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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1931-06-30 · 5 (30.6.1931) · p. Seite 2

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
9 (1931)
Issue
5 (30.6.1931)
Date
1931-06-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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— 2 — T'V.' '■ •< «<vht»»s.*** - (laut Bekunntmachuug »om 5.ZRDy 10^).* M 11. fbürtge bei r+f а) Ausbau und^KWeung des Wischen Arbeitsnachweiswesen». d) Bewilligung einer weiteren Rate für dieWanderarbefasstätte. , c) Subventionierung der Arbeiterkulturvereine. б) Erhöhung der Zahl der Mitglieder des Wohlfahrts-Ausschufie, auf 12. e) Einsetzung eines dritten Unterrichts-Ausschusses. I) Errichtung von Bezirdsdarlehnskafien und Bereitstellung eines Betrages von 200lX)RM zum Zwecke der ZinsverbWgung. ' * — g) Wahrnehmung der ftateteflen der fax Peeutzen lebenden Juden gegenüber den Organen der Gesetzgebung. Verwaltung und Rechtsprechung. Förderung sozial * pukilifchex Arbeiten. h) Anträge für die Verfassung einer Reichsorganisation. i) Anträge zur Verfassungsänderung. 12. Anträge der konservativen Fraktion: ..... , r, a) Aenderung der Wahlordnung für die Wahlen zum Verbandstag. d) Unterweisung und Unterrichtung der schulentlaffenen Jugend wf taa staxtze» Lxmde und in kleinen Städten in religiösen und allgemein.judffcheü' Fragen. c) Errichtung von Beztrkrdarlehnskafsen xmd Einberufung einer Wirtschaftskonferenz. Rabbiner Dr. Bo «elfte in: In ganz besonders schwerer Zeit treten hente die Abgeordneten der jüdischen Gemeinden Preutzen» r» ihrer Tagung zusammen. Schwer lastet auf uns deutschen Juden die politische Situation. Der Hast ist ringsum gegen uns entfacht, und die Wirtfchaftrnot und Sorge, die alle drückt, drückt uns vielleicht ganz besonders schwer wegen der eigenartigen Struktur der jüdischen Bevölkerung. Die finanziellen Grundlagen der Gemeinden scheinen erschüttert. Die kleine« Gemeinden ringen um ihre Eriftenz. und selbst die groben Gemeinden blicken mit Sorge in die Zukunft. In solch schwerer Zeit, die noch schwerer wird dadurch dab die Menschen sich innerlich, geistig und seelisch umgeftellt haben, dab die Menschen vielfach nur für die augenbllcklichen Forderungen und Aufgaben Sinn haben oder fich in phantastischen Zukunftsbildern ergehen, in solch schwerer Zeit trete« wir zusammen. Aber kn solch schwerer Zeit ist e» der eine Gedanke, der uns alle bindet und uns alle vereint, wie weit wir auch auseinandergehen mögen m unseren Anschauungen, wie weit auch im Laufe der Tagung die Meinungen gegeneinander fWjtn mögen, den das Prophetenwort des gestrigen Sabbats ausspricht: „Der sagt, dem Ewigen gehöre ich an. und der nennt sich mit dem Ramen Jacob, der schreibt sich ein für Glatt und der rühmt sich der Namens Israel". Mögen die Anschauungen und die Meinungen gegeneinander stehen — wir alle sind geeint in dem Gedanken, dab das Judentum uns allen unverLuberliches, kostbares Gut ist, geeint in dem Gedanken an den Gott der Bäter. geeint in dem Gedanken, dab wir dies kostbare, unverLuberliche Gut wahren und in den Herzen der Menschen, die zu uns gehören, festigen wollen. Und gerade darum find alle die Meinungsverschiedenheiten. die hier ausgekämpst «erden mögen, wie es 'das bekannte Mischnawott sagt „ein Stteit, der um Gottes willen gefühtt wird", der um deswillen auch dazu führen mub, dab das Ergebnis gewahrt bleibt und dab da» Ergebnis ein dauernder ist. Dazu freilich bedürfen wir eines, und da» darf gerade am heutig«! Tag mit dem Goethewott ausgesprochen werden: „Bon der Gefahr, der ungeheuren Errettet nur gesamte Kraft" und e» gilt auch da» Wort, da» unmittelbar darauf folgt: . „Da», wa» ich lehre, scheint so leicht Und fast unmöglich zu erfüllen: Nachgiebigkeit bei grobem Willen''. Da« ist die Weisheit de» Herzen», von der die heilige Schritt so oft spricht. Diese Weisheit de, Hebens, die sich in weiser Mäbigung, in der Erkenntnis der praftischen Aufgabe« und Forderungen und in dem gegenseifigen Sichoerftehenwollen und Sichverftehenkönnen auswirkt, die in uns sein soll in dem Gedanken an da» Grobe und Ewige, da, uns alle bindet, in dem Gedanken an unfern Gott. Und darum gerade zu Beginn dieser Tag»ng der Aufblick zu Gott als da» Erste,,um» uns bewegt. Diese Weisheit des Herzens hat nach dem Bericht der Helligen Schrift die Werkmeister ausgezeichnet, die an dem Bau des Heiligtum» in der wüste arbeiteten. Als sie da, ganze Werk in allen sein« Teile« vollendet hatten, brachten sie e, zu Mose. Der sah, dab alle, sich wirklich »um Ganzen zusammenfügte, und er segnete sie. Ein wundervoller Midrasch ftagt nach dem Wortlaut de, Segen,, den Mose da- -mal, ,u den Männern gesprochen, md er antwortet: „Möge e» (Sötte, Wille sein, dab seine Herrgchkett ans dem Werke otet Sünde ruhe." Und ein anderer Lehrer fügt noch hinp»: „So wie ihr die, Werk oollenbet Habt und Gotte, Herttichkett bakauf ruht, so möge Gott euch gebe«, dab ihr ein gröbere, SBetl doch ihr den «au de, Heiligtum, schifft, und dab Gotte, Herrlichkeit darauf". Und die Männer sprachen da» Gebetrwott de» 90. Psalms: „Die Huld de« Herrn unsere» Gotte» sei über un». da» Werk unserer Hände festige er." Wir «ollen schaffen an grobem Werke, wir wollen aufrichten und festigen bas. »a» un» all« heilig ist. die Lehre und alle», wa» die Lehre festigt und in de« Soest»! fest verankert. Wenn wir mit rechtem Sinn an unsere Beratung« gehen und den rechten Sinn in unseren Beratung« fMhaÄen. dann dürfen wir nicht nur beten, sondern »»»ersichtlich Haffen, dab die Herrlichkeit Gotte» auch auf unser« Werk ruht, dab wtt au« solcher Arbeit Kraft und Segen zu neuer Arbeit und zu neuem Schaffen gewinnen, und dab die Huld Gotte« da» Werk »nsever Hände festigt pz seiner Ehre. Abg. Zielen,!«er eröffnet al, Alterspräsident di« Tagung mit folgenden Worten: Meine verehrte« Damen und Herren! Da, Büro hat fefttzeftellt .dab ich an Jahre« da» «teste «itglled bi». Ich eröffne hiermit den heutigen verbandst««. Der erste Punkt unserer Tagesordnung «t die Wahl de» Präsidenten. E» entspricht einer alten Sitte dab die stärkste Fraktion den Drüstdenten stellt. Ich bitte um Vorschläge. Au» der Versammlung «fad Rechtsanwalt Stern al» Präsident vorgeschlage«. Abg. Zielenhiger: Werden Noch andere Vorschläge: gemacht? Das ist nicht der Fall. Daun erkläre ich daß Herr Recht»- anwalt Stern mm Präsidenten gewählt ist. Ich bitte Herm Rechts-

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