Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Journal
- Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- 5 (30.6.1931)
- Date
- 1931-06-30
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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— 8 - ftm — N e» Me CcMcteM, Me der Herr Zwychmruser. so «at mll *dmmt ist. noch al» Vorsteher »«rtiitt irnb die doch sehr erheblich mt «eiträgm im 9t«dÜxb< ift, {di es eine «de« Atattmbe. Diese Gemeftdm habe ich nicht im Ln««: st« Werde« sekbllverständ lich ihre» Zahluugsverpflichtungen restlos »ad ohne «billige DertSgeküng Nachkommen. 2m ««re habe ich den erschütternden Zustand. hast tf grohr Gemeinden gibt dir ihre» Berpfllfrttmgm selbst «m, dem Ltatsjahr 29/30 bisher mit keinem Pfennig «achgekommen find. Ich kann den mahgebmdm Stelle» — sei es dem rem« Zwisthmmfer. sei «, dm sonstigen Perfbnlichletten. die im alten Rat a» dafür verantteortllch«, Steve gestanden haben — den Borwnrf nicht ersparen, dah die Hemm e» nicht veehMdm Hab«» ihre rednerische «egab»»g in dem Mähe anspülben. dah sie damit a»ch Erfolge gegenüber de» säumige« Zahler» errftitea. (Brave bei de» Liberalen). Eine schütter« Kritik, «I, ich sie mir an de« Mahnahmeu de» Rate, hinsichtlich jmer Unterlass««, g» «lmdt Hab«, hat da, Raftmüglftd Herr Dr. Klee ft sein« Ansfthmng« geübt. Er sagte, wii «ollen mit allen gesetzlich ftlässigm Mahmchmen geg« die sänimgm Zahler Vorgehen. Bravo. r»f« «ir. War»» aber soll da« erst letzt geschehen? Warum beöomm« «ir «in« Etat vorgelegt a», dem gar nicht erkennbar ist dah derartige Riesenrückftänd« Vorhand« sind? Wir «r«art« von dem neuen Rat dah er sich einer solchen Krttit mit sie hier »u üb« P. nicht anssetz« wlld, indem er mit de« gehörigen Rach druck und grhherer Willenskraft die säumig« Lerbandm^meinden rur Erfüll»« ihrer Veittagspflicht «halt« «ird.E»«üre allerdings tragisch. «em> Mi «mer grotzm Gemeftde wegm diese» Zwanm mr Zatzlupg Platz greift» würde». 3fr bi, ftftFrrund solcher Eröatenmg« über die Krag« der Zweckmähigfttt oder Un- »weckmähigkett Ms Austritt« »»er Seme«»«. Ader »ich schreckt vor alten Ding« ein«: .Wen« unsere Provin-gemeindm — nehmen Sie i. ». Die Lifte von Oftpreuhen vor. «inschlfthllch Königsberg — wenn dieft Eemeindm ihre verdammt« Pflicht und Schuldigkeit restlos tu«, dann könnten sich diese pflichttreuen und opferbereift» Gemeinden am Lude einmal die Frage vorleg«: soll«, «ir «och «höhte Umlage» leiste«, damit ander«, »ftlfticht gröhere Gememden ihre Umlagen erspare»? Zu diesen in der Form vielleicht etwas schatten Ausführungen würde « nicht gekommen sein, wenn nicht jener persöuliche Zwischenruf mich dazu veranlaht hätte. Ad« in der Sache hätte ich auch sonst nicht ander» sprechen können. Indem wir damit begonnen habe», die Sonde der Kritik an die Mahnahmen d« bisherigen Raft »u legen, müssen wir den Grundsätzen der Gerechtigkeit folgend, erttären: jeder preuhische Jude, der gute« Willen, ist. wird freimütig anerkennen Müssen, dah der Landesverband nüd uameallich der Rat in bedeutendem Umfange positiv« und «ttolgreiche Arbett geleistet hat. Wir gebot der Erwartung Ausdruck, dah der neue Rat ins»weit in gleichen Pfaden wandeln wird. In dftftm Zusammenhang haben wir an den un» ünftrbreiftten Dorschlägen besonder, ru brgruhen, dah der Rat in Würdigung der Rot der Zell es für richtig gefunden.hat die Subventionen an die leistungsschwachen Gemeinden beträchtlich t« erhöhe«. Wir freuen uns darüber. Md wir hoffen, dah ttotz des «ns angedrohten Abrug, von 20 * dft Summen restlos an die Gemeinden ansgeprhlt werden. Wenn wll unsere volle Zustimmung pl der Erhöhung der Subventionen erklären, die der Verband au» eigene« Mitteln, also au» den Mitteln der Verdandsgemeindm. den leistungsschwache« Gliedern uns««. Verbände» »nwenden soll, so haben wir andererftift nicht minder de« Rat unftre dankbar« Anerkennung namentlich auch darüber mm Ausdruck « bringen, dah er es »erstanden hat auch auf de« Fiskus, auf de« preuhische« Staat de» gebotenen Linfluh ausmSben. sodah auch in diesem Jahre mtt »ftmkich bestimmten, auch hinsichtlich der Höhr bestimmten. Beiträgen aus Staaftmitteln m rechnen ist. Wll erkennen es dankbar an, glauben aber doch de« neuen Rat «ine besondere Direktive auf de» Weg mttgeden r» solle». Bor einem Jahr habe» wll von dem damaligen Refermft» de» Rittes gehört dah. soviel uns auch der Staat gebe» mag — es himdett sich um ein paar hunderttausend Mark — das doch noch nicht o«m, Bruchteil desjenigen Bettage» darstell«, welcher an» nach paritätisch», Grundsätzen rufallen mühte. Wenn wll Jude« «in Probat de, deutschen Volkes in Preuhen ausmache», so haben wll selbstverstäublich Anspruch darauf, dah der preuhische Staat auch in diesem Verhältnis den jüdischen Belangen Rechnung ttägt Md sft nicht schlechter behandelt als dft evangelischen Md dft kothnlisch^ Hab ncm wll ftftstekftn müssen, dah dft m» rugeweudefta Stuttsbeihilft» weitaus geringer find, als sie nach der angegeben« Ber. häüuftrahl sei, mühten, so ettnnem wll uns "der MMeÜngg Herm Ratsvertreftr, tm verga«genen Jahr, «««ach ftftest Mgttiudete« BorstMuug«« im MllMerium entgegengebätte» worden fst^ 3». dft «»«gelklchen und dft kattwUschtü KllchM hüte» ansgewissm Rfthtrgrüuden einen Anspmch aus höhere «erückstchtigumt »ämssch deswegen, weil es km Jahre ISOS ru gewisse» Säkulattsatimmr ttUmmtm ftä Zm Jahre 1803 konnte e» ru Säkularisatiom» geg müder Sm>n,,gm gemeinden allerdings nicht komme«, well wll dm»ak» »vch nicht einmal da» InMnedM..hatte». Sch mefta «M*. Ml Mt* artigen «uffasiuugen irgend «ine» «ftUmftldmmte» »8 ftärkere, Rechllargumeut« mtgegmertaetm mAm tarn, wvm darauf hstmewieft» wlld. MH wll Juden -schon -von Jahre» früh« Md dauernd säkularistett worden fttü». DäU BlltztSgen unser« Glaubensgemeinschaft wnrb«. kmche vor ihr« ststMichm A»erke»mmg. in «wergftichlich härterem Mühe voch Staat m Anspmch genommen »nd enteignet aft jemals äulh stur «atfctftf den Auders gläubigen »ugrmuftt «erde. Bei m llr Klftigjfrttg wird noch Heu ft «in Affe «usgedolln «ru, der Berliner ProgÄdw- Manufaktur, den nnftre Glaub me genosfm im 1». SckhthMidttV habe« anbruftn müssen, um ihr Geld in -die Lasche de, Flsfte ru leiten. Mtt allem Rachdmck wird der «nt »seren Rechttosisprach vt verttete» und aufseine «erwirklicheng' m drftgm habe«, dah der Staat seine wirtschaftlichen Beestflichtüngm auch " uns««« jüdisch«» Belangen in restlos paritätische« 'Mähe nach' - kommt ivv'- -- Wll begrübe» cs andererseits; MH emch von Stacktmvegen letzt endlich entgegengetreten «erden so» de» H««ch Würdigung »nserer religiösen Eim»fftd»»gm — ich sage bewnht: «fteer. denn ftenn aufgellefta wird gegen dft Herabwürdigung ftde» vttigBftn Empfindens. so datt ich Mpon «mgeh«». bah hftrbet - ba* jüdische Empfinden in keiner Weift ausgenommm. «erM». wlld. «ir fre* grüben es. dah endlich auch der Staat pan Zch Mw .»fmlletm gewttlt ist gegen ftne Herabwürdignng religihftst Empfind Oft» üwlche n. a. sich breit «acht unter de» Deckmanfts titttt freie» Pfrlkustgs. act, vor der an sich wir ftlbst. »amentlich «ft Libeeaft». unsere Reverenr tu erweisen niemals uns emigerg «igtzm. Wll uermahrm un» aber dagegen, Mh «tt« ftgem Destmanftl »ersticht -wird das. was »u» als heilig Md «habe» gilt i« den Staat» » frehm Diese Tribüne erscheint »«» alftttzum». geeignet , »ftre Wünsche und »«ftre Ansprüche gegenüber dem Staat nicht nur agf materiellem Gebftt anrnmeldea, londem «amyMch »nd »«ade «fr auf seelttchem Erbiet Und insoweit meine jfr e»lld nicht ui «in»Wart sondern «in ttäfttge» Wort ru sage« fein über di« Behwedlmeg. dft nnftr Verlangen «ach einem nenm Iudengefttz bei dm-staatlichen Funkttonäre» gesunde» hat. E» gfrt nicht ». dah «i» dft wll Steuern »ahle». abwarten müsse», bi» iegeadei» llmger Assessor im Lultnsminifterium dft Mögllchfttt »efmch« hat. ,fich hinlänglich in dft Maftne einrmukbeiftn. Nachdem dio ftathollte» ihr Lonkordat haben, nachdem es überhaupt nur »ach »on einer Sftllungnahme der evangelischm Kirche ebhüugt eemm ihr Vertrag mtt dem Staat »nftandekouwtt. stehe» wll so da. dah eill nicht einmal wissen, ob »u» auch nur «in Reftreuftwenttoutt ans dm Tisch wird gelegt werden können. Zu langsame« «arft» haben wir m der Tat kein« Zeit. Wenn etwa» Derartiges schau in der «ota Grimme geschieht em, soll da« geschehe«,, we» estr ei» Lahe älter sei» werden? Werden enr nicht da« am Ende «in solche» Iudengefttz vorgefttzt erhallen, wft e, um Seift» et»» Herrn Feder ausgearbellet ist «d Mi «w in Köntmbeeg melleft» »ftd vo« einer ftaaftrochttiche« Autorität wft. Mm Prime» «ugust WUhelm von Preuhen? Da» hälft» wll ftttwatztz mtt elftem Gefttz Mtreffeud dft Rechtloligftilloerhälttrisft Mr I»den ft Poe», be» ru rechnen. Wll wollen vorher ein ander», Gesetz, ein freftfr da» unserer Glanben». und °Nrnlchm«ürt,s Tfnfr—iiu trägt. Wll vertrete» hierbei M» Standpnnkt. MH ee ftfrtk M» Raft» ist. dft Menschenrecht« all« ft Pmnhm ftMudest Juden m wahren. Da MM» wll mrnehmlifr «mch a»f Me «fthütMtüstst»- ftam hinruweiftn. Wft Um «»glich, ist m denkbar, dah Mensche«. i-brel-nge »erwmmftng in Mm dmtfchen Rgwrrbgben tatsächllch ftlftrell ft Deutschland «ftgMitegett fd». dft ftsMw &**triM#««fr«^^“»«MfHfrhiitg«i »üfrvlonnnm sftd. dft rechtllche «nbüegmmg ftdigülh Mgh«» vfrs-at werdm km», well st« Jude, fftd. «nd ft «ufestMrem Mahr' gilt da» von jenen segenannftn Sftaftnlosm, dft mm-Lttk hetstMmm m» unser« ahgellmntm dantsthm. Vebftft»ich badt MMt an nnsmm Osft» — Mr tüm - »»-herstämuekn au, dm abg«ll«tmm «ebfttm d« im Kriege mtt u»