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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-03-15 · 5 (15.3.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
5 (15.3.1935)
Date
1935-03-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt Nr. 5 sii musikalische Betätigung überall eine bestimmte Zeit beschränkt sein. Der Unterricht wird an den Freitag je 5 Vormittagsstunden umf> an den freiwilligen Fächern auch n stunden in Anspruch nehmen. Wir hassen zuversichtlich, Laß unsehe führung des freiwilligen 9. Schuljahres iroher Jugend geschenkt, sondern'eine w sänlichkeirsbildung geschaffen werden wird. Anmeldungen und Anfrage 12.30 bis 13.30 Uhr, Rehdigerplah 3 Stelle finden, nicht auf «ine ns lagen von Montag bi» sten und je nach Teilnahme einige Ttachmittag^- <ch n Schülern Lurch die Einlicht nur ein weiteres Jahr < rtvolle Basis für chre Pern: Sonntag bis Freilag von Jüdifcfjes TiefovmrTieafgymnafi füe K» Die diesjährige Ausstellung unserei Iladelarbeits-, Werk- und Zeichcnunlerrich Schulhauses. Rehdigerplah 3. am: Donnerstag, den 21. Mär Sonnabend, den 23. Mär; und Sonnh statt. Sie ist geösfnct am:' Donnerstag von 8—10 Sonntag von 10 1 vorm, und um /. <?. aßen Und Tfläddfen Schülerarbeilen aus dem findet in der Aula unsere»; 1935. og, den 24. Mär; 1935 Uhr abend». 4—7 Uhr abends. Sonnab««ch von ll—1 vorm, und 7—9 Uhr abend». Alle Interessenten sind zur Besichtigung herzlich eingeladen. Anmeldungen füt die Peioat*Untetndjt8fue[e jüdifdjiafademifdjetXefjtttäfte föamilienfdjulen) Der Neue Jüdische Schulverein und die Arbeit»- gemeinschaft Jüdisch-akademischer Lehrkräfte (Familienschulen) teilen mit: AnmeSmnglM für die prioat-llnterrichlskurse jüdisch-akademischer Lehrkräfte fFamilienschulen) mit den Lehrstoffen der Oberterfia bi» Obersekunda einschließlich werden jederzeit im Büro, Anger 8, entgegengenommen. llnßefdjäftigte Cefjetc&fte Die Schulabteilung der Reichsvertretung der deutschen Juden. Charlottenburg 2, Kantstrahe 158, hat in den letzten Wochen sämtlichen ihr als unbeschäftigt gemeldeten Lehrkräften einen Fragebogen zugeschickt. Eine Anzahl der Bogen kam als unbestellbar zurück. Di« Schulabteitung bittet daher alle unbeschäftigten bzw. nur in geringem Umfang beschäftigten Lehrkräfte, die von der Umfrage nicht erreicht wurden, um möglichst umgehende Mitteilung ihrer Adresse. Stanteb und TtlahnonideS’^edeutfeiee des Seminaee Anläßlich der Wiederkehr des 60. Todestages von Dr. Zacharias Moses den Mvienon verrseminär eine Gedenk- R a b i n hielt vor der überdie etwa folgenden Inhalt Frankel und des 800. Geburtstages von ansralieie das Breslauer Rabbinqi feier. Seminarrabbiner Dr. Israel A. füllten Scminariynagoge di« Gedenkrede, halte: Der Gründer des Breslauer Jüdisch-theologischen Seminars, Scminardirekror Dr. Zacharias Iran <13. Februar) 1873 feine Augen. Seit Programm fest. (ZG2I. Bd. I.). Bon 1854 und wahrte seine Linie positiv-historischeminar weiter wahrt. Frankel sieht in der der Assimilation den Ber- und Zerfall des Judentums, dcm dadurch der positive Boden geraubt wird. Das lebeitsfähige Judentum muß sich der Wissenschaft zu bedienen und tätig zi wirken wissen, d. h. Erkenntnis des Judentums und Tätigkeit für ->as Ic»dentum sind Faktoren lebendiger Verbindung mit der Dergai genheit und der Zukunft jüdischen Lebens, auf Gründ deren allein man neue.Erkenntnisse und neu« Quellen für die Gestaltung des Juderrums nutzbar machen kann, tftrrc religiöse Reform des Judcnmms dirf nur durch den religiösen Gesamrwillen und das Wissen um die jüdischen Geiftesgüter durchs geführt werden und nicht, zu unberechtigte ti e l, schleiß am 8. Adar 1844 stanfd sein religiöses an arbeitete er im Seminar Entscheidung, die das Se- Erftärrung ein« Gefahr, in rühren. In unseren Tagen wird Frankel;ur idealen Basis; der religiöse Gesamtwille des indischen Volkes, der in der Größe und Bedeutung von Frankels Idee von der komn enden Generation verwirklicht werden wird,, zeigt die Kontinuität des Willens zum geistigen Leben. "."-z1? fy~'± sind di« Wor e, die dem Äanne gelten, der in der Bejahung der Geschichte den positiven Untergrund religiösen Lebens des jüdischen Volkes sieht. Moses den Maimon (geboren 14. Nissan 4895), dessen große Werke der Seminarrabbiner eingehend behandelt, hat auf seinen Reifen Lebenswerk in tradirions- Zcntren jüdifchen Geistesnach Afrika, Palästina und Aegypten fein bewußtem 'Judentum geschaffen. Unter den lebens -Hane Spanien ein« besondere Vielfältigkeitjüdisch-geistigen Lebens aufzuweisen. Die Umgestaltung de L Form und Inhalt seiner' Werke verraten eine schon in jungen hren erworbene, genaue Kenntnis von Sprache und Gedankengut der . Umwelt. Mit 23 Jahren faßte Maima irdes seine Konzeption des Mifchnah-Kom menlar s, der di« Talmud und die talmudischen Diskusiionen Mischnah getrennt von entbehrlich erscheinen läßt. ftbftffluft der Paläßtna* Ihren geringen und-seelischen Höhepu ioittna-Woch« in der Oneq Schäbb für die man den als Rabbiner und Schri' l^mil Bernhard Cohn, Berlin, gewonnen Der Lesiingsaal ivar an dieiem Aderch derre von -Menschen keinen Einlaß mchr Form,, die sich für diese Veranstaltungen führte Dr. Cohn uns di« Sehnsucht des Erfüllung in Gott durch die JahrtaufeiÄ«! Auch die Irrwege, die Zeiten fehnfuchtsfr krankhaften Sehnsucht, erstanden vor uns. der Storch Synagoge, Kantor Topper, % ('teilalter des Abends getreue Helfer. Biele begrffen haben, was es bedeutet, Oneg die Freud« am Schabbath in sich schließt. Reformen des Einzelnen Wissenschaft der Umwelt •.„.i.nHiiimillmilMIIIMIIIIIigilllllllllllllllllllllllUlllllllllllltllllUllllllllliniHlimilHlllilimmHi Dies« Konzeption erweist neben dem umfassenden Wissen jüdischer Literatur sein« enorme Kenntnis kultureller, noturwissenfchiaftlicher und philosophischer Gebiete der spanisch-arabischen Umwelt: Sein Mischnah- Kommentar enthält die Auffassungen von der historischen Halocha bis zur Mifchnah, 'die philologische Untersuchung, den Zusammenhang der religiösen Idee und religiösen Wirklichkeit und soll für jeden die letzte Dezision der Halacha bieten. Sein philosophischer Rationalismus.-der die Fragen des FÄLas", („Warum" und „Wie" lösen will, bildet den Kern dieser exegetischen, 'religiös- und historisch-philosophischen Arbeit. Mamionis Ringen jn^oen Einleitungen um di« Erkenntnis, seine Gedanken über, die Wettewigkeit, das Weltwerden, die Einzigkeit und Wesensart Gottes, über Unsterblichkeit und Auferstehung zeigen de» Weg zum Reifenmaimon idischen Denkens. Der Mischnah-Kommentar leistete die Vorarbeit zur Vereinigung des Religivnsgesetzes und des Den-kens. Seine Quellen hat Maimonides nach logischen, psychologischen und historischen Gesichtspunkten nutzbar gemacht. Sein in arabischer Sprache verfaßtes Sefer Hamizwoth enthält di« systematische Ordnung der 613 Ge- und Verbote, und nach logischer und historischer Ordnung .die Ausstellung von 14 Grundsätzen. Die M i s ch n e h Thorah (Jab Ehasaka) sollte neben dem Pentateuch das vorwiegend orientierende Gesetzbuch sein, das in feiner völligen Trennung von der Mischnahordnung durch eine Neueinteilung in 14 Bücher knapp zusammengefaßt ist. Das Charakteristische dieser Neuordnung sind d:e Unterbezeichnungen: Wisien, Grundlage der Thorah, Lebensformen und Reue. Di« Berslechlung talmudischen und midraschosrhäm Schrifttums mit Jurisprudenz, realem Wissen und Philosophie zeigt Maima nis konsequente Linie. In More Rebuchim tritt uns Maimonides als der Anhänger des arab. Ariftotelismus (mit einer Beimischung des Neuplatonismus), aber auch als Psychologe und religiöser Jude entgegen. Sein Rationalismus, der im Intellektualismus seine Stütze findet, bricht sich anscheinend am. Denken in religiösen Medita tionen uni» führt zu Gott. , Marino» is Ueberprüfen des Alten und fein Vordringen zum Neuen, fein im Judentum wurzelnde geniale Persönlichkeit sind Urheber einer Wendung im religiös-gesetzlichen Schrifttum, die Generattonen vererbten und di« wieder in Zacharias Frankel und feinem Lehrhaus bewußte Erben finden fall. Ein Quärtettj, 'bestehend aus den Herren 'Prausnitzer, Seidenbetg, Prof. Fischer und Dipl.-Jng. Schweitzer, umrahmte die Rekle mit je einem Streichquartett von Schumann und Mozart. ' Fritz Günther Nathan. MMIII Woche rtt fayd die Breslauer Paith-Veranstaltung, fteller.wohlbekannten Dr. hatte. so überfüllt, daß Hunfinden kannten. In der schon herausgebildet hat, jüdischen Lölkes nach der jüdischen Geschichte vor. fmder Sattheit und einer Jugendbünde, der Thor cfbbiner GeD waren dem dürften zum ersten Male- " ach zu feiern und was Wie Dr. Cohn es forrmrdr Schchbi lierte:' Gottesfreude, Freude an der -Sadbachruhe und Freude ani Lernen. Am fetzten Abend -der Woche wor der frühere Vorsitzende der Breslauer Zionistischen Vereinigung, Dr. Franz Meyer, als Redner anwesend, der eben von einer Palästtna-Reise zurückgekehrt ist. In seinen klugen und durchdachten Ausführungen sprach er über die Erfahrungen in den bisherigen zwei Jahren der deutschen Aüchh, wobei er zunächst über die Breslauer und schlesischen Zionisten berichtete, die in besonderem Maße sich bewährt hätten und ein beachtlicher Faktor in der ländlichen Kolonisation geworden seien. Die deutschen Juden weiden sich prüfen nrüsien, ob sie am ländfichen Aufbauwerk, an der Verwurzelung mit dem Boden, Mitarbeiten können und wollen. Die Palästinenser kamen kerne Sehnsucht nach der Stadt. Heber Palästina hinaus wird nach Ansicht des Redners von dem dorttgen Ausbauwerk eine jüdische Erneuerung auch bei der Judenheit der Gvlah immer stärker in Erscheinung treten, die Verbindrmgen, die schon heute zwischen Erez Jisvael und Golah sehr starke in geistiger und malettieller Hinsicht seien, würden noch weil enger und vielgestaltiger werden.

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