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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-12-31 · 24 (31.12.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
24 (31.12.1935)
Date
1935-12-31
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Brest du er Südis ches Semeindeblatt Nr. 24 Verteilung der Einwanderer in den Cinwande- ' ru igsländei n richten, Es ist aus wirtschaftlichen und politischen Grinden erforderlich, daß der Strom der Cinwanderer nicht in den großen Städten stecken bleibt, zumal das Hinterland?!ord- und Südamerikas und Süd-Afrikas noch aufnabmefä »g ist. Tic Einwanderer Kaben die Vcrpflichtung, Kenntnis über Juden und Judentum zu verbreiten; die?veaicrungen der Einwanderungsländer müßten'erkennen, daß die Eiuwanderndcn sich aus brauchbarem Mcnschen- ' material zuicimmensetzen. Tie Zcidl der. bisber Ausgewanderten gibt Tr. Wisckinitzer auf rund 90 000 an. Davon sind mindestens 30000 nach Taläs ina gegangen. Ebensoviel gingen nach europäischen Ländern und'haben dort z. T. so schwer zu käiypien, daß sich vic e auf eine Weiterwanderung votbercitcn. Tie restlichen 3<> 000 verteilen sich auf 41 Aeberseelünder. 3iund 10 000 gingen nach den Bereinigten Staaten, 5(KK) nach Brasilien, 3 Wanderung beute in den unterschäm doch vorzuzi sie eine Exi >00 nach Südafrika, 2000 nach Argentinien. Tie nach den nichtpalästinensischcn Ländern ift- bis meisten Fällen eine Cinzelwanderu^, die nicht werden darf, aber der eine Gruppenwanderung i:den ist. 3.?. haben Einzclwanderer, sobald tenzgrrindlage gefunden haben, auch schon Angehörige na,bkommcn lassen. Tiefe Erscheinung war bei jeder jüdischen «Wanderungsbewegung feststellbar, und der Redner bezcickncte sie als Aktivum. Tie sichjektiven Momente, die eine Einwanderung in die übcrsetischcn Länder (außerhalb Palästinas) erschwert haben, lägen in erster Linie in der jlifüt eines Teils unserer Mcnschcrr^von denen eine Anzahl sich >tur sehr schwer den grundsätzlichen anderen Verhältnissen anpaffen konnte, mit denen sie bei dem Neuaufbau der (Existenz zu rechnen batte. Tiefe Schwierigkeit ist z. T. beb rben: die Auswandernden haben inzwischen erkannt, daß eine grundlegende Umstellung und pcnderuna der Lebensverbältniffe in fast allen Fällen Voraussetzung! für einen ersolgr sichen Existcnzausbqu ist. > i! Tie Äusivanderung gebt hqute im Gegensatz zu 1933 - . nur nach sorgfältiger Vorbereitung planmäßig vor sich. Ter Hilfsverein hilft dabei, soweit eS ihm möglich ist. Es' bat 400 Korrespondenten in aller Welt, die aus 4l Ländern -regelmäßig berichten. Demnächst wird er im IkeichSgcbiet 14 Zweigstellen zur Erleichterung seiner Arbeit errichten. Im Gegensatz zu den in letzter Zeit in Erscheinung getretenen „wilden" AuSwanderungsgescilschastcn ist er unter Berücksichtigung der ihm genau bekannten Verhältniffe mit seinen Ratschlägen sehr vorsichtig, um den AuSwanderndcn den größtmöglichen Erfolg zu sichern. Um die Auswanderung größerer Gruppen zu ermöglichen, steht der HilfSvcrcin mit der Iea (Iewish Colonization Association),/die die von Varon Moritz Hirsch in Argentinien gegründeten jüdischen .Kolonien verwaltet, in enger Fühlung. Tie Bedingungen der Iea für eine Ansiedlung'sind dadurch erschwert, daß sic im allgemeinen nur fünfköpfige Familien, deren Mitglieder das 14. Lebensjahr vollendet haben, ausnimmt. Dadurch soll erreicht werden, daß jede Familie das ihr zugewiesene Land ohne fremde Hilfe bearbeiten kann. In'diesen Tagen geben 15 Familien in diese .Kolonien, weitere werden folgen. In Kürze geben 65 junge Juden als Landarbeiter ebenfalls dorthin. Wenn sie sich bewährt haben, so werden sic in einigen Monaten ihre Familien Nachkommen laffcn. Schließlich werdxn die Landwirte der ehemaligen jüdischen Siedlung Groß-Gaglow bei Kottbus zum Teil in nächster Zeit als Gärtner nach Argentinien geben. Ter Hilfsvcrein will die Frage der Gruppenwandcrung mebr als bisber allen ftir die Wanderung zuständigen Stellen nabebringen. Scbr erfreulich ist die Feststellung, daß dort, wo Gruppen von ausgewanderten Juden ansässig sind, bald das Bedürfnis, nach religiösem Zusammenschluß besteht. Ter Hilfsverein bat oft Tborarollen und Gebetbücher an diese Grtlppen zu schicken. Ter Gemeindeabend wurde durch künstlerische Tarbietllngen wirkungsvoll umrahmt, die von Organist Erich S ch ä f f e r, Oberkantor F l e i s ch m a n n (.Köln) und dein Snnagogenchor unter der Leitung von Hcinrch Markt bestritten wurden. K. Schw. r Repen tfajeffod und eeltgtöfee Judentum ■ ■ 1 '!X r O 3 f fl r Cikl 3> i >5 ne! erl >r Turch tvit Jvnt Judentum Judentum p«: 'viele, di Leben einbauä» bannte Cs kam die wissen es, und mitte» im scbne des Traums, 3ivn erbauen Jahren das Geh der nationalen Galutb einen Tle klare jüdische» Gesa Führer auf die strumente des 15 Jahren die Fonds von nicht konstruktiven Au tnatcrielles, finaiz Cr bient allen Träger". Mebr knüpft den ÄTCifc winnt ibre Sv arunaen der Meicbsvertrctung und der BrcSlaucr »laaoaen-C'emcfndc für den Keren 5aajctzod sowie en Artikel von> Tr, M. T r a u b veröffentlicht. Im ammenbang mit dem am 6. 1. 1936 in der Alte» ynaaoge statbinhenden, Gemcindeabcnd' zu Cbren dcS Jubiläums des Keren Hajeffod gaben wir nacb- 'end einen Artikel des früheren Führers der religiöse» nisten Teutfchlands wieder. Zionismus. die . jüdische Ilenaitzanccbtmcgung wurde ine ungeahnte Bereicherung zuteil. Mancher, der dem en -schien, kehrte zurück, neues Leben durchpulste rkaltft waren. CS war die Idee, die dom VolkSkörpcr Verwesung und Erstarrung aus unserer Mitte ver- Ii?r Au vc i; In?Jr. 22 unseres Blattes vom 30j 11. batten wir;Ik r zweite Ttwie. Sie brachte den Lieg her Idee. Wir der Iiscbüw legt Icugnis dafür ab/daß wir jetzt n Vollbringen begriffensind. Tabin ist die Phase eir sind nicht mehr'lßerrcn der Entich«idung, ob wir »sollen oder nicht. Ueberdeutlicb spricht in den letzten ot der Geschichte, es weist uns gebieterisch den Weg Konzentration in der Heimat uiid kündet. Golah und ton Spruch. (Erkenntnis vom Primat Crez IisraelS innerhalb der n tauigaben lenkte Sorge und Aufmerksamkeit der Schaffung und Ausgestaltung der-erforderlichen Innbaus. Tem Jüdischen Rationalsondr gesellten vor raniwortlicben Männer der Bewegung einen zweiten geringerem?lang zu: den Keren Hajessod. der alle gaben verwirklichen sollte. Cr ist weit mehr als ein zielles Mittel: er ist zum Symbol der Tat geworden. 6 rrordernitzen des AurbauS, aber er „trägt allch seine gls die Spender für ihn tun. tut er für sie. Cr verder Geber mit einem mächtigen Werk. ^Er gembarbieiz, durch seine Ansprüche, und Taten. Ströme olfSberg, Jerusalem von Energien und bedeutende Rückwirkungen geben von dem inoralischen Kapital aus, daS im Keren ihajesiod aüfgefpeichert ist. Tie religiöse I u d e n b e i t in Palästina beschränkte ihre Tätigkeit lange auf das Schulwesen und aus die Fürsorge für religiöse Institutionen. Tiefe Schulen sind der Stolz des „Misracbi". Die Wahrhaftigkeit gebietet uns. gern anzuerkennen, da» das traditionstrcue Judentum auf diesem Gebiete seinen volle» Anteil vom Keren Hajetzod erhielt. Rühmen wir die erfolgreiche Arbeit der Lebrer in den erwähnten Schulen, so wollen wir Hetzen eingedenk bleiben, dasi sie nicht möglich gewesen wäre obnc die Einheit und Geschloffen, beit der Zionistischen Organisation, die allein unserem atomisierten Volk zur Wiedcrerstcbung verhelfen kann. Ter Keren isiajeffod symbolisiert diese Einheit im Werden. Im Schulwesen bat er seine ungewöhnliche Aktivität und Unparteilichkeit bewiesen. Auch anderen religiösen Angelegenheiten hat er sein Interetzc bezeigt. Viele Institutionen, vor allem in den Siedlungen^ verdanken ihm Entstehen oder Unterstützung. Spät und in unzureichendem Maste fand der Anspruch des tzapocl §>amisrachi auf landwirtschaftliche Ansicdlung Gehör. FragloS bat sich die Situation sehr zu Gunsten des 5)apoel Hamisrachi in letzter Zeit geändert, hier war das religiöse Judentum selbst nicht ohne Schuld: allzuspäl wandte cs sich diesem entscheidenden Gebiete des Aufbaus zu. Ten Verpflichtungen des Keren isiajetzod gegenüber dem religiösen Judentum entsprechen Pflichten der Ortbodorie gegenüber dem Keren isiajetzod. Und dsi wir an der Wende einer' Acra stcben, soll den GcschcStrcuen aller Dichtungen die Pflicht ins Gedächtnis gerufen werden, dieses Gebot mit Begeisterung zu erfüllen. CS beiht einmal im Talmud: „Jede Mizwab, die Iisracl freudig übernahm, üht es auch jetzt noch mit Wärme". Tic Ltcucrpflicht dcS Keven hajetzod ist wert, dieser Gruppe zugczählt zu werken. Tie religiösen Juden sollten die Ersten sein und die Gcwitzenhastesten unter den Gehern. Tast' alle Mitglieder der Zionistischen Organisation hierbei ihre Pflicht criüllen, ist eine Selbstverständlichkeit. ' Aber heute gilt cS, darüber hinaus ein ernstes Wort den Menschen zu sagen, die noch nicht zu »ms gehören, die gleichgültig oder nachläffig sich verhalten oder gar unicr Werk und unseren Weg

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