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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1926-03-10 · 1 (10.3.1926) · p. Seite 9

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
4 (1926)
Issue
1 (10.3.1926)
Date
1926-03-10
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Schmer., bereite» mttffen, Sie darauf htuzuweise», daß wir heute in ' eine Besprechung nicht eintreten könuen. Wir find ja zu K8 Uhr zum Avendeffe« etngeladen worden, Würben wir jetzt in eine Beratung eintreten, dann wäre eS unmöglich, noch die Zeit einzuhalten. Deshalb nehme ich Ihre Zustimmung an, wenn ich vorschlage, die Beratungen auf morgen zu vertagen. Ich habe aber noch da» Ergebnis der Wahl zu Punkt 8 der Tagesordnung sWahl von 4 Mitgliedern des Rats) gemäß «rt. 21 Ziff. 8 der Verfassung) mitteilen zu lasten und bitte den Herrn Schriftführer, dies zu tun. Schriftführer Dr. Stand: ES find 118 Stimmen abgegeben: davon ist «ine ungültig. Am übrigen entfallen auf die Liste Bogelstein SV, auf die Liste Hantke 28 und auf die Liste Loeb 24 Stimmen. Präsident Sonnenfeld : DaS Präsidium ist einstimmig der Meinung, und hat auch noch Sachverständige hinzugezogen, baß danach gewählt find die Herren: * RaLbtner Dr. Bogelstein- BreSlau, Aufttzrat So« nenfeld - Berlin. RechtSmnoalt Dr. Arthur Hantke-Berlin, Moritz A. Lo eb - Berlin. Ich bitte, davon Kenntnis zu nehmen und bitte jeden der Herren, sein Amt anzunehmen. Ein Abgeordneter beantragt dann, die im Punkt 1l der Tagesordnung vorgeschlagenen Verfassungsänderungen einem zu bildenden Berfaffungsausschuh zu überweisen. Es entwickelt sich darüber, wie über die Ausschutzbildung und die Kopfzahl der Ausschüsse überhaupt eine lebhafte Gechäftsorduungsdebatte, als deren Ergebnis Präsident Sonnenfeld feststellt: Ich stelle übereinstimmend fest: l. Die Verfassungsänderungen, wie sie in Zisf. 11 der Tagesordnung vorgeschlagen find, werden einem Ber- 'nstungsausschuß überwiesen. — 2. Der Berfaffungsausschuß soll mit Rücksicht auf seine beondere Bedeutung 18 Mitglieder hoben. Dann liegt vor eine Anregung deS Abg. BreSlauer, daß sich die Fraktionen bereit halten» morgen Persönlichkeiten für den anderen Ausschuß zu benennen. Ferner liegt der Antrag deS Kollegen Klee vor, daß wir auch einen sozialen Ausschuß beschließen. Da wir alle das Bedürfnis nach einem sozialen Ausschuß Haben glaube ich daß wohl dagegen kein Widerspruch erfolgt (Widerspruch erfolgt wicht). ES ist also auch der soziale Ausschuß beschloffen, und die Fraktionen werben gebeten, auch für den sozialen Ausschuß die nötigen Mitglieder vor- : »ich lagen. Ich nehme an, daß der soziale Ausschuß auch auS 15 Mitgliedern bestehen soll. (Es erfolgt kein Widerspruch.) — Dann habe ich die Ghre, Ahnen für ihr Erscheinen zu danken und mich darauf zu freuen, daß wir uns morgen vormittag um 11 Uhr hier Wiedersehen. , Um 7X Uhr wurden die Sie «Handlungen auf Montag, 11 Uhr vormittags vertagt. Zweiter Tag. Um y212 Uhr eröffnet Präsident Sonnenfeld die Versammlung. Präsident Sonnenfeld: Ach erkläre die gestern unterbrochene Sitzung für wiederaufgcnommen. Wir haben nachzuholen den Punkt 4 der Tagesordnung, WahleuzumRatgemäßArt. 21, Ziff. 2derBerfaffung il) Rabbiner, 2 Lehrer.) Zum Berichterstatter hierüber ist gestern Rabbiner Dr. Freund bestellt, ich bitte ihn, das Wort am nehmen. Dr. Freund: Meine Damen und Herren! lieber die Frage der Wahl der Rabbiner in den Rat hat gestern abend eine Besprechung des Rabbinerverbandes stattgefunden. Keine offiziell« Sitzung, denn weder war der Vorstand ordnungsmäßig einberufen, noch war das Pleuum des BerbandeS zu erreichen. ES war aber der größte Teil deS VorsiandeS vertreten: somit kann wohl der Beschluß der einstimmig gefaßt wurde, den Anspruch darauf erheben, daß er die Meinung deS Rabbinerverbandes zum Ausdruck bringt. AIS Resultat kann ich folgendes uritteNen: Ursprünglich waren für den Rai 6 Mitglieder a«S dom Rabbinerstande in Aussicht genommen und als nachher der Art. 21 der Verfassung dahin gedeutet wurde, baß auch die Vertreter der Seminare unter diesem Titel gewählt werden sollen, blieben nur 8 Rabbiner. Das erscheint unS als eine nicht angemcffene Vertretung. Wir stelle» darum den Antrag, daß die Zahl wieder auf 4 erhöht werde, und damit die 8 Seminarvertreter mitgewählt werden können, bitten wir dt« Gesamtzahl auf 7 fest zu setzen. Wir sind bei unseren Unterhaltungen zu einer Einigung über die Liste gekommen, und wünsche« Ihne» drei Rabbiner alS Mitglieder und drei alS Ersatzleute zu präsentieren. Als Mitglieder schlagen wir vor: Dr. Baeck, Bertt«, Dr. Horowitz, Frankfurt und Dr. Geligmann, Frankfurt: akS Ersatzmänner: Dr. Rosenthal, KöLn. Dr. Emil Levo, Berlin und Dr. «tlde. Magdeburg. Natürlich werden die Vorschläge nicht allem entsprechen, wa» die einzelnen FrvLtiouen für sich erwwrscht Hüben. Aber wen« wir da» Opfer bringe» kounten, trotz der schwierig«« Matevte «tue« eitMütige» Beschluß zu sasie». foA könnten auch die Parteien daS klatne Opfer bringen, ihr Wünsche M znrückzuftellen und diesem Vorschläge zuzusttmmen. 3 ES entwickelt« sich dann «lj«e längere GeschäftSordnungSd«batt«,,M in der Abg. GoSlar darauf verwies, baß e» gelte, die im LandeSver-.D band« vertretene» drei großen jüdischen Weltanschauungen bet dieser . « Wahl zu berückfichttgen. a An der GeschäftSo-rduungAdebatte erklärte Mg. Werthetm: » Der Herr Borfitzeuide d«r Tagung hat gestern an die MiigVeber de»-« Rates die Bitte gerichtet, nicht auf den Plätzen der Abgeordnete» ä»'» verweilen. Ich will das Ergebnis von Abstimmungen nicht bezwet-.'» feln, bitte aber, daß die Mitglieder deS Rates außerhalb deS Raumes '» der Abgeordneten Platz nehmen. - Präfident Gpunenfeld: Herr Klee hatte mir «ritgetetlt, er; bäte a«S Gründen, dt« er mir im einzelnen vorgetragen hat, dariun,! im Raume der Abgeordnete« Platz behalten zu dürfen. Ich habe keine Bedenken gehabt, diesen Wunsch deS Herrn Klee zu erfüllen. Abg. Werthetm: Jche Hab« lediglich Bedenken dagegen, daß , Herr Dr. Klee während der Abstimmungen dauernd sich vom Platze > erhebt und im Saale herumgeht (Unruhe und Zurufe: Kinderet). ,i Wie die Dinge auch liegen, kann ich eS doch nicht anerkennen, daß : ein Mitgkied deS Ratenicht nur dauernd im Plenum führt, sonder» j während der Abstimmungen sich dauernd erhebt. Präsident Sonnenfeld: Ich kann nicht anerkennen, daß «»-. ein« Geschäftsordnungsbestimmung gibt, die dadurch verletzt würden ■; daß während der Abstimmungen jemand herumlauft. (Lebhafte >' Zustimmung.) Abg. Be rg « r: Ich mache sämtliche Damen und Herre» darauf^ aufmerksam .... (Borsttzender unterbrechend: DaS ist nicht »ur Geschäftsordnung: «h entziehe Ahnen das Wort.) Abg Berger »er. •; sucht trotzdem weiterzureden, so daß der Vorsitzende erklärt: Ach 'S habe geglaubt, annehmen zu dürfen, daß jeder Redner und Abgeorb- "! , liefe die Würde der Versammlung wahren würde. Ich erteile nun- \ wehr Herrn Berger zum ersten Male einen Ordnungsruf.. i Abg. Berger: Ich füge mich der hier üblichen Diktatur. ‘ Durch Akklamation wurden schließlich gewählt: j Seminarrabbiner Prof. Dr. Michael Guttmann -BreSlau. « Rabbiner Dr. A. Weinberg, Dozent in Berlin. ' Rabbiner Dr. M. Hoffmann -BreSlau. Prof. Dr.JSmar Elbogen -Berlin. > Rabbiner Dr. Leo Baeck- Berlin. Rabbiner Dr. Horowitz, Frankfurt a. M. Rabbiner Dr. Geligmann -Frankfurt a. M. i Mtttelfchullehrer Heinrich Stern- Berlin. i Lehrer und Kantor A. B. 8 e v q - Frankfurt a. M. ZN Stellvertretern wurden gleichermaßen gewählt: Rabbiner Dr. Rosenthal -Köln. Rabbiner Dr. Emil L e v y - Berlin. Rabbiner Dr. Wilde- Magdeburg. Präsident Sonnenfeld: Damit ist der Punkt 4 der Tagesordnung erledigt und wir kommen nunmehr zu Punkt 8 (Bericht über die bisherige Tätigkeit deS BerbandeS und Etat). Hier hatte« ‘ wir gestern den Bericht des Herrn Dr. Freund entgvgengenomme». : Herr Dr. Freund hat gestern nur zur Tätigkeit gesprochen, und ich - bitte ihn, nunmehr zum Etat daS Wort zu nehmen. jj Dr. ASmar Freund : Ich kann mich mit BezSg auf den Etat sehr , kurz fassen. Er stellt so, wie er Ahnen hier vorliegt, in der Hauptsache j ein Programm dar, bei dem es sich nicht so sehr um die einzelnen Zif- ' fern handelt, wie um die Positionen unb leitenden grundsätzlichen Ge- ■ stchtspunkte, die in ihnen zum Ausdruck kommen. Eine Position möchte ich besonders herauSnrhmen, bei der diese Gesichtspunkte J durchschlagend find, daS ist die im Kap. 2, Titel 5: ^Wohlfahrtspflege". Wir haben unter diesem Titel eine Reihe von Unterpofi- . tionen namentlich aufgeführt, aber insgesamt nur einen Betrag von .->0 000 Mark eingestellt. Schon das zeigt, daß es sich nicht darum hau-; delt, mit diesem Betrage die in den einzelnen Positionen umschriebe- 'j nen Aufgaben zu erledigen,-sondern die Pofitionen sind nur ein» gestellt, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß die Tätigkeit de» BerbandeS auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege alle diese Fragen? umfaßt. Rack Fühlungnahme mit der ZentralwohlsahrtSstelle er- ,v übrigt eS sich für daS Jahr 1825, von un» auS in nennenswertem AuSmaß auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege tätig zu werden. Dt« ZentralwohlsahrtSstelle war der Ansicht, daß sie im laufeube» Jahr . noch von sich auS diesen AufgabenkretS de» LandeSverSandeS er- - hcblich mitbetreu«» «nne. Jnfolgedeffe« haben die von un» eingestellten 50000 Mark lediglich de» programmatischen Zweck, von dem ich sprach. Wenn im Etat eine Anzahl von Pofitionen au die Spitz« gestellt find für die Unterstützung leistungsschwacher Gemein- £

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