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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-06-30 · 12 (30.6.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
12 (30.6.1935)
Date
1935-06-30
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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2 Bres auer Jüdisches Gemeinde dl att Nr. 12 Rccbt, ibre Vertreter auf der Tagung zum Worte kommen zu taffen. V!öge die Leitung des L. V., den Wünschen schlesischer Gemeinden auf baldige Cinbernfung des Vcrbandstages entsprechen und sich auch in dieser schicksalsschweren Zeit als „Gemeinde der Gemeinden" bewähren! Georg p e i f c r. Der <3lü(fmunf(f) V dev Bvestauev Synagogen*®enieinde Tor Glückwilnsch der Breslauer Synaz. an den Landesverband bat solgenden Wortl« > Zu», zehnjährigen Jubiläum des pren ogcn-Gcmeinde tt: lsiischcn 'Landesverbandes beglückwünscht die Synagogcngemeinde Breslau in treuer Verbundenheit den Landesverband, seinen Präsidenten Herrn Aammergcrickitsrat Wolfs und seinen Vizepräsidenten Herrn Dr. Alice auf« herzlichste.. Den beiden Iubilaren sei der Wunsch ausgesprochen, daß sie weiterhin an der Spitze des Landesverbandes zum Wohle der Gemeinden und damit des Judentums wirken mögen; dem Landesverband möge es beschieden sein, seine segcnsvolle und ganz unentbehrliche Tätigkeit für alle unsere Gemeinden ungeschwächt an Cinsamrast wie an Erfolg, auch fernerhin auszuübcn. ^tadtrat a. D. G e o r g L e ß Vorsitzender des Vorstandes der Svnagogen-Gemeinde Breslau Um die jüdifdjen TttitteU und Rteingemeinden 6auptvevfammlung des Vecbanies det Synagogen* Gemeinden dev Peootng TUedeefätefien Tic diesjährige Hauptversammlung des Verbandes der Svnagoaengemeinden der Provinz Niederschlesien and am 16. Juni im kleinen Saal der Leffingloge statt. Tie Versammlung war gut beschielt. Nach Begrüßung der Teilnebmer durch dm Verbandsvorsitzendertz und Versammlungsleiter, Obermagistraisrat i. 7t. Dr. Guttmann dielten die Gemeinderabbiner T'. V o g e l st e i n und Tr. Hossmann Vorträge über die Entsteh mg der jüdischen Gemeinden und ibre.Pslichten naeb der Darstellung des Maimonides. Tie Leier des Vrcslauer Jüdischen Gemeii deblattes werden Gelegenheit haben, teil Inhalt dieser interessanten und lehrreichen Ausführungen in besonderen Artikeln kennen.zu lernen.?!ach Abschluß der Vorträge begrüßte der '2 erhandlungslciter das inzwischen erichicnene Mitglied des präfidi rlausschuffes. der Reichsvertretung der deutschen Juden, Reckitsanwal - Dr. Landenb erg er, Nürnberg, und gedachte dann der seit drr letzten Hauptversammlung Verstorbenenr Holländer, Bernsta>t und Hülsen, Drieg. zu deren ehrendem Gedächtnis sich die V ersammlung von den Plätzen erhob. Dann erstattete Dr. Guttma in den Becmaltungs bevidjt. Ihm ist zu entnehmen, daß auch in?!ledcrschlesi en die Wände» beweguna pon den kleineren Städten nach den o roßen sowie ins Ausland angebalten hat, und daß die Not der Mittel- und Kleingemeinden weiter gestiegen ist, weil vielfach grade t ie besten Steuerzahler ihren Wohnsitz aus dem kleinen Orten sortve legen. Der Derband greift helfend ein, indem er kleine Gemeindet, die nicht mehr imstande sind, aus eigenen Kräften die religiöse Betreuung ihrer' Mitglieder aufrecht .zu erhalten, zu Synagoger-Verbänden zusammensaßt, mehrmals^würden auch sinanzielle Sanierungen getätigt. Geplant ist u. fc. die Zusammenlegung der notleider den Eynagogen- Gemeinde Neumarkt mit der Synagogen-Gemeinde Breslau. Auch für die cpynagogen-Gemeinde Schweidni» wird iy Verbindung mit dem p^außischen Landesverbände jüd scher Gemeinde» eine Hilfsmaßnahme erwogen. Im Mittelpunkt der geifiigen ‘tätigten stand nährend der Berichtszeit die Lernwoche in Bad Salzbrunn. Eine große, Anzahl von Gemeindeabendin und sonstigen Veranstaltungen mit wisienschastlichcn Vorträgen und künstlerischen Darbietungen diente der Erkaltung des jüdischen;eifrigen Lebens in den K'leinaemeinden. Eine Wanderbücherei, deren Einrichtung in Aussicht genommen ist, soll auch für ereignete Lektüre iür die' Juden in den kleineren Ortschaften sorgen. 4 >er Bericht wies weiter aus chic große Bedeutung bin, welche die Tätigkeit der Fürsorgerin des 'jüdischen Bezirks-Woblfahrtsverba ldes, Fräulein G o l d s ch m i d t für die Zusammenarbeit der Zent ralinstanzen mit den provinzgemeinden und den Zusammenhang zwischen den Provinzgemeinden selbst bat. An Stelle des Rechtsanwalts Dr. Grzebi nasch, Breslau, welcher kurz vor seinem Fortzug nach Crcz Iisracl sein Amt im Verbandsausschuß nicderlegtc, i t Frau Dr. Else Rabinin den Ausschuß eingetreten, an Stelle des i »ahingegangenen Hülsen, Briea, Rechtsanwalt Tr. Boeh/m, Vri g. Den Haffenbevidit erstattete Rechtsanwalt Tr. Staub und legte im Anschluß daran den Haushaltsplan vor. Ferner lag.der Versammlmg ein Antrag vor, düs Verfahren bei der Demcsiung des von der Gemeinden zu leistenden Beitrages abzuändcrn. Kassenbericht, wie Haushaltsplan und Satzungsänderung wurden genehmigt. Tr. Guttmann dankte dann den Angestellten des Verbandes und den Mitgliedern des Verbandsausschusses für die geleistete Arbeit. Die Vertreter der Gemeinde L i e g n i h beklagten sich, daß die Beiträge für die Zentralinstanzcn in Berlin die kleinen Gemeinden zu schwer belasten. Es entspann sich darüber eine längere Aussprache, in welche u. a. auch die Breslauer Vertreter, Iustizrat Tr. P e i s e r und Rechtsanwalt Dr. Lux eingriisen. Dr. Landenberger vom präfidialausschuß her Rcichsvertrctung gab bei dieser Gelegenheit eine Darstellung her Aufgaben und der Tätigkeit der Berliner Zentralinstanzcn. Gerade die Obsorge für die kleinen Gemeinden bilde einen großen Teil der Arbeit der Reichsvertrctung. Ter Derbandsvorsihendc Dr. Guttmann dankte zum Schluß der Tebatte Dr. Landanberger für seine Ausführungen. Der Kasienverwaltung wurde daraus Entlastung erteilt, die beiden Kaffenprüser h o ch w a l t e r und ,v oerde r wurden wiedergewählt, lieber die Vres/auee BevatungefteUe füe den Beriet dev niedevfdflefifdjen Synagogen^ Gemeinden berichtete Dr. Wcißenberg. Cr entwarf eingehend ein Bild von dem großen Umfang der von dieser wichtigen Einrichtung geleisteten Arbeit, die namentlich auch für den Mittelstand von besonderer Bedeutung^ ist, für den die Darlehens- und hilsskasie zu einer wesentlichen Stühe geworden ist. Die Beratungsstelle vollzieht ihre Tätigkeit möglichst in Zusammenarbeit mit anderen O» Seit 1900 Neue Schweidnitzer Straße 5 Uhren, Juwelen, Silberwaren ganisationcn, die ähnlich gerichtete Ziele verfolgen, so unterhalten z. B. die genannten Kaffen arbcitstechnische Beziehungen zur Fraenkelschen Stiftung und Volksbank Iwria. Die Auswanderung hat, außer nach Palästina, nachgelassen, weil in fast allen Auslandsstaaten angesichts der dort herrschenden Arbeitslosigkeit Beschäftigungserlaubnis kaunj zu erlangen ist. In Wanderungsfragen steht die Beratungsstelle in engstem Zusammenhang mit dem Palästina- Amt, Berlin und dem Hilfsverein der. deutschen Juden. In Zusammenhang mit dem hcchaluz und dem Ort wurde auch der Deruss-llmschichtungsprozeß weitergeführt. Ferner ist auch die Meinrentncrsürjorge in den Arbeitsbereich der Beratungsstelle einbezogen, eine gemeinnützige Möbel-Cinlagcrungs- und Verwertungs-Stelle wurde gegründet und« hat sich gut bewährt. Cs bestehen weiter Abteilungcn, welche sich der Betreuung der jüdischen- Mediziner und Juristen widmen, der Jüdische hausfraucnbund bat eine Hauswirtschaftlichc Beratungsstelle eingerichtet., lieber den Jüdischen TDofjffafjvteoevband füv die Pcoving Tliedevfdjfenen äußerte sich Bürodivektor Glaser, der erfreulicherweise über ein segensreiches, erfolggekröntes Wirken des Verbandes berichten konnte. Auch er würdigte die erfolgreich« Tätigkeit der Fürsorgerin Fräulein Goldtschmidt in der Provinz. Uebcrhaupt wurden durch die Arbeit des Verbandes die Provinzgcmeinden finanziell und arbeitstechnisch entlastet. Eine Vereinfachung der Tätigkeit wurde durch das Zusammenarbeiten mit anderen Organisationen und Stellen erreicht. In Hunderten von Fällen wurde Mitgliedern von Provinzgcmeinden direkte Hilfe geleistet, aber als säst wichtiger noch als dies hat sich in Breslau wie in der Provinz die Hilfe durch Rat und

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