Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 20 (31.10.1935)
- Date
- 1935-10-31
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- 1 Nr. 20 Breslc i rer Jüdisches G e m e i n d e bl >a t r 1 ' V ii ■i 3 sc st tmnwr zur e kann dieses vl i le hei tt s Aufnahmeßlß eine mindurctnnachen. ein Leben ich in bebräigen Eituarjdcrt und.ver. Maßnanmcn vergrößern, billigung der der Mittel, eine entt wird. Cs werden, um tsetzung der ittleren-Hach. . st. Der Heytlassenen des in landwirtd^lng zu schaflen. For c.m aus Hachschara und nach deren Abschluß Alisa. Bei der geringen Zahl der Zertifikat Svstcm nicht beibehaltcn wcirdcn. Die angenommenen Resolutionen sehen alter auf 17—30 Jahre fcftj, jeder Chawer hi bestens dreimonatliche Probezeit in einem Sr i Vorbedingung sür die Aufnahme ist der Wi der Cigcnart in Erez Zisratl zu führen unk iscbe Arbeitskultur einzuordncn. Bei der tion wird eine Hachschara vhn 2 Jahren gef!) langt, daß jüdische Instanzen die notwendige^ ergreifen, um den Umfang der .Hachschara waS nur möglich ist, wenn entweder durch T kibbuzischen Hachschara oder j durch Crweitennr die dem Hachschara-Werk zur Verfügung st sprechende längere Hachscharg-Zeit gewährleist sollen alle rwtwendigen Maßnahmen ergriff^ die 5)achschara-Stellen zu sichern. Die Hachschara soll bis zur Alija dauern. Die schara wird als bestehende Einrichtung bestäsi chaluz soll sich bemühen, auch sür die Schul kommenden Frühjahrs Aufnahmemöglichkeiten schaftlicher und handwerklicher KollektivauSbi D/e zweite Vee^„,_ Ißio die so eindrucksvolle Ausführung des Shakes >eare-Luftspicls „Ibas ihr wollt", so bildete auch der am 16. Oftob<r vom Kulturbund veranstaltete Tanzabend eine» volle näußce n und k ü n st - lerischen E r s o l g. Am übci süllten Frcundcsaal wurden Tanzdarbietungen gezeigt, welche den Vergleich mit deauten und zum Teil sogar besten auherjüdiscben Lcisümgen keines vsgs zu scheuen brauchte». : Im Mittelpunkt des Abcstds stand Else Dul lon, die sich vor ibrcr Abreise zu ibrer Amerika-Tournee dem jükisbcn BrcSlaucr Publikum nocb einmal vorftclltej Was wir schon ir> Sommer im Licbich-Saal anläßlich dcS Auftreten des EKrlick-tü scmblcS sahen, bestätigte sich diesmal: In Clse Dublon ist eine neue ungewöhnliche Begabung erstanden. Ihr Schaffen trägt cipc stark« c igcnpcrsonliche?«otc, sic ist-erfüllt von schöpferischen Ideen und sic ist mit der JVraft begnadet, de» Ideen entsprechenden Ausdruck zu v rleiben. Else Dublon ist bezaubernd, wenn sie scherzt, von Grö ze wenn sic beberrschende LebenSproblcme anpacjt und sie in Bcwcc ui a auszudcuten und zu klären sucht. Ihre Grazie! ist schwebend und vi llcr Sanftmut, sanft auch ibr Stimme, die, nicht mächtig, aber klar, rein und modulationSsähig, für die Ziele, die sich die Künstlern c csctzt hat, vollkommen auSrcicht. Die ostjüdischen Lieder ließen ii r JWmtc» im bcllsten Glanze erstrahlen, daß cS nicht aus dieses Gcbiet beschränkt ist. zeigte das scurig und mit starkem Ausdruck getaiztc „Südliche Gassenlied". Weniger gelungen war ibr Auftreten in der Skizze scn. Für die Zuteilllng der Zertifikate soll die kultitrelle, menschliche und arbeitsmäßige Reife des Chawers, ein Ar. beitslebcn in Palästina zu führen, entscheidend sein. Die größtniöglichste Garantie bietet die kibbuzische-Hachschara, lvelche deshalb für alle Chawerim anzustreben ist. Tie persönlichen Schwierigkeiten., in denen sich viele Cbawerim bc. finden, dürfen für die Zulassung zur Alija nicht ausschlaq. gebend sein. Mäntel - Kostüme - Kleider - Compleh iiiiiiuiimiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHMiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiNiiiiiimimiiiiimmiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiniiiiiiiiiimiiiinii Besonders chic und preiswert Daman•MBtitel und ■ Kleider• Fabrik Ring 30/40 Qagr. 1861 Albrachtstr tftanß Wer, Ueber Franz Werfels Bibeldrama „Weg! b Dr. Arthur C l o e s s { r, Berlin, unlüi nftaltung des Kulturbundes „Märchen", in der wst sic als Partnerin Nolf NavS sahen, ei» banaler Stofs, der keincjjMöglichkcit zu originaler Prägung bot. Eine gewisse Neigung zum Posieren ist zu bemerken, kein Ptzunder bei soi iel Jugend und so vicjl Erfolg, aber von Anfang an zu bekämpfen. Eine zweites, beachtliches jüdisches Talent auf dem Gebiete der Tanzkunst trat uns inj der in Breslau bereits mehrfach gesehenen Ncllv hirth entgegen:, hier ist cs die edle Formgebung, die beschwingte Anmut, ivelche besonders' gesollt. Ausgaben großen Stils waren der Künstlerin jn diesem Programm kaum bcschicden. Nuth Anselm, die in mehreren Progrämmstücken mit Nellv hirtb zusammenwirkte, trat im Baliscben Tcmpeltanz als Solistin ans und übermittelte sicher denmystischen Dunst, der diese erotische Sphäre überlagert. Die beide» einheimischen Tänzerinnen Margit Berger und Mar ranne Le nt brachten als Duett die trägikomische Idylle „Schwierig ist die Liebe" frisch und ausdruelskrästig zur Darstellung. N o l b Rav hielt sich crsrculichcrweiie bei seinen Darbietungen innerhalb der dem männlichen Jünger der Tanzkunst gezogenen Grenzen. Sen, EsardaS wie der Faun im „Märchen" erwiesen Temperament, Krcnt, Ebenmaß der Linienführung, plastische Unwissenheit der Gestanung. Am Flügel wirkte! Nu di Lehmann, dsr sich seiner Ausgabe zweckentsprechend cntledjigtc. — Das 'Publikum spendete sämtlichen Mitwirkenken herzlichem, bis zum Schluß sich ständig steigernden Beifall. i mr: der sprach Dr. Arthur C l o e s s s r, Berlin, unläi gs .Kulturbund. Schon nach den erstell Worte» dcS Voch wir zu der Erkenntnis, daß das Werselsctze Drama, Bruchstücke bereits in einer jüdishen Ieitung verö sind, uns doch erheblich mehr zu jagen hat, alS wir mochten. Das lag zum Teil auch n, der Art, tn der seinen Hörern die Problematik dieses Ltosscs nakez Er ist ja nicht nur einer der bekcuntesten Thcatcrkch drei Jahrzehnte, er hat auch das Theater selbst künstlerischen und. handwerklichen betrieb kennengc e gibt ihm, mehr noch alS manchem andere», daS Necht subjektiven Meinungsäußerung über den Dichter uni Sehr zu begrüßen war die Rückschau, die der über das Verhältnis der Bibel zu den Künsten hitj daS eigentlich ein Sitten- und G< sehbuch ist, hat zu . : r X « .„tfl A I .. «S «„ * M aUa«* » nm Di inspiratorisch gewirkt wie kein anderes neben ihm. Bibel bat in künstlerischer Hinsicht die verschieden» aehabt. Während nämlich der Musiker (Dach, Hände der Bildhauer (Michelangelo), der Maler (Nemibranl t' * Stosi aus seine eigene Äcisc. d. h. nur mit Mitteln Ws „Weg den Verheißung" Verheißung" im hiesigen rpgenden kamen dem einige itlicht worden, zunächst glauben r. E.l-o e s s c r cl ringen wußte. der letzten isiit all seinem Und daS cu einer höchst sün Werk. Nsedner zunächst Dieses Buch, osllcn Zeiten so r Einfluß der rtjigsten Folgen , Beethoven), den biblischen einer Kunst von te er nt. »achsormt, bleibt dem Dichter keine andere Möglichkeit, als das Wort heranzuzichen, stlso das gleiche Material, das ihm in der- Bibel bereits in so mcjstcrbafter, nicht mehr zu iibcrbietender Pyägung entgegentritt. Sc kam es, daß säst alle Bibcldrame», von den Laien- und Mystcrienjfielen dcS frühen Mittelalters an bis auf unsere jüngste Zeit nur einen sehr schwachen Abglanz des Buches der Bücher darstcllten, ja baß einzelne voll ihnen sogar als. „UngUickSfälle" der dramatischen Dichtung zu bezeichnen sind. Nur wemgeS dar sich in den Spiclplänci! j der Theater halten könne», und auch dieses Wenige nur dann, wetz», die Helden, wie in Hebbels „Judith", so geschildert-wurden, daß man von der Größe und' der Gottersülltheit ihrer Sendung überzeugt war. Wir Juden hatten lange Zeit keinen Anteil am dramatischen Schassen der Völker. Erst in den letzten Jahrzehnten haben sich Aniähie dazu gezeigt, und aus biblischem Gebiet sind es allenfalls Stefan Zweig und Nichard Beer-Hofmann, denen mit „IercmiaS" und „Der Mnge David" eine Bereicherung der Literatur geglückt ift. i 1 Franz Wers c!l bat, nach Dr. Elocsiers."Ansicht, auS^den Fehlern anderer gelernt und ein Werk gcfchasfen, daS formale und stilistisch etwas durchaus Neues darstellt. Dem heute-töjährigen! begegncte der Nedncr bcsteitS vor dreißig Jahren. Damals machte Wcrsel alS junger Lyriker von sich reden, als einer von denen, die das Uebcrlieferte ablehnten zmd einer neuen Kunst zustrebtew: als Csprcsiionist. Und schon zu jener Zeit, da Wohlstand und Sorglosigkeit f