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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1929-02-15 · 1 (15.2.1929) · p. Seite 37

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
7 (1929)
Issue
1 (15.2.1929)
Date
1929-02-15
Page
Seite 37 (sequence 37)
Language
German
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— 37 — wiederholt von der Gemeind« Köln hier gesprochen worden ist, obwohl weder ich noch di« anderen hier anwesenden Kölner Vertreter an der Finanzverwaltung der Kölner Gemeinde- Anteil haben, doch M erklären, daß ich nicht den geringsten Zweifel heg«, daß di« Ghnagpgengemeinde Köln ihren Pflichten Nachkommen wird. (Zuruf: Ein Scheck wäre besser gewesen!) Ich bitte auch Sie, mein« Damen und Herren, davon überzeugt zu sein, wenn ich auch «inen Scheck auszustellen nicht berufen bin. Meine verehrten Damen und Herren! Nun zu dem Punkt „BezirkSrabbinate". Man hat gesagt. 20000 AM. genügten. DaS mag richtig fein von dem bisherigen Standpunkt aus, daß man Gemeinden zufammenfaßt und «inen BezirkSrabbtner hinseht. Dieser Weg ist meines Erachtens aber nicht mehr gangbar. (Sehr richtig!) Wir in der Rheinprovinz. d.h. der Rheinisch-Westfälisch« Rabbiner, verband, versuchen, einen anderen Weg zu gehen. Man muß von unten anfangen und nicht von oben. Man muß auSgehen von den kleinen Gemeinden. Darum hat sich der Rheinisch-Westfälisch« Rabbinerverband an seine Mitglieder gewandt, und sie gefragt, ob ste bereit sind, ihre Tätigkeit auf kleine Gemeinden auSzudehnen, und an die kleinen Gemeinden, ob st« geneigt wären, sich einem RabbinatSbezirk anzufchließen. Das Ergebnis, mein« Damen und Herren, wird bald vorliegen. Es kann hierbei zunächst nur von einem Ort auSgegangen werden, wo ein Rabbinat ist. Dan.« erst wird sich Herausstellen, welch« Gemeinden durch Rabbinat« der Nachbarschaft nicht mitversehen werden können, und welch« weiteren Maßregeln zu ergreifen sind. Ich glaub« dem Landesverband in dieser Beziehung, was Rheinland und Westfalen betrifft, demnächst Vorschläge machen zu können, und aus diesem Grund«, mein« Damen und Herren, ist eS nicht angängig, sich auf 20000 RM. zu beschränken. Ich halt« diesen Punkt für «inen der wichtigsten, die unS heute beschäftigen. Zu Titel 4, Theologische Bildungsanstalten: Nachdem im vorigen Jahre nicht daS zur Auszahlung gelangt ist, waS für di« Theologischen Bildungsanstalten bewilligt worden war, hall« ich es für eine Ehrenpflicht, diesen Betrag in diesem Jahr« nicht zu kürzen oder möglichst den Beschluß so zu fassen, daß wir dann «tngreffen, wenn die theologischen Lehranstalten am Ende deS Jahres sehen, daß sie mit dem Betrag von 40000 RM. nicht auSkommen. * LS kann unseren Anstalten, die die Wissenschaft deS IudentumS zu pflegen und zu vertreten haben, nicht zugemutet werden, mit dem Klingelbeutel durch die Land« zu ziehen. Das wäre «in ganz unwürdiger Zustand, unwillig der Wissenschaft des IudentumS und unwürdig des Landesverbandes. Ich bitte deshalb, den Beschluß so zu fassen, daß, wenn eS nötig ist, jeder Anstalt biS zu 80000 RM. gewährt wird. Der Präsident: Zu Tit. 5, 6, 7 und 8, Kap. 1, wird daS Wort nicht gewünscht. Dr. pSkar Lohn: Zum Punkt „Arbeiterkulturverein«" hat der Herr Berichterstatter mitgeteilt, daß di« Streichung auf Antrag d«S Herrn Berger erfolgt fei. Aber st« ist nicht aus dem Grund« erfolgt, den der Herr Berichterstatter angegeben hat. Der Herr Berichterstatter hat gemeint, di« Arbeiterkulturvereine hätten ihre Ziele revidiert und deshalb ihren Antrag zurückgezogen. Die Sach« ist aber folgendermaßen: Den Arbeiterkulturvereinen wurden im vorigen Jahre 3000 RM. bewilligt. Sie haben aber die größten Schwierigkeiten gehabt, um vom Rat diesen Betrag wirklich zu erhallen, und sie haben sich jetzt gesagt, sie wollten vom Landesverband, wegen der Schwierigkeiten, die st« früher gehabt haben, keine Beihilfe mehr haben. Es ist sehr bedauerlich, daß «S zu diesem Ergebnis gekommen ist. Die Schuld liegt nicht bei den Arbeiterkullurvereinen, sondern beim Rat. Nun hat der Herr Berichterstatter schließlich bemerkt, die Arbeiterkulturvereine hätten durch die Zurücknahme ihres Antrages ihre Kultur bewiesen und ferner gezeigt, daß st« nicht vom Stamm« „Nimm" seien. Ich hall« diese Bemerkung nicht für glücklich und glaub«, diese- Kompliment dem Herrn Berichterstatter nicht zurückgeben zu können, bi» vielmehr der Meinung, daß er mit seiner Bemerkung nicht viel Kultur gezeigt hat. Berger: Ich bedauere außerordentlich, wenn ich ein« Bemerkung gemacht habe, die zu Mißverständnissen Deranlasftrng ge- * gchen hat. Ich Hab« gewiß kein« Veranlassung, di« Arbeiterkulturvereiae irgendwie zu verletzen. Ich wollte auch durchaus nicht zum Ausdruck bringen, daß ste die Beträge, di« sie beanspruchen, nicht nöttg haben, sondern ich wollle nur hervorheben, daß st« di« Gest« aufbringen, darauf zu verzichten, nachdem sie so behändell worden sind. RechtSanwall horovitz: Zu Pos. 3 deS Tit. 8: Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser, haben wir uns mtt sehr großer Mehrhett dafür «inaesetzt, daß dieser Tllel «inen Nebentttel „Mensa« Academicae" mit 2500 RM erhall- Ich höve nun eben von unserem Freunde Löwenthal, daß bereits fett dem 1. Aprll 1827 der sogenannt« Hamburger Verein sieben solcher Mensa« Academicae errichtet hat. Der Hamburger Verein hat sich mtt dieser Frag« im letzten Jahr« in außerordentlicher Weis« befaßt und in einer ganzen Reih« von Universitätsstädten und in Städten mtt Technische» Hochschulen solch« Mensa« Academicae errichtet. Ich bitte also, den Hamburger Verein auch bei diesem Nebentttel eigentlich und wesentlich zu berückstchttgen. WaS die Bewilligung einer besonderen Position unter Titel 8 zur Förderung der Sabbatheiligung betrifft, so hat dieser Punkt bereits zu Mißverftändniffen Veranlassung gegeben. ES mag sein, daß am Freitag im tzauShallsauSschuß die Begründung dahin brütet«, daß der Betrag dem Arbeitsnachweis zugute kommen sollt«. (Zuruf: DaS ist von Loeb auch gesagt worden!) Herr Loeb hat aber hinzu» gesetzt, und das entspricht den Wünschen unserer Fraktion, und ich gbnch«, sämtlich« Mitglieder d«S Hauses haben auch auS mein«» gestrigen Bemerkungen entnommen, daß wir allgemein gesagt haben: Der Verband muß sich «ine Ehr« daraus machen, für die wirflich« und wirtschaftlich« Förderung der Sabbatheiltgung etwas zu tun. Ich bin sicher, mögen die Ziffern, die Herr Loeb genannt hat, richtig sein oder nicht, daß jedenfalls daS Bemühen aller dieser Stellen in Richtung auf Ermöglichung der Sabbatheiligung gegangen ist. (Zuruf: Di« Ziffern sind jedenfalls skandalös!) Ich prüfe die Ziffern nicht nach. Was w i r erreichen wollen, ist, daß auch solchen fleinen Gewerbetreibenden, di« infolge der Sabbathelligung wirtschaftlich gegenüber der Mehrzahl der anderen Gewerbetreibenden zurückgesetzt sind, geholfen wird, denn ich glaub«. Sie all« sind davon überzeugt, daß die wirtschaftlichen Schwierigketten solcher Gewerbetreibender recht groß sind. > Mein« Damen und Herren! Ich möchte Sie nun bitten, folgender Anregung, der auch der EtatSredner der Liberalen Fraktion freudig zugesttmmt hat, auch Ihrerseits einmütig zuzustimmen: „Sollte di« Einsetzung einer besonderen EtatSziffer zu Kap. 1, Tit. 8, mit 6000 RM. nicht bewilligt werden, so wird die Annahme folgender Resolution beantragt: —. Der Derbandstag ersucht den Rat, auS dem Titel Wohlfahrtspflege «inen Betrag von 6000 RM. für wirtschaftlich« Erleichterung der Sabbatheiligung zu verwenden." Ich glaub«, mtt dieser Resolution könnten Sie alle «inverstanden sein. Wir haben alle «in Interest« daran, denjenigen, di« besonders gefährdet sind, auch besonders zu helfen. Leiden Sie infolge Erfüllung ihrer religiösen Pflichten Not, so ist «S zweifellos «in Gebot der Ehre für uns, diesen Persönlichkeiten zu helfen. Ich bitte Sie deshalb, dieser Resolution zuzustimmen. Dr. Oskar Lohn: Mein« Damen und Herren! Ich nehm« mtt Befriedigung davon Kenntnis, daß der Vertreter der Konservativen Fraftion heut« erklärt hat — wenigstens ging das aus seinen. Ausführungen hervor —, di« Lrflärungen, di« Herr Loeb noch heute vormittag gegeben hat, entsprächen nicht den Wünschen der Konservativen Fraktton. Herr Loeb hat vorhin noch 6000 RM gefordert mtt der Begründung, sie seien nicht für wirtschaftlich selbständige Existenzen, sondern auch für Angestellte. (Zuruf: Auch für Angestellte!). Ich möchte Sie bitten, Ihren Antrag so zu formulieren, daß die Arbeitsnachweis« nicht davon betroffen w«rd«r, oder anders aus gedrückt, daß der Betrag bewMgt wird für ,-oirtschastlich« Erleichterung der Sabbatheiligung", nicht besonders für Angestellte. (Widerspruch.) Di« Interessen hinsichtlich der wirtschaftlichen Sabbatheiligung der Angestellten nimmt der Arbeitsnachweis, und zwar in viel größerem Umfang«, wahr, als «S heut« auS den Darlegungen des Herrn Loeb hervorging. Wenn ich di« Ziffern vom vorigen Jahr ansehe, so ist «S nach den Angaben des Herrn Berger gelungen, 40°/o aller vom Arbeitsnachweise vermittelleu Lehrling« sabbathfrei unterzubringen, und von diesen 40<Vo sogar beinahe die hälft« bei christlichen Arbeitgebern. Wenn Sie schließlich noch ein« weiter« Ziffer hören wollen, um den Umfang der völlig paritätischen Tätigkeit -deS Arbeitsnachweises gegenüber den religiösen Bedürfnissen zu erkennen, so darf ich Ihnen Mitteilen, daß 300 weiblich« Angestellte sabbathfrei untergebracht worden sind. Nach diese» Leistungen darf der Arbeitsnachweis wohl beanspruchen, daß in sein Arbeitsgebiet nicht mtt einer unklaren Tttelformulierung eingebroche» werde. Deshalb gibt es nur zwei Möglichketten: Entweder der Arbeitsnachweis muß vom Rat, auS irgendeinem anderen Titel, auch «twaS bekommen, aber daS ist im Augenblick nicht zu beantragen und durchzusetzen, oder Sie müsten bei den 6000 RM. klarstellen, daß «S sich um selbständig« Existenzen handett und nicht «« die durch den Arbeitsnachweis zu versorgenden Angestellte». RechtSanwall horovitz: WaS wir wünschen, steht den Absichten des Kollegen Lohn durchaus nicht entgegen. Wir wünsche» diese Position zur wirtschaftlichen Sabbathelligung schlechchiu. Möge» da selbständig« Gewerbetreibend«, oder mögen da Angestellte 1»

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