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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1931-06-30 · 5 (30.6.1931) · p. Seite 3

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
9 (1931)
Issue
5 (30.6.1931)
Date
1931-06-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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MriMlt 0t«*, km Platz kcs Präsident«* einplnehmm unk dann gleich die ädrig«* Wechle* oorpmehmn. iveifalft. Präsident Ster»: Mein« sehr gechrstn Damen mk Herr«! Der Dorf, de* ich Ahne* dafür «u^reche. datz Me nür wieder- «m da» Vertrau«* geschenkt haben, Ihre Verhandlungen zu leiten. josi nicht durch warte, sonder* durch die Tat a»«stattet werden. Die Ehre, die Me mir erwiese* haben, ist dar»« eine noch grätzer«. «eil Me damit ein« Wahl wiederholt haben, die Sir fdton in den vorigen Berbandstagm «»»gesprochen .haben. Ich darf dar«»» entnehmen, datz Sie mit kt* Gruüdsätzm «einer verbandlmg»führmg einverstanden sind, und ich »erd« «ich de- «äh«, auch »eiterhi» fo ü verfahren, aic «in Präsident ver. fahre* «uh: obstttt» gerecht, mit der notwendig« Energie aber auch srntioer in «odo. Meine sehr gehrten Damen und Herren! Ich «ächte gleich »ne Abkäyusiä Ihnen mittest«. datz nach dem. »ud ich i« Neltesstnvat «fach«» habe, fohpr^e Vorschläge für da, Präsidium «orkstgen. wobei «ach der Stärte der Fraktionen di« «olkspartai den ersten. die konservativ« Fraktion den zweit« Stell- Vertreter strfltz die liberale Fraktion den erste« und die Volk», partei de« zweitrn Schrtftfährer. E» isi »»rgefchlagen HerrKolstge Kollenscher ach erster stellvertretender Präsident. Herr Direktor Morr-Königsberg ad zweiter stelkertreteicker Präsident. Herr Rechtsanwatt Dr. Elkeles-Verstn ach erster Schriftführer und Herr Dr. Wäsche lassen zum poeitm Schrtftfährer. Meine Damen und Herren, «erden ander« Vorschläge gemacht? Wenn da» nicht der Fall ist — «ud cs ist nicht kct Fall —. dann erkläre ich die genannten Herre» für gewählt und bitte die Herr« Kollegen, «cm sie e» vorziehen. hier oben Platz zu nehmen, auf all« Fälle' die beide« Schriftführer. Da» vüro ist damtt « »t« « —« nmytmnen. Meine Damen »nd Herren! Bevor «ir in die sachliche Debatte «intreten, habe ichleider noch di« traurige Pflicht, die Per. sonen der Männer in Ihr Gedächtnis r»räckr»r»Fen. hie der fräh«en Verwaltung angehSrten und seit unserem letzten Zusammensein nn» durch de« Tod genommen sind, «u» dem SccMmkstag«, der bi»'vor gang brr»er Zelt «och verschont «ar. ist in den latz. len Wochen der Ihnen allen bekamt« und von ms hochverehrt» Kochmergstnrat Görst* Mmon htmoeggenommen worde«. Der Hat Muupi dcw vini)i jvWi aniigiwci, vnfcitt qthfufc iw Ostber» mk Eugen €mmm. Aste deri Männer stunde» nicht mr in den «weiten de» Landesmrbande», sonder« überhaupt im dmtsche, Iudeutu« an vorderer Stelle. Eerfon Simon lange Jahre in der verkbwr vemeindeuevualtnng. auch al» Vorsitzender der Berllner Gemeind«. Hugo Ostberg al» Mitglied der Repräfeutanteuversammiung, dann hier de» vale», und «ndstch Eugen «luspary. der Schäpfer de» grohen »erüner Wohlfahrtsamtes »nd an führender Stell» iu der Wob« Arbeit de» deuflchm Juden, tum». Diese drei Mäuner lind Ihnen allen bekannt. Sie habe« ihr.Vesten gegeben fär die tfUrftfo Gemeinschaft, jeder an seiner Stttst. Hngo Ostberg ist Verhältnis mätzig sehr früh, noch mittm im Aufstieg, von un» genommen morde«. Engen Tasparg. im letzten Jahre durch körperliche» Siechtum schwer gepeinigt, war ei» Mau*, der sich dem Greismalter näherte, und Eerfon Mmon obwohl änherflch noch frische »an rheinischer Kraft und rheinischem Humor, war ei» Mann, der ein »olle» und vollendete» Leben hinter sich hatte. Es sind drei scharf »mrifsen« Persönlichkeit«. die in Ihr«. Eigenart unserer VmÄarsttt und unserer Erirnerung ge- »itz sein werde«. Ich hasst., datz wir in ihre« «eiste, der nicht nur fär ihre enge« Gemeinschaft, sondern für da» »an» Judentum achestest md arbeite» wollte, weiter streben »erden, md danke Ihne», datz sie ftch jk ihrem Gedächtnis von den Plädm erhöbe», Huben. Metu« Damen «nd Herren, da» vär» hat mir mitgeteilt, datz «ir leider nicht ganz volttähkig sind. Einig« Damm und Herren habe« sich entschnidlgt. Zch bitte die Fraktionen, süttgst dir Liste der fehlerem Mttgfieder mr Verfügung »u stellm, da wir noch gewiss« Abstimmmtgm vorzunrhmm haben »ud wir gern« äst. scheid »isst, müsst». Veoor «ir kn Me sachliche veratun» «in. treten, möchte ich noch kur, Hst Dispositionen dr» tnterstattionellm Ausschüsse» Mitteilen, die dahin gehen, datz wir heust nur bi» I Mr.tm kämme. E, besteht der «rnsch datz der Haushalt», unchchech uoch heust Abend über gemisst Abänderungsanttäge der UroEÜonm berät. Mmmen früh um 10 Uhi wird mit der Witt, schaftid «batte begonnen. Die Abstimmung« werdm gegm >^4 Ähr vorgeuomme« ««den. Ich bitte Sen» Kammergerichtrrat Wolfs, da» Wort rum Berichte de» Aast» t» nehme». Präsident, de» Rat». Kammergerichtsral Wolfs: Mein«sehr geehrst» Dam« und Herrml Ich habe Me Ehre, Sie im «amen dm Aale» hier auf diesem verband»tag herrlich „ begrüben, der an» Urwahken heroorgegangm ist und der infostedefstn für sich da» Recht, in Anspmch nehmm kan«, dst gesamte »veutzlsche 3» denheit zu vertreten und ihren will« ,« oerkSrpern. Dst per» gangen« Wahlperiode «ar die erste. Me der Preutzische Landesoerband jüdischer Gemeinden erlebt hat. Me sollst ursprünglich 4 Jahve dauern, ist aber, wie bekannt, um IV, Jahre verlSngett wordm. Und so ist es gekommen, datz unsere Reuwahkrn vom 30. November 1930 in einm Zeitabschnitt gefallen sind, in dem dst politische und wirtschaftliche Zerfahrenheit unsere» drutschm Bastrlande», die schlimm« politischm Zustände und der Riedergang, in dem wir »n» befinden, durch dst kur» vorher erfolgten Reichotaggwahstn. «st durch ein Fanal erleuchtet wurde. Gerade in dieser Zeit mar e» eine verantwortungsvolle Aufgabe, zu Nmwahlm für mrstr iüdisthe» Parlammt zu schreiten. Aber ich glaub«, datz jst »mlso notwendiger warm. Denn erst durch diese Rmwahstn hat der Landesverband die gerade in solchen Zetten erforderliche nm« Legitimation dafür erhalten, nebm seiner Hanptauf« gäbe, der Sorge für dst iüdischm Gemeindm und der Pfleg« ihr» Inleressm auch dst Vertretung der vrmtzischm. infolge seiner engen Bersthuug p, dm anderm LandesoerbLndm muh dst Vertretung der dentschm Iudmhett nach innm und besonder» nach autzm wahr, zunehmen. Diese Stellung, die der Landesverband mm Hatz mau mag fie anffasim wie man will, al» dst einm Schützer, vor Gst fabrm dst erst im Anzuge find, oder al» Me einm verstidigast gegenüber Angrifsm. mit dmm wir ja nicht verschont werden, diese Sstllung al» getrmer Eckehard der deutichm Inden hat der Landesverband auch im abgrlaufenm Verichmjahr häufig gern, einnehmen müsim. Anderseits ist er nicht selten tätig geworden, wem « sich nur darum handelte, unsere un» verfasfungsmLtzig m» gefichertm Rechte «ahrznnehmm und durchzuführm. wir Hab« bei dieser Tätigkett göwitz oft Erfolg« gehabt. Manchmal freilich mutzt« »st Bemühung« auch iu solch« Fäll« aufwenden. iu dmm « »on vornherein im wesentlich« nur ans dst immer md immer »stder notwmdige Betonung der für «n» bedmtungsvollm Grfichtspunkst ankam. in dmm auf praktische Erfolg« aber nicht gleich mtt Sicherheit zu rechnm «ar. All da» ist natürlich autzev. ordmtlich erschwert ward« durch dm Ernst der Zeitz in der wst leben, durch dst Rot unser« Vaterland«, durch dst Unpüängllchkrit der Mittel, derjenigen, dst un» von autzm zuflietzm. «nd dst Mittel, die wir stlbst aufzubringen haben. Aber ich glaube, sag« zu können: Ein» zeigst sich bei allem, »nb ich stehe nicht an, da» al» da» Gut« zu bezeichnen, da» auch bei« Durchleb« einer söi» chm Zeit für un» auf der Aktivfette zu buch« ist. wst habm gerade jetzt dst bestimmst md sichere Erfahrung gemachtz datz »st al, Gemeinschaft der Iudm nur dann stark find, datz wir un» nur dam» Achtung erzwingen »nd di, ,«m Teil erst auf dem Papier ftehmd« Gleichberechtigung auch prattisch nutzm können, wenn »st einig sind, «enn di« Meinungsverschiedenheiten. die al» Zeichm de» iobendigen Geist« in «n» mtftehe« und dst in jeder Gemeinschaft unvermeidbar find, dst auch garnicht ausgeschaltet werdm können, wenn wir dies« Meinungsverschiedenheit« nicht au» unser« Hau» herausttagm. wenn wst also drautzm nicht stehen al» Gegner, die sich selbst bekämpfen, sondern al» «rüder, dst mg mrd unlösbar miteinander Verbund« find. Meine Damm und Herr«! wst müsim «ns dabei bewutzt sei», datz e» sich bei dies« Meinungsverschiedenheiten. dst untzg um hstr »ud da zuweilen sogar zu Zwiftigstttmführen, doch»«un» verhältustmätzig recht geringftigig« Ding« haudeltz wen» wir sie vergleichen mit dem. »oa» für un» alle auf dem Spiest steht- IM» deswegen meine ich soll« »ir ftest im Auge behalten» datz dies» geriugfügigm Ding« «rück stehen soll« und un» nicht stör« dürsm in der Einigleit nach aufm. Die politische Lag« in unser«« Vaterland«. da» können wir min einmal nicht übersehen, hat sich zu unserem Leidwese« so gestaltetz datz di« uns Feindlich« Gestn» meng und ihre Betätigung sich immer mehr zu einer unerträgliche» Höh« und in eiuem unerträglichen Umfang gesteigert Hatz Ich kann e» mir nicht versag«, beim Beginn unserer Arbeit van dieser Stell» au». Me ja im Bereich de» Gehör» eigentlich der gesamt« Oeffmtlichstit liegt, — dem wir verhandeln öflentlich md haben nicht» pi »erbergm — voller Entrüstung, aber auch »oller Wehmut md Beschämung all Me «ngrifle. die Schmähungen, die mit mehr Lungmstaft al» UeberpHgung, kraft gegm an» gerichtet werdm. all dst Erniedrigungen, dst mau un» antutz die vrrleumdunge».

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