Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 20 (31.12.1934)
- Date
- 1934-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 Breslauer jüdisches Gemeindedlatt 3 gymnastik, weiter auf orthopädisches Turnen und Hilfeleii tung bei Unglücksfällen und Vergiftungen. Ueber Krankenbeförder mg, das Anlegen von Verbänden und die Behandlung aller ärztliche > Änftrumente muß di« Heilgymnastin nicht nur eingehend unterr ichtet, sie muh selbstvenstSüdlich auch befähigt sein, sachgemäß zuzugrei «n. Di« praktische Tätigkeit darf nie ohne engst« Fühlungnahme mit >em Arzt ausgeüvt werden. Die Massage-Prüfung erfolgt, nach sechsn onatigem Unterricht, vor mehreren Äerzten, chr Bestehen berechtigt I azu, den Titel „Diplom-Masseurin" zu führen. Die ärztli.h approbierte Masseurin kann in urrd außer dem Hause ihren B rus ausüben. Die Tätigkeit an Krankenhäusern und Krüppelhein en bietet befriedigende und auskömmliche Arbeit. Em großer Vorteil, den dieser Beruf mit sich bringt, legt auch darin, daß er nicht örtlich gebunden ist, sondern in allen Ändern ausgeübt werden kann, wo entsprechender Bedarf besteht. Aber es muß noch einmal htrvorgchoben werden: Dieser schwere, mit großer Verantwortung belastete Berus erfordert den ganzen Menschen. Ihn mit Erfolg ausübey zu können, dazu gehört nicht nur Fleiß sowie gute geistige und köwerliche Veranlagung, dazu bedarf es darüber hinaus noch großer! Menschenkenntnis, eines riesengroßen Quantums Geduld und der gründlichen Fähigkeit, sich auf den seelischen Zustand des Kranken «inzustellen, um die Unbedingt erforderliche stete Hilfsbereitschaft in einer -Form zur Geltung zu bringen, di« den Leidenden stärkt mü» erfrischt, sowie sein Vertrauen zu Hilfsmechode und Helfer oder Helferin befestigt. Emmy Rosenbaum, Lehrerin der Massage und Heilgymnastik, Breslau. «MMitniniuiiiiiiniiit illlllllillllilllllllllllllllllllllllllllllillillllllllHHIlUIUUmillil Jüdische Arbeitgeber! Jüdische Hausfrau! Jüdischer Arbeitnehmer! Bedient Euch Enns JMeitsaadrariiises! Schw e i dnitzer Stadigrab Telefon 26863 e n 28 fUeintunflabend im 'Vittotia*tatet Der Kulturkreis, Gemeinschaft der Freunde jüdische' Kultur, veranstaltete vor kurzem im Viktoriatheater einen Kleinkunstabend besonderer Art. Nikolai Eljaschoff hat in Berlin eine Künstler. >eselkschaft ins Leben gerufen, welche in Anlehnung an den Stil des iekaimten russischen „Blauen Vogels" arbeitet, ohne dessen Art e nfach zu kopieren, vielmehr schafft dies« Kunstorganisation aus Eigenem und bietet durchaus original« Schöpfungen. Schon das veränderte Milieu, aus dem der Stoff fließt — es liegt im Ostsüdischin — gibt ja dem Ergebnis völlig modifizierten Charakter. An Kraft der Wirkung stehen Eljaschofss und seiner Mitarbeiter Darbietunren kaum hinter denen des Blauen Vogels zurück. Diesmal hatten sich sechs Berliner und sieben Breslaue: Künstler zu einem Ensemble zusammengesunden, welches eine Einheitlichkeit aufwies, die man unter solchen Umständen kaum hätte erwarten dürfen. Der Abend wurde eröffnet mit August Tsck echows „Heiratsantrag". Alfred Balthoff, Ruth Arden und Max Koninski spielten chn flott und in der Charakterisstrung der Einzelfiguren einleuchtend. Der zweite Teil des Abends, „Oestiicher Bilderboger" betitelt, brachte 10 Einzelbilder aus dem rufststb^üdischen Volksleben Schmerzliche Resignation, verträumtes Glücksehnen, phantastische Märchenstünmung, zarte.Gefühlsinnigkeit geben den Grundton daiin an, in den hi« und da auch lustige, sa übermütige Akkorde hin unklingen. Bühnenbilder — Heinz C ond« ll zeichnete für sie verc ntwortlich — wie Darstellung und Tänze wirkten organisch zusanmen, um einen schönen und interessanten Gesamteffekt herbeizufühlen. Edgar Alexander, James Elsner, Max Koninski, Hirsch Friedmann, Günther Harthau, Relly Hirch, Lilly Sandberg, Alfred Balthcff, Hanni Aolz, Ruth Anselm, Ruch Arden, Margit Berger, Marianne Lent, Manfred Bial und am Klavier Günther Pulvermacher trugen all« gleichmäßig gum Gelingen bei, zu den Nicolai Eljaschofss Regie Grund gelegt hatte. Die Darbietungen, welch« allerdings nicht' von allsn Seiten des Hauses mit der gleichen Begeisterung ausgenommen wurden, sanben im großen und ganzen regen Beifall. Daß eine Anzahl Breslauer Künstler mit herangegogen waren, wird das hiesige jüdische Publikum gewiß mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Di« Wirkung des Gastspiels wurde frellich getrübt durch höchst peinliche Begleiterscheinungen. Schlimm war es, daß die Letzten ein« halb« Stund« warten mußten, bis sie chr« Garderobe herausbokamen, viel, viel schlimmer aber noch muß es genannt werden, wenn vor Beginn Pch di« Massen in der langen Eingangshalle stauten und dort in zugigem und kaltem Raum bis zu 45 Minuten ausharren mußten, weil «ine ungenügende Organisation es verabsäumt hatte, genügend Gardevoben-Räume zur Verfügung zu stellen und das Theater zu spät geöffnet wurde. Wir wollen hoffen, daß sich derarttge Dorbommnisse niemals wi«derholen werden. Ein Tladjwort gum Tfjema Viftovia^eatec An den bedauerlichen Vorfällen, welche sich am 11. Dezember anläßlich des Gastspiels des - Berliner Eljaschoffs^kr^embtes im Viktoria-Theater insbesondere beim Einlaß des Publikums abspielten, trifft den Veranstalter, den Kulturkreis, Gemeinschaft der Freund« jüdischer Kultur, keine Schuld. Es lag hier ein Mißverständnis gwischey Theaterdirektion und Deranstaltungsleitung vor, welches dann jene peinlichen Folgen gezeitigt hat. Es ist aber gründlich Vorsorge getroffen, daß sich derartige Ereignisse nicht wiederholen werden. In erneuten Verhandlungen mit' der Direktion des Theaters auf der Tafchenstraße wurde nunmehr festgelegt, daß getreu der ursprünglichen Absprache bei den Veranstaltungen des Kulturkreises beide Portale und damit zwei Garderobenräum« mit dem hierzu notwendigen Personal zur Verfügung stehen werden. Durch das Hauptfiortal werden die Parkett^Kesucher, durch das aickiere di« Balkonplatzinhaber zu .ihren jeweiligen Garderobenräumen und ins Theater gelangen. Die Eintrittskarten werden einen entsprechenden Ausdruck tragen. Mit dieser Karte erhalten die Benutzer einen Bestuhlungsplan «ingehändigt, auf dem sie ihren Sitzplatz näher bezeichnet finden. Rlata <8u$tmo$ f. fl* Eine stark« markante Persönlichkeit der gesetzestreuen Judenheit ging mit Frau Klara Gluskinos^Breslau dahin; sie war eine treue Schlüsselbewahrerin der jüdischen Tradition. Vierzig Jahre war st« des Gatten Beistand und Hilfe im Hause und Helferin im Geschäft. Jahrzehntelang übte sie in mustergültiger, uneigennütziger Weise Chessed-schel-Emes äus. Wo es galt, Not zu lindern, wo Krankheiten waren, fand man ste mit Rat und Tat. Sie hing mit großer Liebe an der Sklower Schule, dem Bethaus ihrer Vorfahren. Die Liebe und Wertschätzung, die sie in' allen Kreisen genoß, zeigte sich bei der Lewajoh ganz besonders, die unter großer Be teiligung stattfand. Herr Rabbiner Dr. Hoffman hielt eine ergreifende Rede; Herr Rabbiner Wassermann zollte im Trauerhause dem Adel ihrer Persönlichkeit >n bewegten Worten den gebührenden Tribut. Am letzten Tage der Schiwoh hielt Herr Rabbiner Dr. Simonsahn eine Rede im Trauerhause und .zeichnete «in Lebensbild dieser von Gott begnadeten Heirngegangenen. — n z & 5 rvllÄSlltt W. ~ X er lag, Onfevatenannafjme und T>eucf wie bistjee: Reue Graupen fit. 7 Den fieitpunft dev Übersiedelung in unfeeen neuen Xvudeveibetvieb werden wie eedjtgeitig betanntgeben Der Xerlag des 'Breslauer Jüd. Gemeindeblattes Rellmutb r,. ike/ch Sdjafyiy 75853442