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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-09-30 · 18 (30.9.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
18 (30.9.1935)
Date
1935-09-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1 Breslauer ßMlmbisii A M T L I CH E S BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Haupsschriftlelter: Manfred Rosei Verlag: Hellmuth und Erich Dreslau, GartenfNaße! > Anzeigenpreis: Die Sgespaltene As! ErschelnungStermin vierzehntägig — Preis Fllr die unter dem Namen be« Verfassers erschein^ 12. Jahrgang elb, Dreslau Z Druck und^ Anzeßgen-Annahme: >ch atz kg, ß Druckerei Schatzkg, Dreslau 5, Gartenstraße 19 | Xülefon 231 75 itlimeter-Zeile ober deren Raum 11 Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabat« Pfennig vierteljährlich (einschließlich Zustellgebühr) — Postscheck-Konto 62095 ijden Artikel und die DereinSnachrichten Übernehmer! wir nur die preftegefetzliche Verantwortung 30. September 1935 Nummer iS eilen det Mitten in schwerstem Erleben feiern rir unsere Feste. RicmalS in glücklichen Zeiten hat sich uns n t solcher Wucht das Empfinden aufgedrängt, daß wir aus v»m Wirrsal der Zeit Zuflucht suchen müssen im Zeitlosen, das unS innere Freiheit gibt und uns in allem Bedrückenden und Demütigenden des äußeren Geschehens aufrecht bl i den läßt. Wir wollen und wir werden nicht zugrunde gehet wenn wir uns diese innere Unabhängigkeit bewahren und immer wieder erneuern. Vielleicht wird in der Unsicher »nt des äußeren Schicksals manchem das Verständnis des P almworteS aufgehen: „Wäre nicht deine Lehre mein Erglmen — ich wäre in meinem Elend zugrrmde gegangen." |DieS Zeitlose, Ewige!gibt die Religion. Darum ist sie mft die ewig unerschöpflichen Quellen seelischer ren uns an alle die großen Probleme deS zeigen uns feine unvergänglichen Werte, pr lägen die ewige. oft vergessene Wahrheit, daß es an uns Glück tind Unglück sonnen. Das erleben wir am Versöhnungstage lung, vot Gott Rechenschaft ablegcn zu n Dun lind Lassen, von jedem Wort und müßte uns niederwerfen, weil der Gedanke Schuld, an unsere menschliche Schwäche und heit sich damit verbindet. Rur der Tor oder l egt, wozu wir nur wer sich selbst vergöttert, mag sich für f: >lerlos und uw sehlbar, seinen eigenen Willen und sein Tu stab alles Handelns halten. Sein Menschen^ bar, ja tot. Wahre Weisheit sucht die und Fehler auch bei reinstem Wollen zu es' sich bewußt, daß eS Augenblicke gibt, in reinste Wollen versagt. DaS läßt unS an niütig vor Gott treten und wird unS doch Kraft. Denn dem VerföhnungStag werde^ bloßem Schuldbekenntnis, mit Gebet und Das Entscheidende sagt vielleicht am klarstes Wort: „Heil dem Menschen, der über seine gewachsen ist, dessen Schuld nicht größer ist irgendwelche Aeußerlichkeit sühnt die Sch die verzeihende Gnade GotteS, und nicht wil oder verweigert Gott feine Gnade. Vielmct Gnade GotteS, wie der 25. Psalm eS sagt u terer jüdischer Dichter eS ausgesprochen hat. als unsere Schuld. an der Kraft und Festigkeit unseres Willens liegt es, ob toir der Aufgabe gerecht werden. So läßt der VersöhmmßStac rer Schwäche zum Vtwuß Hoheit gelangen. Cr zcrbri stärkt sie. Schroff stehen hier! die sind ihre Feste Kraft. Sie füh- MenschenlebenS, Weise kommt dies in jeder A durch die jüdische Ueberlieserung hindurchzieht, daß Werk der Versöhnung erst Die Vorstelüssen von allem wem Gedanken ln Irrtum und Unvollkommener Böswillige, für den Maßim ist unfrucht- «enen Irrtümer enncn und ist i>cncn auch das olchem Tage desn Quelle neuer wir nicht mit Lasten gerecht. R. DerechjaS schuld hinauS- «ilS er." Richt Hd und erkauft ürlich gewährt r ist daS die i d wie ein fpä-!>aß er unS den Weg der T'schuwa, der Umkehr und Cinkel» ', gelehrt, die Fähigkeit zur Erkenntnis und die Kraft zur in unS gelegt hat, durch Selbsterziehung gr uns aus der Erkenntnis unsesein menschlicher Größe und ht nicht unsere .Kraft, sondern Kontraste gegenüber, und vielleicht noch schärfer ist dev Kontrast, in dem unmittelbar nach dem Versöhnungstage das Hüttensest mit feinen Symbolen und seiner Freude zu d^m aufwühlenden und erschütternden Erlebnis des VerföhnungStages zu stehen scheint. Und doch ist es kein Gegensatz, sonder t Ergänzung. In eigenarttger affassung zum Ausdruck, die sich abgeschlossen sei mit dem daS Hoschana Rabba, dem lehtejn Tage deS Hüttenfestes. Was der VerföhnungStag anS gibjt, das will — nicht in weltflüchtiger und weltfremder Beschaulichkeit, sondern in der Wirklichkeit des LebenS und in der Freude am Leben und an der Wirklichkeit, daS Hüttenkest in uns zur Reife bringen. Auch hier nicht etwa de'bloß« Freude am Genießen, sondern die Freude an der Aufgabe, die Kraft daran zu setzen, daß, was die Symbole sa zen, T Wirklichkeit werde, daß Wahrheit, Recht und Fried« nicht k loße Zukunftshoffnung, sondern die Grundpfeiler deS Baues der menschlichen Gemeinschaft werden, in der alle Menschm geeint sein sollen. Roch ist die Welt nicht reif fi ir solche Wahrheit. Aber eS^st von jeher das Schicksal uni die Größe deS Judentums gewesen, daS Ideal kommender Zeiten zu bekennen und festzuhalten auch rlnter Druck und Leiden. Wir feiern tie Feste in schwerem Ernst und wollen unS auch im Ernst die Freud« wahren, deren wir zu allem Guten bedürfen. Gebe Gott, deß unS auS der Fsstfeier neue Kraft werde! Hermann Vogel st ein. Die Wiedeteeöffnung öee Heuen Synagoge ~ — - - .Gottesdienst in der Neuen Synagoge stand am Wiedqrerössnung des erneuerten Gottcsbauses. Verwirklichung ößer zu werden Der ZrcUag-Adc 20. 9. im Zeichen d> Ter Fcstgottrsdicns Organist Erich S ch chorcs cingelcitet. Tan -a (ewiges £ die ersten Worte des Wochsuadslchnittes rrx: onx zu Grunde tagte. Das Minschagebet! und dis dom Synagogencbor vorgetragene lung der Thorabrollen über, die während wurde dusch ein Präludium, gespielt von iss er rnd durch Darbietungen des Synagogen- Daraus weinte Rabbiner Dr. Sänger das cbt) und vcrbpnd dies mit einer Ansprache, der er iv vjuiMimuitruti; unu v will»«leitete zu der Einbol >

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