Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 15 (15.8.1935)
- Date
- 1935-08-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 15 eelauer Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen* und Jmeiggoi t ö) Umtaufd) den vocjätjrf Ratten'Ausgabe 1 vom io vom vom 20 Neue Synagoge . Rongeetbaus (libetalet Smeiggotteodienfl) ftveundefaat .... Alte Synagoge ... Rammevmufitfaal (tonfeco Jweiggotte&dienft) . Saat ßindenbuvgpkttf (tonf Jmeiggotteodienft) b) Vermietung der fcetge^c TXeue Synagoge . Rongectbauo . . $ceundefaat . . fUte Synagoge J Rammecmufitfaat f'. Saal ßindenbuegpfab Cs wird besonders auf folgendes In den Synagogen werdest ganze Jahr vermietet. Die P Synagoge sind erneut ganz erjji «8 dien fte 1Q35 — im gen Ratten: . bis 23. August 1935 vom vom . bis 30. August 1935 bis 6. Septbr. 1935 denen Plä$e: bis 13. Septbr. 1935 li. bis 20. Septhr.1935 hi »gewiesen: nur Plätze für das Itzkpreise in der Alten e blich gesenkt worden. Gemeindehaus TDattfte. Y, bpte. cedjts, ootm. g—13 ilbv In bcn übrigen Gottesdiensten sind die Platzpreisc die glei,hen wie im Vorjahr. Ermäßigungen werden nictzt > meh: gewährt, weil sowohl in den Synagogen al^aucb in d:n Zweiggottesdiensten Plätze in jeder Preislage in genügender Anzahl vorhanden sind. Es wird daher gebeten, von diesbezüglichen Anträgen abzusehcn; sie nrühten ausnahmslos abgelehnt werden. Eine Gewähr für die Zuweisung der vorjährigen Stellen und für die Ueberläsiung eines neuen Platzes kann nur dann übernommer werden, wenn die vorgeschriebenen Umtausch¬ und NeurcrmictungStcrmine pünkt liehst innegehaltcn werden. Dir Inhaber von Stellen aus dem Vorjahre werden besonders tarauf aufmerksam gemacht, daß nach Ablauf der Frist für den Umtausch der Karten über sämtliche Plätze verfügt wird. Cs kann dann nicinand mehr darauf rechnen, feilten alten Platz wiederzuerhalten. Frei karten werden auf Antrag an Erwerbslose und unbemittelt« Personen, die sich als solche ausrpciscn können, abgegeben. Die Anträge sind nur schriftlich an den Vorstand der Synagogen - Gemeinde, Wallstraßc 9, bis" 10. September 1935 zu stellen; Vordrucke sind in unserem Vüro (Kartenausgabe) zu haben. Anträge, die nach diesem Teimin eingehen, können keine Veriicksichtigung findey. _ Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Wilhelm Roben nit i ls Mit großer Trauer wurde am Frcjitäg, unserer Gemeinde die Nachricht vom Aein ghn> ausgenommen. , j Aus frommen Hause stammend und Herzens dem gcsctzestrcuen Judentum eigcb, Alter von 76 Jahren verstorbene cs stets angesehen, die heiligen Pflichten des Iuv Was Wilhelm Kober für die Interessen d und insbesondere aus dem Gebiete der Werst leistet hat, läßt sich im Rahmen eines schildern. Wilhelm Kober war ein Masin, mcinde, gleichviel welcher Richtung er Charakters und seines gemeinnützigen Wir . wie er für die hcilighältung des Sabbckts, Ritualgesetze, sür die Förderung des Th, dienst und Schule sich cinsetzte, wurde auch i s treuen Juden als vorbildlich anerkannte i für die Armen in jeder Beziehung geleistci den Begüterten immer wieder Herz und 5j Bedrückten zu öfsneN und so Tausenden hil y das wird in unserer Gemeinde unvcrgess n unserer Gemeinde habest an Wilhelm Kch Vorkämpfer für ihre Interessen verloren utk« hier bintcrläßt, wird schwer wieder geschloss n hervorzuheben ist noch die uncrmtiNu) arbeit des Heimgegangenen als O b m g M än n e r - V c r c i n i g u n g und als gn> u s dl n ipi IfU fir hi r< st n > De- Am l. August haben wir in- Cosel Di letzten Rübe gebettet. <£t batte am 9. Sepie st tag begeben können, nnd^die große Iahl feit die Vorbereitungen für biese» Tag begannn angesichts des unerwarteten Heimganges dopp Der 34jährigc Dr. pbil. Theodor S| Dramaturg an das Breslauer Ltadttbcater Ruf eines seinsinnigen Schriftstellers voran«. Wien batte er sich als wissenschaftlicher ' 7 Freien Presse" als Referent des Hosburgtbc<jt Ungarische Revue" und Kunstbcrichtcrstattcr gemacht. Als Verfaffer her ergreifenden Ron wackeren Lconhakd Labcsam" <1884), des mit Schauspiels „Cin Königstraum" (1886) und /- % den 9. d. Mts. in >g Wilhelm Kobers jeder Faser seines hat der nunmehr im seine Lebensaufgabe ms getreu zu erfüllen, orthodoxen Judentums ätigen-Menschenliebe gewurzen Nachrufes nicht jeder in unserer Ge- )rte, ob seines lauteren 4 schätzte und verehrte; die Beobachtung der udiums, für Göttes- Sen Kreisen der gesctzeswas Wilhelm Kober »at, wie er es verstand, sür die Armen und in der Not zu bringen, bleiben. Die Armen einen unermüdlichen die Lücke, die er gerade werden können, und segensreiche Mitn der Achtzehn- »rstandsmitglied unserer Israelitischen Kranken-Verpslegungs- A n st a l t. Cs war ibm eine tief zu Herzen gehende heilige Aufgabe, für die C h e w r a K a d i i ch a seine ganze Kraft cinzuschen und die dieser ehrwürdigen Gesellschaft anvertrauten Anstalten in jeder Weise m fördern. Das Bild des Heimgegangenen wird in unser aller Herzen fortleben und das Andenken dieses gerechten Mannes möge auch den nachkommendcn Geschlechtern ein Vorbild sein und so.zum Segen gereichen.! ' Skegmund Cöwenftein Am 29. >Iuli d. Is. ist Beerdigungsinspektor i. 'R. Siegmund Loewenst ein kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres dahingeschieden. Länger als 12 Jahre hatte der Heimgegangene als treuer Soldat gedieht, als er im Iabre 1899 zum Inspektor. des alten Fracnckesichen! Hospitals aus der Antonicnsttaße gewählt wurde, hier war er bis zum 1. 4. 1903 tätig und übernahm dann zuerst die Inspektton des neu crösfncten jüdischen Friedhofes Cosel, bis ihm im Jahre 191(0 die Stelle des Decrdigungsinspcktors übertragen wurde. In ditscr Stellung hat Herr Locwenstein der Gemeinde und ihren Mitgliedern viele Jahre treue Dienste geleistet, bis ihn sein Gesundheitszustand im Iabre 1926 zwang, sich in den Ruhestand versetzen zu laßen. Locwenstein erfreute sich in den weitesten Kreisen unserer Gemeinde allgemeiner Wertschätzung. Er bät sich ein ehrendes Andenken in unserer Gemeinde gesichert. Theoöoe Coewe /. % Theodor Locwc zur cher seinen 80. Geburts- Freunde batte bereits Ihnen blieb nur der » lt schmerzliche Abschied, cwc wurde 1890 als icrusen. Ihm ging der In seiner Gebürtsstadt itarbciter der „Neuen rs für die „Oesterreich- < ine» geachteten Namen >i llc „Die Geschichte des r icl Erfolg ausgesührten c rkenntnisphikosophischcr Schriften batte er weit, über die Grenzen seiner Heimatstadt Anerkennung gesunden. Bald nachdem der Wiener Theaterkritiker das Amt des Breslauer Theaterdramatnrgen übernommen batte, entfaltete er so bedeutende praktische und organisatorische Fähigkeiten, daß der Breslauer Magistrat ibm 1892 die Leitung des Stadttheatcrs und dann auck des Thaliathcatcrs übertrug. Im Iabre 1896 wurde ibm auch das Lobetheatcr unterstellt. Loewe bat es verstanden, die Breslauer Theater in die vorderste Reihe der dcwschen Bülmen zu rücken. Die Crössnungsvorstellung im Stadltheater („Lobengrin") war nach damaligen Urteilen ein „geradezu sensationeller Erfolg" hei Publikum und .Presse. .Wie Loewe in der Oper von Anfang an besonders Richard Wagner eine zu jener Zeit noch seltene Pflege angcdcihcn ließ, ohne daher die jungen Komponistcn zu ve nachlässigen, so brachte er im Schauspiel hochwertige Klassikcraussüh'ungen (Schiller, Goethe, Lcsiing, Kleist) heraus und! ' - ' e