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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-02-28 · 4 (28.2.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
4 (28.2.1935)
Date
1935-02-28
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Breslauer Jüdischer Gemeindeblatt Ta. 4 D/e Tagung der religiös liberalen Vereinigung Tie Berliner Tagung der religiös-liberalen Bereinigung sür Deutschland wurde vom Vorsitzenden Heinrich Stern mit Ge- ' denkworten für die seit der letzten Tag mg verstorbenen Vorstandsmitglieder Josef B a l k, Paul K o r e tz, Pg.il P i n c u s, Idsez L e f> in ann und Erich B a r, e r eröffnet . > Ferner widmete R.-A. Stern den da Hingeschiedenen Rabbiner Felix Goldmann und dein hoi m gegangenen Führer des amerikanischen liberalen Judentums, Si dwig V o g e l st e i n warme Worte des Gedenkens. Claude Moni efiore hatte für das liberale Judentum Englands der Tagung ein | Begrüßungsschreiben übersandt. Fm Verlauf seiner Cröstungsrcdie polchnisierte R.-A. Stern dann gegen die Kritik am religiösen Liberalismus, welche die Aufgäbe dieser Richtung sür erledigt erkb irt und von ihr fordert, sie möge vom Schauplatz der jüdischen Gestuckte abtreten. R.-Ä. Stern protestierte nachdrücklichgegen diese Auffassung und wies auf die entscheidende Rolle hin, welche der.religiöse Liberalismus nickt nur des der praktischen Arbeit in den Gem inden, sondern auch bei der Erhaltung und dem Ausbau des Judentums hoch immer spielt. Rabbiner Dr. Diemmar sprach dann über das Thema: „9B o st« Darlegungen in folgenden sechs T Win 1. Ter jüdisch-religiöse Libcralis barung Gottes, und er wertet sie als «jk Gut, das er mit der Kraft seines Gef" rerivalten und in die Welt cinbauen fi 2. Ter jüdisch-religiöse Liberalismü tijcker Festlegung, er Abt der Gcmeirs, h«n uj i r?" und faßte seine he seif zusammen: ei Eil litt. is geht aus von der Offendem Menschen übergebenes ibls und seines "Verstandes is hält sich frei von dogmaschasst sibr übttindividucllcs Wir machen darau f aufmerksam da6 im letzten Drittel des Zugsgobühr für das Breslau« blatt für das zweite Quartal 1 bitten, dem einziehenden Briejfi zu bezahlen, damit keine Störung in der Zahlung des Bezugsgeldes irr blattes kann mit Wirkung mehr erfolgen, auch nicht Postanweisung. März die* Post die Ber Jücische Gemeinde- 935 erheben wird. Wir träger das Bezugsgeld cb Belieferung eintrift. Büro desj Gemeinde- 1. \pril 1935 nicht urch Postscheck oder Reckt und erkennt dem Individuum ni Zusammenhang mit der Gemeinschaft Lebens zu prägen. ht das Hie Fr i .V Ter jüdisch-religiöse Liberalismi s hält Ordnung und Regel des religiösen Lebens für i 4. Ter jüdisch-religiöse Liberalismus ziel des religiösen Lebens bin und will das Juden : eine alle verbindende snentbehrlich.' auf die Entfaltung iltum nicht vom Politischen und seinen Tageserscheinungen Hb: besti nmen. 5. Ter jüdisch-religiöse Liberalismis hält nis sür Erez Iisraet und aller Mitar >eit an jüdische Leben in den Ländern der We! t nicht deren Wertes, sondern erkennt überall, wo IuÄi Pflicht, zugleich ein Leben der Beräligtzng des ren und mit den Völkern mitzuleben. Aöfe «i. In alledem ist der jüdisch-reli Wandlungen seinem Ausgang Verbundes, heute io unerschüttert wie früher. Ter Präsident der Reichsvertretuijg Rabbiner Dr. L. sprach über das Tbema .Kein Juden tu tzi ohne Baeck stellt zwei Begriffspaare gegenüber, da« das Irrationale, die Konvention und Das Gebiet des Rationalen, ist das E -satzbar«. suckt, Ordnung in Erlebnifle und Ersah nmgen des sestzustellen. Darum ist das Rationale bes jektive „es". Der Mensch erlebt aber auch bare des Lebens. Cr spürst Spannung n und die Gesetzmäßigkeit nicht einstigen. Cr erlebt. Reckt zu, sich obne rmen des religiösen bei allem Verstand - seinem Ausbau das als ein solches minen leben, für sie die Judentums zu füh- Liheralismus in allen i, sein Wesentliches^ist ihm der Deutschen Juden, Baeck den Sabbath". Dr. Rationale und die Tradition. Der Mensch verzu bringen, Bleibenimmt durch das obch das llnberechen- Impulse, die sich in daß es etwas gibt. tu>' Ufas ihn biad.st is persönliche. und verpflichtet. Das Irrationale, das „Ich", nicht sondern das an Höheres gebundene Ich, mit dem .ille Religion anfangt. Beide, Rationales und Irrationales, hängen nsiteinander zusammen, schließen einander nicht aus. Jeder gesellige Mensch lebt unter dem Zwang äußerer Formen, di'r Konvention, „man" tut so. Tradition ist nickt Lacke der Ges Usckast, sondern der Gemeinschaft, die durch Geschickte destfmmi ist, 'das , wir" kennzeichnet sie. Der Sabbat hat die Aufgabe, den Sinn zu wecken und wach zsi kalten sür das Irrationale und die Tradition. Auch mit sozian Vorstellungen ist der Sabbat, der alle gleich mackst, verknüpft, ie Woche schadet und sondert. Sabbat macht gleich und f e i. Was beide itet unser Sabbat in unserer Zeit? Wenn nur den abbat wahren, dann halten wir das fest, was über das Natürliche, Ärrnüiiftiae, d. h. das lediglich verminst mäßig Erschlossene, hinausricht. Wenn Juden den Sabbat wahren, dann werden sie bleiben. Es gibt keine Juden ohne das Judentum, und es gibt kein Judentum ohnedep Sabbat. lieber die. Au s g e st a l t u n g des Sabbat referierte Dr. Julius L. Seligsohn ^Dr. Seligsohn ckitwirst ein Schema für die Gestaltung -des Sabbats. Jede Sabbathejligung beginne mit dem Freitag abend, an dem die Kinder "das Gotteshaus besuchen müßten, am Sonnabend obligatorischer Besuch 'einer „Stunde jüdischen. Wisiens", die eingerichtet rden müsse, sind Feier des Oireg Schabbat, dessen Träger die Jugend selbst seins müsse. Die Bünde, die sür die deutsch-jüdiscke Iu- >«NÄ der Gegenwart eine dringende Notwendigkeit sind, müßten «i der Gestaltung des Sabbats Mitwirken. Alles, was der Erhaltung des deutschen Judentums im deutschen Lande dient, muß herang< zogen werden, Wenn wir der Aufgabe, das deutsche Judentum im deutschen Raum zu erhalten, nicht gerecht werden, werden wir diffe Schuld selbst tragen müssen. , Dr. Alfred Fabian. Breslau. iskennt in seinem Referat über die Jugend als wichtigste Ausgabe die Rotweiidigkeit, die Religion an Menschen, die unklar oder überkn upt nickt religiös empfinden, heranzubringen. Das liberale Iudqntum müste zeitnahe werden, ohne zeitgebünten zu sein.' Cs gelte ute, den gemeinschasstssördeniden Charakter der Religion auszuzejigen und neu zu beleben. An die Ausführungen der Redner schloß sich eine umfangreiche iijd fruchtbare Aussprache, U. a. betonte Rabbiner Dr. o g e l st e i n, s Breslau, das Primat der Religion vor der jüdichen Politik, es könne aber niemals daraus verzichtet werden, die schauungen dks religiös-liberalen Judentums in der Gemeinde zur :ltung zu bringen. Tie Rednör der Jugend, Dr. Hermann Sänger, Günther Fiiedländer und Heinz Kellermann, sondern einmütig die Untersti tzung der älteren Generation für die Arbeit im Bund durch Einicktung von Schulungskursen für den Führernackwucks. In seinemiSchlußwort warnte Heinrich Stern vor einer Vergeittung der Jugend, nur weil sie jung sei. Rur wenn sie etwas leiste, sei sie berechtigt, Fprderungen zu stellen. Der Vorsitzende brachte sodann zum Ausdruck, daß die Versammlung den Lebensweis sür die Existenz des liberalen Judentums erbracht habe. ★ Im Ansäiriuft an die Hauptversammlung fanden die vorslandswahlen ftd|tt. Rechtsanwalt Heinrich Stern, Berlin, wurde zum ersten RudolfsGeiger, Frankfurt a. M, zum stellvertretenden Vdrsioenken gewählt. In den Vorstand wurde außerdem eine Anil Persönlichkeiten aus Berlin und dem Reich delegiert. Aus unengeren Hhimatbezirk wurde Frau Paula O l l e n d o r s s und Herren Ssadtrat a. D. L e ß, Rabbiner Dr. V o g e l st e i n, ilipp Lachs, Dr. Alfred Fabian, Alfred Berg e r, sämtlich , Breslau, und Dr. Scheper, Liegnih, in den Vorstand gewählt. * Ai im zu sei di- P> aus JfldiMfle ^Irmen-Jnliiafter aus Industrie, 3Vondef u. Kandiretftf 3ildis<fte Mausfrauen F Meldet Surjen Bedarf an Lehrlingen unverzüglich dem Arbeitsnachweis jüdischer Organisationen, Breslau, «Schweidnitzer Stadtgraben 28. ytidisefke Jutfendfidke, die Ihr zum 1. April «n« Lehrstelle suicht. wendet Euch sofort an den Arbeitsnachweis jüdischer Organisationen. Es i st d ie h ö ch ste Zeit!

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