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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-09-30 · 18 (30.9.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
18 (30.9.1935)
Date
1935-09-30
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Breslauer Jüdisches Semetndeblatt Nr. 18 Irrbai -des tl Thorarossei und JbprafeÖc @cmoinb:i Künstle« i l er US nutzer n wurden äsentanz s durch dl« rabbiner Ti und Werkle " >alb der Srmagoge in feierlichem Umzüge Gemeinde nach Synagoge getragen. Vogelftein die Uten für die geleistete aufdewadrt waren. Die von Rabdinat, Vorstand Melpdien des Simchath- Nach dem Cinheden hielt Feftpredigt: Cr dankte den 'Arbeit und weihte das erneuerte Gotteshaus nach dem Spruche §>aggais: „An dieser |«Stätte will ich den Frieden geben" als eine Stätte der Krast, des Friedens, der Gemeinschaft, der Lehre und des Gebetes. Tr. Vogelstein erläuterte dabei die angebrachten Wandinschristen nach ihrer hung zu dem Gotteshause. An die Feier schlotz stch dar Maariw-Gebet. Vezie- F. G. 7?. Das neue fitbeitepzogtamm det Üeidfsvettzetung Juden besetz troffen. tti Möglichkeit gelaffen Die erfordert bi« auf den u n Landesvl jüdischen Pressestelle der Reichsveriretgng der deutschen thilt mit: . j vom Reichstag in 92 üi nkierg bcfchloffencn laben die Juden in Deutfchlend laufe schwerste be- «sie sollen aber eine Ebene schaffen, auf der ein erträgliches Verhältnis zwischen dem deutschen und dem jüdischen Polke möglich ist. Die Reichsvesttretung der Juden chland ist iwiüens. hierzu mit ihrer ganzen Kraft beizutrae en. Voraussetzung für ein erträgliches Verhältnis ist die E osfnung, daß den Zuden und jüdischen Gemeinden Deutschland die j moralische und wirtschaftliche Existenzvird. Ordnung ides Lebens der Juden in Deutschland die staatliche Anerkennung einer, autonomen jüdischen Führung, CT'tje Reichsvertretung der Juden in Deutschland ist das hierzu berufene Or,an>I Hinter ihr steht geringe Ausnahmen die Gesnmtheit der Z u - d jüdischen Gemeind, n, insbesondere alle «jrbände und alle Großgemein )cn, sowie die freien Organisationen: j Zionistische Vereinigung für Deutschland, Eentralverein der Juden'in Deutschland, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Vereinigung für das religiös-liberale Judentum, Sie organisierte Gemeinde-Or hodvxie, jüdischer Frauenbund, Reichsausschuß der jüdischen FüUendverbände. Die »ringendsten Aufgaben der Reichsvartretung denen sie in cne Mischer Verfolgung des bish« r vün ibr eingeschlazenen W ges mit aller Hingabe nachg chen wird, sind: (. Das eigene jüdische Schulwelrk muß der Erzieh» lg der Jugend zu religiös «efestligtcm, aufrechten Zuden dienen, die aus bewußter Verbundenheit mit der jüdis« Kti Gemeisischaft, aus der Arb« it 'an jüdischer Gegenwart und! dem Glauben an jüdi che Zukunft die Krast schöpft, ben schweren Ansordemngen zu entsprechen, die das Leben an sie stellen wird. Ueber die Wiff« nsvermittlüng hinaus muß die jüdische Schule der planv>llen Vorbereitung für den kiinfsigen Beruf diene,:. Mit Rücksicht auf die 2 lus» anherungsfähigkeit, insbesondere nach Palästina, wird dabei die Hinsthrung zu Handarbeiter de , Perufen und das d rlernen der hebräischen Sprache im Vordergn nde stehen. Die Erziehung und berufliche Ausbildurg der weiblichen Jugend muß darauf Hinzielen, sie zu: Erfüllung ihrer Ausgaben als Erhalterin der Familie und als Mutter der künftigen Generation vorzubereiten. Ein eigenständiger Kul tui aufbau muß den knnst- und kulturschaffenden Zudei Betätigungsmögli«hkeiten geben und dem kulturellen Eigenl^ebe , der Zu den in Deutschland dienen.!. Dem zesteigerteß Auswander»lngsbtdürfnis ist mi einer großzügigen Plan nng zu' entsprechen, die vo: allem Pa l ä st i n a, aber ,uch all«! anderen in Frage kommendest Länder einbezieht und besonders der Zugend gilt. Hierzu gehört die Sorge für die Vermehrung der Auslva^derungsmöglichkettcn, Ausbildung in den für AuswawwruNg geeigneten Berufen, insbesondere Landwirtschcht und Handwerk, die Schaffung von Möglichkeiten zur Mobilisierung und Liquidierung des Vermögens wirtschaftlich Selbständiger, die Erweiterung bestehender und die Schaffirng neuer Transfennöglichkeiten. I 3. Die Erhaltung und Betreuung der Hilfsbedürftigen, der Kranken und der Alten muß ist Ergänzung der staatlichen Fürsorge durch weiteren systematischen Ausbau der von den Gemeinden getragenen jüdischen Wohlfahrtspflege sichergestellt werden. 4. Diesen vielfältigen und schwierigen Aufgaben ist eine verarmte Gemeinschaft nicht gewachsen. Die Reichsvertretung wird mit allen Mitteln versuchen, die loirtschaftliche Kraft der Juden dadurch zu sichern, daß die vorhandenen Erwerbsmöglichkeiten erhalten bleiben. Die wirtschaftlich Schwachen sind durch weitere Ausgestaltung wirtschaftlicher Hilfsmaß nahmen wie Arbeitsnachweise, Wirtschaftsberatung, sowie Personal, und Realkredithilfe zu stärken. ,! 5. Kraft in1 der Gegenwart und Hoffnung für die Zukstust gibt das lebensvolle Fortschreiten im A u f b a u des jüdischen Palästina. Um das Zudentum in Deutschland noch mehr als bisher in diese Entwicklung hineinzustellen, tritt die Reichsvertretung als solche dem jüdischen Aufbauwerk e. V. (Keren hajessod) bei und fordert die jübischen Gemeinden und Verbände nachdrücklich st aus, ihrem Beispiel zu folgen. Die Reichsvertretung erklärt sich bereit, die orgamsatorische Verbindung der Körperschaften der Zudcnheit in Deutschland mit dem Aufbauwerk in Palästina herzustellen. Zm vollen Bewußtsein der Größe der Verantwortung und der Schwere der Aufgabe ruft die Reichsvertretung alle jüdischen Männer und Frauen, die gesamte jüdische Zugend zur Einigkeit, zu jüdischer Haltung, strengster Selbstzucht und größter Opferbereitschäft auf. Der vorstehenden Entschließung des Präsidialausschusses der Reichsvertretung haben ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben: Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden durch Kammergerichtsrat i. R. Leo W olff und Rechtsanwalt Dr. Alsted Klee; Verband Vayerischer-Israelitischer Gemeinden durch Oberstlandesgerichtsrat Dr. R e u m e v e r - München; Sächsischer-Iftaelitischer Gemeindeverband durch Wilhelm Breslauer -Leipzig; Landesverband der israelitischen Religionsgemeistden Hessens durch Kommerzienrat Mayer- Mainz; Oberrat der israelitischen Religioysgemeinschaft Württembergs durch Leopold L e v i - Ststttgart; Oberrat der Israeliten Badens durch Prof. Dr. S te in - Karlsruhe; die Gemeindevertretung der Hanse-

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