Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 9 (15.5.1935)
- Date
- 1935-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Breslauer Jüdisches G e m e i n d.e b l a t t Paula QUendotff, Me fiünfundfiebglgjäfyvige 3um /6. Ttlai Unsere Gemeindeälteste hat mit der ihr eigenen Lebhaftigkeit und Energie den Wunsch geäußert, daß stieses Tages nicht gedacht werde. Wir können uns jedoch nicht entschließen, ihrem Verlangen stattzugeven. Dazu ist die Bedeutung von Paula Ollendorff für unsere Getneinde und für die jüdische Gesamtheit zu groß. Aber wir wollen dem bescheidenen Sinne der Jubilarin und ihrer sicherlich richtigen Auffassüng, daß dieser Zeit alles andere eher gemäß ist als rauschende Feiern und laute Freude, doch gebührend Rechnung tragen. Wir wollen darum keinen Festartikel schreiben. Wik haben das auch nicht nötig. Denn es ist erst wenige Monate her, seitdem Vorstand und Gemeindevertretung der Jubilarin von zeute sagen durften, was sie uns ist. Das ist in der Urkunde geschehen, mit der ihr das hohe Ehrenamt einer Geme ndeältesten übertragen worden ist. Dieses bisher nicht veröffentlichte Dokument setzen wir daher hierneben und rufen anstelle langer Glückwünsche der unermüdlich für uns Tätigen nur ganz schlicht mit den Worten des von ihr so sehr geliebten Goethe zu: - „. . . und so für und für!" I D/e G/jtenuefunAe _ Die unferjddmeten Verwaltungskörperschasten der Synogogen- Gemeinde zu Breslau haben in einmütig gefaßten Beschlüsse, der bisherigen Vorsteherin der Gemeinde. Frau Paula Ollendorss. das höchste in der Gemeindesahung vorgesehene Ehrenamt, das einer Gemeindeältekten verliehen. Wir und mit ulns die ganze Gemeinde lieben und verehren in ihr die Frau. < die leidenschaftlich für alles Schöne und hohe erglüht, deren rastlose mch opferreiche Arbeit für alle Armen und Beladenen dem jüdischen Hamen in unserer Stadt und weit darüber hinaus, hohe Ehren eingetragen hat, —■ deren Wirken seit Jahrzehnten unzähligen sozialen und charikativen Organisationen unserer Gemeind« und der gesamten deutschen Judenheit zu unermeßlichem Segen geworden ist, - — die als Leiterin unseres Wohlfahrtsamtes' und als führendes Mitglied unserer Beratungsstelle mit nimmermüdem Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit bedrohten -und bedrängten Glaubensgenossen rechte Hilfe und neuen Lebensmut gegeben hat. — _ die den Allen. Schwachen und durch die wirtschasllichen Härten dieser Zeit Enterbten immer eine fürsorgliche Helferin gewesen ist, die unsere Jugend kameradschaftlich betreut und das ihr zu Ehren benannte Jugendheim und di« Paula Ollendorss-haushaltungsrschule unermüdlich gefördert hat. Wir sehen in dieser Frau, die nach des Tages überreicher Arbeit als Rednerin von hohen Gaben Unzählige zu ihren ethischen und religiösen Idealen utzd zu Taten in ihrem Geiste emporzureihen verstanden hat, eine Zierde unserer Stadt und unserer Gemeinde. Wir danken ihr aus tiefstem Herzen. B r e s l a u, im Dezember 1834. Der Vorstand und die Gemeindevertretung der Synagogen-Gemeinde zu Breslau. Me die ilnwecfität Jetufalem flufeuf! Anläßlich des 1 »jährigen Bestehens der hebräischen Univ Jerusalem ist in Breslau ein Arbeitsausschuß der Frer der Universität Jerusalem gegründet morden, der s!<t\ Vertretern der führenden Richtungen unserer Synagogen Gen e zirsammensetzt. In dieser einmütigen Zusammenarbeit kommt Anerkennung der hohen Bedeutung zum Ausdruck, die die Un tat Jerusalem für die großen kulturellen und erzieherischen Aufh in Palästina und für das Gesamtjudentum besitzt. Denn die ocrsität Jerusalem ist dazu berufen, die Juden in Palästina zu Gemeinschaft zu formen, di« sich ihres geschichtlich-kulturellen sammenhanges bewußt ist. Für die Pstege der hebräischen Sprache, für die wissenscha tliche Erforschung des Landes, für die Entwicklung des Gesundheitsw stens, für die Aufgaben des sozialen Aufbaus und der Bevötkerungsz olitik mit für die Heranbildung der Jugend zu akademischen Berufen nldet die Universität den geistigen Mittelpunkt. Auch für die Erholung und Förderung der Wissenschaft des Judentums besitzt die Universität eine umso höhere Bedeutung, als es eine Schicksalsfrage des Ausbaus ist, ihn im Sinn« geschichtlicher Kontinuität zu vollziehen und das jüdische Leben in Palästina in einen innerlichen Zusammenhang osrsität nd e aus inde die : Derfi*1 oben Uni* einer Aumit dem Geiste der jüdischen Religion zu bringen. Insbesondere für die jüdische Jugend, die nicht mehr die Möglichkeit zu wissenschaftlicher Fortbildung hgt, ist die Universität Jerusalem d.e Stätte ihrer seelischen -und geistigen Entfaltung. Wissen und Bildung sind nicht nur um ihres praktischen Wertes, sondern vor allem um ihrer selbst willen von uns Juden jederzeit gepflegt worden. Die Förderung der Universität Jerusalem ist daher eine Aus. gäbe aller Juden, wiir erwarten, daß auch unsere Gemeinde in der Erfüllung dieser Aufgabe nicht zurückslehen wird, und richten deshalb an die Mitglieder unserer Gemeinde die Litte, dem verein der Freunde' der Universität Jerusalem beizutreten. Der Milgliedsbeitrag beträgt mindestens 1,— RM pro Monat.! Anmeldungen Listen wir zu richten an Herrn Prof. Dr. Siegfried Fischer, Kajiser-Withelm-Straße 4. hee ftobeiteauefdwfi: Stud.-Rat i. R. Alfred Cohn. Prof. Dr. S. Fischer. Philipp Lachs, Stadtrat a D.' L e ß. Dozent Dr. Senf oa Rabbiner Dr. Simon' - Gemeinde-Rabl .i tz. Theo Pst n c z o w e r. o t) ii. Dozent Dr. S p e y e r. in^r Dr. B o g e l st e i n. Fahrräder von Mossner Nib!!!ÄJ0^11 Palästinas jüAifdje StuAentenfdjaft im Ontevnationalen StuAentenvevbanA Der SekretärLesstWeltrurbandes jüdischer Studenten, P. D rü i f. wurde gemeinsam mitj den nationalen Studemeiwerband In Rom ist vor kurzem das Exekutivkomitee des Jnternatio Srudentenverbandes (Eonfädärarion Internationale des Etudiantsj Beratungen über die Organisation des bevorstehenden Studei kongresses in Prag zrifcimmengerrelen. Das Komitee hafte sich mir der Ausnahme neuer Mitglieder, darunter der s üst» i i Studentenschaft Palästinas, zu befassen. Es har das nahmegesuch der Hörerschaft der hebräischen Unioersilät in Jerusst grundsätzlich genehmigt und es der Statutenkommission formalen Erledigung übergeben. izalcn Z" 1e»- ruch e n Ausem zur Mitgliedern der Exekutive des Jnter-!s oon Ministerpräsident Mussolini empfange». Der Vertreter der jiddischen Studentenschaft gab dem Dank für die wohlwollende utzd entgegenkommende Behandlung" Ausdruck, die ausländische jüdische Studjerende an den italienisci)en Universiläten erfahren. 1 : * In Anwesenheit der italienischen Kronprinzessin wurde in Rom eine Ausstellung von Werken des jüdischen Malers C o r r a d o Ca gl", eröffnet. Dem Künftfer wurde von dem Komitee der Ausstellung „Quadriennale" für sejn« Gemälde und Zeichnungen auf dieser Ausstellung der Preis x»on 10VV0 Lire zugesproche».