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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-01-15 · 1 (15.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
1 (15.1.1935)
Date
1935-01-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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2 Sten Juden in England verfolgte. Diese Epik »de spielt in der weltgeschichtlichen Stunde der Herrschaft )liver Cromwells über England) und führt an einen Knoten nfnkt allgemeiner und jüdischer Geschichte. Profeffor Dr. E r n st K a n t o r o - w i c z (Frankfurt a. M.) skizzierte in sein« n Kurs über Gelauer Jüdisches Gempindedlatr Nr. 1 sellschaftskunde, die in der jüdischen Etwa Recht gebührend berücksichtigt wird, die G schaftlichen, sozialen und staatspolitischen eine Fülle von Material zur Erarbeit! flösse nach. Dozent Dr. Albert Lewk gestaltete sein Referat über die jüdische E in Schlesien zu einem grundsätzlichen Da Erwachsenenbildung aus. In einem Aus das Referat berichteten, Vertreter schl gemeinden über die Bildungsarbeit in rh gaben einen Einblick in die Möglichkeit jüdischen Kulturlebens auch in den kleinfj enenbiidung mit ydbegriffe wirtenkens und wies dieser Wissensw i tz (Breslau) chsenenbildung ag über jüdische racheabend über »scher Provinzen Bezirken und der Erhaltung n Orten: gerade hier sind mit bescheidensten Mitteln oft bemerkenswerte Erfolge erzisslt worden. — Die übrigen Abende waren — oft bis Mitteirnacht — mit Aussprachen über die letzten Dinge menschlichen und religiösen Seins, meist mit Martin Buber als Mittelpunkt, ausgefüllt. Sie schufen gemeinsam mit der Interpretation eines Bialik-Gedichtes durch Ernst Simon, mit einem Oneg Schabbat, mit Singabenden, die hauptsächlich von Prof. Kantorowicz und Edgar Freund (Breslau) gestaltet wurden, und mit Spaziergängen die Grundlage für eine wirkliche Lebensgemeinschaft. Unvergessen bleibt vor allem der Freitagabend, an dem Martin Buber mit schöpferischer Kraft aus den Psalmen las. Den Dank der Hörer brachte am Schluß der Beranstaltung Prediger Falken st ein (Landeshut) in herzlichen Worten zum Ausdruck. Die Teilnehmer bleiben erfüllt von dem Gehalt der Lernwoche, die fruchtbar weiter wirken wird. Kurt Schwerin. Iwe/ Jaljtte ßdtj&fe Qatleffnstaffen Der deutschen Die Zentralstelle für lehnst assen hat soeben einen hie Arbeit der letzten zwei Jahre h umfangreichen Bericht, der nur de Lachbearbeiter bestimmt ist, entn Einzelheiten: Wandel der wirtschaftlichen Judentums hat das Äufgabenge Darlehnskassen ganz außerordentlich erwe der Arbeiten der Zentralstelle konnte jüdischen Darlehnskassen in Deutschland e Jahren 1933 und 1934 wurden!z w e i besi kaffen erweitert, sechsundzwanzig örtliche zirksdarlehnskassen neu aufgebaut. Rach dem ersten Halbjahr! 1934 arbj land insgesamt fünfundyierzig j lehnskasfen. Die Arbeiten der Darl allen Berufszweigen, besonders > den selbst Gewerbetreibenden zugute. Interessant sjüdische Darhtigkeitsbericht über :ausaeg«ben. Dem engsten Kreis der inten <oir folgende erhältnisie des iet der jüdischen ert. Auf Grund litt Ausbau der vlgen. In den hende Darlehnsud siebzehn Beiten in Deutschd i s ch e D a r - ihstskassen kamen, »igen jüdischen hierbei die Unterschiede zwischen Stadt uisi d Land. Die. Orts-Darlehnskassen in den Städten Verden in Anspruch genommen von 40 Proz. Kaufleuten, 21 Proz. Handwerkern, 9 Proz. Einzelhändlern, 9 Proz Vertretern und Angestellten, 6 Proz. freien Berufen, 1k ■ Proz. übrigen. Bei den Bezirkskassen sind neben lsÄ5 Proz. Kaufleuten, 20 Proz. Einzelhändlern, j insbesond« rf die Dich- und Landhändler, mit 14 Proz. .vertreten, zu Herren 12 Proz. Handwerker, 7 Proz. Vertreter und Angestellte sowie 24,5 Proz. übrige Berufe kommen. Besorders hoch ist die Inanspruchnahme der Darlehnskassen durcki pie Handwerker in B e r l i n, wo diese mit 28 Proz. an zweiter Stelle stehen, während bei den Darlehnskassi n im Re m ohne Berlin das kaufmännische Element unter -den l iarlehnsnehmern . überwiegt. [ \. Im Jahre.1933 find die Kessen durch eine Schicht von Darlehnsnehmern in Anspruch! genomm rt worden, bei denen es sich um die Erhaltung gestehender bisher rentabler Geschäfte gehandelt hat, die kurch Umsitzrückgang oder mangelnden Lieferantenkredit ein Darlehn benötigten. Auch die vielen beruflichen Umstellungm, die da.^Jahr 1933 mit sich gebracht hat, sind durch die Kredithil n der Darlehnskassen wesentlich gefördert worden. Allmc «ich hat sich die Kredithilfe als eine selbständige Form der Wirtschaftshilfe von den änderet! Formen der jüdischen Hilfsarbeit abgehoben md sich z x; einem Mittelpunkt des jüdischen Aufbauwerk« in Deuts bland entwickelt. In erster Linie haben die Darlehn«!äffen den Verwendungszweck der nachgesuchten Darlehen geprüft. Wenn aus dem Verwendungszweck die Rückzahlur ^Möglichkeit gewährleistet erschien, war die Entscheidung über die Frage der Sicherheitsart von geringerer Bedeut hg. Allerdings muß jedes Darlehn gesichert werden. Dabei pflegen in der Regel Faustpfänder und mobile Sicherheiten nicht genügend zu sein. Hypothekarische Sicherungen könnten nur insoweit angenommen werden, als die Rückzahlungsmöglichkeit des Darlehns aus seiner produktiven Verwendung wirtschaftlich sichergestellt erscheint und es sich für die Darlehnskassen nicht um eine Anlage ihres Kapitals in Hypotheken handeln kann. Vielmehr können die Darlehnskassen nur, um möglichst vielen eine Kredithilfe zukommen lassen zu können, in erster Linie kurz- und mittelfristige Kredite, in der Regel für die Dauer eines Jahres einräumen. Bei hypothekarischen Sicherungen ist die Gefahr zu gisoß, daß Kredite einfrieren und auf diese Weise die Darlehnskassen nicht in die Lage versetzt werden, innerhalb kürzerer Zeiträume ihr Kapital an möglichst viele Darlehnsnehmer zu produktiven Zwecken auszuleihen. Die Regel bilden nach wie vor bürgfchaftliche Sicherheiten, von denen sich zeigt, paß sie durchaus in genügendem Maße bei entsprechendes Bemühung des Kreditnehmers aufzubringen find. Daneben ließ sich bei kurzfristigen Krediten durch Abtretung von Kundenforderungen und anderen Formen des Geschäl tskredites eine bewegliche Gestaltung der Sicherheitsart he:bei führen. In all solchen Fällen konnten die Darlehnskassen zur Erhaltung und zum Neuaufbau von Existenzen wesentlich beitragen, wenn die entsprechenden Unternehmungen sich als gesunk und lebensfähig erwiesen. Kredite zum Zweck der Abdeckukig von Schuldverpflichtungen ider zu ausgesprochenen Sanierungen können vor den Darlehnskassen schon deshalb nicht gegeben werden, weil die Höhe des Einzeldarlehns, auch im Jnteress; der Kredithilfe für möglichst viele, notwendigerweise beschränkt werden muß. Wie stark die Anforderungen an die Darlehnskassen gestiegen sind, ergibt sich aus der Tatsache, daß m ersten Halbjahr 1934 der Anzahl nach etwa 80 Prozent, dem Betrag nach sogar 90 Prozent der Darlehen des g inzen Jahres 1933 zur Auszahlung gelangt sind. Durch die außerordentliche Anspannung aller verfügbaren Mittel, die unter dem Druck der wachsenden wirtschaftlichen Not vorgenommen werden mußte, ist heute mit der Tatsach; zu rechnen, daß die Mittel der Darlehnskassen bis an d e Grenze de ^Möglichen für die Verausgabung von Darlehen eingesetzt sind. Den neu an die Darlehnska en herantretenden Bedürfnissen wird nur Rechnung getrazsü werden können, wenn den Darlehnskassen neben den Rückflüssen aus ihren Ausleihungen zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen werden. Wie auf allen Gebieten von Hilfe und Aufbau wird es auch hier entscheidend auf die Leistungen ankommen, die das deutsch^ Judentum aus eigenen Kräften vollbringt.!i

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