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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-03-31 · 6 (31.3.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
6 (31.3.1935)
Date
1935-03-31
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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2 Nr. 6 Bresl-uerJüdisches Gemeindeblatt der insgesamt in Betracht kommenden ca. 15 Kinder auf allen diesen Schulen gestalten wird. Der Erlgß weist da insofern einen Weg, als er bestimmt: „Die Anrechnung kann in der Weise erfolgen, daß die für die Neuaufnahme nichtarischer Schüler an den allgemseinen Schulen geltende An teilszahl von 1,5 Proz. für die denen sich eine jüdische Schule herabgesetzt wird. Sollte der Herr Oberpräfident eine der Anstalten des Schulorts, in befindet, bis auf 0,5 Proz. würde dies bedeuten, daß reichsdeutscher RichtHont« artige Bestimmung treffen, so aus ganz Breslau ' 10 Kinder kämpfer in die Sexta der höher, n jüdischen Schule, 5 in die Sexten sämtlicher sonstigen Breslauer höheren Schulen zufammengenommen Aufnahme fi iden könnten. Der Ernst dieser Ziffern spricht für sich selbst: er wird freilich gemildert durch die Tat ache, daß in den Geburtsjahrgängen, welche für die Aufnahme in die Sexta in diesem Jahre in erster Reihe in Betrach kommen: insbesondere also 1924/25, die Frontkämpferkinder erheblich überwiegen. Hervorgehoben sei noch, da!ß die Jüdische Volksschule. Rehdigerplatz und Wallstraße, unds der Schul zweigAmAnger von dieser betroffen werden. ilt i Tlidjtaciet an deutfcfjen Rach der vom Reichserziehunsi „Deutschen Hoch-schulstanstik" waren Nichtarier ln der deutschen Studeptens. nn Regelung überhaupt nicht vetfitäten »Ministerium herausgegebenen Sommer 1932 insgesamt 3950 chast, im Sommer 1933 nur noch 1900; im Wintersemester 1935/34 waren >bei zahlreichen Fächern keine Juden mehr, neu eingeschrieben. Unter den 87 000 männlichen Studierenden des Wintersemesters 1933/34 waren nur noch 590 jüdisch, in den ernsten beiden Semestern studierten davon nur 13. Bon den im Wintersemester 1933 34 studierenden 15 000 Frauen waren 223 Jüdinnen. Die in Le i p z ig ms Leben gerufene Reichsschule des deutschen Buchhandels soll der abschließenden Schulung jedes jungen deutschen Buchhändlers auf staats politischem, kulturpolitischem und fachlichein Gebiet dienen Die Lehrzeit für den Buchhändlerberuf gilt nur dann als ordnungsgemäß abgeschlossen, wenn sie durch eine Gehilfenprüfung beendet wird, der wiederum ein vierwöchiger Besuch der R e i ch s s ch u l e vorausgehen muh. Reichsschule und Gehilfen- Prüfung zusammen bilden grundsätzlich die Doraussetzung zur endgültigen Aufnahme in die Fachschaft der Angestellten im Buchhandel und Verlag, wovon die Berechtigung zur Bekleidung von Stellungen im Buchhandel abhängig ist. Für die Reichsschule, di« Gehilfcnprüfung und die Aufnahme in die Fachschaft der Angestellten im Bund reichsdeutscher Buchhändler ist nach den Durchführungsbestimmungen vom 10. März 1985 arische Abstammung Bedingung. Richtarische Lehrlinge, di« wahrend der Uedergangszeit im Buchhandel noch vorhanden find, können i mit der Aufnahme in di« Fachschaft und mit der Mitgliedschaft in der Reichsschristtmnskammer nicht mehr rechnen, auch wenn sie zum Beleg ihrer richtig abgeschlossenen Lehrzeit die Gehilsenprüfung durchgemacht haben. tjau$ljaft$pflege - Jüöifdje ffcauenpfHdjt / Die Berufsumschichtung unserer Jugend hat unsere Gemeinschaft in den letzten zwei Jahren vor große Probleme gestellt. Wir Frauen haben eines der wichtigsten, das uns von entscheidendem Einfluß auf den Erhalt unserer Familien zu sein scheint, erst im letzten Jahre ganz besonders zu bearbeiten begonnen. Es handelt sch hierbei um die Hauswirts ch a f t l i ch e Ausbildung unserer Mädchen. Für uns Juden muß aus vielen Gründen diese Arbeit von der Gemeinschaft sehr inter siv 'gefördert werden. Die geheiligte Tradition, die aus unseren Müttern Generationen hindurch vorbildliche Hausfrauen machte, war zum Erliegen gekommen. Die einseitige Betonung des Geistigen, die unserer Jugend in den letzten Jahrzehnten als Ideal vorschwebte, hat hieran ihr gerüttelt Maß vo^ Schuld. Heute stehen wir wohl alle auf dem Standpunkt, idaß jedes junge Mädchen, welchen Beruf auch immer sie späler zu ergreifen beabsichtigt, oder wohin auch immer ihr Lebensweg sie führen möge, ob sie heiratet oder ob sie als Jungg (fellin ihr Leben verbringt, eine gute hauswirtschaftliche Aus iildung als Grundlage für das Leben haben muß. Die wirtschaftliche Existenz unserer Gemeinschaft wird höchstwahrscheinlich in der nächsten Generation auf so schwachen Füßen stehen, daß kaum eine Hausfrau Erfahrung auf diesem Gebiet, die Fähigkeit, einen Haushalt mit bescheidensten Mitteln gut führen' zu können, wird entbehren dürfen. HDS1? “IPD Original Palästina-Wein aus den Kolo ien Rischon-Le-Zion und Sichron Jacob Sohr milde« Un§aw Rotwein . . . 1030 Gezehrter Ober-Unpar .... 1920 Echter Tokayer Mastes . , . .: . Ockenhe mer Laberstall (Rheinwein) .! . Slibowltx 60‘7.. Alle Sorten per •/«I Flasche i Typ Oportoj : Typ Sauternes I Typ Tokayer vj Flasc Weingrollhandlung Heinridi SS«Ill«kLLLÄ,!°.L Aber auch der Wert der hhuswirtschaftlichen Ausbildung als Beruf muß in unseren Kreisen noch wesentlich mehr Anerkennung und Förderung finden. . Wir müssen unsere M ä d ch e n, die M ül t e rlund die Hausfrauen dazu bringen, den Beruf der jüdi chen Hausangestellten als einen vollwertigen anzuerkennen, Ija, wie alle müssen sogar RM. RM. RM. RM. RM. RM. RM. RM. 2.60 2.90 3.20 1.80 2.50 5.50 1.80 5.80 deutllch sehen, daß dieser Berus eine Aufbauarbeit in unseren Familien, sei es in Deutschland, sei es in Palästina oder sonst Irgendwo in der Welt, darstellt. Dieses Wissen um seine Wichtigkeit für unsere Gemeinschaft, die heute von unseren offiziellen Stellen aufs nachdrücklichste betont wird, wird diesem Berus viel von seiner Unterschätzung in den Augen der Mütter und Töchter nehmen. Wir Hausfrauen können unser Teil dazu beitragen, diesen Beruf beliebter zu machen, indem wir von unseren jüdischen jungen Hausangestellten nicht mehr verlangen, als sie in ihrem oft jugendlichen Alter zu leisten imstande sind. Wir müssen ihnen mit Ausdauer und Geduld helfen, die Fehler,-die zum weitaus größten Teil in ihrer Jugend und dem Mangel an Tradition begründet sind, zu überwinden und ihnen mit dem sozialen Verständnis entgegenkommen, das jedem anständigen Juden eines der wichtigsten Gebote seiner Religion ist. Rur so wird es mul allen mit vereinten Kräften gelingen, die Tradition da wieder anzuknüpfen, wo sie .zerrissen war. Die Wege zur .wirtschaftlichen Ausbildung unserer Mädchen sind heute sehr vielseitig. Die jüdischen Haushaltungsschulen im Reich bemühen sich, in den verschiedensten Kursen diese Ausbildung je nach den Zukunftsplänen der jungen Mädchen zu fördern. Auch die Heime bilden junge Mädchen aus. Leider sind die Mittel, die der Allgemeinheit für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden können, sehr begrenzt, so daß es die Ausgabe von uns Hausfrauen ist. in diese Lücke zu springen und in unseren Bekanntenkreisen nach Haushaltungen zu suchen, die geeignet sind, jungen Mädchen als Lehrhaushalt zu dienen. Die Orts» gruppendes Jüdischen Frauenbundes haben es sich zur Aufgabe gestellt, diesen Lehrmädchen Haushaltungen zu verschaffen, . in denen sie unter Leitung einer tüchtigen Hausfrau oder, so weit vorhanden, einer älteren erfahrenen Hausangestellten, in allen Zweigen der Arbeit, die eine Ha isangestellte kennen muß. ausgebildet werden. Rach vierwc chentlicher Probe, die in beider Interesse erwünscht ist, beginnt die Ausbildung, die je nach Vereinbarung 1 odrr 2 Jahre umschließen kann. Selbstverständlich müssen sich unsere Hausfrauen, die sich dieser sozialen Arbeit unterziehen wollen, der Verantwortung bewußt sein, die sie damit übernahmen, ein jüdisches Mädchen auszubilden. Sie i

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