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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1927-03-24 · 3 (24.3.1927) · p. Seite 23

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
5 (1927)
Issue
3 (24.3.1927)
Date
1927-03-24
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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mußten. LS ist bereits davon gesprochen worden, wie allein zahlenmäßig «S sich darum handelt«, daß wir etwa IS 000 Angelegenheiten bisher zu erledigen hatten. Dabei waren «S vielfach Dinge, di« der Art nach außerordentlich schwierig lagen. SS gab «in« Arbett, di« so mannigfattig war, daß man nicht sagen kann, diese» oder jenes hätte früher erledigt werden können, wenn man nicht den Ueberblick darüber hat, was gleichzeitig zu erledigen war, und wenn man nicht beurteilen kann, was am wichtigsten erscheinen mußt«. LS sind nicht nur die büromäßigen Arbetten auszuführen gewesen. Lin großer Teil der Arbett hat persönlicher, ganz individueller Bemühung bedurft, für di« all« Kräfte" eingesetzt werden mußten. LS ist auch zu bedenken, daß der neu« Verband zunächst rein technisch zu organisieren war. Hier waren groß« Schwierigketten vorhanden. Wir konnten nur klein anfangen. Der Aufbau mußt« sich langsam vollziehen. Wtt haben Infolgedessen unser Büro nur mit geringen Kräften ausstatten können, und von den Kräften, die wtt hatten, erwiesen sich nicht all« al» geeignet. Hierunter haben wtt besonders in den ersten Monaten gelitten. Auch der tüchttgst« Mann kann nicht immer erfolgreich arbetten, wenn chm nicht gegeeignete Helfer zur Seit« stehen. Wenn Sie das alles berücksichtigen, glaub« ich doch hoffen zu dürfen, daß Sie anerkennen, daß manches geleistet worden ist, und daß es groß« Gebiet« sind, auf denen vielleicht nicht immer die angestrebten Erfolg« zu verzeichnen waren, auf denen aber doch außervrdentlich nützlich« Arbett vollbracht worden ist, trotz der großen Organisationsschwierigketten, dtt bestanden haben. Wenn den Damen und Herren für di« Nachprüfung nicht da» gesamt« Material zur Verfügung steht, so beruht das auf einem Umstand, der hier schon gerügt worden fft, auf dem Umstand, daß namentlich in der ersten Jett di« Mitteilungen über die Tätigkeit des Landesverbandes nicht in genügender Füll« gemacht worden sind, daß in dieser Beziehung unser« Organisation zunächst sich alS lückenhaft «rwieS. Wtt haben unS bemüht, di« Oeffentlichkett, insbesondere di« Mitglieder unserer Verwaltung und des DerbandStages zu unterrichten, soweit wie möglich. DieS ist ttotz der erforderlichen Anfttengung nicht immer in hinreichendem Maß« erreicht worden. Aber in letzter Zeit, sind di« Klagen, dtt hierüber geführt worden sind, doch mehr und mehr verstummt, und ich kann hoffen, daß Sie zu ähnlichen Klagen künftig Anlaß nicht mehr haben werden. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß wtt unS bei unserer Arbett im Landesverband außerordentlich überlastet gefühtt haben. Di«, di« nur im Nebenamt hier tätig sind, haben all« ungeheure Opfer an Zeit und Müh« gebracht, um «in solches Maß an Arbeit leisten zu können, wie es von unS verlangt werden kann. Ganz besonder» anzuerkennen ist dtt Tättgkett unseres verehrten Herrn Dr. Freund, der in der doppetten Eigenschaft als Mitglied des Rate» und als Geschäftsführer des Landesverbandes unS sein« groß« ArbettSkrast zur Verfügung gestellt hat. ES unterliegt keinem Zweifel, daß er ungeheuer überlastet gewesen ist, und ich kann mtt kaum vorstellen, wie «in anderer daS gttich« Maß an Arbett hätte ttisten können. Ich spreche chm namens des Rates den herzlichsten Dank aus, für das, was er bi» heute im Interefle d«S Landesverbandes getan hat, und freu« mich der Erfolge, di« chm beschieden waren. Auch ich bedauere es außerordentlich, daß er als Geschäftsführer nicht mehr tätig feto will. Dt« Erkenntnis, daß die Führung von Dezernatsgeschäften und dtt Uebernahm« der Geschäftsführung in vollem Umfang kaum vereinbar gewesen ist, hat zu dem Ergebnis führen müssen, daß in dieser Beziehung irgendein Wandel «intteten muß. Es wird unser« Aufgabe sein, dafür zu sorgen, in welcher Weis« hier «in« Aenderung ein tritt. Wenn insbesondere «in Tadel wegen der nicht rechtzettigen Vorbereitung der Vorlagen gegen Herrn Dr. Freund ausgesprochen worden ist, so muß ich sage«, daß Sie dabet di« Derhältnistt, wie sie httr Vorlagen, nicht genügend berücksichttgt haben. ES hat sich dabet um Vorlagen gehandelt, die nicht aus dem Aermel zu schütteln waren, die lang« vorberettet werden mußten, di« Dorarbetten vorausgesetzt haben. Der Rat hat für dtt meisten Angelegenhetten «in« groß« Reih« von Sitzungen notwendig gehabt, und ist gerade in den wichtigsten Fragen nach langer Jett nur mtt Müh« und Not dazu gelangt, Beschlüsse zu fassen, und zwar auch gerade in solchen Angelegenheiten, di« als besonder« eilig angeschen werden mußten. Man kann nicht sagen, daß man den Derband»- tag nicht hätte «toberufen sollen, wenm di« Vorlagen nicht vorbereitet waren. Wtt hätten dann dies« Tagung, dtt schon so lang« htnauSgeschoben werden mußte, noch länger hinausschieben müssen, und es wäre zu der satzungsmäßigen Tagung im Jahr« 1920 überhaupt nicht gekommen. Wtt hatten zunächst «in« Sitzung de« Derbandstag«« für Oktober 1926 in Aussicht genommen und dann, als sich dtt Jett als zu kurz «rwieS, di« Tagung für den jetzigen Zettpunkt angesetzt. Wtt haben unter Anspannung aller Kräfte im Rat zu erreichen versucht, daß di« Abgeordnettn rechtzeittg unterrichtet werden. Wenn da« nicht in jeder Beziehung restlos gelungen ist, so bitte ich, zu bedenken, daß daS Material zu gewattig und di« Zett zu kurz war. Wtt wollten Ihnen di« Vorlagen drei Wochen vorher zustellen. Aber in den wichtigsten Fragen, der Frag« der Reichsorganisation und de» IudengesetzeS, haben innerhalb der letzten Wochen noch wichtige Sitzungen stattgefunden. ES wurden noch Veränderungen der Vorlagen beschlossen, so daß für ihr« Drucklegung und Versendung nur gering« Jett übrig geblieben ist. DaS ist keineswegs Schuld de« Geschäftsführer« oder deS Rates. DaS waren dtt Verhältnisse, di« sich alS stärker erwiesen haben und deren Meisterung nicht iipmer möglich war. Ich möchte nun noch Herrn Dr. Horovitz auf zwei Fragen antworten, di« er an den Rat gerichtet hat. Er hat darüber Beschwerde geführt, daß zu den Sitzungen de« Rates entgegen dem Beschluß des DerbandStageSsnicht daS gesamte Präsidium des Der» bandStageS, sondern nur dessen Präsident zugezogen wird. Wtt haben geglaubt, «inen OrgantsationSfehl« zu begchen, wenn wtt aus dem Präsidenten der Tagung drei Präsidenten gemacht hätten. In Wirk» lichkett kann nur einer dtt Geschäfte des Berbandstages führen. Ist er verhindert, dann tteten sein« Stellvertteter an seine Stelle. In Wirklichkeit wird aber nur von dem jeweils fungierenden Präsidenten dtt Geschäftsführung besorgt, und nur so kann der Rat der Tagung gegenübertreten, daß er di« Verbindung mtt dem sucht, der di« Geschäft« der Tagung führt. DaS ist der jeweilige Präsident. Dessen Aufgabe ist es, daS, waS er im Rat steht und hört, in der ihm geeignet erscheinenden Weise an die Tagung weiterMleiten. DaS ist ein« Aufgabe, dtt lediglich dem Präsidenten der Tagung zufällt. Deswegen haben wtt es für richtig gchatten, daß nur der Präsident den Sitzungen d«S Rate« und der Ausschüsse beiwohnt. Herr Dr. Horovitz hat ferner «inen Appell gerichtet an die Gemeinden, dtt Mitglieder d«S Landesverbandes find, und gerügt, daß st« zu wenig leisten. Das ist richtig. Es wäre erfreulich, wenn wtt Gemeinden hätten, die uns ihr« Betträg« freudig und in üppiger Füll« zusttömen ließen. In dieser Beziehung aber tellen wtt das Schicksal aller der Gemeinschaften, di« Steuern erheben. Es gibt nun einmal kein« fteudigen Steuerzahler. Di« glauben immer, daß stt ihr Geld für ihr« eigenen Zweck« bester gebrauchen und für di« Allgemeinheit nur das abstoßen können, was übrig bleibt. Mtt dieser Sinnesart mußten auch wir rechnen. Wtt haben uns leider nicht darin getäuscht. Dtt Gemeinden sehen zwar «in, daß sie den Landesverband nur lebensfähig erhalten können, wenn sie ihr« Beittäge pünktlich bezahlen, und «S stt nicht böser Will«, wenn «in« Reih« von Gemeinden, di« in der Oeffentlichkett als leistungsfähig gelten, schließlich erklären muß, es geh« über chre Kräfte hinaus, di« Ansprüche des Landesverbandes zu erfüllen. Wir müssen dafür «in Verständnis haben. Wir sind kein Zwangsverband, wtt sind nicht in der Lag«, eine Gemeind« wider ihren Willen.festzuhallen. Wtt haben uns infolgedesten verpflichtet gefühll, gewisse Rücksichten zu nehmen und dadurch «in gutes Derhällntt zu unseren Mitgliedsgemeinden auftecht zu erhalten. Zu diesem guten Verhältnis wird «S viel bettragen, wenn unsere Verhandlungen im Landesverband sich so gestalten, daß man im ganzen Land« Freud« daran hat, und wenn jA nicht dazu kommt, daß hier Streitigkeiten vorgettagen werden, an denen niemand einen Gefallen haben kann. Und deswegen glaub« ich, entsprechend meinen Eingangsworten bei Beginn der Tagung, auch jetzt diesen Platz nicht verlassen zu sollen, ohne mich dem Appell Dr. Weißes aufs innigste anzuschließen, daß Stt alle Ding«, dtt Sie trennen» und wenn stt noch so bedeutend sein sollten, doch als weniger bedeutend ansehen als di« Notwendigkeit, in allen jüdischen Fragen zusammenzugehen. ES gibt viett Ding«, über dtt sich Parteien und Fraktionen einigen können. Aber man kann dies« Ding« für geraum« Zett, insbesondere für di« Zett, in der man zu gemeinsam« Beratung zusammentrifft, vergessen, und man kann versuchen, den Weg zu finden, d« ja gemeinsamem Ziel« führt. Ich hoff« und wünsch«, daß ttotz all« schlimmen Auspizien dies auch to dies« Tagung gelingen wird. Abg. Berger: M. D. u. tz.t Ich bedauere auß«ord«ntlich, alS eine» der Nichtmitglttd« des RateS mich den wohlwollenden Ausführungen meines Vorredners üb« di« biSH«ig« Tätigkett des RateS nicht anschließen zu können. Ich Hab« von dies« Tätigkett zu wenig gespürt. Mtt scheint, daß dtt Tatsache der bewußten un» demokratischen Zusammensttzung des RateS, der bewußten Vergewaltigung d« jüdischen Meinung dazu geführt hat, sowie jede Undemokrati«, daß d« Konnex zwischen dem Rat und der preußischen Iudenheit der denkbar schwächst« ist. In «in« Beziehung glaub« ich in d« Tat, daß meto verehrter Dorredn« recht habe» wird, man wird auch üb« diett Tagung und uns«« Arbett nicht schlecht sprechen, weil di« preußisch« Iudenheit l1/* Jahre gezwungen war, zu vergessen, daß wtt exifti««n, und jetzt Wied«

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