Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 11 (15.6.1935)
- Date
- 1935-06-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Breslauer MM' . HiHWÜH-HililJliH'iiliMPmiMtiHliHmilTJI > A. , r -T-. .f _ fi nm _ r 1 . l mj _p_ e ft Oft ^*..1 » I /TV ja ft nt oi t Hauptschriftleiter: Manf ed Rosenfell Verlag: H e l I m u t f und Erich Glh DreSlau, t!>artenftr atze ly Anzeigenpreis: Die S gespaltene RtiNin Erscheinungstermin vierzehntäoig — Preis 48 gilt die unter dem Namen des Verfassers qrfcheinendep b, DreSlar> atz kg. eter-Zeile ober Pfennig Vier Artikel und di Druck und Anzeigen-Annahme: 8 Drucjerei Sch atz kg. Dreslau 5, Gartenstraße 19 Telefon 231 75 deren Raum ili Pfennige — Bei laufenden Ausiriigen Rabat« leljähriich (einschließlich Zustellgebühr) — Postscheck-Konto 62095 e DereinSnachrichten übernehmen wi^ nur die pressegesetzliche Verantwortung 12. Jahrgang iS. Iuni 193s Nummer 11// JMM Tttitgliedecvecfammu witfetifd)aftUd)e Tagung <■- Die diesjährige Tagung der Wissenschaft des Juden Berlin statt. Prof. Dr. Eugen M i t t dem er neben anderen erfrei Beisoll erwähnen konnte, Seminardozenten Dr. Alben konnte. Der Ausschuß, dem und Prof. Dr. Elb 0 gen 1 Heinemann und Gemeinderabbiner Dr. angehören, wurde wiedergewihlt. Den diesmaligen wissen Thema: .,Griechische Wissensc»aft und jüdische bei Maimonides" hielt Prof. w 0 ch lichen!fen das L e w k neben Prof, die a. V chaftlichen Vertrug mit dem Dr. Isaak Hei >ab einen Bericht, ir Mitteilungen auch der Werk d:s Breslauer 0 witz überall finden Dr. Mittwoch ung t ec <3ehUfd)aft guv ftövöetung den Wiffenföaftdes Judentums Vocteig von Jbtofeffot De. $ eine mann, 3r eslau >er Gestllschaft zur Förderunc stimmte Gott steht so mit dem Menschen auf gleicher Stufe, ums fgnd am 12. Juni ii] Das aristotelische System in seinem stolzen, rationalen, theoretischen und aristokratischen Charakter steht im Gegensatz zu denr emotionalen Durchbruch des Herzens, das dem Juden der Träger der Weisheit ist. Im Gegensatz zur hellenischen, theoretischen Lebensidee, dem Ideal e i n e s Gelehrten, steht im Judentum eine Lebensauffassung: die vom Herzen ausgeht und in Demut, Liebe und geschichtlich-gewollter Volksgemeinschaft ihren frommen Anspruch geltend macht, das ljiier Breslaupr Prof. Dr 0 g e l st e 'Jiy i N it;un fiuimiteu 4iii|fHUUj y Der Jude, erzogen durch die Thorah, sieht in endliche, er weiß, daß r.zseine Grenze in dei -V.' dem. um Frömmigkeit nemann - Breslau. In seinem beifällig aufgenommeitien Vortrag führte er etwa aus: Die Ge;ensätzlichkeit und Spannung, die zwischen dem hellenischen Ideal der Wissenschaftlichkeit und der jüdischen ReUgiositä: besteht, erklärt sich aus der Verschiedenheit der von ihren Trägern anerkannten Autoritäten: der Hellene entscheidet sich für die freie Wissenschaft, der Jude erhebt die Thorah ■ u seinem Lebensinhalt. Dieser innere Bruch, den die Geschicke begründet und der uns im weltanschaulichen Ringen uns« rer Zeit so nahe ist,, kommt in Maimuni zu keiner entscheid« nden Lösung. Der Gegensatz der Menschentypen eines Aris vieles und etwa eines Jehuda hanaffi zieht sich durch das System und das Wirken Maimunis hindurch — manchmal einander befruchtend, aber nie gelöst. Den ersten grund ätzlichen Gegensatz wies Prof. Heinemann an der Verschied mheit griechischer und hebräischer Sprachbegriffe nach: L >gos, im griechischen Sinne, ist nicht nur Wort, Kraft und tat, sondern ist der gestaltende Sinn: der Kosmos wird nach dieser Auffassung vom Logos durchwaltet, der seine »urchsichtige Weltordnung herstellt. Der griechische Mensch überwindet das Pathos, die Leiden schuft, das Fortgerckfenwerden als Lei d, er ist von der nüchternen Verminst beherrscht. Der theoretische Denkprozeß, die Versenkung in die ewige Ordnung des Alls soll die Erziehungsaufgabe haben, den Griechen über alles niedere Trachten zu erhebest. Dieses Ideal eines theo-, retischen Denkens geht bis zur Formulierung Gottes als vorjssoi;. Dieser durch menschliches Denken be- D/e Tteue Synagoge bleibt vom 17. 6. 35 bis auf weiteres wegen Jnftandfehungsarbeiten geschloffen. Der Sabbath- Gottesdienst findet während dieser Zeit im großen Saale der,.G e f e l l s ch a f t der F r e u n d e", Reue.Graupenstraße 4, statt. Die piafyinljabev dev Heuen Synagoge werden daher aufgefordert, vorher ihre Sachen aus den Kästen zu entfernen, da wir für Verlust oder Beschädigung nicht auskommen. Breslau, den 6. Juni 1835 Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. erkennbaren Urgrund alles Seins hat, er begegnet diesem .unerkennbaren Letzten mit der Demut des Herzens, als dessen Funktion allein er das Denken anerkennt. Der „Mensch in der Theorie" (*... p / -ri x 0; dv»pi»wie ihn Aristoteles darstellt, wird'zum demütig gläubigen Typus eines „Abraham". Maimuni retuschiert Aristoteles, er schränkt ihn in kosmischer (Kosmos wird c^v), ethischer (Demut) und theologischer Beziehung (Schöpfung und Offenbarung) ein. Das Stolze eines dem Griechen gemäßen Wahrheitsgewinnens weicht der Demut der Hinnahme der Offenbarung, hin zur Klarheit führendes Verwundern * 75803142