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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-12-15 · 19 (15.12.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
19 (15.12.1934)
Date
1934-12-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Nr. 19 - Dresla wer Jüdisches Gemeiiideblatt Bedeute ‘fiveitag flbend bein Religiös DOt^ | sein Zu Le» köstlichsten Werten, welche nern gegeben hat — und nicht nur seine Wege über die anderen monotheistischen eines großen. Teils der Menschheit gern lich: Ruhetag, welcher Len Menschen bindet und ganz der Seele gewidmet hat der Labbath eine ganz besondere der festen Grundpfeiler, aus denen un als ein Tag, der in uns das Labbaihg volle Empfinden, das vielleicht außerhälkein Mensch kennt, jenes Gefühl, welch> bringt und dem heißen Lehnen der me! von den leelijchen und nmieriellen llebclsi wahrt oder richtiger gesagt, immer denn heule gehört ja die Labbathrh auch das Verständnis für den Labbath Menschheit und leider auch für eine deutscher Juden der Vergangenheit an näher erörtert werden können. is' das Judentum i Bekennern, Religionen orden- — gehök seiner Allt< soll. Für Bedeutung er! ere Religion fühl auslöst, b der jüdischen s uns in hchlchen Natui immer wiedqr wieder he und bedfür große Tch -ehr, sehr b aus Ursachen du Dem Labbath im Rahmen des Recht zu verhelfen, ist eines Ser Ziele. Verein der Lynagogen-Gemeinde ver' lung der gcnieinschafllich begangenen soeben ins Leben gerufen hat. nachdem scher Organisationen zu keinem Ergebn bei den Vorbereitungen für den ersten zember in der Lessingloge stanfand, macht werde», wie erschreckend das VerHzum Labbath -gelitten hak, wie sehr a von den Labbathbräuchen bei vielen doch vor, daß 65 jährige Frauen, Freitag-Abend reilnahmen, bis dahin erlebt halten! Und es meldeten sich K Begründung, sie wollten ihren Eltern baih-Eingang begangen werden müsst' fclgt. F' Jui weit h Möglichen :v welches der!) Dem , sträg Abende, rühere ähnlich s geführt . dieser Abende, bedauerliche »ältnis des nur die ei en geschmund >e an dem e -inen solchen inder zur Teil berichten, wie r ch Die neue Einrichtung des Religiös einem wirklich dringenden Bedürfnis ei schaftlichen Begehung des Freirag-Aben sonen herangezogen werden. Männer Mädchen, insbesondere auch Menschen, möblierten Zimmern einsam Hausen, l vier Wochen zugelassen sein, so daß betreut werden. Jedesmal wird ein Tlf tungen der Abende vornehmen. Vera ganz geringe Gebühr, in besonderen Fäl warme Fest-Abendbrot. Mil Eintrinska - auch' jüdische Erwerbslose, die Meidun Organisationen anbrinaen können. Auck Wallstraße 9, nimmt Meldungen en^geg sich auch solche jüdische Männer und Fror richtung beteiligen, welche in der glückliche loscnbetreuung zu bedürfen. Sie zahlen Deines fibonnetpents Es war der einheitlichste und in der Jüdische M u s i k v e r e i n uns Programm ein Muster wohlüberlegter ein erneuter Beweis für das Riveau7 fang an erreicht wurde. Das Interesse des Publikums Quartett, dessen erstem hiesigen Ast voraus ging. Dieser Ruf ist vollauf geiger Boris Äraijt, ehemals BratiA- Quartetts, bildet mit Benjamin Heinz Weiden (Bratsche) und Dtolonce lle) c n vortrefflich abgestimchte jüdischen Kammermusik-BereiniAungen kurrenz Hastehen dürfte. Das spiel de; fohns Opus 12 und Beethovens Opus war wundervoll beseelt und,, im ganzen als auch geistig von einer solchen Qualitc t, einer schlechthin idealen Leistung wurde lediglich dir Tatsache, daß der unmittetb Erfüll u di> n jüd fi liberalen Ver i mgegen. Es sol e die ohne Fanil -ssder von ihnei ganzen runi! des Cibetalert seinen Siefen» mdern auf dem dies zum Gut t der wScheut-, gstätigkeit! entljns Juden oder angt als ^iner uhl, aber auch jfnes geheimnis- Gemeinschafr re Gottesnähe nach Erlösung Erfüllung geng gewishrtc: asterllcher Weise e der jüdsichen e^rächtliche die hier jnicht veceiti de ages! itder zu feinemeligiös-Liberale!t die.Einrichdie der Verein Versuche ^jüdiin. Es mußte ^er am 7j De- ^cststellung ge scheu Meyschen fache Kenntnis »> ist. Kam «s n wähnien ersten iberhaupt.'nicht lahme, mit der rechter Labcm ins kommt also n zur gemeinds jedesmal etwa 150 Perind Frauen, Jünglinge! und ienanschlitß in soll etwa alle 600 Personen irt „—.... ._. ... ...!eologe die religiösen Vejrrich ireichl wird dann gegen' eine en auch kostet los, das übliche len bedacht w irden vor allem den zur Teiln ihme bei lihren das Jüdische Wohlfahrtssamt, len. Lehr eroünscht ist; daß uen aller Llä ide an der! Ein-!n Lage.sind, keiner Ercherbs ejne höhere,saber ouch^ noch eslauev $ynagogen*&emeinde sehr mäßige ^Bibiihr. Der Gedanke dabei ist, daß diese Freitag-Abende trotz ihres fvzlglen Einschlags nicht etwa eine Unterstützungsangelegenheit darstellen.,sondein eine Familienfeier, welche eine sichtbare Absage an Standesdünkel und Hochmut zum Ausdruck bringt. Der erste, dieser Abende, welcher, wie erwähnt^ am 7. Dezember in der Lessingläge ltattsand, ging durch ein glückliches Zusammentreffen im Zeichen der! Chsanukkah-Lichle vor sich, :vas den Eindruck noch verstärkte. An fesilich gedeckter Tafel hatten sich 150 Menschen zusammengefunden, evwürtunasfroh und eingetauchl in die Gehobenbeit der Sabbathstimmüna. Unter den Anwesenden bemerkte man neben de» religiös-liberalen Rabbinern auch den Vorsitzenden der Synagogen- Gemeindc, Staprrat a. D. L e ß, und weitere führende Persönlichkeiten der Gemeindeverwaltung. Frau Grete Bial, eröffnete die Feier mit einer Ansprache,' irt der sie auf dieRolle der Frau für die häuslicheFreitag- Abend-Feier und auf die Bedeutung der Labbathfeier überhaupt hinwies. Gemeinderabbisier Dr. Vogelstein gab dann seiner Freude über das Zustandekommen des Werks Ausdruck und sprach die Legensfprüche über Brot und Wein. Während des Mahles ergriff der Vorsitzende des Resigiös-Liberalen Vereins, Herr Lachs, das Wort, um die Ziele, welche mit der Einrichtung verfolgt werden, den Anwesenden auseinanüerzusttzen. Einstmals sei der Jude aus den Mühsalen des Alltags in den Sabbath geflüchtet und sei im Labbath und durch den Labbath zsim freien Menschen geworden, habe aus ihm die Kraft für das Leben gesogey. Die Labbathfeier müfie wieder die Woche mit ihrem Glanz überstrahle». Wichtig sei, daß bei der Freitag-Abend- Feier die Bibel in den Mittelpunkt trete, ein Abschnitt aus ihr müsse an jedem Freilllg-Abend in allen jüdischen Familien oorgetragen werden. um die Kenntnis der jüdischen /Religion zu verbreitern und zu vertiefen. Die i Freiiag-Abend-Feiern des Religiös-Liberalen Vereins sollten als echise Familienfeiern allen Teilnehmern recht eindringlich zu Gemüte führen, daß keiner mehr sei wie der andere. Im weiteren Verlaus las eist Jugendlicher, Wolfgang M a s ch l e r, de» Prophetenabschnitt!des Sabbath, Secharja 2,11—4,2 verständnisvoll vor. Das Tischgebet; vorgebeiet von Rabbiner Dr. V o g e l st e i n, schloß dann die eigensliche Feier ab. In traulichem Beieinander blieben die Teilnehmer noch eine iWeile zusammen. Käthe Fischer, am Klavier begleitet von Selma W o l f - S o b e!r s k i, verschönte diesen Teil des Abends durch Liedervorträge.! *' Der Religiös-Liberale Verein der Synagogen- Gemeinde -meist infolge zahlreicher Anfragen, die an ihn wegen Teilnehmerkarttn für seine Freitag-AbendFeiern ergehen, daraus hin, daß, soweit Raum vorhanden ist. alle Mitglieder der Lynagogen-Geisneinde und ihre Familienangehörigen an diesen Feiern teilnehmen kontiert. Für jede Freitag-Abend-Feier stehen Teilnehmerkarten bis einschließlich Dienstag der gleichen Woche bei dem Oekonom der Lessing-LoP, Agnesstraße 5, tj>o diese Feiern auch stattsinüen, zur Verfügung. Vstn Mittwoch jeder Woche ab muß jedoch über bis dahin nicht gelöst-! Teilnehmerkarten, da insgesamt nurlöOPlätze verfügbar sind, für desn Freitagabend der betreffenden Woche anderweit verfügt ' werden. Die zechtzeitige Besorgung der -Gedeckkarten liegt daher im eigenen Jnlereiie jedes Teilnehmers. sich geschlosfe bis jetzt Zunllpolitik, f hier erftr geb 3 isfte Abend den ten hat. i Das -Ausfü^rung!as «nie eit und voll An» zalt zunächst stretrn ein begründet, er des berü ernfeld G od frie b s Ensemble, einstweilen n vier Künstle 74 zur Auffüh betrachtet, daß man z Bei Mendels are Ueberga i Rohjett des Judif<f)en Ttluftfveceins dem Strjoqt* hedeulender Ruf der Primfimten Guaxneri- (zweite Violine), ZeelaNder dys -untef den ch ohne!Kondie Mendels« rung brachten, owohl technisch Ohrerzzqugen ohn befremdete >g vom dritten rm zum vierten Sfliz, der sch aus dem Charakter des Andante von selbst ergibt, ohne jeden Grund aufgehoben wurde: und in Beethovens „Harfenguartett", das seinen Namen den zahllosen Pfzzicatostellen des ersten Sattes verdankt, war bei dem modiilationsreichen Beginn des Adagio das sonst jo herrliche Klangbild vorübergehend empfindlich getrübt, libas besagt das aber gegenüber der großen künstlerischen Tat. die allein chon in der Wiedergabe des genialen Presto-Satzes zu erblicken ifnj Von seltener Schönheit ist übrigens das Jnftrumentenmaterial, das hen vier Herren zur Verfügung steht; ein so kostbares, absolut nicht näch dem Hos; Ningendes Violincello wie das von Herrn Zeelander ist hewiß nichts Alltägliches. Zwischen den beiden Strechguartetien hörte man die hiesige Sopranistin Trude Lehr, die es sch auch bei ihrer Mitwirkung im Mutsikoerein nicht nehmen ließ, etwas besonders Apartes zu bieten. Sie sang zunächst fünf von jenen schottischen und -walisischen 2)olksliedern, die Jcheph Haydn musckalijch bearbeitet, das heißt mit Klaviertrio-cSatz «ersehen hat, und deren neuerliche Herausgabe, zum Teil mit Texten von Hermann Löns — ein ausgezeichnet gelungener Versuch —, dass Werk des Musikwissenschaftlers Berchard Engelke ist. Die frisch qu«lle»Ä>e Lyrik dieser alten VG-ksweifen kommt der Stimme

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