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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-01-15 · 1 (15.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
1 (15.1.1935)
Date
1935-01-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ff vreslauer i A M T L 1 CH E S BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschrlftlelter: Manfred Rose Breslau - Verlag: Hellmuth und Sch atz kg, Breslau, Reue Graupen Anzeigenpreis: Die 8gespaltene Millimeter-: Srscheinungstermln vlerzehntägig — Fttr die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Art iifeld, | Druck und Anzeigen-Annah me: Druckerei Erich D Th. Schatzkg Aktlen-Gesellschaft. Breslau 5, 1 Nahe 7 1 Neue Graupenstraße 7 - Telefon 24468 u. 24469 teile ober deren Naum li Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Nabatt Preis 48 Pfennig vietteljährlich — Postscheck-Konto 62092 ifel und die Dereinanachrichten Übernehmen wir nur die preflegefetzliche Verantwortung i2?Äahrgang i Z. Zanuarr 193s , Nummer 1 Die Cetntvii che in Bqö Salßbtunn j umfaßt Kulturche Er- Die Erarbeitung und Pflege dir jüdischen Kulturgüter und ihre Vermittlung an die Lernend«!» ist eine b x dringlichsten Aufgaben unserer Zeit. Lekrhäuser, Volkshochschulen, Schulen der Jugend, Gemeinden und Iugendbünde haben die Bedeutung dieser Aufgabe k^lar erkannt, und bei der Reichsvertretung der deutschen Juden ist die „Mittelsteste für jüdische Erwachsenenbildung* geschaffen worden, die unter Leitung von Martin Buber der Beratung aller jüdischen Institutionen in Deutschland , in Fragen der Erwachsenenbildung dient. Erwachsenenbildung soll i der den Rahmen einer bloßen Vermittlung von Kenntnisser hinaus den ganzen jüdischen Menschen formen helfen. Diejem Ziel dienen die von der Mittelstelle veranstalteten Lernwochen. Sie haben den Zweck, die Persönlichkeiten, die in der jüdischen Erwachsenenbildung tätig sind, in ihrer Arbeit zu fördern. Sie sind daher in erster Linse für die Llhrkräfte der jüdischen Lehrhäuser und Volkshochschulen, für R ibbiner, Lehrer und Jugendführer bestimmt. Ihr Stoffplan die Bibel, die jüdische Geschichte, jüdische Volks- und künde, allgemeine Bildungsfächer, die für die jüdi wachsenenbildung von Bedeutung sind, und pcifönliche Lebensgestaltung, Freizeitgestaltung und Gemeinschaftserziehung. Die Mittelstelle für jüdische Erwachfenenbildi ng hat für Berlin und Mitteldeutschland, für den Süden, Westen und Norden des Reiches bereits eine Reihe von wochen abgehalten. In der Zeit vom 29S Dezember bis ä: Januar veranstaltete sie in Gemeinschaft mit dem^Berbartze &r Synagogengemeinden der Provinz Niedcrschlefien und dem Synagogengemeindenoerband der Provsnz Oberste! ien die erste schlesische Lernwoche in BaV Shlzbrunn, die von weiten Kreisen Breslaus und der Provinz mi^enugtuüng 1 »egrüßt wurde. 56 jüdische Menschen — Rabiner, Lehr, r und Lehrerinnen, Persönlichkeiten der Erwachsenenbildung und Jugendführer — waren als Hörer erschienen. Die ,'agung war nach Salzbrunn gelegt worden, west es sich auf Grund der bisherigen Erfahrungen als wesentlich gezeigt hat, die Teilnehmer einer Lernwoche außerhalb der Großstadt.zu einer wirklichen Arbeits- und Lebensgemeinschaft zufa inmenzufasien, die vor allem neben der Gelegenheit zu lersönlicher Aussprache auch die Möglichkeit zu gemei ifamer Freizeitgestaltung bietet. In Bad Salzbrunn waren die Voraussetzungen für «m Gelingen der Permvoche gegeben. Die Lernwoche wurde am Donnerstag, den 27. Dezember, eröffntet. Als Vertreter des Verbandes der Synagogengemeinden der Provinz Niederschlesien waren dessen Vorsitzende, Obermagistratsrat i. R. Dr. Guttm a n n und Regierungsrat i. R. Muhr, anwesend. Dr. Guttmann begrüßte die Dozenten und Teilnehmer und erläuterte das Programm der Lernwoche und ihre Bedeutung für das jüdische Leben. Sodann sprach Professor Dr. Martin Buber zum Sinn der Zeit. - * Das Fiel des achtzehnten Jahrhunderts war, sa führte «r u. a. aus, daß der Mensch sich sein« Welt allein baut. Das fei der,Sinn der französischen Revolution. In Wahrheit sei es «in Wahn, daß der Sinn, den der Merpch der Welt gegeben habe, chn^tragen solle. „Wir sind nicht berufen, den Sinn zu gestalten,,; *" sondern ihm demütig zu lauschen." Das Erlebnis der Kricgsjahre habe uns gelehrt, dem Sinn der Geschichte nur so zu dieöen, daß wir uns ihm beugen. Wir müßten bis zu dem Gedanken oorstoßen, daß Gott die Welt geschaffen hat, daß wir es letztlich mit dem Seienden zu tun haben, dem wir uns stellen müßten. Entfggten wir dieser Aufgabe, so hatten wir versagt und sind verlogen. Das der Judenheit gesteckte Ziel sei, der stimme zu lauschen, die ausgesandt ist, uns zu begegnen. Um dessen willen, nicht um unser selbst willen müßten wir uns in Bibel und Geschichte Vertiefen. Es gehe dabei um Gemeinsames, das wir gemeinsam erarbeiten wollen. Wenn das letzte Geschehen nicht als Mahnung empfunden würde, zurückzufinden, dann seien wir deutschen Juden wertlos. Für teil Synagogengemeindenverband der Provinz Oberschlefien und für die Teilnehmer sprach Landgerichtsrat Dr. Hirsch b erg (Oppeln). In Kursen, Ausspracheabenden und Referaten wurden Abschnitte aus der Bibel, der jüdischen Geschichte, der Gesellschaftskunde und die jüdische Erwachsenenbildung in Schlesien behandelt. Professor Dr. Martin Buber besprach den zweiten Teil des Buches Jesaja, einen der schwierigsten und umstrittendsten Bib^ab-schnitte, und ergriff nicht nur durch den Ernst und die Höhe seiner philologischen Methode, die. ihn um jedes Wort ringen ließ, sondern durch seinen, Persönlichkeitswert, der alle feine Aeußerungen von der wissenschriftlichen Deutung bis zum menschlichsten Gespräch durchdrang. Profesior Dr. I. Heinemann (Breslau) behändste mit souveräner Beherrschung der Quellen das Judentum in der römischen Kaiserzeit, das in seiner religiösen, geistigen, sozialen und politischen Stellung untersucht und klar und plastisch erfaßt wurde. In die Frühzeit der neueren jüdischen Geschichte führte D r. E r n ft S i m o n (Frankfurt a. M.-Haifa), der das Ringen des Amsterdamer Rabbiners Manaffe den Israel um die Wiederzulasiung der t . 54792339

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