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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1930-07-01 · 3 (1.7.1930) · p. Seite 50

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
8 (1930)
Issue
3 (1.7.1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 50 (sequence 50)
Language
German
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stützung war die Bedürftigkeit. ES stand dort oha« weiteres von Anfang fest, daß die 40000 AM. nicht genügen, am alle AnSgabea d«S Rabbiner-Seminarzu decken. LS mußt« selbstverständlich noch eine Reih« von Unterstützungen hinzukommen, wie sie für di« anderen Institut« ebenfalls notwendig waren. 6i« können hier nicht 10000 AM sparen, wenn di« Bedürftigkeit sich seit der vorigen Beschlußfassung in keiner Weise geändert hat. Sie würden das dann auch draußen — denn die Mitteilungen, die hier gemacht werden, werden in der Oeffentlichkeit nicht mit der angegebenen Begründung bekannt werden — nie vor denjenigen Kreisen konservativer Gesinnung verantworten können, di« nicht di« Möglichkeit haben, in gleicher Weis« wie di« Liberalen mit Rabbinern ihrer Richtung versorgt zu werden. Außerdem mach« ich darauf aufmerksam, daß sich di« Rabbiner, die aus diesem Seminar hervorgegangen sind, nicht nur in konservativen Gemeinden betätigen, sondern daß die besten und hervorragendsten, auf deren Bedeutung Sie stolz sind, Schüler dieses Seminars waren. Ich ersuch« Sie also im Namen der Gerechtigkeit, von diesem Beschluß, der zweifellos ab irato gefaßt war, abzusehen. Abg. R.-A. Dr. «ollenscher: Ich sprech« nicht im Namen der Gerechtigkeit, sondern im Namen der Jüdischen Bolkspartei. (Große Heiterkeit.) Aber, meine Damen und Herren I WaS ich Ihnen Vorschlägen werd«, entspricht trotzdem der Gerechtigkeit. (Zuruf.- Trotzdem? — Heiterkeit.) — Trotzdem ich nicht „im Namen der Gerechtigkest" spreche? Ich bestreit« den anderen das Recht, im Namen der Gerechtigkeit zu sprechen, solang« nicht Dollmacht der Gerechtigkeit vorgelegt wird. (Heiterkeit.) Nun zur Sach« selbst! Wir sind dafür, di« 30000 RM ohne weiteres zu bewilligen. Wir können uns heut« nicht entschließen, auch noch di« letzten 10000 RM zu gewähren. Wir sehen, daß bei der Unterhaltung dieses Instituts «in« außerordentlich stark« Verpflichtung auch für den anderen Verband besteht, und wir haben zu unserem Bedauern feststellen müsien, daß der ander« Verband diesen seinen Verpflichtungen bisher in keiner Weis« nachgekommen ist. (Sehr wahrt) Wenn wir deshalb nur 30000 RM. bewilligen, so tun wir das nicht, um 10000 RM. zu sparen (sehr richtig?), sondern um dem anderen Verband« klarzumachen, wo sein« Verpflichtungen liegen, und chn zu zwingen, auch seine Pflicht zu erfüllen. (Zuruf: Aber wenn er es nicht tut?!) Wir sofern den Rat nicht auf — im Gegensatz zu der Erklärung der Liberalen Fraktion —, mit dem Halberstädter Verband Verhandlungen anzuknüpfen. Wir glauben, daß es Sach« des Halberstädter Verbandes ist, von selbst das Rabbiner-Seminar in Berlin zu unterstützen. Wenn er es nicht tut, so mag er sich dafür verantworten. Wir haben kein« Veranlassung, chn auf sein« Derpflichtung hinzuweisen. Wenn der Halberstädter Derband seinerseits" sein« Derpflichtung in angemessener Weise erfüllt — und wir wollen chm Vorschriften über die höh« nicht machen, wir sagen nur: in angemessener Weise erfüllt —, dann werden auch wir berett sein, die letzten 10000 RM zu bewilligen und sie sogar ohne Anrechnung der Halberstädter Leistung zu bewilligen. Ich glaube, der Unterschied des Standpunktes unserer Fraktion zu dem der Liberalen Fraktion ist klar: Erfüllt der Hacherstädter Derband sein« Verpflichtung, so wird das Seminar doppelt gut fahren, denn wir wollen den Betrag, den der Halberstädter Derband zahlt, nicht in Anrechnung bringen, sondern werden, wenn der Halberstädter Verband sein« Verpflichtung erfüllt, unsererseits di« vollen 10000 RM nachträglich nachbewilligen. Den Vorteil wird das Rabbiner-Seminar haben. Wir wollen nicht das in Anrechnung bringen, was der Halberstädter Derband zahlt, well wir gar kein« Abrechnung und gar kein Kontokorrent mit dem Halberstädter Derband zu führen beabsichtigen. Wir wollen nur unsere Pflicht erfüllen, verlangen aber, daß der Halberstädter Derband sie auch erfüllt, da das Institut beiden in gleicher Weise am Herzen llegen müßt«. Ich glaube, daß unser« Stellungnahme klar und eindeutig ist und niemandem Schaden zufügt. — Wird irgendein« Notlage auf Seiten des Seminarvorhanden sein, wird der Halberstädter Derband sich dauernd seinen Verpflichtungen «ntzichen, dann werden wir weiter mst uns sprechen lassen, heute bleibt es bei den 30000 RM (Zuruf: Und eventuell 10000 RM?) Di« wollen wir nachbewilligen, nachdem der Halberstädter Verband sein« Derpflichtung erfüllt hat. Präsident Stern: Also, mein« Herren, ich stimm« nur ab über 30000 RM„ denn das ander« find Versprechungen. (Horovitz: 40000 RM?) Abg. R.-A. Horovitz: Mein« Damen und Herren? Ich dank« beiden Herren, di« sich hier bemüht haben, Dermittlnngsvorschläg« zu machen. Für uns handelt «S sich hier zunächst um «in« Frag« der Gerechtigkeit und der Parität innerhalb unseres Verband«-. G«r»d« wenn wir der Ansicht d«S Herrn Vorrednerrecht geben. daß wir nicht «st de« andere» Verband« verhandeln sollen, dann müssen die drei vorhandenen Seminar«, di« drei verschieden« Richtungen vertreten, auch völlig paritätisch berücksichtigt werden. Deshalb hallen wir vom Standpunkt der Gerechtigkeit an der Der» pflichtung fest, die Sie auch bisher steteingehalten haben, daß das Berliner Rabbiner-Seminar so viel bekommt, wie die anderen Seminare. Wir hoffen daher, daß dieser wettestgchend« Antrag Ihre Zustimmung findet. Sachlich will ich Ihnen nur «in» zu Ihrer Unterrichtung sagen. Der Halberstädter Bund betrachtet da- Rabbiner-Seminar nicht als «in wirkliches und für ihn zuverlässiges Institut feiner Richtung, wie Sie daraus ersehen können — ich habe daS heut« gehört —, daß das Rabbiner-Seminar von dem Halberstädter Bund trotz vielfach wiederholler Versuch« und Gesuch« an sich überhaupt keinen Bettrag bekommen hat. (Zuruf: Im Richtzahlen sind di« immer tüchtig?) Wtt brauchen das Berliner Seminar, und wir können hier nicht als «in Verband, der all« Richtungen umfaßt, uns auf den Standpunkt stellea: Well «in anderer nichts tut, tun wir weniger? Der Halberstädter Verband hat in den letzten Jahren, um nicht selbst etwas zu geben, eines seiner prominenten Mitglieder veranlaßt, privat «inen auch nicht hohen Beitrag — «S sind mir heule mittag 1000 RM. genannt worden — zu geben. Also jedenfalls, der .Rebenverband selbst tut nichts. Da- Rabbiner-Seminar hat einen Anspruch darauf, vom Preußischen Landesverband, der Orthodoxe- Konservative, Dollsparieller und Liberal« umfassen will, so behandelt zu werden, wie di« anderen Institut«. Ich hoffe daher, daß Ihr Gerechtigkeitsgefühl Ihnen «ingeben Witt», so abzustimmen, wie Sie in den letzten Jahren trotz mancher Bedenken, die ich nicht verkenn«, die ich in der kurzen Jett nicht einzeln wiederholen und widerlegen will, abgestimmt haben: Gleiches Recht für alle Richtungen! (Bravo?) Präsident Stern: Der weitestgehend« Antrag ist der konservative Antrag, den bishettgeu Betrag von 40000 RM. wieder herzustellen. — Wer dafür ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. — Dafür sind 20. — Ich bitte um di« Gegenprobe. — Der Antrag ist abgelchnt. (Zuruf: Ich bitte, die Stimnrenthaltungen festzustellenl) Dann bitte ich di« Herren, di« Hand zu erheben, di« Wert darauf legen, daß sestgestellt wird, daß sie sich der Stimm« enthalten haben. — Also, der Antrag ist bei einer Reih« von Stimmenthaltungen abgelehnt. — Jetzt bleibt es bei 30000 RM. (Horovitz: Ich werd« noch «inen Anttag stellen?) Wtt sind jetzt bei 30000 RM.k Wer dafür ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. — Das ist die große Mehrheit. — Der Antrag ist angenommen. (Horovitz: Ls kann doch die Nachbewilligung beanttagt werden, unter der von Herrn Seltgsohn angeführten Voraussetzung!) LS liegt aber kein Anttag vor? (Horovitz: Wtt bringen ihn ein!) Anttäg« müssen schriftlich vorliegen. Wenn der Anttag schriftlich bis zum Schluß der Debatte gestellt wird, werde ich darüber abstimmen lassen. Also, jetzt liegt der Antrag der Konservativen vor: „40000 RM, von denen 10000 RM. erst dann ausgezahlt werden, wenn dargetan ist, daß der Halberstädter Derband in angemessener Weis« zur Leitung des SeminarS beigettagen hat." Das halte ich allerdings durch di« Abstimmung für widerlegt. Ls sind 30000 RM. angenommen. Dann müßten Sie den Anttag anders fassen. Abg. R^A. Kollenscher: Ich stelle folgenden neuen Anttag: „Den Rat zu ermächtigen, in Verbindung mtt de» Ständigen Ausschuß außer den jetzt bewilligten 30000 RM noch wettere 10000 RM für daS Rufende LtatSjahr zu bewilligen, sobald beide Körperschaften feststellen, daß der Halberstädter Derband sei»» Derpflichtung in aitgemessener Weis« erfüllt hat." Präsident Stern: DaS ist also, Herr Dr. Wiener, Ihr Anttag, nur etwas abgeändert. LS heißt jetzt: 30000 RM. und 10000 RM. Nachbewilligung, wenn dargetan ist, daß der Halberstädter Verband in angemessener Weise zu» Erhaltung des Seminars beiträgt. Der Unterschied ist der, di« Liberalen haben gesagt: wenn er nicht zahlt, und die anderen sagen: wenn er zahllk Also ich stimm« ab über daS Amendement Kollenscher, daich aber bitte, mtt noch schriftlich zu überreichen: „Der Rat wird ermächtigt, im Linvernehmen mtt dem Ständigen Ausschuß, die 10000 RM unter der erwähnten Beringung nachzubewilligen, wenn der Halberstädter Verband sein« Verpflichtung in angemessener Weise erfüllt." Wer dafür ist, den bitte ich, dtt Hand zu erheben. — DaS ist angenommen. — Dann ist auch dttser Stteitpunkt beigelegt. Damtt ist der Lttel: Theologisch« Btldung-anstalten erledigt- Ich habe dann zwei neu« Anträge zu verlesen. Zum Tit. S, Ausbildung von Lehrern und Kantoren, haben 15 Mitglieder der Liberalen Fraktion folgende» Antrag gestellt:

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