Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Band VIII (1871)
- Issue
- Viertes Heft. (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 212)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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—210 — yod einander getrennte Gegensätze; auch der natürliche Mensch bebt zurück, wenn er diesen Sprang machen muss, und er versucht lieber den Abstand kleiner tu gestalten, die gähnende Kluft darch etwas auszufüllen. Der der menschlichen Natur eigene Egoismus kann sich nicht eine Zeit denken, in der sein eignes Ich zu sein aufhört, die pietätvolle Anhänglichkeit an Familien• glieder kann es nicht fasten, dass die Angehörigen auf immer und ohne jede Spur zu Grunde gegangen sind. In der Furcht ▼or dem Tode sucht ihn der Mensch za beseitigen; . da dies in der Wirklichkeit nicht möglich ist, muss ihn die Phantasie unschädlich machen: die Abgeschiedenen werden daher als weiter fort• existirend gedacht. Gewöhnlich worden sie in Nattrgeiater verwandelt, die sich in der Nähe der Angehörigen aufhalten; das allmähliche Erblassen der Todten in. unseren Sinnen ward als ihr Fortgehen in ein Jenseits betrachtet Das hat auch zum Goister־ und Gespenstcrgfaubcn Anlass gegeben, und je naiver, natürlicher ein Volk, in desto vertrauterem Verkehre steht es mit den abgeschiedenen Seelen seiner Angehörigen, je unentwickelter und reflexionsloser eine Religion, desto abenteuerlicher sind diese Vorstellungen in ihr ausgemalt. Ein per• Bösliches Wesen aber schlechtweg aufhörend zu denken, ist auch für die ungebildetsten Völker etwas UnmÖgbcbee. Die rohesten Stämme, welche nicht einmal einen Namen für die Gottheit kennen, haben dergleichen für Beclo and Fortdauer. Sollten die Hebräer eine wunderbare Ausnahme machen? Sollte das Volk, das sonst allen andern" vorangegangen, das in der Erhabenheit und Reinheit