Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Journal
- Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- 1 (15.2.1929)
- Date
- 1929-02-15
- Page
- Seite 53 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3980048-10021618-10021586--404-3980412- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
- 68 — Dr. Breslauer: Wir find vorhin nicht klar geworden bezüglich. Wahlordnung und standen vor der Situation, nochmal« «inen DerbandStag «inzuberufen. 8» ist nun unter den Fraktionen verhandelt worden, und wir schlagen Ihnen jetzt vor, die Wahlordnung zum Rat und zum DerbandStag an den Ständigen Ausschuß zu delegiere«, unter der BorauSsehung, daß ein einstimmiger Beschluß de« Ständigen Ausschusses zustandekommt. Im Interest« der Ersparnis an Jett und Kraft find wir un« einig, diesen Antrag anzunehmen. Ich bitte Sie deshalb, dies« Delegation an den Ständige» Ausschuß mtt der angegebenen Maßgabe anzunehmen. Der Präsident: Werden Einwendungen dagegen erhoben? — DaS ist nicht der Fall. Dann ist noch «in Punkt zu erledigen. E« liegt noch «in Antrag der Fraktionen vor, den Rat zu ersuche», di« drei Präsidenten in der Versammlung de» Großen RateS ctli gleichberechtigt anzusehen, b. h^ all« drei Präsidenten mit beratender Stimm« htnzuzuziehen. (Zuruf deS Präsidenten Wolff: DaS jst ja schonl) ES steht an stch In der Berfastung anders, aber «S geschieht praktisch schon. Der Präsident d«S RateS Wolff: Rein, «S ist schon ein dahingehender Beschluß gefaßt. (Zuruf: Bitte daS zu protokollierent) Ich bitte also zu protokollieren, daß der Vorsitzende d«S RateS erklärt, daß dieser Beschluß bereitdem gellenden Recht entspricht. (Zuruf: Die Erklärung de» Vorsitzenden d«S RateS hat etwas ander« gelautet!) LS ist so, daß alle drei Präsidenten mit beratender Stimm« beiwohnen. Dizepräsident Dr. Kahn-Jaffa: Daist nicht der Kern der Frag«. Der Antragsteller hat mir selbst erklärt, daß di« Stellvertreter deS Präsidenten im Rat nicht mll beratender Stimme zugezogen werden. Der Präsident: Daist gestrichen. Dizepräsident Dr. Kahn-Jaffa: Ich bitte die Versammlung, darüber abstimmen zu lasten. WaS die Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband betrifft, so habe ich nicht» dagegen. Ich bitte aber zu beschließen, der Rat möge den jetzigen Entwurf in zwei Monaten der Regierung vorlegen. (Zustimmung.) Der Präsident: DaS steht ja drin. Der Rat wird ermächtigt. Dr. Seltgsohn: Mein« Damen und Herren!« Ich versteh« daS so: Entweder «in« Einigung mtt tzalberstadt stt möglich, und dann wird der Entwurf mit Zusttmmung von tzalberstadt «ingereicht»- wenn tzalberstadt nicht zustimmt, dann wird er ohne sein« Zustimmung «ingereicht. (Zusttmmung.) Der Präsident: Dann find Sie wohl in diesem Sinn« «inverstanden? (Zustimmung.) Dann ist noch di« Feststellung zu treffen, die Wahlordnung für die nächst« Wahl dem Ständigen Ausschuß zu überweise» mtt der Maßgabe, daß «in einstimmiger Beschluß te« Ständigem Ausschuss«- zur RechtSgülligkeit erforderlich ist. Sind Sie damtt einverstanden? (Zustimmung.) Rechtsanwalt Horovitz: E» war Wetter vereinbart, dabei die heutigen Beschlüfl« über di« Abänderung der Wahlordnung zugrunde zu legen. Der Präsident: Da« stt selbstverständlich, Herr Kollege, aber wir können daS noch hinzusehen. ~ Mein« Damen und Herren! Damit sind wir am Schluß der sehr arbeitsreichen Tagung angelangt. Ich glaub«, daß Sie mtt und sich selbst dankbar sein werden, daß ich Sie bi» Mitternacht hier gehatten Hab«, denn wtt haben dadurch erstens «inen vollem Lag gespart, wa« speziell für di« auswärtigen Herren bedeutsam ist, und wtt haben in einem sehr bedeutsamen Werk durch gegenseitiges Rachgeben «in« Einigung «rziell. Mein« Damen und Herren! Dies« am Schluß der Tagung hervorgetteten« Einmüttgkett, unter Aufgabe un» liebgewordener und unS selbst wichttg «rstheinender Einzelfragen, gibt ünS di« Gewähr dafür, und zeigt unS, daß da» Gemeinschaftsbewußtsein doch in einer sehr wichttgen und für daS deutsch« und preußisch« Judentum recht grundsätzlichen Frag« schließlich allen Widrigkeiten zum Trotz stegreich gewesen ist.. DaS, meine Damen und Herren, mag unS Ersah sein für manches Unliebsam«, daS während der Tagung vorgekommen stt. DaS Wort hat noch Herr Ministerialdirektor Dr. Badt. Ministerialdirektor Dr. Badt: Mein« Damen und Herren! Der Herr Präsident hat zum Ausdruck gebracht, daß wtt dankbar fein können für daS, WaS heut« geleistet worden ist. Dem glaub« ich in Ihrer aller Namen zusttmmen zu - können. Wtt danken dem Herrn Präsidenten nicht nur für die «msichttge Art, mtt der er dtt Geschäft« geführt und gefördert hat (Beifall), wtt danken ihm vor allem auch deshalb, well er nicht immer mtt dem eisernen Schwert, sondern auch mtt der milderen Waffe deS Humor» «S verstanden hat, un» hei der Stange zu hatten. (Beifall.) Wenn Sie stch der letzten Tagung erinnern, so waren «» gerade die letzten Stunden der Tagung, di« den meisten daS brüderlich« Zusammensein getrübt haben. Ich freue mich, fessttellen zu können, daß «S heute umgekehrt war, daß, je länger wtt zusammen blieben, desto mehr wirkliche Zusammenarbeit geleistet worden ist. Ich glaub« mtt Ihnen annehmen zu dürfen, daß da» «in gute» Omen für die Zukunft stt und wtt beglückwünschen den Herrn Präsidenten dazu, daß da» unter seiner Leitung erfolgt«. (Lebhafter Beifall.) Der Präsident: Mein« Damen und Herren! Ich kann den Dank nicht allein für mich in Anspruch nehmen. Ich muß ihn weiter» geben an mein« verehrten Mithelfer und insbesondere an meine« verehrten Schriftführer, der von morgens bi» abends seine» schweren Amte» getoastet hat. (Beifall.) Ich schließe di« Versammlung. Schluß gegen 23.15 Uhr. Präsidium de» DerbandStageS: RechtSanwatt Heinrich Stern, Berlin Generalkonsul Dr. Ist Kahn-Jaffa, Berlin Abgeordnete: Nathan Ackerhall, Berlin Ministerialdirektor Dr. Badt, Berlin Frau Olga Baruch, Harburg RechtSanwatt Dr. Eduard Baerwald, Frankfurt a-M- Alfred Berger Berlin Alfred Bielschowsky, BreSlau Kurt Blumenfeld, Berlin Otto Bonwtt, Frankfurt a.M. RechtSanwatt Dr. Waller Breslauer. Berlin Iuftizrat Dr. I. Brodnitz, Berlin Frau Hanna Eohn-Dorn, Hannover RechtSanwalt Dr. OScar Lohn, Berlin Dr. «ed. Leopold Lohn, HildeSbeim Pro'efor Dr. Rudolf Lohn, Königsberg Ernst Doßmar, Berlin RechtSanwatt Dr. Arthur Ehrlich, Lllfit Arthur Eisenhardt» Berlin RechtSanwatt Dr. H. ElkeleS, Berlin RechtSanwatt Dr. H. Emmerich. Frankfurt a. M- RechtSanwatt Dr, Harry Epstein, Duisburg Anwesenheitsliste. Seminarlehrer tz. Falkenberg, Berlin RechtSanwatt Dr. M. Felttbrodt, Halle a.S. Erich Felsenthal, Düsseldorf Benzion Fett, Berlln RechtSanwatt Dr. Waller Fischer, Barmen Dr. Kurt Fleischer, Berlln RechtSanwatt Dr. Martin Fleischer, Schneidemühl gi Stefanie Forchheimer, Frankfurt a.M. » Fraenkel, Frankfurt a-M. izrat Dr. OScar Franken, Aachen tlätSrat Dr. L. Frankenstein, Magdeburg Landrabbiner Dr. S. Freund, Hannover Lehrer Willy Freundlich, BreSlau Dr. Moritz Sarbath, Berlin Max SinS, BreSlau Israel Soldberg, Berlin Max Soldreich. Beuel Konrektor E. Goldschmtdt, Dortmund Winisteriattat tzanS GoSlar, Berlin Fra« Sonja Gronemann, Berlin Stud^-Dir. Dr. Gutmann, Berlin Samuel Haarpuder. Berlin Kommerzienrat R. Hamburger, Berlin lrnca Hamburaer, Berlln HtrsiK>«rg, BreSlau Dr. Hoffman», BreSlau RechtSanwatt Dr. L. Holländer, Berlin RechtSanwatt tzorovitz, Frankfurt a-W- Lehrer Eugen Jakobi, Köln Moritz Jacob», Trier RechtSanwatt Max Iacobsohn, BreSlau Max Kahan. Frankfurt a.M. Dr. med. Walter Kahn, Wiesbaden Iusttzrat Kalisch, BreSlau RechtSanwatt Dr. Katzenstein, Kassel Karl Kaufmann, Mühlheim a. d. Ruhr Rabbiner Dr. A. Kober, Köln Iuftizrat Kochmann, Gleiwitz RechtSanwatt Dr. Abraham Loeb, Berlln RechtSanwatt Dr. Alfted LandSberg, Wiesbaden David Leeser, Dortmund Theodor Lester, Elbing Rabbiner Dr. Lmll Levh, Berlln LandgerichtSrat Dr. Arthur Lillenthal, Berlln Giegmund Loeb, Trier Professor Dr. Heinrich Loew«, Berlin Julius Loewenthal, Eschweg« Bankdirektor Hermann Marx, Königsberg RechtSanwatt Dr. Merzbach, Frankfurt «.M. Max Metz, Lkeqnitz Dr. Martin Meyer, Stettin - Dr. med. I. Möller. Altona