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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-12-31 · 24 (31.12.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
24 (31.12.1935)
Date
1935-12-31
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 24 Brest« I utc sat> tsche » Semelnti Matt u An t>cr Aussprache beteiligten sich fvrau O. iiir alle junge» Mädchen eine häuswirtschaftliche At und 3rau Auguste?! o t b m a‘n n (Vorsitzende der iiilltea l’ebett nur in Palästina für möglich halt, in i n 3 f i a Schlußwort klang hossnuiigasreudig ckua psisrviis-lttnrootte | Lagerung, Verpackung Siegfried Gadiel±s± c \ b 9 r t i, bici^bilduv.g forderte 3iso), die er-!öannab SV ar* i isl. P. hinein erschienene 20! b 11 e r die pra letzten Erzälitungen. Danach legte fvrau üncie ftiieben Ausgaben bar, die sich die Gruppe neben der eigenen kulturellen Arbeit — wie der Erlernung dea hebräischen — stellt: rvbrberur religiöse» fugend 3« dem letzter Umzüge, .Tel. 51223 ITliscacfjirffi auen? fivbeit Am 5.?!oö( mber eröffnete die I'iiaracbi .'vraue chruppe. die an jedem 1. Diensta z?!achmittag dea?)!onata bei SVoriibaufer tagt, ihre Winterarbeit mit einem??e*erat von 3rau Uottc ' über de» groben hebräischen Epiker «sch. 3 A g n o P i n e s p w e r » und seine vor g der palästinensischen fvcnda, der Hachschara der in Deutschland und der religiösen Iugendalijah. Punkt sprach eine Woche später srrau Tr. Ella Blau, .Hamburg,sin kleinem SVreise im Hause von ^vrau Prosesior .H e i n e m a n n. «2 ic berichtete besondera eingehend über daa Beth 3eirot in 3erusale n, auch Iwdi-Heim genannt, eine Schöpfung der Miarachi. Iranern rganstakion. da«! hie Juli d. 3«- bereits 22 Mädchen der, i etigiösen 3»gendalija ausgenommen hatte, und weitere 2» nach' .vertigstellung dea Erweiterungsbaues aüsnehmen kau». Daa 2oetb 3eirat ist eine Hauahaltungsschtile, die daa-Prinzip der Arbeitaschule in weitestem Sinne verwirklicht hat. - Die Tarbutarleit und die SVosten sür die religiösen Belange wurden (naher von der Misrachj-Ivraueiiorganisatton getragen, doch besteht Auasicht, das, die Arbeitsgemeinschaft der SVinder- und'3»gend- Alijah von nun a > die SVosten sür die Darbutarbeit in weitestem .sinne übernehmen wird. S?. P. ftu$ TSceelaue jüdifcfyem Runftleben Die ftcone Davids Der SVulturbiiitb spielt Ealderon ‘ 3»'ei Ausgaben hat der SVulturbund nt bewältigendie organisatorische und diekünstlerische. Wahrend die junge jüdische SVunstgemeinde daa crganisatorische Gebäude bereita nach Gewährten Vorbildern zweckmäßig und seit errichten konttke und sich nnr um den weiteren Ausbau sort und fort bemüht, hat sie aus künstlerischem Gebiet völligea?!euland betrete»: ea urbar und ,su > ine ist blühenden Gesilde bodenständiger SVunst zu machen, ist ein Problem, das sicher nur nach schwerem Gingen und nicht ohne Erperime ite zu lösen ist. Gilt ea doch einerseits das Europäertum des neli-eillichen 3"öe» tu erhalten und in der im SVulturbund gepflegten S' tilgst tum Aus druck kommen tu lasten, andererseita must aber dabei at eh die besondere jüdische?!ote tu ihrem vollen Rechte gelangen. Eine solche SVunst als Tatsächlichkeit grosien Ausmaßäs hat ea bisher ifitfit gegeben, sie ist erst tu scbane», vorerst aber must man sich begingen, aus Bor handenem das zu schöpien, was den oben genannten 3orderungeii wenigstens einigermasie» entipricht. So ivird ab>r jede eintelue künstierische Darbietung des SVtilttirbnndes vorläijig noch tum Experiment. „Die SVroue Davids", ursprünglich „Die S.'ocken 2lbsalons" be titelt, Drama in .V Akten von Ealderon (lhtinleis ), freie deutsche Nachdichtung von Otto 3 o s s. behandelt einen jüdis Den Stofs und entstammt der Heber eines Spaniers, die Tragödie onunt alio der Smithese Europäertum—3udentuin ein Stück entgegen. Sind man kann nicht leugnen, das? sich Dichter wie Xachdichter?)!ühe gegeben haben, auch den biblische» Geist über das Stück ai stugiesien, ein kühnes Sintersangen, dem ein völliges Gelingen frl ilicki nicht be schieden gewesen ist. Aber abgesehen davon, hei der technischen Gestaltung der dramatischen Architektur hat Ealderon die Einheit des Geschehens nur sehr äusierlich. tu wahre» vermocht indem er die Sondertragödie Amiion Thamar weit mehr als es das biblische Slrbild an die .Hand gibt, in den Vordergrund tu schiebet und als" Aus gangspunkt der Entwicklung sesttuhalten sticht: und stivar eben nur rein ätisierlich: immer und immer wieder tritt, matiiuert oder un motiviert, die unglückselige Thamar aus. tuletzt sogar re chlich unjüdisch r«ils schwertumgürkete Walküre. Es fehlt aber die innere Einheit, die twingeiide S.'ogik, welche in strafser 3usamiiieiiballuiig aus einem Motiv mit Notwendigkeit die gesamte Handltnig bchvorgehen läsit, und alle anderen Mächte des dramatischen Werdet a dem unter ordnet.! Siier Und mehrere leitende Motive neben und übereinaitder geschichtet, Liiitieiitauinel, Ehrgei t,?!achsiicht. So er teben sich eine?!eihe fesselnder Bilder. wenn man will, eine Angthl gespielter Essana, aber es drängt sich uns doch unabtveisbar bot Mangel ans: wir verminen den entscheidenden schöpferischen Griffs der die Teile in natürliche Abhängigkeit vom 3entralproblem und roneinander t» bringen, sie damit harmonisch su ordnen und so e n organisches Ganse su schmieden gehabt hätte. Tie Tolge ist, das die Wirkung verschwimmt, weil Gesühl und Aufmerksamkeit des estn'chauera nicht aus einen beherrschenden Punkt konsentriert werden, sondern nach verschiedener Dichtung hin auseinandersließeii. Abet nichts desto weniger, der grandiose «Stoff und seine miA??üdfi<h|t aus Bühnen- Wirksamkeit unzweifelhaft geschickte Ausnutzung durchs Ealderon und seinen Erneuerer ergeben ein immerhin bedeutendes,'pickendes Werk. Der SVulturbund hatte damit eine durchaus glückliche 4>ahl getrosten. Tie Ausführung versetzte das Stück aus dem ic Itifraclitifehcti Schauplatz in eine Sphäre der 3eitlosigkeit, gestaltete eä damit zu einer Tragödie allgemein-menschlicheit Eharakters um. Das wurde sunächst durch die von Aliee Eohn betreute Kostimierung angedeutet. Die Mikwirkenden trugen eine Phantasie-Kl ridung, welche sich im Eharakker aus dem Gtuiidstil der Lpätrenaiff«itee ausbauke, die Krieger waren in mittelalterlich anmutende Dtahtringpanzer gehüllt, die Bartlosigkeit, in welcher die Männer ersckielien, ist gewiß Be» S p a n i c r gab nicht altisraelitisch. Sinter diesen Slmständen stellte auch der. reichlich verwendete Msijicn David, der trotz seiner Beseichnung su Davids 3eiten noch nicht in Gebrauch war, nicht eigentlich einen Anachronistnna dar. Gut und ideenreich gelangte das Prinzip der Stil bühne zur Anwendung, die Bühnenbilder waren teilweise aans wundervoll, besonders der König-!aal Davids verdient hier hervorgehoben ,su werden. Was aber der Thronaufban im fpefstaal Absalons und später im Walde lohte, ist nicht ctans klar. Die Deklamation der Trochäen wurde klassizistisch gehalten, was freilich die Gefahr übersteigerter Pgthetik mit sich brgchte, der denn auch s. B. Hansi Schottenseis, Georg Weidmann »nid 3ames Elsuer gelegentlich sum Opfer fielen. Allein allem aber war die streng gestraffte Aufsübrung ein gansvcllea Werk-aus einem Guß, ,Vas. indem eine geschlonene Eindeitl ch-keit des Eindrucks erzielt wurde, zum Teil die iüicke schloß, die der Dichter getanen hatte. Der Spielleiter?!i kolai El ja sch off bat Oaa in ihn gesetzte große Bertrauen wiederum vollauf gerechtfertigt^. den David gleich vollendet als König wie itternd in der Schlußszene. .Hervorragend enst ein in der?!olle des Amnon, den n Gesellen in scharfen Umrissen temperamentvoll ii» Schindlers Absalon war em kraftstrotzender .Kerl, weniger bösartig als vor ivildem Ehrgeiz rasend, .tllea iil allem dujrch und durch überzeugend gestaltet. Wenn l l dem jungen Salomon mehr abgeklärte Wefa- Teuer gab, so handelte er bannt zipeiselloS im Erna Ephn kirüheres Pfetidoiwin Erna eine, von glutvollem IVbeit und nachdrücklicher euca: Ivohlabgemene» in jedem 3uge erals Mensch und war war auch Alfred er als heiiimungalos« zeichnete. H e r »t a rsch S.’ i d* tl 2? e r t b v l b S e g a heit als jugendliches Sinne des Autors. S.'orenzj zeigte uns iuaaestivkraft erfüll Eharaklerisierung dejr st e r b e r t??! e v e r treuen 3oab anziehe wies sich diese Weisu ng als weiterer darstellerischer Stöhepunkt des Abends. Stansi «^ ch o 11 c tt f e l 3 faßte die Thamar etwas zu zaghaft an. mehr leil«eufehaftliehe Aktivität wäre am Platze gewesen, die .Künstlerin gab aper eine rührende Thamar, womit sie wohl die Bibel, nicht aber die des Dichters traf., o w i tz (früheres Pseiidonvm Mevhost) gab dem »de 3-ische. Erich SVöhler als Ädonijab, —fäeiitebiiwo ümsi tioftn \ Neue Adresse ab 1. Januar 1936 t Breslau S, Neue Schweidntizer Str. 1511 (fah"tuhl> I j Telefon S03 47 Alle Eiserjibahn- und Schiffskarten| ritz Ni11 er als Ahitophel, G e o r 3 e 1 d m a n n als Limei dieser besonders elndruckavoll in der ^luchs.zene — und James Glaner als Husgi talten den Erfolg des Abends vollenden. Das Publikum,- las den Saal vollkommen füllte, erkannte durch Schluß freudig den Erfolg an. Um ihn batte Markt verdient gemacht, der sich des musimmen batte. Die «jenen wurden teils instrumental, teils durcki El öre eingeleitet, wiederholt war'auch die Handlung musikalisch imterjnalt. Manfred 2Rofenf<ib. lebhaften Beifall am sich auch Heinrich kalischen Teils angenc Die 3üdische W 15. Dezember, nachms Calderonschen denen rund 1000 Best- Kulturbund-AussüHrun,), Die Erschienenen wärest am Sckluß stürmischei n t e r b i l f e veranstaltete am Sonntag, den ttagS und abends, zwei Äussührungeii des ibeldramaS „Die SVroue iDavids^, .zu cher erschienen waren. Der große Erfolg der en übertrug sich auch auf diese Veranstaltung, ganz im Bann der Darstellung und spendeten Beifall. Die, Jüdische Winterhilfe bat sich

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