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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1931-06-30 · 5 (30.6.1931) · p. Seite 17

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
9 (1931)
Issue
5 (30.6.1931)
Date
1931-06-30
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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— 17 — IK von <5taat«BcifcHfen, sondern ein Sanbttunianbi der in Prenden da, gesamk jüdisch« Leben der Welt «iMrspstgest, soll» sollt« <* fit selbstverständlich hakt«, nicht nnr de» Kampf für die Inden in Drntschlnnd. sondern für die gesamten «echte der Inden «tt führen. Da, tun dst englischen Inden, die amerlkanischen Inden, di« franzöfksch« Inden »sw. Hier in Dentschland lebt «in grobe, Indentnm. gröber al, die Judenheilen in Westeuropa, mit groben Energien «nd Oualltät«. Und Sie schallen sich aus indem Sie e» verbinde«. dab die einzige grobe Gesamtrepräs«. tan,, di« wir haben, den Gesamtkampf um jüdische« Recht in- und auberhalb Deutschland» zu dem entscheidenden Inhalt ihr«, Tätigkelt mache. (Zürnst von der Bolstpartei: Au» Ghettoangst) Er ist unbegreiflich, dab ein solcher Landerverband eristiert und sich Kampf, hast hütet, dort anstntteten. wo er er zunächst tun müht«/ dort nämlich, wo da. Recht und di« Triften, deutscher und preubischer Juden gefährdet ist. Warum Int der Verband dar? Well Sie (zu den Liberalen) alauben. dem Tentralverein deutscher Staatrbürger jüdisch« Glauben, lei«, Konkurrenz mach« zu dürfen. Wenn e, diesen Verein nicht geb« würde, «ürd« alle oder der gröbte Tell von Ihn« nicht rögern. dies« Kampf um di« jüdisch« Rechte auch zum Inhalt der Tätigkeit de» Landesverbandes zu machen. Wir bestacht« es al, «ine unzulässige Voranstellung von Parstiegoirmu» und von reinem Organisationsparttkulorirmus, w«n Sie au» Angst vor Schä. digung de» E«stalvereln», der «ine rein parteimäbige Organisation ist und sek» will. b«n Lande»verband seine» wichtigsten Inhalts entkleid«. Sie tftmtm den Tenstalverein nicht zu dem mach«, war der Lande»verlxmd hätte sein kbnnen. Sie kbnn« e, nicht, well wir dem Verein nicht angehürm und neben uns noch andere nicht. Sie kbnn« e» nicht, well dieser Tenkalverein nicht dch» Recht hat. im Ram« der deustch« 2«d« ,u reden, well ein grober Tell der deutsch« Juden dem Verein nicht angehbrt «nd er auch ein« gro» b« Tell aurschkebt. da er seinen Abwehrkampf verknüpft mit einer parteimäbig« Ideologie, von der ich hier nicht d« Rachwei» führm will, dab er durch diese Ideologie die Bast» für unsere Gleich berechtigung erschüttert, well er die Gleichberechtigung verknüpft mit dieser Ideologie, «nd well er die Gleichberechttgung nur unter Bedingnng« imerkennt. Dieser Tenkalverein repräs«ti«rt nicht alle deutsche Jud«: «r kann e» auch nicht. Mt welche« Recht nimmt « also da» gesetzmäbige und morallsche Recht zur alleinig« repräs«- tativm Derttetung der d«tschen 2»d« für sich in Anspruch? Ich beobacht« d« Kampf, d« der Tenstalverein seil Jahr« kämpft, ziemlich genau, wenn ich auch nicht über alle Interna informiert bin. Wichtig für die Benrstllung «in« solch« Kampf«, ist aber der Eindruck auf Aubochehende, jedenfall» wichtiger al, der Einbruch d« Sie Hab«, die in diese« Kampf dauernd steh«. Wenn man die Gesamtlage de, deutschen Judentum» übersieht, dar ein« der gefährdetsstn Iud«tümer ist. so seh« wir. dab diese Lage von Jahr zu Jahr schwächer wstd .Zu dem Abwehrkampf gehört in erster Reihe die geschlossene Einheitlichkeit aller deutschen 2ud« al» Boraursetznng. Sie (zu d« Liberal«) red« von Einigkeit, und w«n wst jetzt komm« und sagen, hier gibt es «inen Landesverband, zu dem alle Jud« wähl«, verlegen Sie den Kampf um jüdische Rechte in dies« verband, «a» kann es Besser« vom Standpuntt der Einigkeit g«b«? dann sag« Sie: ..Da» können wir nicht." Herr Dr. Well sagst, man Anne nicht Bestehende» zerstör«, so lange man «ichst Besser« habe. Man zerstört aber immer, wen« man Besser« baut. Sie könnt« morgen d« T«stalver«in anftvsm. Leit« Sie seine Funktionen ans b« Landesverband über. Dort Hab« Ae eine überparteiliche Organisation. Wenn « Ihn« ernst ist mit dem vegrift der Einigkeit, so akzeptier« Sie unser« Bo» schlag. We«n Sie ihn oblehn« rugunft« de» Tenstalverein», so Hab« Sie bewies«, dab da» Gerede von der Einigkeit bet Ihn« wirkllch nur ein Gerede ist. (Händellatschm bei der volksparsti. Zisch« bei den Liberal«). Präfid«t Stern weift nochmal» darauf hin. dab Beifall»- Suberuuä« nur d« «bgeordnest« gestattet sei«. Er bittet die anwesend« Zuhäver, diese Geschäfstordnnng g«au r» beacht«. Die 38 zioniststch« Dam« »nd Herr« hätt« genug kästige Lände, um Beifall -z» klatsch«. Abg. Rabb. Dr. L» ff man«: Mein« Dam« und Herren! Rachbam «ehr allgewein-weltanfchauliche »nd politische Gedankengänge hier «twickett worb« stnd, lass« Sie mich dl aller Ruhe und Sachlichst« « einigen Frag«, die ta» hier beschäftigen, mehr nach de, praktische« Seist hin Stellung nehmen. Ich werd« daher nicht sehr interessaut sein, ich will es auch gar nicht fei». Vielleicht kann ich aber doch einig« fruchtbringende Gestchtspunfte zu den auf der Tagesordnung stehend« Frag« anreg«. Bor allem tat Frag« d« Indengesetz«. (Bt erfüllt ux» mit tie- J. f«m Bedauern, dab Me Regelung de» Judengesetz« so schkeppwtd vor sich geht. Eewib «üss« wst mtt Imponderabklstn recha«: der Rat sollst aber doch all« daran setz«, damit «blich einmal dies« ««setz herauostmmt. Die dring«de Notwendigkeit. unsere Rechst, oerhältniss« ,» regeln, kann vielleicht durch «in Faktum beleuchtet werden, von dem ich vor einig« Tag« Kenntnis erhalt« habe. Vor einig« Tag« ist eine Entscheidung de» Ober-Berwaitnngsgv-' richst ergangen, welche klipp «nd klar besagt, dab gewisse Rechst, welch« katholischen und evangelisch« Geistlichen zufteh«, — « handelt sich da um «ln« Begünstigung bei der Han»zin»sstuer — den Rabbinern nicht zustünd«. «eil im Sinne d« Gesetz« Rabbiner nicht al» Gestlich« angesproch« «erd« könnten. E» handelt sich für un» nicht um d« materiell« Inhalt dieser Entscheidung, sonde« um Mn Geist, von dem eine solch« Entscheidung diktiert st. Loft«tlich wird da» erwartete Jndengesetz ähnliche Entschei- . dnng« staatlicher Behörden kn Zukunft unmöglich mach«. / Ich komme tum »weit«: zur Frage der Vertretung der Jud«. hett nach aub«. Um « gleich zu sag«: Ich stehe in dieiem Punkte durchaus auf dem Bod« der volk»parteili«h« Anregung. (Bravoi) Wen« früher Mein»ng»verschstd«heit« darüber bst and« Hab«, ob «ine allgemein« Vertretung der Interest« der Jud« nach aub« hin notwendig sei. so glaube ich. dab heust eine solche MekmmgrverschiÄstuhett nicht mehr bestehen sollte. I« einer Zelt, in der die polittsche Atmosphäre mtt Spannungen gelad« st. in einer Zeit, in der der Kampf gegen Jud« und Judentum Dag für Tag Hätzlicher«. bedrohlichere gefährlicher« Form« annimmt, in einer Zeit, in der di« jüdisch« Gemeind« und Gemeinschaft« Tag für Tag wachsend« wirtschaftlichen Schwierigkeit« gegenüberfteh«. sollst die Rotw«digkeit einer kaftvollen Berttetung nach anb« hm nicht mehr strittig sein. Ich will hier nicht über d« Tenkalverein sprich«, will 'auch nicht seine Verdienst« auf manchen Gebiet« schmälern, aber « must doch gesagt werden, dab er eben nnr ein Bevein st. der parteipolitisch abgestempelt st, währ«d der Preubisch« Landesverband. solange wir eine Reich»organisation nicht besitz«. die repräs«tattv« Vertretung aller preubisch« Jud« ist. SBoftf brauch« wtt denn überhaupt diese» jüdische Parlament? Warum genügen uns nicht Brrwaltungskommistion und Haushaltsausschub. wozu brauch« wk hier r«räsentative Männer an» allen G«g«d« Pveuben». wenn «K nicht dm Mut und die Kraft Hab« sollt«, wenn e» not tut. auch «in laute» «nd entschiedene» Wort nach auben hin zu sprechen? (Gebt richtig!) Mein« Damen «nd Herr«! In solch' schwierigen Zeitlänf« st e» umso «her gebot«, «n» auf unsere inner« Sicherheit «nd Stärk« zu befinnen, nach gekstig«. nach sittlich«, nach rellgiösen Bollwerk« Ausschau zu halten. Wo finden «kr sie? Rach einem schön« Spruch unserer alt« Weis« «erden di« 2ug«dbildner. die der Heranwachsenden Generation di« Kenntnis de» Judentum» vermitteln, die Wächter der Stadt genannt. Solche Wächter brauch« »st Must mehr denn je. Leust st « mehr Mim je notwendig, für die jüdische Schule «dyutret«. dst jüdischen Schul« auszuban« und die religiös-kulturell« Bildungsanstalt« z» ststige«. In dstfern Punkte befinde ich mich daher im Gegensatz zu Herrn Kareski. Ich glaube, an jüdisch« Blldnngsanstatt« kbnn« wir wohl zu wenig. niemal» aber zu viel Hab«. (Zuruf: Wa, mach« Sie aber mtt Mn Lehrern?) Ich komme gleich dazu. E» war auch davon di« XeM, batz manche Hörer der Rabbinerseminar« spästr vielleicht nicht Rabbiner werden «ürMn. Ich glaub«, da» wäre st in grobe» Unglück. Im Gegeuteil, es wäre nur von Ruh«, wenn «s in Mn Gemeind« recht viel« Mensch« gäbe, dst d» der jüdisch« Lehre tüchtig beschlagen sind und in» befand«« auch auf talmndkschem Gekiest «in beträchtliche» Wist« besitz«. War cs doch immer unser Stotz »nd unsere Stärk, dab »st kein« Unterschstd kannst« putsch« Priestern »nd Laien, dab «st immer bestrebt war«, die Kenntni» de» Jnd«t»m» zum Gemeingut AVer zu mach«, von Nutz« wäre di«, auch für die Rabbiner selber. Denn da» gestigreligiöst Niveau der Rabbiner kann nur durch religiö» mstressterst und jüdisch gebildete Laale »atim geh ob« werden. Sorg« Sie dafür, die Kenntni» der Thora in offe Kreise hin«inzutragen, bl* Gemeind« werden daran erstark«. Ich möchte hier ein Wort sprechen über dst Lehrerbildung», frage. Wst «iss«, dab seit Jahr und Tag koiyentrisch« «ugrifst geg« da» Lehrerseminar kn Köln gerichstt «erd«. Ich mub laoe», metne Wahrhektolliche »nd meine Kenntni» der einschlägig« Berhältnstst gebiet« mir. hier zu erklären. dab dies« Angriffe nach meinem Dafürhalt« kaum berechtigt waren. E» ist an diesem Lehrerseminar tu Köln viel gesündigt worden. E» mögen dort Fehler gemacht word« sein, aber ein« Lehrerbildungsanstalt, die seit viel« Iahrzchnstn zu« Seg« de, Judentum« gewst» und B«d«stnM»

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