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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-06-15 · 11 (15.6.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
11 (15.6.1935)
Date
1935-06-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Brest »uer Jüdisches © e m e i ndedtatr Nr. 11 inacht einem andächtigen Bev>undern Plctz. Das prakt*e Ideal jüdischer Gotlesauffchsung als den Schöpfers der Die Freude an der religiösen Handlung, die aus der Dank- >ie Oberhan) über das ari- >es unbewe zten Bewegers aristotelisöje Einfluß auf Welt gewinnt bei Maimuni klar stotelisch-theoretische ,Gottesideal oder einer De)' Maimuni zeigt sich doch in der bezweckten ^tkenntnis, die dem Gottesdienst und seinen Handlungen den Charakter des Selbstzweckes nimmt. Das »urch die T ivrah gebotene Gebet ist nichr höchstes. Ziel d«s Gebotes, sondern vermittelt das Denken an ü ott. Durch einen Denkprozeß kommt Maimuni zum reinen Glauben an die Einheit Goues. Das Denken wehrt Irr- und Aberglauben ab, das Denken bringt schließlich ein jedem Mechanischen fremdes. persönliches Erlebnis jüdistier Gottesnerehrung und gibt den Religionsübungen ck>ie Frische dieses Erlebnisses. larkeit strörit, stellt die enge Verbindung zwischen Gott und dem religio en Menschen in ihrem rein-emotionalen Charakter her. Der religiöse Wört des Denkens und Forschens besteht in dpr notwendig sich ergebenden Demut, Liebe (zu Gott und zuim Nächsten). Andacht und Bewunderung. Maimuni hat d« Philosophie als Prinzip des Nachdenkens aus dem Hellenentum genommen, aus dem Judentum die Liebe zu Gott, den demütigen Glauben. Diesen Bruch löst Maimuni für sich selbst nicht und läßt uns eine Auseinandersetzung feinet seelischen Eigenart als Jude mit der Zeit erleben. Prof. Tr. Eugen Mittwoch dankte dem Redner und schloß die lus allen Teilen des Reiches gut beschickte Tagung., > Fritz Günther Nathan. Me/oege ßc die (feinen jüdifdjen Gemeinden fivbettstagu ig des Pteußifdjen Candesoeebandes jüdifdjee Gemeinden 3u einer bedeutsamen Arbeitstsagung hattje der Preußische | Landes verband am 30. Mai jum rftenmal (eine Bezirksrabbiner gemeinsam mit den Borst inden der PyovinzialverbänX nach Berlin zusaimnenberusen. Die B< zirksrabbiner des Landesverbandes waren säst vollzählig erschiene,, und auch die Provinzialoerbände hatten ihre Abordnungen nacl Berlin enrs< ndt. Der Leiter der Versammlung, der BkzepräfiXnt de- Landesverbandes, Dr. Alfred Klee, betont« in seiner Eröffnungsansprache^ die« Tagung solle zum' erstenmal einen Ersahrungsaustau ch aller Xrj lügen Menschen herbeiführen, di« sowohl draußen -in t er Provinz i»ie auch in der Verwaltung des Lastdesverbandes pn der Betreuur z der Provinz, gemeinden beteiligt sind. . i . Wie die Arbeit in den kleinen Gei leinden vom Standpunkt der Prooinzialoerbände betrachtet und ange aßt wird, sch lderte in einem eingehenden Referat Xr Vorsitzende de! Derbcmdes xr Srinagogengemeinden Westfalens, Dr. Katzen st ein - Bielesel). Di« eigentliche Problematik aller Provinzgemeind >n ist, so fülete Xr Redner aus, auf Ueberalterung (Sterbei berschuß. Au »tritt und Auswanderung in die Großstädte und ins lusland) zurnckzuführen; alle drei- Faktoren sichren, zu einem so tschreitenden Rückgänge der seelenzahl und infolgedessen werde die wirtschaftliche, seelsorgerische und kulturelle Betreuung immer schwi riger. Jmm r weniger Gemeinden können einen Rabbiner oder liehrer besold, n, und die Bezirke. die von den einzelnen Beamten urd auch von dm Institutionen in der Provinz zu betreuen sind, werXn ständig grcßer. Diese Um. stände fordern eine'gemeinsame Arbeit der Provinzialverbände, der Sozialpsleger, der Dezirksrabbiner m.d Lehrer. ))er Preußische Landsverband hat, führte der Redner w!ittr aus, in xn letzten zwei Jahren eine ganze Anzahl von Bezirksr abbinaren gef Haffen und damit eine wirkliche Durchdringung der Pr minzgemeinX n mit jüdischem Leben ängebahnk und zu einem erheblit xn Teile err stcht. Die.Ausgaben und Tätigkeit der Bzirksrab 'inate wurde in dem zweiten Referat des Beprk< rabbiners Dr. S. Auer - dach-Recklinghausen ausführlich dargetellt. sie gliedern sich in theologische und nichttheologische Hauptgebiete. Es sind eine Fülle von Aufgaben vorhanden: Predigten, 'Seelsorge, Religionsunterricht, Schulinspektiopen, Borträge. Arbeitsgemeinschaften, Anstaltsseelsorge, Jugendarbeit, Unterstützung der Sozialarbeit (Berufsberatung, Aus. wandererhllfe, Wohlfahrtspflege uftv.) Diese Ausführungen ergänzte Bezirksrabbiner Dr. Jospeschneidemühl, der sich zum Hauptthema seines Vortrages die Darstellung der nichttheologischen Arbeitsgebiete des Bezirksrabbinefs gewählt hatte. ' Es handelt sich dabei insbesondere um die Beratung und Betreuung der Gemeindemitgiieder auf den verschiedensten ^Gebieten des praktischen -Lebens. Bei der Fülle der Sachgebiete und bei der räumlichen Ausdehnung der Bezirk« kann 'diese Arbeit vost dem Bezirksrabbiner nur durch straffst« Organisierung bewältigt werden. Dr. Jospe gab unter allseitiger Anerkennung «in Bild von der mustergültigen Organisation der Arbeit in seinem Bezirk. So dürste es in Deutschland ein« neuartige Einrichtung sein, daß einem Bezirks abbinier ein Dienstauto zur Verfügung steht, welches es ihm ermöglicht, an einem Tage in mehreren Gemeinden Sprechstunden ibzuhalten. Dadurch, daß aus diesen Sprechstundenfahrten der Be^ irksrabbiner von >der sozialpflegerm des Bezirks und von einem mit Xn 'heute in Frage kommenden mannigfaltigen Rechts¬ und Wirtschafts fragen vertrauten Juristen begleitet wird, gelingt es in einer Sprechstunde alle zur Beratung gelangen,Xn Fälle zu erledigen, und zoar unmittelbar an Ort und Stelle von Xm zu. ständigen Sachlearbeiter. Auf Grund feiner Erfahrungen empfahl Dr. Jospe di, Ausstattung Xr Rabbiner und Lehrer mit Motorfahrzeugen,' was eine wesentliche Intensivierung Xr Bezirksarbeit ermöglichen wü X. An X^ R< feytte schloß sich eine außerordentlich rege DiskufsionMi. tjervorzuheben ist Xsonders, -daß vom LanXsverband die baldige Schaffung eines einheitlichen Lehrplanes für den Religionsunterricht gefordert wurde. Rabbiner Dr. Galliner stellte die sofortig« Inangriffnahme dieser Arbeit in Aussicht. Metern „Jüdifä&B Tttufeum V." $u 'Bcesfau Am.3. Juni d. Is. fand ^>ie ordentliche G fammlung des Jüdischen Mujeumvere eine kurze außerordentliche Generalversc mmlung noch letzteren wurde eine Vereinfachung Xr Satzungen besch) In Xr ordentlichen Generalversan mlung berich sitzende, Mar Sülb erber g. üXr de Tätigkeit, ein in den letzten 3 Jahren entfaltet hott». Das wesentlf aus der Berichtszeil ist die Tatsache, daß die Sammlu v nun über geeignete Räume verfügt. Sie ist bekanntlich Israelitischen Waisen-Berpslegungs-Anstär, Breslau Straße 61'65 untergebrachl. .Der Sammlungskaralog, Xr nun schon 1200 R ist unter Xr Mitarbeit von Pros. Dr. Grotte fort Im vergangenen Herbst fand ein, Ausstellum Jüdischer Künstler statt, die reicht allein «inen großen für Xn Verein und die ausstellenden Kür stier beXureti, Xn Zweck erfüllte, das Schaffen der jüd schen Künstle r Oesfentlichkeit zu zeigen. Ueber di« Veranstaltung ff BreSlauer Jüdischen Gemeindeblau ausführlich berichtet Die.Borstandswahl ergab. daß Mm S i l b « r b .zum BorfitzenXn gewählt wurde. Sein Stellvertreter Fritz Cohn, Xr auch di« AufgaX des juristischen Felir Perle üXrnahm, wie seit.Begrün düng Xs Bei eines Kaffen- und Schriftführers. Prof. Dr. Grotte künstlerischer Beirat und Bearbeiter des Katalogs. Sta) eneralvern s statt, Xr nging. Ist der lassen. tele der Bor- Vie Xr Verichste Ereignis g Xs Bereins im Haufe Xr , Gräbfchener Ummern erfaßt, geführt worXn. von - Werken ideellen Erfolg fonXm auch Xr jüdischen seinerzeit im worXn. ' r g wiederum ist R.-A. Dr. Beirates erfüllt. eins, Xs; Amt Peibt weiterhin Xenrat a. D. Dr. Willy Cohn, Xij neu in Xn Borstand hinzugewählt wurX. soll sich mit Xr PropaganX in Xn jüdischen Zeitungen und Führungen befassen. EXnso tratest neu in Xn Vorstand ein: Kurt Pfeiffer und Frau Dr. A sch h ei m - B a r u ch s« n; Xr erstere wird sich vor allem^Xr sotograsischen Aufnahmen jüdisch-interessanter Motive annehmen. während Frau Dr. Aschheim-Baruchsen für die Einrichtung und Beaufsichtigung von Ausstellungen und Führungen Xrangezogen werXn soll. Als satzungsgcmäher Delegierter Xr Synagogen-Gemeinde gehört Geh.-Rat | Leo Goldfeld 'dem Vorstand an. WieXrgewählt würden: Reg.-Bftfftr. a. D. Richard Ehrlich, Guido Neustadt. BauXr. i. R.. Otto Berger, weiterhin neu hinzugewählt: Hans H. -P i n k u s. Neustadt. > Der neue iÄnftand will es sich befonXrs angelegen fein lassen, 'die Sammlungen, von Xnen leiXr doch nur ein kleiner Teil Xr. MitglieXr der Synagogelt-Gemeinde Kenntnis hat, wirklich diesen nahezubringen. >Er wird deswegen an Xe jüXfchen Schulen und Organisationen Kerantreten, um sie zu veranlassen, seine Sammlungen zu Xsuchlen. Für geeignete Führung wird in weitestem Um« zange Sorge getragen werXn. In der Tat besitzt Breslau in dieser 'Sammlung ein einzigartiges Denkmal jüdischer Geschichte und Kunst, Xß Xn Melen unter uns, Xe Xut« um Xe Erneuerung ihres Judentums ringen, Wege zur Bertiefung ihres Wissens und zur künstlerffchen Erhebung bieten kann. Das ZüXsche TNüseum E. TS. zu Breslau ist geöffnet: jeden Sonnabend und Sonntag in der Zeit von 11—1 Uhr. l

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