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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-06-30 · 12 (30.6.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
12 (30.6.1935)
Date
1935-06-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer r A 4 J JA AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptfchrlftlelter: Manfred Rosenfeld, Dreslau § D^uck und Anzelgen-Annahme: Derlag: Hellmuth und Erich Sch atz kg, Z Druckerei!schatzkg, Breslau 5, Gartenftratze 19 Dreslau, Sarienflrahe 19 1 Telefon 231 75 ( j Anzeigenpreis: Die 8gespaltene RtiMmeker-Zelle ober deren Raum u Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt ErfcheinungStennin vierzehntägiy — Preis 48 Pfennig vierteljährlich (einschließlich Zustellgebühr) -'Postscheck-Konto 620 95 Für die unter dem Ramen de« Verfassers erscheinenden Artikel und die VereinSnachrichten Übernehmen wir nur die pressegefetzliche DeraniwoNung 12. Jahrgang 30. JUNl 1933 Nummer 12 «< 10 Jafjte yzeußftyet Candeevetband Jüdtfdjet Gemeinden i In bleibender Erinnerung aller Teilnehmer wird wohl jene denkwürdige Tagung vom 25. Juni 1922 bleiben, in welcher von den Delegierten der Preußischen Großgemeinden, des Allgemeinen Deutschen RabbinerverbandeS, der Lehrerschaft und des Kantorenverbandes nach Fortfall der bisherigen gesetzlichen Hindernisse der Preußische Landesverband Jüdischer Gemeinden begründet wurde und der Versa ssungsentwurf von Dr. ISmar Freund in Gegenwart von Vertretern dreier Ministerien mit überwältigender Mehrheit zur Annahme gelangte. Noch drei Jahre sollten aber vergehen, bis nach Durchführung der Wahlen der Verbandstag am 21. Juni 1925 zusammentreten und der Rgt sein verfaffungsmäßigS Präsidium wählen konnte. Gewählt wurden zum Präsidenten: Kammergerichtsrat Leo Wolfs und zum Vizepräsidenten: Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee; beide Herren verwalten seitdem ununterbrochen ihrd Aemter und dürfen am IubiläumStage des L. V. ihre pen sönlichen Dienstjubiläen feiern. 1 Ziel und Aufgabe des Landesverbandes ist die Stützung und Erhaltung leistungsschwacher jüdischer Gemeinden, aber auch die Wahrnehmung aller jüdischer Inte reffen nach innen und außen. Im Rückblick aus die Leistungen des Verbandes muß festgestellt werden, daß durch seine Hilfe Hunderte von kleinen und Mittelgemeinden erhalten, für ausreichende Existenzbedingungen der Rabbiner, Kantoren, Lehrer und auch der Deamtcnhinterbliebeneu gesorgt werden konnte. Der liberale KultuSauSschuß schuf daS sogenannt« Cinheitsgebctbuch für den liberalen Gottesdienst, welches jetzt in zahlreichen Gemeinden im Gebrauch ist. Der Versuch, ein neues VerfaffungSgefetz für die jüdischen Gemeinden Preußens zu schaffen, blieb erfolglos. . Eine völlig neue Situation für den Verband brachte der Umschwung des Jahres 1933. Zunächst in finanzieller Hinsicht: mit April 1933 kamen die S t a a t S z u s ch ü s s e, «mit welchen der L. V. einen erheblichen Teil seiner Ausgaben decken konnte und welche 1931 ca. 600 000 RM betrugen, in Wegfall. Sodann übernahm die inzwischen geschaffene Reichsvertretung der deutschen Juden wichtige Arbeitsgebiete des L. V., so die politischen Angelegenheiten, das Schulwesen und alle Wohlfahrtsaufgaben. Daß der Verband nunmehr aus eigener Straft seine Hauptaufgabe: Stützung der leistungsschwachen Gemeinden erfüllen konnte, muß als sein besonderes Verdienst anerkannt werten, zumal im Hinblick auf die Tatsache, daß infolge der Auswanderungen und der Abwanderungen namentlich der Hauptsteuerzahler von Kleingemeinden in die Großgemeinder eine ganze Anzahl bisher leistungsfähiger Gemeinden feil st unterstützungsbedürftig wurde und daß die Rot der Klein,gemeinden beträchtlich wuchs. Daneben suchte der L. V. daS religiöse und kulturelle Leben aufrechtzuerhalten und zu vertiefeil, so: durch die Bildung der BezirkSrabbinate, die Schaffung einer Lehrerbildungsanstalt für jüdische Volksschul- und Reli gionSlebrer, die Verschickung von Predigern, Kulturfahrten, Gemeindeabende, eine Wanderbibliothek und sein monatlich erscheinendes Gemeindeblatt. Zur Zeit kann von einem Pr mßenverband nicht mehr gesprochen werden, da die Gemeinden von Oldenburg, Thüringen, Braunschweig und des SaargcbictS sich inzwischen dem L. V. angeschloffcn haben. Soll av f die Dauer der L. V. neben der Reichsvertretung weitcrbe sieben? Diese Frage liegt n cht bloß wegen dev finanziellen Doppelbelastung der 6 cmeindcn nahe und wurde auch auf der kürzlichen Tagung dcS VezirkSverbandeS Riederschlesicn gestreift. Die Leitung des L. V. lehnt freilich die Auffassung, daß der Verband zu einer rein formalen Ausgleichs- und Abwicklungsstelle umgewandelt worden sei, ab, zumal sein Tätigkeitsgebiet äußerlich umfangreicher geworden ist. DaS ist gewiß zutreffend, aber schwächer geworden ist offenbar der innere Zusammenhalt^ mit den Mitgliedsgemeindcn. Cs zeigt sich eben, daß die jahrelange Ausschaltung deS VcrbandStages ihre Auswirkung in Mißstimmungen findet, wie sie auf der Des irkStagung geäußert wurden. Rur der VerbandStag ist sck ließjich der Ort, wo die Vertreter der Gemeinden ihre Röte und Wünsche Vorbringen können — spärliche Ratstagungen, gelegentliche Besuche oder die Zeitschrift können die nötige Fühlung mit den Gemeinden nicht Herstellen und Hilden keinen Ersatz für ibr fundamentales s. I 75803142

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