wie.sie Herr Dr. Breslauer darftellt. die liberal« Frattion nicht über 3 Sitze, sondern üb« 5 entschieden. Sie verzichtet »war für sich auf 3 Sitz«, aber sie nomini«t praktisch 5 Kandidat«. Da, ist die wirtliche Lage. Auch in Ihrem 2nt«esie und sin allgemein« Interesse ist das nicht »u begrüßen und ich. d« ich alle« tue. um dafür »u sorg«, dah wir »u einer Austragung unserer Gegensätze si» anständig« Form« komm«, verstehe. dah man bei einem Bruch de» formal« Rechts alle Mahnahm« für erlaubt hält. Da» ist da«, wowegeu wtt Juden uns in der ganz« Welt sträub«. E» könnte Ihnen esirmak leid tun. wenn Sie in diesem Fall abgehm von dem von Ihn« und uns proklami«t« Grundsatz der formal« Rechts. Die Lib«alm könn« beftimm« üb« ihre 3 Kandidat«, absolut, ab« st« können unmöglich mttbeftimmen üb« bi« drei and««. Auch bei der Frag« d« Lehrer setz« Sie das Recht au her Kraft. Er sind in diesem Gremium konservativ« Vertreter und sib«ake. Aber hier, wo auch Dr. Breslauer sagt, dah nach der Ausrechnung d« Bolkpartei ein Kandidat »ufteht. dürfen Sie nicht für uns über einen Kandidat« entscheid«, der Ihnen besser gefällt. Ich habe nicht die Ehre, den Repräsentant« der Konservativen ,u kenn«. Ab« ich kenn« den Repräsentant« d« Bolkpartei. Wenn Sie schon den Gedanken hinesilwerf« bei dies« Frag«, so weih ich aus Erfahrung. dah Steinhardt si, Lehrerkreis« esir große» Anseh« genieht. Ab« ich halt« diese Argum«t« für unerheblich. Denn ich kann hier nicht üb« di« Qualltätm eine» Kandidat« diskutier«. Ich bttt« Sie daher, nicht ,u sag«, dah die Partei« es unter sich ausmach« soll«. Gerade die Mehrhett ist d« Hüter de» formal« Recht,. Auf di« Dauer wttd die« für alle Partei« ,um Wohl« gereich«, und S« Hab« hier nur »u prüf«, ob unser Anspruch auf die Besetzung der »wei Rabbinerftell« gerechtfertigt ist. «b«so die Besetzung d« ein« Lehrerftelle durch uns. Die Volkpartei könnte stch sofort einig«. Mau soll Rechtsttagen nicht durch d« Kuhhandel entscheid«: Sie «sing« sonst -uhersachllche Momente in unsere Debatten hinein. Ich habe Her« Dr. Breslau« übel genommen, daß « gesagt hat. dah « auch für Dr. Warschau« stimm« wird. Da» heißt mtt aud«« Wort«, dah di« Ltb«al« auch da» sechft« Mandat mttbeftim-